Archiv der Kategorie: Flora und Fauna

Nationalpark von Marojejy

Madagaskar-SAVA-Blick-auf-Nationalpark-von-Marojejy-PRIORI-Reisen

Informationen zum Nationalpark von Marojejy sowie Ausrüstungtipps für Ihren Besuch

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar und schmiegt sich um den Berggipfel von 2132 m ü. M. Daher ist eine Wanderung im Marojejy eine eigentliche Bergwanderung, die verschiedene Vegetationsstufen durchquert.

Infos zum Nationalpark finden sich auf

http://www.priori.ch/d_reisen/marojejy/marojejy.htm

http://www.marojejy.com

http://www.zeit.de/reisen/2012-08/lemuren-madagaskar/seite-3

Den Nationalpark begeht man zu Fuss. Es muss nicht geklettert werden. Die Nächte verbringt man in einfachen Camps, die durch den Zyklon Ewano (2017) stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Die Camps gleichen eher Goldgräberhütten, die mit Planen und Holz zusammengenagelt sind. Duschen und WC sind sehr simpel. In den Camps gibt es absolut nichts zu kaufen. Dort wird für Sie gekocht und Sie verbringen die Nacht. Mehr ist da nicht.

Trotzdem lohnt sich die Wanderung im Nationalpark ganz bestimmt, denn alleine die Aussichten machen die Mühsal wett. Abgesehen davon gibt es Tier- und Pflanzenarten, die nur gerade dort vorkommen.

Für die Wanderung muss man ausgerüstet und physisch fit sein. Wer es nicht zum Gipfel schafft / schaffen will, findet auch schon in Camp eins oder zwei interessante Beobachtungen und Fotomotive.
Der Nationalpark ist eintrittspflichtig und darf nur mit Führer begangen werden. Bei Bedarf kann man auch Träger anheuern. Koffer sind ungeeignet.

Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich mit. Alles muss getragen werden!

Ausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Regenschutz (Sehr geeignet ist ein grosser Poncho, der gleich auch den Rucksack und die Kamera schützt.)
  • Eingelaufene Wanderschuhe. (Es braucht keine Alpenbergschuhe. Aber es braucht ein trittsicheres Profil)
  • Mosquito- und Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz
  • Genügend Batterien für Kamera und Taschenlampe
  • Taschenlampe oder Stirnlampe (Es gibt keine Elektrizität in den Camps)
  • Klopapier
  • Schlafsack für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad
  • Wasserflasche (die lokalen Pet-Mineralwasserflaschen sind dazu gut geeignet)

Madagaskars Tiere in Zoos

Madagaskars Tiere in Zoos - Lemuren - Katta mit Baby

Madagaskar bei uns – Madagaskars Tiere in Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Madagaskar ist voller einmaliger Tiere, viele von ihnen kommen nur auf der Insel im Indischen Ozean vor (sie sind dort endemisch) und sind daher eine Seltenheit. Wer Lust hat, ein bisschen Madagaskar in unseren Breitengraden zu erleben, der kann in Zoos oder Tierparks gehen. Denn in vielen Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es immer wieder Tiere aus Madagaskar.

Eine Besonderheit und ein garantierter Besuchermagnet sind dabei die madagassischen Halbaffen: Lemuren. Die niedlichen Säugetiere, die wie eine Mischung aus Affe und Katze aussehen, wild herumturnen und auch zum Teil sehr zutraulich werden sind der Liebling vieler Kinder und in zahlreichen Zoos und Tierparken in Europa zu finden.

Die Bezeichnung Lemur leitet sich aus dem lateinischen „lemures“ ab und bedeutet in etwa „Geister der Verstorbenen“. Diesen Namen erhielten die Tiere wahrscheinlich von den ersten Forschern auf Madagaskar. Die Madagassen halten die Lemuren auch heute noch für Waldgeister.

In Madagaskar gibt es mehr als 100 Arten Lemuren, die teils tagaktiv, teils nachtaktiv sind und die auch ganz unterschiedlich gross werden. Viele Lemurenarten in Madagaskar sind aufgrund von Abholzung, Waldrodungen und Wilderei und der damit verbundenen Zerstörung ihres Lebensraumes bereits sehr bedroht. Zahlreiche Zoos und Tierparke versuchen die Zucht der Lemuren in menschlicher Obhut und unterstützen aktiv Artenschutzprogramme in Madagaskar.

Die wohl am meisten hier angesiedelte Lemurenart sind die Kattas (Lemur catta), auch Ringelschwanzmakis genannt. Das Hauptmerkmal dieses graugefärbten, bis zu 3,5 Kilo schweren Primaten ist sein langer mit jeweils 13 bis 15 weissen und schwarzen Streifen geringelter Schwanz, mit dem er klettert und der auch eine wichtige Rolle bei der Kommunikation spielt. Die Tiere leben in Gruppen von durchschnittlich 14 Tieren. Die Weibchen führen die Gruppe an. In Madagaskar leben sie im trockenen Süden und Südwesten. Dort sind sie bevorzugt in Dornen- oder Trockenwäldern sowie in Savannen zu finden, aber auch im Bergland und in felsigem Terrain über der Baumgrenze sind sie heimisch.

Auch die Varis gehören zu den Lemurenarten, die häufig in Zoos gehalten und gezüchtet werden. In Madagaskar leben sie in den Baumwipfeln der feuchten immergrünen Regenwälder des Ostens und Nordostens der Insel. Es gibt sowohl Rote Varis (Varecia rubra) als auch Schwarzweiße Varis (Varecia variegata). Der Rote Vari gilt als eine der 25 am stärksten bedrohten Primatenarten weltweit.­­­­­­­

Die im Folgenden angeführte Liste versucht einen Überblick darüber zu verschaffen, in welchen Zoos bzw. Tierparken in Deutschland, Österreich und der Schweiz Tiere aus Madagaskar angesiedelt sind. Die Auflistung wurde mit grosser Sorgfalt vorbereitet, es besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität. Vor allem zu Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögeln gab es oft keine Informationen.

 Deutschland

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Zoo Augsburg Ringelschwanzmaki (Katta) und Rotbauchmakis k.A.
Tierpark Berlin Für Besucher begehbarer Vari-Wald mit insgesamt sieben Lemuren-Arten: Rote und Schwarzweiße Varis und Kattas, Mohren-, Halsband-, Rotbauch- und Mongozmakis. Mit einem der größten Lemuren-Bestände unter deutschen Zoos setzt sich der Tierpark aktiv und erfolgreich für den Schutz der bedrohten Halbaffen ein.
Im Rahmen Europäischer Erhaltungszuchtprogramme (EEP) pflegt der Tierpark Berlin Paare oder Zuchtgruppen
Zoologischer Garten Berlin Im Raubtierhaus findet man auch Tiere aus Madagaskar, wie Ringelschwanzmakis und die madagassische Wildkatze Fossa. Der Zoo unterstützt Naturschützer z. B. auf Madagaskar.
Tierpark Bochum Kattas, Madagaskar-Anlage im Aquarien- und Terrarienhaus mit Standings Taggeckos (Phelsuma standingi) und Madagaskar Hundskopfboa k.A.
Zoo am Meer Bremerhafen Madagaskar-Taggecko (phelsuma madagascariensis grandis) k.A.
Tiergarten Cottbus Kattas k.A.
Vivarium Darmstadt Kattas k.A.
Tierpark Dessau Kattas k.A.
Zoo Dresden Mohrenmakis und Kattas

 

Der Zoo Dresden unterstützt finanziell die internationale Vereinigung Madagaskar Fauna Group (MFG). In dieser setzen sich seit 1987 Zoos und universitäre Institute zusammen für die langfristige Erhaltung der madagassischen Artenvielfalt ein.
Zoo Duisburg

 

 

Auf einer begehbaren Kattainsel leben Kattas und Mohrenmakis (Lemuren). Im Zoo leben auch Madagaskar-Riesenratten und die madagassische Wildkatze Fossa. k.A.
Zoo Eberswalde Kattas k.A.
Zoopark Erfurt Kattas, Mausmakis, Roter Vari und Kronenmakis k.A.
Zoo Frankfurt am Main Kattas k.A.
Zoo-Erlebniswelt Gelsenkirchen Kattas k.A.
Tierpark Hagenbeck Hamburg Katta-Lemuren (können im Eingangsbereich des Tropenaquariums frei zwischen den Besuchern laufen), Madagaskar-Fauchschabe, Madagaskar Taggecko, k.A.
Zoo Hannover Eine Gruppe von fünf Roten Varis lebt im Tropenhaus im Zoo Hannover k.A.
Zoo Heidelberg 2017 Bau eines neuen Außenbereichs am Menschenaffenhaus für die Lemuren: Sifakas und Kattas auf ca. 120 qm

·         Im Raubtierhaus: aus Madagaskar stammende Wildkatze Fossa

Den stark vom Aussterben bedrohten Sifakas gilt besondere Aufmerksamkeit. Der Zoo Heidelberg wird der erste deutsche Zoo sein, der gemeinsam mit sieben weiteren Zoos an einem Schutzprojekt für Sifakas teilnimmt.
Tierpark Herford Kattas k.A.
Serengetipark Hodenhagen Begehbares Gehege mit Kattas und Weisskopfmakis k.A.
Tierpark Jaderberg Insel für Kattas mit Wassergraben und einsehbarem Haus k.A.
Affen-Zoo Jocksdorf Kattas k.A.
Zoo Kaiserslautern In einer mehr als 1.000 Quadratmeter großen Affenanlage können die Besucher seit 2016 neun Katta-Äffchen aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. k.A.
Zoo Köln Im Madagaskar-Haus leben verschiedene Lemurenarten, daneben Madagaskar-Taggeckos, Madagaskar-Strahlenschildkröten, der Madagaskarweber (Vogel) k.A.
Zoo Landau in der Pfalz Madagaskar Schienenschildkröte Der Zoo ist der einzige Zoo in Europa, der diese stark bedrohte Schildkrötenart hält.
Zoo Magdeburg Seit 2014 gibt es ein begehbares Freigehege mit Lemuren: Kattas, Gürtelvaris und Rotstirnmakis klettern und toben auf den hohen Bäumen der 800 Quadratmeter großen Halbaffen-Anlage namens „Madagaskar“. k.A.
Abenteuerzoo Metelen Zwei begehbare Katta-Inseln k.A.
Tierpark Hellabrunn München Kattas und Mayottenmakis k.A.
Allwetterzoo Münster Begehbare Feianlage mit schwarzweissen Varis und Katta-Lemuren
NaturZoo Rheine 2016 eröffnete der „Lemuren-Wald“ mit Kattas, Roten Varis und Schwarzweissen Varis Der Zoo unterstützt verschiedene Artenschutzprojekte auf Madagaskar.
Zoo Rostock Kattas k.A.
Zoologischer Garten Saarbrücken Der Zoo ist spezialisiert auf afrikanische Arten – vor allem von der Insel Madagaskar.  Neun Lemurenarten gehören zum Tierbestand: Kattas, Roter Vari, Schwarzweisser Vari, Rotbauchmakis, Rotstirnmakis, Weisskopfmakis, Mausmakis, Fettschwanzmakis.

Die Halbaffen sind im Madagaskarhaus untergebracht, welches auch Krokodile, Schlangen und Echsen, Papageien und Igeltanreks beherbergt.

Als Mitglied einer Lemurenschutz-Vereinigung unterstützt der Zoo die Einrichtung von Schutzgebieten in Madagaskar und der Auswilderung von Lemuren.
Zoo Schwerin Kattas k.A.
Zoo Staßfurt Begehbare Anlage mit Kattas k.A.
Affenwald Straußberg Freilaufende Kattas auf 3,5 Hektar Waldfläche k.A.
Wilhelma Stuttgart Lemuren (Mausmakis, Rote Varis), Madagaskar-Buntbarsche, Große Tanrek (Borstenigel), Mähnenibis k.A.
Tierpark Ueckermünde Kattas k.A.
Tierpark Wismar Katta-Insel mit freilaufenden Kattas k.A.
Tierpark Wolgast Kattas k.A.
Tierpark Worms Kattas k.A.
Zoo Wuppertal Roter Vari k.A.

Österreich

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Raritätenzoo Ebbs Kattas k.A.
Zoo Linz Kattas k.A.
Zoo Hellbrunn Salzburg Lemurenanlage seit 1976 k.A.
Zoo Schmieding Krenglbach Kattas und andere Lemuren k.A.
Zoo Schönbrunn Wien Katta und Roter Vari

Schweiz

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Zoo Basel Kattas und Varis, Madagaskar Strahlenschildkröte k.A.
Kinderzoo Knie Rapperswil/ Zürichsee Kattas in Freigehege k.A.
Zoo Rothenburg Kattas k.A.
Zoo Zürich „Masoala“ heisst eine der grössten Tropenhallen Europas. Sie ist der Flora und Fauna Madagaskars gewidmet und wird bevölkert von Rotem Vari und Alaotra-Halbmaki, einer Vielzahl Vögel, den gefährdeten Rodrigues-Flughunden sowie Riesenschildkröten, Taggeckos, Chamäleons. Auch die Madagaskar-Perwachtel und die Madagaskar-Schildechse sind im Zoo zu finden. Partnerschaft des Zoos mit der Organisation Medair, die Trinkwasserprojekte in der Masoala-Region in Madagaskar durchführt.

Bitte teilen Sie uns weitere Infos mit, wenn sich in Ihrer Umgebung ein Zoo mit madagassischen Tieren befindet. Vielen Dank!

UNESCO-Welterbe in Madagaskar

UNESCO-Welterbe in Madagaskar - Tsingy de Bemaraha

Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean ist bekannt für seine einmalige biologische Vielfalt und unglaubliche Fülle an endemischen Arten der Flora und Fauna. Die Insel wurde vor über 60 Millionen Jahren vom Festland abgetrennt. In dieser enorm langen Isolation haben sich hier viele urtümliche Tier- und Pflanzenarten erhalten und es konnten sich viele neue, nur hier angepasste Arten entwickeln. Die biologische Vielfalt Madagaskars ist eine der höchsten der Erde. Die Insel ist Heimat von mehr als 200.000 bekannten Tier- und Pflanzenarten, davon sind über 150.000 endemisch. Über 50 Arten von Lemuren, 99 Prozent der Froscharten und 36 Gattungen von Vögeln kommen nur auf dieser Insel vor. Insbesondere Regenwälder sind eine Wiege der Artenbildung. Die UNESCO-Kommission hat zwei Gebiete auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt:

Madagaskars Weltnaturerbe-Stätte Tsingy de Bemaraha

Das Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars wurde von der UNESCO bereits 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Tsingy heissen die spitzen Kalkfelsennadeln, die für dieses Gebiet so charakteristisch sind: bis zu 40 Meter hohe scharfkantige Felsenskulpturen, durchbrochen von Schluchten und Höhlen bilden ein einmaliges Biotop und eine skurril-sehenswerte Landschaft.

Das Wort TSINGY bedeutet auf Madagassisch wortwörtlich „auf Zehenspitzen laufen“ und bezieht sich auf die messerscharfen Kanten der Kalksteine. Die Felsenformation entstand vor Millionen Jahren aus riesigen Korallenbänken, die aus dem Meer herausgehoben und durch Wind und Wasser zu bizarr ausgewaschenen Skulpturen geformt wurden. Eingestreut in diese Stein-Landschaft liegen auch unberührte Inselwälder und kleine Seen. Dieses bizarre und einzigartige Revier bietet vielen besonderen, an diese Umgebung angepassten, Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Madagaskars Weltnaturerbe „Regenwälder von Atsinanana“

Die „Regenwälder von Atsinanana“ gehören seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Besonderheit dieser Stätte ist, dass unter dieser Bezeichnung sechs Naturparks im Osten Madagaskars zusammengefasst werden. Sie alle gelten als äusserst wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Insel. Die sechs Bereiche dieses UNESCO-Weltnaturerbes umfassen insgesamt ein Gebiet von rund 5000 km². Von Nord nach Süd zählen folgende Nationalparks zum Weltnaturerbe:

  • Marojejy Nationalpark
  • Masoala Nationalpark
  • Zahamena Nationalpark
  • Ranomafana Nationalpark
  • Andringitra Nationalpark
  • Andohahela Nationalpark

Nur noch 8,5 Prozent des einstigen Regenwaldbestands ist heute in Madagaskars erhalten. Aufgrund von Brandrodung, Abholzung und Schmuggel mit Edelhölzern sind Madagaskars Wälder weitestgehend verschwunden und der Lebensraum für viele Arten massiv bedroht. Im Jahr 2010 hat die UNESCO auch die Atsinanana-Regenwälder auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Die Kommission kritisierte die madagassische Regierung, da Madagaskar trotz eines Verbots von Rodung und Export von Palisander und Ebenholz die Ausfuhr der Tropenhölzer genehmige. Sie forderte die Regierung Madagaskars auf, die notwendigen Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots zu ergreifen und kritisierte gleichzeitig, dass Länder unter den Abnehmern seien, die die Konvention für das Welterbe ratifiziert hätten.

Weniger bekannt als Madagaskars Natur ist die kulturelle Vielseitigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean. Doch auch hier hat die Grosse Insel Einiges zu bieten. So kommt es, dass in Madagaskar auch  ein Kulturdenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Madagaskars Weltkulturerbe

Der Königshügel von Ambohimanga („Blauer Hügel“) wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Für Madagaskar war diese Ernennung sehr wichtig, um zu zeigen, dass die Insel nicht nur eine sehenswerte Naturreisedestination ist, sondern auch interessante Städte und kulturelle Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Ambohimanga liegt in der Provinz Antananarivo unweit der gleichnamigen Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo. Von dort kann die Weltkulturerbestätte gut in einem Tagesausflug besichtigt werden.

Ambohimanga war seit 1794 Sitz der Merina-Könige, eines berühmten Herrschergeschlechts in Madagaskar. Bis 1897 wurde der 1468 Meter hohe Königshügel als Grabstätte der Könige von Madagaskar genutzt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde dort der Palast für die Könige gebaut, der heute das Weltkulturerbe ausmacht. Immer weiter wurde der Hügel ausgebaut und entwickelte sich zu einer wahren Festung, vor allem unter König Andriantsimitoviaminandriana. Auch als Ambohimanga schon nicht mehr Residenzstadt war, hatte der Königshügel von Ambohimanga seine Bedeutung als Grabstätte nicht verloren. Bis heute pilgern zahllose Madagassen zu den Ruinen des Königshügels von Ambohimanga, der für die Kultur und den Glauben der Bevölkerung nach wie vor enorm wichtig ist.

Madagaskar – die Kaninchenfarbe

Kaninchenfarbe Madagaskar

Die Farbe „Madagaskar“ ist bei Kaninchenzüchtern eine bekannte Bezeichnung. Die Deckfarbe „Madagaskar“ hat ein Kaninchen, wenn es gelbbraun bis rotbraun mit leichter Schwarzschattierung. Es sind rote oder gelbe Kaninchen, die kein Gen für die Wildfarbigkeit besitzen (also nichtwildfarbig sind), aber einen Schwarzverstärker haben. Die genetische Kennzeichnung eines madagaskarfarbenen Kaninchens lautet AaCDg (europäische Erbformel).

Die Madagaskarfarbe wird unter Kaninchenexperten auch als „Thüringer“, „Schildpatt“ oder „Tort“ (sowie englisch tortoise oder tortoiseshell) bezeichnet.

Die Welt der Kaninchenzüchter ist voller unbekannter Ausdrücke und Einteilungen. So fragt man sich, wenn man nicht aus der Zunft der Kaninchenvereine kommt, wieso z.B. ein graues Kaninchen als blau bezeichnet wird. Bei internationalen Züchtern gibt es wieder ganz andere Farbzuordnungen. Und bei verschiedenen Kaninchenrassen kommt es auch schon einmal vor, dass gleiche Farbnamen ganz unterschiedliche Tierfärbungen bezeichnen.

In Madagaskar finden sich ab und zu Kaninchen. Dies besonders auf dem kühleren Hochland, das auf einer Meereshöhe von 1000 bis 1400 Metern angenehmer ist als die heissen Küstengebiete. Kaninchen sind in Madagaskar nicht endemisch. Sie wurden von den französischen Siedlern und Kolonisatoren vor etwa 150 Jahren eingeführt. Die Haltung von Kaninchen hat sich nicht überall durchgesetzt. Es gibt aber Bauern, die die Nager zu Fleischzwecken halten. Manchmal werden sie an der Strasse verkauft. Es sind meist Kinder, die die Tiere dann an den Ohren halten und als Zeichen der Verkaufswilligkeit schwenken. Eine besondere Tierliebe zum Kaninchen ist meist nicht zu sehen.

Meist gibt es keine speziellen Bemühungen, durch Kreuzung die Qualität der Tiere zu verbessern zu wollen. Die Kaninchen leben leider meist in engen Ställen und werden in ihrer Genügsamkeit oft sehr gefordert. Wildhasen gibt es keine in Madagaskar.

Nur in nur ganz wenigen Restaurants steht Kaninchenfleisch auf dem Menü. Es ist wesentlich teurer als Hühnerfleisch oder Fisch. Ein paar Entwicklungshilfeprojekte versuchten, die Haltung von Kaninchen zu propagieren, um die Nahrung der Bevölkerung zu verbessern. Viel Erfolg war diesen Projekten nicht beschieden. So bleibt das Kaninchen in Madagaskar auch weiterhin ein Exot.

Eisvogel-Arten in Madagaskar

Beim Reisen in Madagaskar sieht man nicht nur an der Ostküste, sondern auch entlang der Westküste oft den endemischen Madagaskar-Zwergfischer, auch Schwarzschnabel-Zwergfischer (Corythornis vintsioides) genannt. Im Volksmunde wird er Vintsi genannt und ist, von den in Madagaskar lebenden Vogelarten, eine der beliebtesten bei den Einheimischen. Dieser Vogel gehört zu der Gruppe der Eisvögel und ähnelt dem, den wir aus unseren Breitengraden kennen, sehr. Am häufigsten trifft man diese Vogelart in den Mangroven, bei den Seen oder entlang eines der vielen Flüsse an, da sie sich von kleinen Fischen, Krustentieren und Insekten ernähren. Der Madagaskar-Zwergfischer ist klein, aber mit seinen wunderschönen blauen, starken Farben ist er, wenn man die Augen aufhält, nicht sehr schwer zu finden.

Zusätzlich zu dieser Eisvogel-Art gibt es auch den Pygmäen-Eisvogel (Corythornis madagascariensis), auch Madagaskar-Fischer genannt.

Dieser Vogel hat im Vergleich zu dem mehr bläulichen Vintsi eine ganz ausgeprägte Federpracht in orange und weiss.  Der Pygmäen-Eisvogel ist hinsichtlich seines Nahrungsbedarfs nicht darauf angewiesen in der Nähe vom Wasser zu leben und deswegen findet man ihn, wenn man Glück hat, ausser im Südwesten im ganzem Land bis auf 1500 m.ü.M.

Eisvogel - Vintsi
Eisvogel – Vintsi
Pygmeän-Eisvogel
Pygmeän-Eisvogel

Der Giraffenhalskäfer aus Madagaskar

Der Giraffenhalskäfer
Der Giraffenhalskäfer

Es gab nie Giraffen in Madagaskar, trotzdem aber wurden diese Langhalstiere zum Namensgeber für eine kleine Käferart in Madagaskar. Auf der während Jahrmillionen isolierten Insel im Indischen Ozean entwickelten sich viele Tiere, die man nirgendwo sonst auf der Erde findet und eines davon ist der Giraffenhalskäfer.

Der Giraffenhalskäfer (trachelophorus giraffa) erhielt seinen Namen wegen seines ausgeprägten langen Halses. Das männliche Tier unterscheidet sich deutlich vom weiblichen dadurch, dass sein Hals beträchtlich länger ist als der seiner Gattin. Die Männchen benutzen ihre 2 bis 3 cm langen Hälse bei Machtkämpfen mit Rivalen. Mit ihren nach vorne knickbaren Hälsen stossen, schlagen und schieben sie ihre Gegner in die Flucht.

Der Giraffenhalskäfer gehört zur Familie der Blattroller (attelabidae), denn die Weibchen rollen Blätter zigarrenartig zu einem Nest zusammen und legen darin ein einziges Ei.

Die zierlichen Giraffenhalskäfer leben hauptsachlich auf Blättern in den Regenwäldern an der Ostküste von Madagaskar. Die etwas ungelenk wirkenden Käfer können sogar fliegen, sind aber keine Flugartisten. Sie halten sich am liebsten im feuchtwarmen Halbschatten von Blättern auf.

Der sechsbeinige Käfer selber ist etwa so gross wie ein Marienkäfer. Der Körper der beiden Geschlechter ist schwarz, die Flügeldecken hingegen sind knallrot. Beim Wandern in einem der vielen National- oder privaten Naturparks im tropischen Teil von Madagaskar braucht es ein geübtes Auge, um diese kleinen Käfer überhaupt zu sehen. Die lokalen Guides hingegen wissen meistens, wo die Giraffenkäfer zu finden sind und zeigen sie den Besuchern sehr gerne.

Hier ein paar Bilder aufgenommen in den Park Mitsinjo in Andasibe, Madagaskar:

Giraffenkäfer männlich
Giraffenkäfer männlich
Giraffenkäfer weiblich
Giraffenkäfer weiblich

Heilpflanzen aus Madagaskar – Arzneimittel aus dem Wald

Heilpflanzen Madagaskar PRIORI Reisen Markt

In Madagaskars Wäldern wachsen zahlreiche Heilpflanzen. 

Seit Generationen sammeln Madagassen diese Heilpflanzen in Form von Kräutern, Rinden, Samen, Gräsern, Blättern, Wurzeln und Blüten für den Eigenbedarf. Traditionelle Naturheiler bereiten daraus verschiedenste Medikamente und Arzneien zur Behandlung zahlreicher Krankheitsbilder. Auf den madagassischen Märkten finden sich immer auch Stände, an denen Heilpflanzen angeboten werden – frisch, getrocknet, zermahlen oder eingelegt.

Das traditionelle Wissen über Heilpflanzen und ihre Wirkung spielt bis heute eine bedeutende Rolle in Madagaskar – vor allem auf dem zersiedelten Land.

Denn in den weitläufigen ländlichen Gegenden ist der örtliche Heiler oft die einzige Hilfe bei Krankheit. Die staatlichen Kliniken, Ärzte und Krankenstationen sind für viele Madagassen nicht zu bezahlen oder schlichtweg aus ihren entlegenen Dörfern nicht erreichbar.

Heilpflanzen_Madagaskar-PRIORI-ReisenEinige Beispiele der Naturheilpflanzen Madagaskars sind auch international bekannt und wurden bereits von der Pharmaindustrie aufgenommen: Das krautartige Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus) wird heute weltweit in vielen industriellen Krebsmedikamenten verwendet und auch als Mittel gegen Tuberkulose eingesetzt. Die getrocknete Pflanze Drosera (auf madagassisch Mahatanando) ist ein wirksames Hustenmittel, und aus der getrockneten Rinde des Quininbaumes wird Chloroquin gegen Malaria produziert.

Heilpflanzen Madagaskar Antalaha PRIORI ReisenDie Naturheiler Madagaskars arbeiten mit ihren ganz eigenen Vorgehensweisen, die sie über Generationen entwickelt haben und die für Aussenstehende oft auch recht seltsam anmuten können. Beispielsweise wird eine mögliche Zuckerkrankheit untersucht, indem der Kranke auf einen Termitenhügel uriniert. Strömen die Ameisen herbei, um zu trinken, kann Diabetes diagnostiziert werden und der Naturheiler verabreicht ihm gegrillte Samen des Rotra-Baumes, die in einem Tee aufgegossen einen Trunk gegen Diabetes bilden.

Heilkraft und Aberglaube liegen bei den Naturheilern und den traditionellen Heilmitteln in Madagaskar oft eng nebeneinander. So sollen Eukalyptusblätter unter die Bettmatraze die Geister vertreiben – in Wirklichkeit aber vertreibt der Eukalyptusduft die Flöhe und Wanzen.

Wenn Sie mehr zu den Heilmitteln und zur Naturmedizin Madagaskars erfahren, und dies auch auf einer Madagaskar-Reise selbst erleben möchten, dann kontaktieren Sie uns – wir vom PRIORI Madagaskarhaus bringen Sie gerne in Kontakt mit Madagaskars Naturheilern, Ärzten und Projekten und planen ein passendes Reiseprogramm!

Pfefferland Madagaskar

Jemanden dorthin schicken, wo der Pfeffer wächst…eigentlich ein negativer Ausspruch. Doch wenn man es sich genau überlegt, ist es eigentlich gar nicht so schlecht – auch Madagaskar gilt als Pfefferland.

Madagaskar_pfefferDer madagassische Pfeffer Voatsiperifery – auch wilder Urwaldpfeffer oder Bourbon-Pfeffer genannt – gilt als der teuerste Pfeffer der Wet. Pro Jahr werden nur 1,5 Tonnen dieser edlen aromatischen Gewürzkörner produziert.

Madagaskars wertvoller Urwaldpfeffer kommt von der Tsiperifery-Liane, welche nur im tropischen Regenwald im Norden und Osten der Insel wächst. Pfeffer ist eine rankende Kletterpflanze, die eine Wirtspflanze benötigt. Die getrockneten Früchte der Tsiperifery-Liane werden in bis zu 20 Metern Höhe in mühsamer Arbeit von Hand gepflückt.

Auch grüner, weisser und echter roter Pfeffer wachsen in Madagaskar – diese Pfeffersorten stammen von derselben Pfefferpflanze, der Unterschied entsteht rein durch die Verarbeitung.

Heuschrecken in Madagaskar – Segen und Plage

Heuschrecken sind in Madagaskar in gewis­ser Weise Segen und Plage.

Segen, weil die auf der Insel vorkommenden Wanderheuschrecken eine wichtige Prote­inquelle für Menschen und Tiere darstellen. Viele Madagassen essen Heuschrecken, die sie sammeln oder auf Märkten kaufen. Für die ärmsten der Armen sind die Insekten eine nahrhafte und günstige Nahrung.

Auf der anderen Seite zerstören die Insekten jedoch immer wieder ganze Ernten und verwüsten Reisfel­der und Nutzlandschaften in Madagaskar, wenn es zu viele werden. Ein Heuschreckenschwarm frisst an einem Tag bis zu 100.000 Tonnen Grünpflan­zen. Werden die Tiere dann nicht schnell ein­gedämmt, kann es zu Hungerkatastrophen kommen. In Madagaskar sind Heuschrecken­plagen keine Seltenheit.

Es wird geschätzt, dass sich die Wanderheuschrecken in mobile Schwärme verwandeln, sobald eine Dichte von mehreren Tausend erwachsenen Insekten pro Hektar überschritten wird.  Je mehr Schwärme sich bilden umso mehr neue ökologisch komplementäre Bereiche besiedeln sie – es kommt zur Invasion, durch die ständige Erhöhung der Bestände an Insekten werden immer mehr Regionen betroffen. Unbehandelt können Heuschreckenplagen über zehn Jahre dauern und verheerende Schäden anrichten.

Werden die Heuschreckenplagen behandelt, so geschieht dies mit Pestiziden, die meist aus der Luft gesprüht werden. Auch in Madagaskar wird so vorgegangen, oft jedoch in ungenügendem Ausmass und nicht flächendeckend. Der Teufelskreis: Für die Madagassen, die darauf angewiesen sind, weiterhin Heuschrecken zu essen stellt dies eine Gesundheitsbedrohung dar.

Heuschrecken Madagaskar
Ein Heuschreckenschwarm in Madagaskar.

Schokolade aus Madagaskar

Schokolade aus Madagaskar wird weltweit vermarktet. Denn Madagaskar ist nicht nur die Insel, auf der der Pfeffer wächst: Im Norden und Nordwesten Madagaskars gedeihen im tropisch-warmen Klima neben Vanille, Gewürzen und Kaffee auch Kakaopflanzen.
Kakao Pflanze Madagaskar Kakaobohnen Kakaofrüchte
Kakaobaum in Madagaskars Norden bei Ambanja.

Vor allem in der Region des Sambirano-Flusses und des kleinen Ortes Ambanja können Reisende Kakaoplantagen finden, und sich dort ein Bild der Kakaoproduktion in Madagaskar machen. Kakaoanbau in Madagaskar hat eine lange Tradition – die Kakaopflanzen der Spitzensorten Criollo und Trinitario stammen  meist noch als der französischen Kolonialzeit.

Neben dem reinen Anbau der Kakaobohnen werden die Früchte nur zu geringem Teil lokal in Madagaskar veredelt und verarbeitet. Meist geschieht dies im Exportland. Doch es gibt auch Ausnahmen: Einige madagassische Familienbetriebe sind auf die Schokoladenproduktion spezialisiert und geniessen bis heute ein grosses Ansehen in Madagaskar. Ihre Schokoladen und Pralinen können sich sehen lassen! Dazu gehört der madagassische Schokoladenbetrieb Chocolat Robert, der seine edlen Kakaoprodukte in ganz Madagaskar vertreibt und auch exportiert.

Kakaobohnen nach der Ernte in Madagaskars Norden.
Die rohen Kakaobohnen.

In einem kurzen Info-Film zu Schokolade aus Madagaskar erklärt Franz Stadelmann vom PRIORI Madagaskarhaus noch einmal kurz einige Fakten zur madagassischen Schoko-Produktion: