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Madagsakars Theater – Hira Gasy

Der Hira Gasy ist Madagskars traditionelles Musik-, Tanz- und Gesangstheater, das zu festlichen Anlässen im Freien stattfindet. Hira Gasy ist eine wichtige Kulturform in Madagaskar, die meist in den Dörfern des Hochlands zu finden ist. „Hira Gasy“ bedeutet so viel wie „gesungenes Drama“. Die farbenfrohen und impulsiven Darbietungen vereinen Musik, Gesang und Tanz mit viel Gestik und Mimik zu einem Schauspiel, das durchwoben ist von Sprichwörtern, Weisheiten und Andeutungen. Auch heute noch haben die Stücke neben Unterhaltungswert einen Bildungsauftrag und nehmen Bezug auf gesellschaftliche Themen. Auch Reisende können jederzeit an Aufführungen teilnehmen und so einen Einblick in Madagskars kulturelle Vielfalt erhalten.

Einen Vorgeschmack bringt vielleicht auch dieser kleine Clip einer Hira Gasy-Vorstellung in Antananarivo:

Famadihana – Madagaskars Ehrung der Verstorbenen

Einzigartiges kulturelles Ritual und bedeutendes Familienfest in Madagaskar – die Leichenumwendung, Famadihana genannt, ist ein ganz besonderes Spektakel.

Vor allem im zentralen Hochland der Insel findet dieser Brauch bis heute in den Wintermonaten zwischen Juli und September statt. Er besiegelt die Verbindung zwischen Tod und Leben, die für die Madagassen eine zentrale Rolle spielt. Die Verstorbenen sind allgegenwärtig.

Während der Famadihana werden die Familien-Grabstätten geöffnet. Die Verstorbenen, in weißen Leinen-Tüchern (Lamba mena) gehüllt,  werden herausgenommen, geehrt und mit neuen Tücher ausgestattet. Zu keinem Zeitpunkt sieht man dabei die Körper. Die Zeremonie ist Familienzusammenkunft und Dorffest, Gäste sind willkommen. Am dritten Tag einer Totenumbettung führen Musikgruppen traditionelle Musik, Tanz und Theaterstücke (Hira Gasy) vor.