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Mammografie in Madagaskar

Mammografie. Mir geht es gut…

Ich erhielt vor ein paar Wochen einen Brief vom Kanton Basel-Stadt mit einer Einladung zur Früherkennung durch Mammografie. Brustkrebs frühzeitig erkennen – Heilungschancen verbessern. So stand es auf der Vorderseite des beigelegten Info-Flyers.

Mammografie, nur schon das Wort löst Angst aus. Nicht Angst vor Krebs, sondern vor den Schmerzen einer solchen Untersuchung, die vermeintlich damit einhergehen.

Aber mit bald 50, wie ich, wird man (also eigentlich frau) automatisch zu diesem Test eingeladen. Die Kosten übernimmt meine Grundversicherung und sie sind zudem von der Franchise befreit. Sprich – es gab keinen Grund für mich, diese Aufforderung nicht wahrzunehmen.

Heute war es so weit und ich ging recht nervös, neu geduscht, ohne Deodorant, ohne Bodylotion und ohne Parfüm ins Spital. Ich war sofort an der Reihe.

Ich bemerkte, dass ich ganz viel plapperte beim Betreten des Untersuchungszimmers, aber spürte auch sehr schnell, dass die Frau, die mich empfing, eine beruhigende Wirkung auf mich hatte. Sie erklärte alles in Details und sagte mir auch, dass, wenn es zu fest weh tun würde, wir einen neuen Termin vereinbaren könnten.

20 Minuten später war ich wieder draussen in der frühlingshaften Sonne und fragte mich, warum ich so viel Angst gehabt hatte für etwas, das letztendlich wirklich nicht weh getan hatte. Angenehm war es zwar nicht, aber das Gefühl ist gut, es gemacht zu haben…

Wenn ich daran denke, wie die Frauen, die ich in Madagaskar kennengelernt habe, nie so einen Brief vom Staat bekommen werden und nie – wie ich – die Chance bekommen, eine Diagnose für ein Frühstadium zu erkennen. Durch die fehlende Früherkennung auch keine Möglichkeit erhalten, eine adäquate Therapie zu erhalten und daher, wenn sie Pech haben, Brustkrebs erhalten. Wenn ich an das denke, dann wird es mir erneut bewusst, wie gut es uns hier in der Schweiz und Europa geht und dass mein grosses Problem heute Morgen und meine Angst im Wirklichkeit kein Problem sind!

Ich weiss nicht, ob meine Bekannten in Madagaskar den Begriff Mammografie kennen und falls, dann ist es leider so, dass keine davon das Geld besitzt, um so eine Untersuchung zu machen. Wenn man wenig oder kein Geld hat, dann benutzt man seine Finanzen nur für das Allerwichtigste – also was man(n/frau) gerade jetzt in der Gegenwart braucht!

Manchmal gibt es vom Gesundheitsministerium des Staates oder von der UNO-Behörde WHO spezielle Gesundheitsprogramme, die auch in Madagaskar kostenfrei sind. Ein Beispiel ist der Test für Tuberkulose. Aber auch ein kostenloser Test hat keinen Nutzen, wenn man weit vom nächst grösseren Spital wohnt und nicht Mal das Kleingeld hat, um den Bus dorthin zu nehmen!

 

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