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Frauenreise nach Madagaskar

Erlebnisbericht von September 2016

Frauenreise Madagaskar - 2 Frauen sitzen auf der Bank vor ihrem Haus

Als Frau und Reiseleiterin mit Schwerpunkt auf Madagaskar freue ich mich jedes Jahr ein bisschen extra auf die alljährliche Frauenreise. So auch im letzten Herbst.

Ich war schon eine Weile auf dieser grossen Insel unterwegs und hatte eine dreiwöchige Rundreise hinter mir. Jetzt wartete ich auf die acht Frauen, die mit mir durch das Hochland, den Regenwald und ein Stück entlang der Ostküste reisen sollten.  Drei der Frauen waren schon früher angereist. Die eine davon schon zwei Monate zuvor. Sie hatte ihre Zeit für Freiwilligenarbeit in Madagaskar genutzt und wollte jetzt zum krönenden Abschluss ihres diesjährigen Madagaskaraufenthalts eine Rundreise machen. Die zwei anderen Frauen waren nur ein paar Tage im Voraus gekommen, um einen Kurztrip auf die kleine Insel Sainte Marie zu machen, in der Hoffnung Buckelwale zu sehen.

Am einen Donnerstagabend Mitte September war es so weit und ich konnte die restlichen Frauen am Flughafen abholen. Nach einem langen Flug kamen sie ein bisschen müde und mit vielen Erwartungen an und nach einer kurzen Nacht trafen wir uns alle zum Frühstück im Hotel. Jetzt war es so weit, das Abenteuer Madagaskar mit unserer Frauen-Kleingruppe konnte beginnen.
Bevor wir überhaupt unser Tagesprogramm starten konnten, „mussten“ wir einen extra Programmposten einbauen. Jede der Frauen hatte 2 Koffer dabei und einer davon war zum Rand gefüllt mit Sachspenden, die wir im Land verteilen wollten. Wir teilten also alles in kleinere Mengen auf und verpackten es so, dass wir wussten, was wir während unserer Tour wo abgeben (Waisenheime, Schulen etc.) wollten.

Nach einem Tag in der Hauptstadt Antananarivo, wo wir unter anderem ein Waisenheim besuchten, fuhren wir am zweiten Tag Richtung Antsirabe. Unterwegs machten wir auch einen Stopp bei einer Hebamme in einem Gesundheitsposten auf dem Land. Eine ebenfalls dort arbeitende Apothekerin war hell begeistert von der für sie neuen Technik, wie man Armbänder knüpft. Die junge Frau lernte nicht nur etwas Neues, sondern erhielt auch einen grossen Sack mit Material, um das Neugelernte weiter zu üben und auch anderen Frauen in der Region zu zeigen. Diese Begegnung mit lokalen Frauen war nur eine von mehreren, die wir während der zweiwöchigen Tour hatten und jedes Mal konnten wir von einander etwas lernen.

Mit dem Zug vom Hochland an die Ostküste ging es durch den Regenwald und die Überraschung der Frauen war gross, als sie merkten, dass die Wagons, in denen sie sassen, aus der Schweiz kamen. Wie alt die Wagons waren, konnten wir leider nicht erfahren, aber ein Schild im Wagon, das uns mitteilte, dass man 20 CHF zahlen müsse, wenn man kein gültiges Ticket hätte, zeigte uns doch, dass es ein paar Jahre her war, dass diese Wagons in den Schweizer Bergen unterwegs waren. Unterwegs machte der Zug mehrere Stopps, um Güter ab- oder aufzuladen. Manche dieser Stopps waren so lang, dass wir die Zeit nutzten, um neue Kontakte mit den Einheimischen zu knüpfen. So gab es nicht nur viele Möglichkeiten, lokale Speisen zu probieren, sondern auch spontan einen Zumbakurs mit den lokalen Kindern an einem der Bahnhöfe vorzuführen. Was die Kinder sehr faszinierte, war unsere kleine Flasche mit Seifenwasser. Die meisten davon hatten vorher nie Seifenblasen gesehen und hatten trotz anfänglicher Angst sehr schnell grosse Freude daran.

An der Küste reisten wir dann gemütlich mit einem eigenen Boot durch den Pangalanes-Kanal und ich denke, dass immer noch über unsere Gruppe in etlichen der kleinen Dörfer geredet und geschmunzelt wird. Selten zuvor haben sie wohl Vazaha’s (Fremde) tanzend auf dem Dach eines vorbeigefahrenden Bootes gesehen.

Auf jeder Frauenreise besuchen wir unterwegs verschiedene Projekte, die von Frauen geleitet werden oder für Frauen gedacht sind. Dabei besuchen wir nicht nur einfach solche Projekte, sondern geben uns auch auf der emotionalen Ebene ein. Darum nehmen wir uns jeweils viel Zeit für den Besuch, besprechen gemeinsam das Erlebte und verdauen es danach auch besser. Viele von uns hatten vorher noch nie so ein armes Land wie Madagaskar bereist und schafften es während der Reise mehrmals, ihre Komfortzone zu erweitern, manchmal weiter als sie es selber für möglich gehalten hatten.

Nach ein paar Tagen im Regenwald, wo wir viele Arten von Lemuren sehen konnten, reisten wir zurück in die Hauptstadt. Jetzt standen ein bisschen Shopping an der Tagesordnung und auch einen Besuch in einem Zentrum für gehörlose Kinder und Jugendliche. Wie schön dieser Abschluss werden sollte, wussten wir vorher nicht und unsere Erwartungen wurden mehrmals übertroffen in den paar Stunden, die wir zusammen mit den Kindern verbringen durften.

Wenn Sie mehr über unsere Frauenreise 2017, unsere sonstigen Gruppenreisen oder generell über Madagaskar wissen möchten, dann nehmen Sie einfach mit uns Kontakt per Mail (info@priori.ch) auf. Wir kennen uns auf dieser grossen Insel sehr gut aus und wenn sie eine Frage stellen sollten, die wir nicht direkt beantworten könnten, dann schreiben wir schnell einer unserer Mitarbeiterinnen in Madagaskar und Sie bekommen innerhalb weniger Stunden Ihre Antwort – denn wir sind nicht nur hier im Europa vor Ort, sondern wir haben seit 1994 unser Hauptbüro in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar.

Ellen Spinnler

Morgenstimmung für Frühaufsteher in Andasibe

 

Madagaskar: WIE einfach darf Einfach sein? Und WAS ist eigentlich EINFACH?

Madagaskar: WIE einfach darf Einfach sein? Und WAS ist eigentlich EINFACH?

Hotel Au Gentil Pecheur - Hotels in Madagaskar

Zur Vorbereitung einer Reise nach Madagaskar gehört auch die Auswahl der Hotels und somit die Festlegung der Hotelkategorie.

In Madagaskar gibt es eine grosse Auswahl an Hotels, von ganz einfachen zu sehr luxuriösen. Es ist so, dass man nicht überall jene Kategorie buchen kann, die man sich wünscht und so mag es an bestimmten Orten sein, dass nur einfache Hotels zur Auswahl stehen. Oder es gibt nicht mal eine Auswahl, sondern nur ein einziges Hotel vor Ort. Wenn dies der Fall ist, ja dann muss man sich fragen: „wie einfach darf es sein?“

Für manche Leute ist ein Hotel schon einfach, wenn kein Zimmerservice oder Internet vorhanden sind. Für andere ist es immer noch nicht zu einfach, wenn man nur ein paar Stunden pro Tag Strom hat oder eine Kübeldusche. Die persönliche Einschätzung hängt wohl damit zusammen, was man vorher erlebt hat und dies herauszufinden, ist unsere Aufgabe als Reiseorganisator.

„Ja, ja, einfach ist für mich kein Problem“ ist keine genügende Vorinformation, um uns ein Bild der Wünsche unserer Reisenden zu machen. Es kommt vor, dass wir Leuten eine andere Reiseroute empfehlen, wenn wir das Gefühl bekommen, dass die Hotels entlang der gewünschten Route für sie wirklich zu einfach sein werden.

Unser Ziel ist, dass unsere Gäste so gut wie möglich vorbereitet auf ihre Reise gehen und dazu gehört auch ein Bild, was sie im Reiseland zu erwarten haben. Dies ist manchmal einfacher gesagt als getan.

Hier eine kleine PRIORI-Erklärung, wie wir die verschiedenen Hotelkategorien unterscheiden.

Einfach
Zimmer: Kleine Zimmer/Bungalows mit einer sehr spartanischen Zimmerausstattung. Manchmal nur eine dünne Matratze auf einem simplen, lokal hergestellten Lattenrost. Moskitonetz vorhanden (manchmal mit ein paar Löchern). Keine (oder sehr wenig) Ablagefläche. Kein Kühlschrank. Kein Safe im Zimmer.
Bad: Keine Garantie für fliessendes Wasser, aber mindestens eine Kübeldusche und ein WC (das man vielleicht mit einem Eimer nachspülen muss). Handtücher vorhanden, aber nicht täglich gewechselt. Handseife fast immer vorhanden. WC-Papier kaum. Manchmal gemeinsames Badzimmer auf der Etage.
Strom: Meistens kein Strom im Zimmer. Manchmal eine Solarlampe, die am Abend ein bisschen Licht gibt. An den meisten Orten gibt es die Möglichkeit, bei den Besitzern Batterien im Laufe des Abends aufzuladen, aber keine Garantie. Kerzen als Nachtbeleuchtung.
Wifi: Kein Internet. Manchmal auch keine Abdeckung für Mobilfunknetz.

Mittel
Zimmer: Gut ausgestattete und zum Teil sehr gemütliche Zimmer/Bungalows (kleine und grosse). Meistens mit guten bis sehr guten Betten. Moskitonetz – wo nötig – vorhanden. Kühlschrank. Manche Hotels haben einen Safe im Zimmer.
Bad: Fliessendes Wasser (meistens warm) und funktionierendes WC. WC-Papier. Täglich neue Handtücher. Handseife immer vorhanden.
Strom: Wenn kein Stromunterbruch, Strom ganzen Tag (manche Hotels nur am Abend).  Steckdosen im Zimmer
Wifi: Die meisten haben kostenloses Wifi im Restaurant oder zunehmend auch im Zimmer.

Hoch
Zimmer: Grosszügige Zimmer/Bungalows, mit guten bis sehr guten Betten. Moskitonetz – wo nötig – vorhanden. Gute Ablagemöglichkeiten. Meistens Safe im Zimmer.
Bad: Bad, WC mit fliessendem und warmem Wasser. Täglich neue Handtücher. WC-Papier und Handseife immer vorhanden.
Strom: Ganzer Tag Strom. Genügend Steckdosen im Zimmer. Bei Stromunterbruch springt eine eigene Notstromversorgung ein.
Wifi: Kostenloses Wifi im Zimmer oder mindestens in den Aufenthaltsräumen.

Wenn man ein Land wie Madagaskar nicht nur entlang der Touristenroute bereisen und entdecken möchte, dann gehört auch eine gute Portion Abenteuerlust dazu. Wenn man sie besitzt und ohne zu grosse Erwartungen bezüglich der Infrastruktur die Grosse Insel bereist, dann warten viele schöne Begegnungen mit nicht nur in der Natur, sondern auch mit den Einheimischen. Wie in vielen anderen Ländern gilt: je weiter weg vom Touristenstrom, umso grösser die Erlebnisse.

Hier ein paar Beispiele warum es sich manchmal lohnt auf ein bisschen Luxus zu verzichten:

Unterwegs an der Ostküste gibt es viele kleine Dörfer, die wir besuchen und in denen man sehr selten andere Touristen antrifft. An solchen Orten ist die gegenseitige Neugier aufeinander noch gross und es wird keine Zeit verschwendet, um bei den Vazaha’s (Fremde) zu betteln. Betteln ist eigentlich kein typisches madagassisches Verhalten und die Leute in den Dörfern würden nie auf die Idee kommen, ihre fremden Gäste um etwas zu bitten.

Tief im Regenwald gibt es kleine Vanilledörfer, die für Touristen sehr interessant sein können. Hier gibt es die Möglichkeit, den ganzen Prozess des Vanilleanbaus kennenzulernen. Wenn man in einem dieser Dörfer den Fermentierungsprozess der Vanillebohnen begleitet, wird man es im Nachhinein schwer haben, Freunden und der Familie zu erklären, wie intensiv es nach Vanille geduftet hat und wie man bei einem Dorfspaziergang aufpassen musste, nicht in die überall herumliegende Vanille zu stolpern. Die meisten diese Dörfer bieten sehr einfache Übernachtungsmöglichkeiten an. Auch wenn der Rücken vielleicht ein paar Wünsche übrig hätte, ist das Reiseerlebnis so gross, dass es garantiert einer der Höhepunkte einer Reise in Madagaskar sein wird.

Nicht dass Sie jetzt denken, es gibt nur einfache Hotels in Madagaskar. Die meisten Hotels, je nach Reiseroute (und Wunsch), die wir von PRIORI Reisen für unsere Gäste aussuchen, sind gute bis sehr gute Mittelklassehotels.

Madagaskar ist ein Reiseland, das man in erster Linie besucht, um Fauna, Flora und Kultur kennenzulernen, aber auch ein paar Tage am Strand ermöglichen eine gute Auswahl an Traumstränden und Hotelangeboten, die garantiert jedem Geschmack gerecht sein werden.

Jean Laborde, das Wirtschaftswunder in Madagaskar

Jean Laborde, das Wirtschaftswunder in Madagaskar

Jean Laborde war ein französischer Abenteurer, geboren am 16. Oktober 1805 in Auch im Südwesten Frankreichs. Als junger Erwachsener reiste er 1825 nach Indien und machte sich als geschickter Handwerker Namen und Vermögen. Trotz des behaglichen Wohlstands packte ihn die Abenteuerlust und nach 6 Jahren in Indien reiste er weiter Richtung Madagaskar. Der Plan, auf der kleinen Insel Juan de Nova einen Schatz zu suchen, wurde von einem Sturm verhindert. Nach lebensbedrohenden Tagen auf See erlitt er Schiffbruch an der madagassischen Ostküste. Er verlor seinen gesamten Besitz, konnte sich aber an Land retten.

Im Madagaskar kam er durch Beziehungen zum Händler Napoléon de Lastelle in Kontakt mit der damals 42-Jährigen verwitweten Königin Ranavalona I. War es eine rein geschäftliche Beziehung oder mehr, bleibt ungewiss. Jedenfalls wurde er sehr schnell als einer der Günstlinge des Hofes betrachtet.

In Mantasoa begann Jean Laborde 1837, einen Industriekomplex aufzubauen. Im rund 70 km östlich der Hauptstadt Madagaskars gelegenen Hügelort produzierte er aus Ton Töpfereien, aus Eisen machte er Gewehre und Kanonen. Er stellte Glas her, kelterte Wein, produzierte Seife, Kerzen und Schiesspulver. Jean Laborde war ein technischer Alleskönner, der über zwei Jahrzehnte das volle Vertrauen der Königin genoss. Er braute für sie den Holzpalast auf der Rova in Antananarivo. (1995 abgebrannt.) Dabei beschäftigte er Legionen an Arbeitern und oft waren es Zwangsrekrutierte.

Nach einem Komplott gegen die verhasste Königin wurden alle Europäer des Landes verwiesen. So auch die österreichische Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer, die sich gerade in Antananarivo aufhielt. Jean Laborde wurde als letzter Vazaha (Fremde) aus Madagaskar verwiesen, kehrte aber 1861 nach dem Tod von Königin Ranavalona wieder zurück. Bis zu seinem Tod 1878 amtierte er als französischer Generalkonsul.

Der etwas verschlafene Ort Mantasoa liegt heute abseits von Hauptstrasse und Eisenbahn. Für die Einwohner von Antananarivo ist die Region um Mantasoa ein beliebtes Ausflugziel. Die Stadtbewohner machen Wanderungen und picknicken gerne am See, der eigentlich ein künstlicher Stausee ist. Die kahle Umgebung wurde vor 100 Jahren mit Eukalyptus bepflanzt, um die Dampflokomotiven heizen zu können. Der Eukalyptuswald ist heutzutage über grosse Weiten abgeholzt. Der einstige Charme der Landschaft ist nunmehr nur noch schwer vorzustellen.

In Mantasoa kann man das alte Wohnhaus von Jean Laborde besichtigen. Es ist als kleines Museum hergerichtet. Auf einem privaten Friedhof findet man das sehr imposante Grab von Jean Laborde. Ein von Jean Laborde gebautes wuchtiges Steinhaus ist jetzt eine Handwerkerschule, und der Hochofen für das Schmelzen von Metall ist weiterhin zu besichtigen.

Für Europäer hat der Ort als solcher, wegen der grossen Abholzung, keinen besonderen Besucherwert. Aber wenn man einen Tag lang das gewaltige Lebenswerk von Jean Laborde näher kennenlernen möchte und erfahren möchte, was für eine grosse Rolle er in der madagassischen Geschichte gespielt hat, dann lohnt sich ein Besuch bestimmt. Zudem befinden sich in Mantasoa ein paar ausgezeichnete Hotels und Restaurants.

Jean Laborde

Gedanken zu „Dem Lied des Meeres“, Madagaskar

Meine Liebe zu „Dem Lied des Meeres“

Das Lied des Meeres - zwei madagassische Kinder fischen an der Küste von Madagaskar

Ich sitze draussen vor meinem Bungalow und lausche das Meer zu. Jede kleine Welle, die auf den Strand zurollt, zaubert eine wohlbekannte schöne Melodie in meine Ohren und fühlt sich an wie Balsam für meine Seele. Manche kommen ganz leise an und andere zerschellen mit viel Kraft. Im selben Moment kommt der Nachtwächter vorbei. Er befindet sich gerade auf seinem Heimweg und wollte mir noch kurz einen schönen Tag wünschen. Als Nachtwächter hat er eine lange Nacht hinter sich, angefangen mit seiner Schicht um 18 Uhr abends, hat er erst jetzt, kurz nach 6 Uhr morgens, endlich seinen wohlverdienten Feierabend.
Die Wellen nehmen sich hingegen nie frei! Auch wenn es draussen auf dem Meer ganz still aussieht, kommen oder gehen sie ganz leise, so wie der Mond sie führt. 6 Stunden und 14 Minuten benötigt das Meer für die Flut und ein paar Minuten weniger für die Ebbe.
Hier auf der kleinen Insel Sainte Marie, an der Ostküste von Madagaskar, kann man die Gezeiten gut erkennen und auch gleichzeitig schön beobachten, wie die Menschen diese Meereszyklen in ihr eigenes Leben einbauen. Bei Ebbe gehen die Menschen an den Strand und suchen nach etwas Essbarem. Kinder stöbern meistens nach Krustentieren, die Erwachsenen hingegen, welche kein eigenes Boot besitzen, versuchen mit ihren Fischernetzen alleine oder zu zweit ihre Beute im Wasser zu ergattern. Ob auch diese «dem Lied des Meeres» während ihrer Arbeit lauschen, so wie ich es gerade tue oder haben sie sich bereits so sehr an diesen wundervollen Ton gewöhnt, dass sie ihn wohlmöglich gar nicht mehr wahrnehmen?
Ich glaube sie hören das Meer immer noch, aber anders als ich!
Für die Einheimischen scheint dieser Ton mehr wie ein Botschafter zu sein, der Mitteilungen an sie weitergibt, aber auch gleichzeitig wie ein Ratgeber, der ihnen erzählt, was sie an diesem Tag tun können und was nicht. Ist die Melodie des Meeres zu stark, wird es keinen Ausflug geben, um mit den kleinen Pirogen Fische zu fangen und spielt sie ganz leise, können sie ohne Bedenken ihre Kinder an den Strand schicken, um nach Muscheln und Krabben zu suchen.
Könnte es auch so sein, dass die Gezeiten das Leben der Einheimischen entschleunigt? Ich glaube schon, dass es so ist! Niemand kann die Gezeiten des Meeres steuern oder beeinflussen, daher muss der Mensch sie so nutzen wie sie fallen. Eventuell ist auch das genau der Grund, warum die Menschen hier entlang der Küste einen besonders ruhigen Lebensstil pflegen, welcher uns Touristen immer wieder so besonders gut gefällt. «Mora mora, langsam, langsam» ist eine der ersten Wörter und Philosophien, die einem in Madagaskar beigebracht werden.

Im nächsten Moment komme ich raus aus meinen Gedanken und beobachte den Horizont. Dort erkenne ich viele kleine Fischerboote, zugleich stellt sich mir die Frage, ob es die Fischer sind, die bereits bei Sonnenaufgang rausgefahren sind, um etwas zu fangen oder gehören diese Boote zu denen, die gestern Abend bereits mit Lampions das Festland verlassen haben?
Am Abend breitet sich oft ein regelrechtes Lichtermeer draussen in der Dunkelheit des Meeres aus. Viele Fischer versuchen ihr Glück, mit dem Licht der Lampions Fische anzulocken und diese mit ihren Netzen zu fangen. Dieser Trick scheint aufzugehen, denn nachts gibt es so viele Lichter auf dem Meer, dass es für uns Touristen manchmal so ausschaut, als ob dieses Schauspiel nur ganz alleine für uns arrangiert würde. Diese tanzenden Lichter kombiniert mit dem leisen Meeresrauschen wirken wie ein harmonisch, beruhigendes, gut abgestimmtes Musikstück auf mich…
Versteht ihr nun, warum ich das Lied des Meeres so sehr liebe?

Gedanken an einen frühen Morgen auf der Insel Sainte Marie, Madagaskar.
Ellen

Reisfelder in Madagaskar und ihre Nutzungsmöglichkeiten

Reisfelder Hochland Madagaskar
Reisfelder Hochland Madagaskar

 

Wer Madagaskar kennt, kennt auch das Bild mit den grünen Reisfeldern, ein paar Zebus und den Bauern, die Ihre Rinder herumtreiben, um die Felder bereit zu machen für die nächste Reiseernte. Oder das Bild mit den gebückten Frauen, die die neue Reissaat aussetzen. Manchmal sieht man sie bis über die Taille verschlammt im Wasser herumstapfen.

Die Reisfelder in Madagaskar verbergen mehr, als man beim Vorbeifahren erst denkt. Dass sie für den Reisanbau benutzt werden, versteht sich von selbst, aber für was sie sonst alles benutzt werden, ist weniger bekannt.

Speziell im Hochland von Madagaskar, wo man nur eine Reisernte pro Jahr machen kann, werden die Felder in den (Süd-)Wintermonaten Juni, Juli und August oft für andere Zwecke eingesetzt.

Wenn man unterwegs ist zwischen der Hauptstadt Antananarivo und Fianarantsoa, sieht man fast die ganze Strecke lang links und rechts viele Reisfelder und Reisterrassen. Die Felder sind zu dieser Jahreszeit mehr bräunlich als grün und es sieht manchmal aus, als lägen sie alle brach.

Aber plötzlich fährt man an einem Feld vorbei und beobachtet, dass viele Frauen im schlammigen Wasser irgendwas einsammeln und in Ihre Körbe werfen, die sie am Rücken oder auf dem Kopf tragen. Was kann es sein, denkt man, vielleicht sammeln sie Reste der letzten Ernte ein oder sie nehmen Steine weg, um die Felder für die nächste Ernte vorzubereiten? Es ist keines der beiden. Die Frauen sind am Fischen. Ja richtig, es wird in den Reisfeldern gefischt. Nicht armlange Fische wie Tilapia, die man sonst auf den Märkten im Hochland von Madagaskar kaufen kann, sondern ganz kleine Fische. Diese Fische werden anschliessend getrocknet und viel später dann erst im Wasser eingeweicht und danach in heissem Öl frittiert. Diese – laut den Madagassen – Delikatesse nennt man Pirna und sie schmeckt ähnlich wie der Trockenfisch im hohen Norden Europas.

Ein weiterer Anwendungsbereich für die Reisfelder ist die Produktion von Backsteinen.

Die Bauern vermieten Teile ihrer Felder an kleine Familienbetriebe, die mit dem Lehm Backsteine herstellen. Die Felder werden dadurch umgegraben und die Bauern sparen sich nebst den Mieteinnahmen auch Arbeit. Die Backsteine werden direkt auf dem Feld geformt und an die Sonne gelegt, um zu trockenen. Danach werden sie mauerartig aufgestapelt. Später müssen die Steine noch gebrannt werden. Je nach Region und Geldbeutel der Produzenten wird Holz oder Reisspreu benutzt, um die Steine zu brennen. Der Brennprozess geht über mehrere Tage und es ist sehr wichtig, dass das Feuer nicht auslöscht bevor die Steine richtig gebrannt sind. Während dieser Zeit wohnen die Arbeiter direkt neben dem Meiler und hüten das Feuer. Ihre geübten Augen sehen auch, wenn die Steine fertig sind. Dies erkennen sie an der erreichten Endfarbe, die sich je nach Region unterscheiden kann und sich zwischen grau und dunkelrot bewegt.

Auf Ihrer nächsten Reise durch Madagaskar ist es interessant zu beobachten, was alles auf den Reisfeldern passiert. Machen Sie einen Stopp, reden Sie mit den Frauen, die am Fischen sind oder mit den Männern, die Backsteine produzieren. Probieren sie selber mitzuhelfen, vielleicht nicht bei den fischenden Frauen, aber warum nicht bei einem der Backsteinproduzenten. Sie bekommen dann nicht nur ganz schmutzige Hände, sondern auch ein Erlebnis, das lange bleiben wird und gleichzeitig locken Sie bei ihrem ersten Versuch garantiert ein Schmunzeln über die Lippen der Männer, die es nicht glauben können, das ein Vazaha (Fremder) nicht nur mit ihnen Kontakt aufgenommen hat und Interesse an ihrer Arbeit zeigt, sondern auch bereit ist, etwas von ihnen zu lernen ohne Angst, seine Hände dreckig zu machen…

Reisfeld Madagaskar - mit Zebus wird auf dem Feld gearbeitet

Essen in Madagaskar

Markt Tamatave, Madagaskar
Markt Tamatave, Madagaskar

„Was darf ich essen?“ und „Was soll ich am liebsten vermeiden?“ – diesen beiden Fragen erhalten wir sehr oft von Leuten gestellt, bevor sie nach Madagaskar reisen.

Madagaskar bietet kulinarisch eine grosse Spannbreite und je nach Region werden auch viele Spezialitäten angeboten. Gleichzeitig gibt es viele Gerichte, die man überall auf der grossen Insel finden kann und die man während einer Madagaskarreise unbedingt probieren sollte.

So lange das Essen gut gekocht oder gebraten wird, ist es kein Problem, das meiste zu essen. Was jedoch Bauchprobleme bringen kann, ist, wenn man gewissen Dinge isst, die man nicht essen sollte, oder wenn die sehr wichtige Handhygiene nicht beachtet wird.

Es gibt drei Produkte, von denen wir von PRIORI Reisen unseren Reisegästen abraten:

Erdbeeren, Eiswürfel und Mayonnaise.

Hände weg von Erdbeeren, auch wenn sie zuckersüss und sehr schmackhaft aussehen. Denn wer weiss schon, wie viele Bakterien sich auf dieser süssen Versuchung befinden und mit was die Pflanzen gedüngt wurden. Es ist sehr schwer, die Beeren gut zu säubern. Also ist es vorsichtiger, die Hände davon zu lassen.

Das gleiche gilt für Eiswürfel. Ein paar Eiswürfel im Getränk sehen verlockend aus, speziell dann, wenn die Temperaturen über 30°C klettern. Aber der Gedanke an nicht so angenehme Nebenwirkungen sollte genügen, um ein Getränk ohne Eiswürfel zu bestellen. Also Hände weg von Eiswürfeln.

Ebenso Hände weg von Mayonnaise, auch wenn sie ganz frisch gemacht wurde und sehr gut zum bestellten Mittagessen passt. Schmecken tut sie vielleicht himmlisch, aber wenn Sie Pech haben und ein paar Amöben einfangen, dann werden Sie an diese Portion Mayonnaise sehr lange denken und sich viele Male fragen, warum sie diese gelbe Masse überhaupt gegessen haben.

Es kann gut sein, dass Sie Erdbeeren, Eiswürfel und Mayonnaise essen und nichts passiert – aber ob dies einen Versuch wert ist oder nicht, überlassen wir Ihnen zu entscheiden!

In Hotelrestaurants wird meistens sehr auf gute Hygiene geachtet und man kann ziemlich „alles“ essen, ohne sich Sorgen zu machen. Die Kulinarik ist in Madagaskar beeinflusst von französischer, indischer und chinesischer Küche. Was es so zu essen gibt und zu welchen Preisen finden Sie auf unserem Gastronomieblog. Dort haben wir Speisekarten von ganz unterschiedlichen Restaurants aufgelistet mitsamt der Preise: http://gastronomie-madagaskar.blogspot.ch/

Unterwegs will man bestimmt auch in den kleinen Restaurants das lokale Essen ausprobieren. Dabei sollte man – wie auch während der ganzen Reise – extra gut auf die Handhygiene achten. Nicht nur die Hände vor dem Betreten des Restaurants waschen, sondern auch am liebsten kurz desinfizieren, bevor man zu essen beginnt. So sind Sie sicher, dass keine der eventuellen Keime, die sich auf der Menükarte, am Tischtuch oder auf dem Stuhl befinden, sich mit Ihrem Essen vermischen.

Beim Verzehr der vielen schmackhaften Obstarten sollte man ebenfalls sehr gut auf die Hygiene achten. Ein Sparschäler oder Taschenmesser sind Gold wert, um die Früchte schnell zu schälen – und ein Feuchttuch hilft Ihnen anschliessend, nach dem Schälen und vor dem Verzehr ihre Hände zu säubern. So steht Ihnen nichts im Wege, auch ein paar der für Sie vielleicht noch unbekannten Obstarten zu geniessen.

Generell gilt die alte Travellerweisheit: was geschält, gekocht oder gebraten ist, kann man essen.

Wenn Sie diesen kleinen Hinweisen folgen, dann steht Ihnen nichts mehr im Weg, die kulinarische Vielfalt von Madagaskar auszuprobieren und zu entdecken und dies ohne unangenehme Folgen.

Essen Antalaha

Vergessen: Postkarten aus den Ferien in Madagaskar

Wann haben Sie letztes Mal eine Postkarte aus den Ferien geschickt? Oder sonst nur so jemanden, den Sie gerne haben, mit einer Postkarte beglückt?

Wer kennt nicht das Gefühl, wenn man zwischen den Rechnungen und der vielen Werbung im Briefkasten plötzlich eine handgeschriebene Postkarte findet, am liebsten aus einem fernen Land wie zum Beispiel Madagaskar. Sogar jetzt, wo Sie daran denken, merken Sie, wie sich ein Lächeln über ihre Lippen ausbreitet.

Es macht etwas mit uns, wenn wir eine farbige Postkarte bekommen. Nicht nur hat der Sender während seiner Ferien an uns gedacht, er nimmt uns auch ein Stück mit auf seine Reise. Denn Postkarten zeigen sehr oft die schönen Seite der besuchten Orte.

Vor weniger als 20 Jahren bekamen wir mindestens 10, 20, wenn nicht bis 30 Ansichtskarten im Jahr, Geburtstagskarten ausgeschlossen. Unsere Freunde und auch wir hatten Freude am Schreiben und wir schickten uns nicht nur Postkarten, sondern auch längere Briefe. Wir nahmen uns Zeit füreinander, auch wenn wir weit auseinander waren. Jetzt ist es leider so geworden, dass wir statt Postkarten aus den Ferien vielleicht ein paar MMS schicken, aber auch nur vielleicht. Denn was soll man Neues erzählen, wenn alles schon vorher über die sozialen Medien bekannt gemacht wurde.

Soziale Medien hin oder her, hören Sie nicht auf, Ansichtskarten zu schreiben. Das Kartenschreiben lässt Sie reflektieren und schenkt Ihnen auch die Möglichkeit, auf ganz einfache Weise, trotz der Distanz, etwas Persönliches mit dem Empfänger zu teilen.

In diesen Zeiten, in denen Mindfullness für uns alle ein wichtiger Begriff ist und wir immer davon reden, wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen. Nehmen Sie sich Zeit, setzen Sie sich hin, schreiben Sie eine Karte und schenken damit einem Freund, der seinen Briefkasten aufmacht, ein Lächeln!

Aus Madagaskar kann man fast von überall eine Karte abschicken und auch wenn der Briefkasten bei der lokalen Postfiliale nicht immer sehr vertrauenswürdig aussieht, die Karten kommen an. Schwieriger ist es, Postkarten zu kaufen. Wenn Sie auf Ihrer Tour durch Madagaskar einen Laden mit Postkarten finden, dann kaufen Sie genügend und nehmen sie mit auf ihre Rundreise. Das gleiche gilt auch für die Briefmarken. Kaufen sie Briefmarken im Postamt in einer der Städte, um sicher zu sein, die richtige Frankatur zu erhalten, sondern auch, überhaupt Briefmarken zu bekommen.

Probieren Sie, Ihre Karten aus Orten wegzuschicken, aus der die Touristen sonst nicht Ihre Karten abschicken – so wird es auch für Sie spannend zu wissen, ob sie ankommen oder nicht? Wer hat schon eine madagassische Ansichtskarte aus Ikongo, Analalava, Beroroha oder Mananara Nord in Madagaskar erhalten?

Denken Sie nicht, die Karten kommen vielleicht nicht an. Bis jetzt sind sie immer angekommen, auch von den weitest abgelegenen Orten, die man sich vorstellen kann. Wenn in Madagaskar vielleicht nicht alles so funktioniert wie es soll, die Postkarten aus dem Land der Lemuren kommen an.

Postamt IKONGO
Postamt IKONGO zwischen Hochland und Ostküste von Madagaskar
Der Posthalter erzählt dass die Post ein Mal pro Woche weckgeschickt wird.
Der Posthalter in Ikongo Madagaskar erzählt, dass die Post ein Mal pro Woche weckgeschickt wird.
Wenige Wochen später sind die Karten in Norwegen und in der Schweiz angekommen!
Wenige Wochen später sind die Karten aus Ikongo in Norwegen und in der Schweiz angekommen!

Die 10 Top Attraktionen von Madagaskar

Baobaballee Morondava

Die Internetplattform Touropia hat eine Liste der 10 besten touristischen Orte in Madagaskar veröffentlicht. Zur Nummer eins wurde die kleine Insel Ste. Marie vor der Ostküste Madagaskars gekürt. Die ehemalige Pirateninsel ist eigentlich eine komprimierte Zusammenfassung Madagaskars mit Gewürz- und Reispflanzungen, Strand und Wanderwegen.

In der weiteren Wertung befinden sich sechs Naturparks und dies unterstreicht, welch grosser Teil die Natur für Besucher einnimmt. Die Mehrheit der Madagaskar-Reisenden wollen Flora und Fauna erleben.

In der Zehnerliste figuriert nur ein einziger kultureller Besuchsort. Es ist die alte Residenz des Königs Andrianamponimerina. Die burgartige Festung ausserhalb der Hauptstadt Antananarivo wird gern in ein Halbtagesprogramm gepackt und besonders an Wochenenden gern besucht.

Wenn auch die Aufnahme in diese Shortlist von Nosy Be und Ifaty diskutiert werden kann, so fehlen bestimmt auch ein paar andere ebenso interessante Orte. Viele der rund 50 Naturparks sind kaum bekannt und etliche davon werden von keiner Handvoll Besuchern aufgesucht: pro Jahr.

Wichtig für die Auswahl war wohl auch die Zugänglichkeit der Besuchspunkte. Madagaskar ist und bleibt ein schwierig zu bereisendes Land. Die Insel im Indischen Ozean wird nicht nur wegen ihrer Grösse regelmässig unterschätzt, sondern auch das spärliche Infrastrukturnetz verlangt weit mehr Zeitaufwand als normalerweise geschätzt.

1 Insel Sainte Marie

2 Isalo Nationalpark

3 Tsingy von Bemaraha

4 Insel Nosy Be

5 Allee der Baobabs

6 Ifaty

7 Königshügel von Ambohimanga

8 Andasibe-Mantadia Nationalpark

9 Masoala Nationalpark

10 Ranomafana Nationalpark

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Als Backpacker Madagaskar entdecken!

Gut beladener Taxi Brousse an der Westküste von Madagaskar

Wenn Sie Lust haben, Madagaskar ganz hautnah und barfuss mit dem Rucksack auf eigene Faust zu erleben und auch gern zusammen mit den Einheimischen zu reisen, dann kann eine Entdeckungstour als Backpacker in Madagaskar für Sie das richtige sein. Mit im Gepäck braucht man unbedingt viel Toleranz, Geduld und Abenteuerlust. Wenn Sie dies haben und auch nichts dagegen haben, ganz eng zusammen mit vielen unbekannten Menschen und manchmal auch Tieren zu reisen – dann los ins Abenteuer Madagaskar.

Wir im Madagaskarhaus Basel sind das Informations- und Reisezentrum für Madagaskar und erhalten somit immer wieder Fragen zum Thema backpacken in Madagaskar zumeist von jungen Leuten, die Madagaskar auf diese Weise erleben möchten.

Grundsätzlich ist es möglich, Madagaskar mit dem Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen. Hier ein paar Punkte, die dabei zu beachten sind:

  • Eine Backpackreise in Madagaskar muss gut vorbereitet werden.
  • Man braucht viel Zeit für eine Reise durch die Insel, die über 14-Mal grösser als die Schweiz und 1,5-Mal grösser als Deutschland ist.
  • Planen sie auch genügend Zeit für Unvorhergesehenes ein! Eine Planung nur aufgrund der Landkarte zu machen, ist unrealistisch.
  • Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Infrastruktur ist weit entfernt von jener in Europa. Darum ist eine gute Planung das A und O.
  • Man muss nicht unbedingt Madagassisch lernen, um im Land reisen zu können. Aber mit Englisch kommt man ausserhalb der Touristenspots nicht weit. Französisch ist von grossem Vorteil, speziell, wenn man sich ausserhalb der Coca-Cola-Route RN7, der meist bereisten Nationalstrasse, bewegen möchte.
  • Es ist möglich mit einem der vielen Taxi-Brousse (Minibusse) das Land zu bereisen. Achten sie darauf, dass sie KEINE zu langen Strecken auf einmal fahren und NIE nach Ausbruch der Dunkelheit unterwegs sind. Probieren sie im Voraus zu recherchieren, welche Taxi-Brousse-Anbieter zuverlässig sind und welche sie am liebsten vermeiden sollen. Taxi-Brousse ist ein Härtetest für Reisende, die keine Angst haben.
  • Begeben Sie sich früh am Morgen zu den Bussstationen, um einen Platz zu bekommen. Wenn möglich, am Vorabend ein Busticket und einen Sitzplatz reservieren.
  • Das Gepäck kommt meistens oben auf den Dachgepäckträger. Es ist sehr lohnenswert, IMMER einen Regenschutz zu benutzen für das Gepäck. Dies schützt nicht nur gegen Regen, sondern auch gegen Staub und Schmutz. Den Tagesrucksack mit den Wertsachen IMMER mit sich im Bus mittragen.
  • Aussteigen geht immer, aber leider nicht überall das Einsteigen. Viele Taxi-Brousse fahren erst los, wenn sie gefüllt sind – also wird der Fahrplan nicht immer eingehalten. Unterwegs lohnt es sich nicht auszusteigen, wenn man etwas Interessantes am Strassenrand besuchen möchte, denn man weiss nie, wann der nächste Bus mit einem freien Sitz vorbeifahren wird.
  • Berechnen sie genügend Zeit für eventuelle Überraschungen wie Pneu- oder Autopannen. Ein solches Erlebnis wird sicher im Erinnerung bleiben, wenn Sie genügend Zeit eingeplant haben – aber nicht, wenn Sie im schlimmsten Fall ihren Rückflug in die Heimat verpassen und ein neues und überteuertes Flugticket kaufen müssen.
  • Suchen sie sich Hotels aus, die schliessbare Türen und Fenster haben.
  • Lassen sie NIE Wertsachen im Zimmer herumliegen (nur im Safe).
  • Mit einem guten Reiseführer und einem Handy im Gepäck können sie auch im Voraus unterwegs Hotelzimmer reservieren, wenn Sie wissen, dass sie erst gegen Abend am nächsten Ort ankommen werden.
  • Bei Zugfahrten müssen Sie beachten, dass die Züge nur 1 bis 2 Male pro Woche fahren und falls Sie spontan unterwegs aussteigen möchten, um ein Dorf anzuschauen, es gut sein kann, dass der Zug weiterfährt, bevor Sie wieder eingestiegen sind. Darum, immer in der Nähe des Zuges bleiben und wenn Sie vor Ort bleiben möchten, versichern Sie sich, wann der nächste Zug planmässig kommen soll (was nicht unbedingt heisst, dass es dann auch wie geplant kommt).
  • An vielen Orten kann man Bargeld abheben, aber an noch viel mehr Orten (oder bei Stromausfällen) gibt es diese Möglichkeit nicht. Darum, immer genügend Bargeld in Lokalwährung mitnehmen und unterwegs schauen, dass Sie genügend kleine Geldscheine haben für Einkäufe unterwegs (Obst, Wasser etc.)
  • Taschendiebe gibt es leider wie im viele anderen Ländern mittlerweile auch in Madagaskar. In den grösseren Städten müssen sie extra gut auf Ihre Sachen aufpassen und nicht zum Beispiel mit viel Bargeld und einer Kamera auf den Strassen in der Hauptstadt Antananarivo herumlaufen.

Wie können wir von PRIORI Reisen ihre Backpackerreise ein bisschen angenehmer und einfacher machen?

  • Wenn Sie bei uns ihre Internationale Flugtickets buchen, profitieren sie von unserem kostenlosen Sanft landen-Paket. Dies beinhaltet den Abholdienst am Flughafen in Antananarivo und die erste Übernachtung/Frühstück und in Ihrem Namen werden fünf Bäume gepflanzt.
  • Sie können auch gerne am ersten Tag in Madagaskar in unserem Hauptbüro vor Ort in Antananarivo vorbeischauen. Hier können Sie gegen eine kleine Gebühr eine Simkarte mit einer lokalen Telefonnummer ausleihen. So können sie einfacher unterwegs Hotels im voraus kontaktieren.
  • Wenn sie Inlandflüge im voraus oder unterwegs buchen möchte, sind wir von der PRIORI Antananarivo ebenfalls behilflich.
  • Sie können auch ihre Kontaktdaten im Büro deponieren (auch eine zusätzliche Sicherheit für die Daheimgebliebenden).
  • Radfahrer können ihre Flugverpackungen kostenlos in den PRIORI-Büros deponieren.

Wie kann den Einstieg ins Land noch einfacher gemacht werden?

  • Viele unserer Backpackerkunden buchen für die ersten Tagen ein Auto mit Fahrer/Guide. So profitieren sie vom Wissen des ortskundigen Fahrers. Der Fahrer kann zeigen, welches Taxi-Brousse-Unternehmen das sicherste ist, wie man ein Busticket kauft und wo das Taxi-Brousse überhaupt losfährt. Er kann auch erklären, dass man in einem Hotely zwar essen, aber nicht schlafen kann und wieviel man für ein Kilo Bananen am Markt wirklich zahlen sollte und vieles vieles mehr. Wenn man sich einen Fahrer am Anfang für 1-2-3 Tage leistet, wird dies garantiert eine grosse Hilfe für die restliche Reise sein.
  • Es gibt auch Kunden, die einen Teil der Reise (Hotels, Auto oder Inlandflüge) im Voraus gebucht haben wollen. Hier können wir mit allem behilflich sein!

Für Fragen nehmen sie gerne Kontakt mit uns auf unter info@priori.ch , wir sind HIER und DORT vor Ort!

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Eisvogel-Arten in Madagaskar

Beim Reisen in Madagaskar sieht man nicht nur an der Ostküste, sondern auch entlang der Westküste oft den endemischen Madagaskar-Zwergfischer, auch Schwarzschnabel-Zwergfischer (Corythornis vintsioides) genannt. Im Volksmunde wird er Vintsi genannt und ist, von den in Madagaskar lebenden Vogelarten, eine der beliebtesten bei den Einheimischen. Dieser Vogel gehört zu der Gruppe der Eisvögel und ähnelt dem, den wir aus unseren Breitengraden kennen, sehr. Am häufigsten trifft man diese Vogelart in den Mangroven, bei den Seen oder entlang eines der vielen Flüsse an, da sie sich von kleinen Fischen, Krustentieren und Insekten ernähren. Der Madagaskar-Zwergfischer ist klein, aber mit seinen wunderschönen blauen, starken Farben ist er, wenn man die Augen aufhält, nicht sehr schwer zu finden.

Zusätzlich zu dieser Eisvogel-Art gibt es auch den Pygmäen-Eisvogel (Corythornis madagascariensis), auch Madagaskar-Fischer genannt.

Dieser Vogel hat im Vergleich zu dem mehr bläulichen Vintsi eine ganz ausgeprägte Federpracht in orange und weiss.  Der Pygmäen-Eisvogel ist hinsichtlich seines Nahrungsbedarfs nicht darauf angewiesen in der Nähe vom Wasser zu leben und deswegen findet man ihn, wenn man Glück hat, ausser im Südwesten im ganzem Land bis auf 1500 m.ü.M.

Eisvogel - Vintsi
Eisvogel – Vintsi
Pygmeän-Eisvogel
Pygmeän-Eisvogel