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Essen in Madagaskar

Markt Tamatave, Madagaskar
Markt Tamatave, Madagaskar

„Was darf ich essen?“ und „Was soll ich am liebsten vermeiden?“ – diesen beiden Fragen erhalten wir sehr oft von Leuten gestellt, bevor sie nach Madagaskar reisen.

Madagaskar bietet kulinarisch eine grosse Spannbreite und je nach Region werden auch viele Spezialitäten angeboten. Gleichzeitig gibt es viele Gerichte, die man überall auf der grossen Insel finden kann und die man während einer Madagaskarreise unbedingt probieren sollte.

So lange das Essen gut gekocht oder gebraten wird, ist es kein Problem, das meiste zu essen. Was jedoch Bauchprobleme bringen kann, ist, wenn man gewissen Dinge isst, die man nicht essen sollte, oder wenn die sehr wichtige Handhygiene nicht beachtet wird.

Es gibt drei Produkte, von denen wir von PRIORI Reisen unseren Reisegästen abraten:

Erdbeeren, Eiswürfel und Mayonnaise.

Hände weg von Erdbeeren, auch wenn sie zuckersüss und sehr schmackhaft aussehen. Denn wer weiss schon, wie viele Bakterien sich auf dieser süssen Versuchung befinden und mit was die Pflanzen gedüngt wurden. Es ist sehr schwer, die Beeren gut zu säubern. Also ist es vorsichtiger, die Hände davon zu lassen.

Das gleiche gilt für Eiswürfel. Ein paar Eiswürfel im Getränk sehen verlockend aus, speziell dann, wenn die Temperaturen über 30°C klettern. Aber der Gedanke an nicht so angenehme Nebenwirkungen sollte genügen, um ein Getränk ohne Eiswürfel zu bestellen. Also Hände weg von Eiswürfeln.

Ebenso Hände weg von Mayonnaise, auch wenn sie ganz frisch gemacht wurde und sehr gut zum bestellten Mittagessen passt. Schmecken tut sie vielleicht himmlisch, aber wenn Sie Pech haben und ein paar Amöben einfangen, dann werden Sie an diese Portion Mayonnaise sehr lange denken und sich viele Male fragen, warum sie diese gelbe Masse überhaupt gegessen haben.

Es kann gut sein, dass Sie Erdbeeren, Eiswürfel und Mayonnaise essen und nichts passiert – aber ob dies einen Versuch wert ist oder nicht, überlassen wir Ihnen zu entscheiden!

In Hotelrestaurants wird meistens sehr auf gute Hygiene geachtet und man kann ziemlich „alles“ essen, ohne sich Sorgen zu machen. Die Kulinarik ist in Madagaskar beeinflusst von französischer, indischer und chinesischer Küche. Was es so zu essen gibt und zu welchen Preisen finden Sie auf unserem Gastronomieblog. Dort haben wir Speisekarten von ganz unterschiedlichen Restaurants aufgelistet mitsamt der Preise: http://gastronomie-madagaskar.blogspot.ch/

Unterwegs will man bestimmt auch in den kleinen Restaurants das lokale Essen ausprobieren. Dabei sollte man – wie auch während der ganzen Reise – extra gut auf die Handhygiene achten. Nicht nur die Hände vor dem Betreten des Restaurants waschen, sondern auch am liebsten kurz desinfizieren, bevor man zu essen beginnt. So sind Sie sicher, dass keine der eventuellen Keime, die sich auf der Menükarte, am Tischtuch oder auf dem Stuhl befinden, sich mit Ihrem Essen vermischen.

Beim Verzehr der vielen schmackhaften Obstarten sollte man ebenfalls sehr gut auf die Hygiene achten. Ein Sparschäler oder Taschenmesser sind Gold wert, um die Früchte schnell zu schälen – und ein Feuchttuch hilft Ihnen anschliessend, nach dem Schälen und vor dem Verzehr ihre Hände zu säubern. So steht Ihnen nichts im Wege, auch ein paar der für Sie vielleicht noch unbekannten Obstarten zu geniessen.

Generell gilt die alte Travellerweisheit: was geschält, gekocht oder gebraten ist, kann man essen.

Wenn Sie diesen kleinen Hinweisen folgen, dann steht Ihnen nichts mehr im Weg, die kulinarische Vielfalt von Madagaskar auszuprobieren und zu entdecken und dies ohne unangenehme Folgen.

Essen Antalaha

Litschis aus Madagaskar

Litschi-Madagaskar

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit entdeckt man in Supermärkten Litschis aus Madagaskar.

Madagaskar hat als Exporteur der Früchte in Europa mittlerweile einen Anteil von 70 Prozent und ist damit wichtigster Lieferant. Weltweit liegt Madagaskar im Export der Früchte hinter China und Indien. Denn von der riesigen Ernte in Madagaskar werden nur 15% exportiert, der Rest bleibt auf der Insel und dort verarbeitet und konsumiert. Mittlerweile finden sich übrigens auch einige biologische Litschi-Produzenten in Madagaskar.

Die kleinen runden und stacheligen Früchte mit dem weiß-rosigen Fruchtfleisch stammen ursprünglich aus China und sind aromatische Vitaminbomben. Die Litschi-Anbaugebiete und Plantagen in Madagsakar liegen überwiegend im Osten und Südosten der Insel, da dort die besten klimatischen Bedingungen für den Litschi-Anbau herrschen: Die Früchte brauchen viel Regen und Wärme, um zu wachsen.

Etwas trickreich ist die Ernte für die Litschis, die nach Europa kommen: Diese muss während einer sehr kurzen Periode von etwa zwei Wochen Ende November und im Dezember erfolgen. Im Anschluss sollten die Früchte möglichst schnell Europa erreichen, um dort in guter und frischer Qualität angeboten werden zu können.

Anfang Dezember haben bereits zwei Schiffe mit insgesamt 14.000 Tonnen madagassischen Litschis an Bord Europa erreicht und können auch in den deutschen Supermärkten gekauft werden. Eine weitere Ladung wird erwartet. 2015 werden so insgesamt bis zu 22.000 Tonnen Litschis aus Madagaskar in europäischen Läden zu finden sein. Man findet auf dem europäischen Markt neben madagassische Litschis auch Litschis aus Südafrika, Mosambik, Mauritius und La Réunion. Madagaskar liefert zudem auch an die arabischen Länder Dubai und Saudi-Arabien.

Wer zwischen November und Januar in Madagaskar auf Reisen ist, der findet die Litschis – und auch viele andere Obstsorten wie Mangos – überall auf den Märkten und kann sie ganz frisch geniessen.

Madagaskar-Litschi-Transport

Gut essen in Madagaskar

Zebu Rind Madagaskar
Madagassisches Zebu-Rind

Madagaskar kulinarisch zu erleben gehört zu jeder Madagaskar-Reise dazu und es lohnt sich immer, verschiedene madagassische Gerichte zu probieren. Denn neben einzigartiger Natur und faszinierenden Landschaften hat auch Madagaskars Küche viel zu bieten: sie ist vielseitig, wird in den allermeisten Fällen frisch zubereitet und wird von ganz verschiedenen Einflüssen geprägt. Exotische Gerichte spiegeln die kulturelle Vielfalt der lokalen Bevölkerung wider. Chinesische, indonesische und afrikanische Einflüsse vermischen sich mit französischen und europäischen zu einer spannenden Melange im Indischen Ozean.

In den verschiedenen Teilen Madagaskars variieren die Gerichte zum Teil. Die Küche ist saisonal und regional an die vor Ort angebauten Frucht- und Gemüsesorten angepasst, ebenso wie an die Haltung bestimmter Tiere oder den Fischfang an der Küste. Die Grundlagen Reis und Maniok sowie die Gewürze Ingwer, Vanille, Knoblauch, Pfeffer etc. finden sich aber gleichermassen auf der ganzen Insel. Fleisch wird von Madagassen selbst nicht täglich gegessen. Zebu und Poulet sind die meistgefundenen Fleischsorten. An der Küste finden sich zahlreiche Fischsorten, Meeresfrüchte und Muscheln im Angebot. Generell gilt: Was auf dem Markt angeboten wird, wird frisch und bis heute meist auf dem Feuer zu leckeren Gerichten verarbeitet.

Madagaskar Küche FeuerstelleMadagaskars Hauptstadt Antananarivo liegt in der Mitte der Insel. An den Strassenbuden oder in den Restaurants finden Reisende typische, ursprüngliche madagassische Gerichte. Die Köche der Stadt verbinden Tradition, Kultur und Wissen. Das Fleisch des madagassischen Zebu-Rinds ist einer der Hauptbestandteile von madagassischen Spezialitäten in Antananarivo. Beilagen sind meist Reis – die Basis der madagassischen Ernährung. Oft wird Reis mit Kokosraspeln serviert. Auch „Ravitoto“ (pürierte bzw. gestampfte Maniokblätter) zählen zum traditionellen Essen, vor allem im Hochland; dieses Gericht findet man jedoch äusserst selten in Restaurants – es gilt als das Essen der armen Leute. In Antananarivo kann man die traditionelle, lokale Küche sehr gut ausprobieren.

Languste Hummer MadagaskarToamasina oder Tamatave ist die größte Stadt im Osten und die bedeutendste Hafenstadt von Madagaskar. Auch wirtschaftlich und touristisch ist Tamatave gut aufgestellt. Die Küche dieser Küstenstadt ist vielseitig und mit seinem Fischreichtum ist Tamatave und die Ostküste Madagaskars bekannt für die besten Rezepte für Meeresfrüchte. Gegrilltes Seafood, Suppe aus Meeresfrüchten, gebratener Fisch, Krabben-Curry, Calamari und Hummer … hier findet man frische Spezialitäten aus dem Meer auf den Menüs in den Karten. Dazu wie immer Reis, oft mit Kokos, Ingwer oder Safran gewürzt.

Stöbern Sie durch Speisekarten einiger Restaurants in Madagaskar oder schauen Sie auf unseren PRIORI-Gastronomie-Blog, der sich mit Essen in Madagaskar beschäftigt.

Eine ganze Reise rund ums Essen und das Thema Kulinarik in Madagaskar bieten wir von PRIORI im März 2016 an. Zwei Wochen lang steht das kulinarische Madagaskar im Fokus, wenn wir durch das Hochland fahren, mit viel Zeit und Appetit im Gepäck, und uns durchkosten durch Strassenstände, Hotelys (kleine Strassenrestaurants), noble Restaurants und Marktstände. Wir schauen Frauen in die Kochtöpfe und lernen viel über die Alltags-Küche, wir besuchen einen Weinbauern und einen Käsebetrieb und erfahren Neues über die Lebensmittelproduktion in Madagaskar. Auch die Brauerei des madagassischen Biers THB können wir besichtigen. Und neben kosten, probieren und zusehen machen wir zum Ende auch selbst einen Kochkurs und bereiten ein schmackhaftes madagassisches Menü vor, nachdem wir die Zutaten gemeinsam auf dem Markt gekauft haben.

Dieser Kochkurs in Antananarivo mit dem madagassischen Koch Lalaina ist übrigens auf jeder Reise eine spannende und schmackhafte Aktivität, die über uns gebucht werden kann. Essensvorlieben, Allergien etc. werden selbstverständlich berücksichtigt.Kochkurs_Zubereitung-Poulet a coco.Collage

Und wer zuhause schon einmal in die Madagassische Küche eintauchen möchte, für den gibt es hier noch ein einfaches, aber leckeres, Rezept für den madagassischen Bananenkuchen Koba Ravina.

Madagassische Reisküchlein – Mofo Gasy selber machen

Die Reisküchlein Mofo Gasy, übersetzt etwa „Strassenbrot“, kann man in Madagaskar an jeder Ecke kaufen.

Schon früh morgens stehen die Madagassen an den kleinen Ständen an und essen ein, zwei dieser kleinen goldbraun ausgebackenen Brötchen zu einem Schluck süßen Kaffee. Noch warm und direkt aus den extra in Madagaskar gefertigten gusseisernen Mofo Gasy-Pfannen, oder auch kalt als kleine Süßigkeit zwischendurch sind Mofo Gasy überall im Land sehr beliebt.

Zubereitet werden die runden Küchlein aus Reismehl, Wasser, Zucker und etwas Hefe. Teils werden sie mit Kokos oder Honig verfeinert.

Wer sich an dieser typisch Madagassischen Köstlichkeit versuchen möchte kann sich an diesem Mofo Gasy-Rezept versuchen:

 Zutaten für etwa 30 Mofo-Gasy Küchlein:

– 1 Tasse Mehl
– 0,75 Tasse Reismehl
– 1 Teelöffel Hefe
– 1,75 Tassen Wasser
– 0,5 Teelöffel Zucker + 0,3 Tasse Zucker
– optional: 0,25 Teelöffel Vanille-Extrakt, 1 Teelöffel Kondensmilch, 1 Teelöffel Honig

Sie brauchen eine Mofo-Gasy Pfanne – oder eine Aebleskiver-Pfanne (gibt es online zu bestellen).

Zubereitung:

– Hefe mit etwas Wasser und 0,5 Teelöffel Zucker vermischen in einer Tasse. 7 Minuten ziehen lassen (so lange, bis sich Schaum bildet).
– Reismehl und restliches Wasser mischen und gut verrühren.
– Hefewasser zur Mischung hinzugeben, gut verrühren.
– Die Mischung eine Stunde an einem warmen Platz ziehen lassen (z.B. im Backofen bei 50 Grad).
– Anschließend den Zucker (1/3 Tasse) und evtl. Kondensmilch, Vanille, Honig hinzugeben und mischen.
– Nun bei mittlerer Hitze die Pfännchen der Aebleskiver-Pfanne füllen. Die Küchlein wenden, wenn sie am Rand goldbraun werden.
– Die Mofo Gasy sind fertig wenn sie goldbraun gebacken sind. Dies geht ziemlich schnell.

Guten Appetit!

Als Inspiration zeigen Ihnen madagassische Kinder, wie sie (fast echte) Mofo Gasy backen: