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Reiten in Madagaskar

Reiten in Madagaskar - braunes Pferd vor blauer Reklametafel mit madagassischem Reiter

Natürlich geht niemand allein wegen Pferden und dem Reitsport nach Madagaskar. Denn die grosse Insel im Indischen Ozean hat keine eigentliche Pferdekultur. Die ersten Pferde wurden von den französischen Kolonisatoren im 19. Jahrhundert eingeführt und hatten grosse Schwierigkeiten, sich ans Klima zu gewöhnen. Besonders an der Küste ist die Temperatur zwischen Dezember und Februar sehr hoch, zudem herrscht dann die Regenzeit. Zwar gibt es in Madagaskar keine Tsetsefliege, die sonst im Grossteil von Kontinentalafrika und sogar im trockenen Namibia vorkommt. Doch die eingeführten Pferde gingen ein aufgrund des Klimas, der Bodenbeschaffenheit und wohl auch aufgrund der mangelnden Pflege.

Das musste auch 1895 das französische Expeditionskorps erleben, das neun qualvolle Monate brauchte, um vom Hafenort Mahajunga bis zur 500 km entfernten Hauptstadt Antananarivo vorzustossen. Es war nicht der Gegner, der die grossen Verluste verursachte, sondern das schwierige Terrain, Sumpf und Krankheiten. Von den 15.000 Mann starb fast die Hälfte, meist an Malaria.

Der Trupp wurde begleitet von 3.355 Pferden und Maultieren, um die 30’000 Tonnen Material zu schleppen. Die Transportkarren der französischen Truppen, Levebre-Waggons genannt, erwiesen sich als nicht geländegängig und die Zugtiere als zu schwach.

Während der Kolonialzeit wurden Pferde nur auf dem Hochland von einzelnen Liebhabern gehalten. Als Zug- und Lasttiere konnten sie sich gegen die zähen Zebuochsen nicht durchsetzen. Noch heute wird in Madagaskar der Grossteil der Nahtransporte von Ochsengespannen erledigt, die die schweren Holzkarren ziehen. Nach der Unabhängigkeit Madagaskars 1960 und den bitteren Jahren der Verarmung war die Pferdehaltung ein Luxus, den sich nur eine Handvoll Halter leisten konnten. In nur wenigen Orten wurden Pferde als Zugtiere von Personenkutschen genutzt.

Pferdekutsche in Madagaskar

Bei Unabhängigkeit gab es in Madagaskar um die 2000 Pferde, vor zehn Jahren waren es nur noch 350 und derzeit mögen es knapp 500 sein. Die Pferde stammen aus verschiedener Herkunft. In den vielleicht 150 Jahren, in denen es Pferde auf Madagaskar gibt, wurden Tiere aus Mauritius eingeführt, auch aus Frankreich und gar aus Südamerika. Aus der Kreuzung all dieser Pferderassen hat sich quasi ein eigener Typ entwickelt, der aber als eigene Madagaskar-Rasse nicht anerkannt ist. Auch Esel und Maultiere wurden ab und zu eingeführt, doch es ist äusserst selten, dass man einen Esel auf Madagaskar zu sehen kriegt. Mag sein, dass es in ganz Madagaskar, immerhin über 14-mal grösser als die Schweiz, um die 40 Esel gibt und dies primär im staubtrockenen Süden.

Mit der langsamen und wackelhaften Stabilisierung Madagaskar in den Nullerjahren entstanden hier und dort Reitställe und Pferdereitclubs. Sie agieren heutzutage nach internationalen Massstäben und organisieren nun auch sogar Turniere. In Antsirabe gibt es seit den Kolonialzeiten sogar ein Hippodrome mit von der Bevölkerung lautstark mitverfolgten Pferderennen.

Wer also auf seiner Reise durch Madagaskar auch mal in den Sattel steigen will, findet auf dem Hochland ein paar korrekte Reitställe. Ebenso im western-artigen Felsengebirge von Isalo und an der Küste in Tamatave und auf Nosy Be.

Fotokurs in Madagaskar mit Pierrot Men

Gehen Sie mit dem weltweit bekannten madagassischen Fotografen Pierrot MEN einen Tag lang hinaus in die Dörfer und fotografieren Sie das ländliche Madagaskar mit seinen Menschen, Szenen und Landschaften. Pierrot MEN gibt dabei Tipps und Hinweise, erklärt technische Fotoprobleme und öffnet auch die Türen zu den Menschen. Dieses Angebot können Sie exklusiv über PRIORI Reisen buchen.
Madagsakar Fotograf Pierrot Men
Der bekannteste Fotograf Madagsakars: Pierrot Men in seinem Studio in Fianarantsoa.

Der 1954 geborene Pierrot MEN wuchs in sehr ländlicher Umgebung im Südosten von Madagaskar auf. Seine Familie hat chinesische Wurzeln: der Grossvater von Pierrot immigrierte vor fast hundert Jahren nach Madagaskar. Seit seiner Jugend interessierte sich Pierrot für Fotografie, für Licht und Kunst. Dank Freunden kam er zu seiner ersten Kamera und allmählich schaffte er sich einen Namen als bester Fotograf Madagaskars.

In der kleinen Stadt Fianarantsoa betreibt er seit 30 Jahren ein Fotogeschäft und seine Postkarten haben das Bild Madagaskars in die ganze Welt hinausgetragen. Er wurde in unzähligen Ausstellungen und mit Preisen geehrt. Mehrere Bücher entstanden mit seinem fotografischen Werk und doch sitzt er noch immer in seinem kleinen Büro, nun nicht mehr vor dem Diakasten, sondern am Bildschirm, um seine Fotos zu redigieren. Ausser er ist denn unterwegs in der Welt für Ehrungen und Ausstellungen.

Fotografie von Pierrot Men Madagaskar
Eines der vielen stimmungsvollen Madagaskar-Fotografien von Pierrot Men.

Pierrot MEN ist ein Starfotograf, aber bescheiden geblieben. Er liebt das einfache, ländliche Leben seiner Heimat und wann immer möglich fährt er hinaus ins hügelige Betsileoland und beobachtet und fotografiert. ‘Manchmal bin ich einen ganzen Tag unterwegs und mache kein einziges Foto. Aber mit den Augen sauge ich alles auf‘, sagt er dem PRIORI-Gründer Franz Stadelmann. Die beiden kennen sich seit fast dreissig Jahren, als der Schweizer Ethnologe im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit nach Madagaskar kam.

Nun trägt diese Freundschaft auch für Reisende Früchte. PRIORI, die Reiseorganisation für Madagaskar, organisiert im Rahmen der individuellen Touren auch einen Tagesausflug mit Pierrot MEN. Das kann natürlich nur entsprechend der Agenda des Fotografen durchgeführt werden.

Wer sich für diesen Kurzkurs in madagassischer Umgebung interessiert, findet im Madagaskarhaus in Basel und bei PRIORI Reisen in Berlin mehr Infos. Kontaktieren Sie uns unter info@priori.ch

Die Homepage von Pierrot MEN lautet: http://www.pierrotmen.com

Madagaskars Hochland musikalisch

Musik spielt in Madagaskar eine große Rolle. Dabei hat jede Region der Insel eigene Rhythmen und musikalische Richtungen.

Musik Madagaskar Gitarre Hochland Jonny Rafa

Die Musik des Hochlands ist indonesisch geprägt, mit feinen und eher ruhigen Gesängen. Oft sind die Texte tiefsinnig, melancholisch und sehr melodisch. Sie geben Ideen, Erlebnisse und auch kritische Töne zum madagassischen Alltag wider. Dabei wird die bildhafte madagassische Sprache vielseitig eingesetzt.  Oft werden traditionelle Instrumente, wie Valiha (auch Bambuszither genannt, mit Saiten versehenes Bambusrohr), Kabosy (gitarrenähnliches Instrument mit zwei bis sechs Saiten) und Aponga (fellbespannte Trommeln) eingesetzt. Die Lieder passen zur besonderen, ruhigen Stimmung des Hochlands. 

Bis heute wird auch die Pop-Musik des madagassischen Hochlands von traditionellen Stilen beeinflusst. Zu den bekanntesten Vertretern dieser madagassischen Musik zählen Eric Manana und Dama sowie Rossy. Daneben gibt es viele weitere hörenswerte madagassische Musiker und Musikgruppen.

Zusammen mit dem madagassischen Künstler und Musiker Jonny Rafa hat PRIORI ein Homestay-Projekt begonnen: Reisende können Jonnys Familie in der Nähe von Antsirabe besuchen, zwei Tage dort verbringen und tief in das madagassische Landleben eintauchen.