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Cap Sainte Marie in Madagaskar

NP Cap Sainte Marie Madagaskar

Das Cap Sainte Marie (auch Cap Vohimena genannt), nicht zu vergleichen mit der Insel Sainte Marie an der Ostküste Madagaskars, ist der südlichste Punkt von Madagaskar.

Nicht viele Touristen besuchen im Jahr diesen wunderschönen Ort, der in einen 1750 Hektar grossen Nationalpark liegt. Hier können Sie zusätzlich zum Trockenwald und vielen Schildkröten das Lied und die Kraft des Meeres deutlich sehen und hören.

Der Nationalpark Cap Sainte Marie ist gross, so werden Teile des Parks mit dem Auto besichtigt. Während der Fahrt kommt es sehr oft vor, dass der Fahrer anhalten muss, um Schildkröten von der Strasse wegzutragen. In keiner anderen Region Madagaskars können Sie freilaufende Schildkröten so beobachten wie hier

Es gibt hier zwei verschiedene Arten von Schildkröten, erstens die Strahlenschildkröte (Geochelone radiata) und zweitens die Spinnenschildkröte (Pyxis arachioide).

Bis vor ca. 800 Jahren wohnte hier ebenfalls der riesige Elefantenvogel (Aepyyrnithidae, in Madagaskar Vorompartas genannt). Heute finden Sie mit ein bisschen Glück immer noch Eierschalenreste dieses ausgestorbenen Riesenvogels. Schiessen Sie gerne Fotos von den Eierschalen, aber bitte nehmen Sie keine mit, dieses sowie die Ausfuhr aus Madagaskar sind strengstens verboten.

Zusätzlich zu den Schildkröten gibt es in Cap Sainte Marie viele weitere endemische Tierarten wie Chamälaons, Echsen und Schlangen (für uns Menschen NICHT gefährlich) zu finden. Die Guides des Nationalparks haben ein gutes Auge für diese zum Teil schwer zu entdeckenden Tiere und zeigen Ihnen gerne, was sich unter oder auch auf den Büschen versteckt. In den Monaten Juni bis September können Sie ebenfalls Buckelwale beim Vorbeiziehen beobachten.

NP Cap Sainte Marie Madagaskar Sandhöhlen

Für diesen (wie die meisten anderen auch) Nationalpark lohnt es sich gutes, geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Der Pfad zum Strand sowie die Sandhöhlen gehen erst durch unebene Steinlandschaften und nachher über eine grosse Sanddüne, bevor Sie anschliessend zum Strand absteigen können (möglich nur bei Ebbe). Das Meer raubt einem hier fast den Atem, so schön ist die Kulisse mit dem blauen, rauen Meer vor den vielen gelbbraunen sowie von Wind und Wetter marmorierten Sandhöhlen. Selten oder nie an einem anderen Ort in Madagaskar spürt man die Kraft des Meeres so gut wie hier.

Um ganz zum südlichste Punkt zu gelangen, fahren Sie mit dem Auto weiter zum Leuchtturm Cap Sainte Marie. Wenn der Leuchtturmwächter vor Ort ist, gibt es die Möglichkeit die vielen Treppen hochzusteigen und das Cap sowie die Aussicht von ganz oben zu bewundern.

Cap Sainte Marie Madagaskar

Einen kleinen Spazierganz zum Punkt selber dürfen Sie dennoch nicht verpassen. Hier gibt es eine Steinkarte über Madagaskar und Sie können sehen, wo genau Sie sich gerade befinden. Es windet hier fast das ganze Jahr sehr stark, so passen Sie auf, dass auch Ihr Hut nicht wegwehen 😉.

Wenn Sie Lust bekommen haben, diesen schönen Ort in Madagaskar selber zu besuchen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!

Kochkurs in Manakara – Malagasy cooking class

Kochkurs in Manakara
Die Bilder zeigen einen Kochkurs in Manakara zum Thema Frühstück.

Wenn Sie Madagaskar bisher noch nicht besucht haben, wundern Sie sich vielleicht zunächst über die vielfältigen Variationen an Speisen vor Ort.

Die Madagassen essen bekanntlicherweise viel Reis, am liebsten zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Wie einer unserer Fahrer vor kurzem mit einem Schmunzeln sagte: «Ihr Europäer habt Eisberge und wir haben Reisberge», ich gab ihm sofort den Spitznamen «The Eisbergman» und er strahlte noch um einiges mehr.

Viele essen Reissuppe (Vary sosoa) zum Frühstück, aber es gibt auch viele weitere Möglichkeiten. Jedes Dorf verfügt über kleine Hotelys (Restaurants), die zusätzlich zu frisch gekochtem Kaffee auch verschiedene Arten von kleinen Brötchen anbieten. Je nach Ort haben die Brötchen verschiedene Namen und auch wenn sie zum Teil gleich aussehen, schmecken sie von Ort zu Ort ein bisschen anders.

Während einer Reise in Madagaskar bieten die meisten Hotels für Touristen angepasste Frühstücksangebote an. Daher lohnt es sich wirklich zwischendurch auf das «internationale» Hotelfrühstück zu verzichten und alternativ ein «Hotelyfrühstück» zu probieren. So kommen Sie nicht nur direkt in Kontakt mit den Einheimischen, sondern dürfen auch einen Kaffee probieren, der ganz anders schmeckt, als im Hotel und eventuell verlieben sich auch auf der Stelle in eines der vielen kleinen Brötchen. Viele davon sind sogar für Menschen mit Gluten- und/oder Laktoseintoleranz sehr geeignet, da die meisten mit Reis oder Maniokmehl zubereitet werden und wenn sie Milch beinhalten, dann nur süsse Kokosmilch.

Sprechen Sie unterwegs mit Ihren Fahrer und sagen ihm, dass Sie gerne einen Stopp bei einem Hotely machen möchten und er wird Sie ganz sicher zu einem seiner liebsten Hotelys vor Ort fahren und Ihnen dabei behilflich sein, das passende Essen auszusuchen und zu bestellen.

Ein kleiner Tipp von PRIORI: Probieren Sie den Kaffee früh am Morgen, dann schmeckt er am allerbesten und auch die Brötchen sind dann frisch zubereitet, genauso wie der Kaffee.

 

Eventuell bekommen Sie dann auch Lust Mofogasy, Ramanonaka, Menakely, Pao, Balam-boay oder eine der anderen Speisen selber zu machen.

So organisieren wir für unsere Gäste vor Ort auch Kochkurse. Hier dürfen Sie nicht nur in die Töpfe schauen, sondern selber mitmachen und ein paar neue Rezepte mit nach Hause nehmen.

Unserer Erfahrung nach lohnt es sich an einen Kochkurs im ersten Teil der Reise teilzunehmen. So bekommen Sie von Anfang an einen Einblick in die madagassische Küche und trauen sich unterwegs eventuell etwas leichter neue Gerichte in den kleinen Hotelys auszuprobieren.

Läuft Ihnen nun bereits das Wasser im Mund zusammen und haben Sie Lust bekommen auch an einem Kochkurs in Madagaskar teilzunehmen, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Saphirabbau in Ambatondrazaka

@ Parent Géry - https://commons.wikimedia.org/w/index.php?search=Saphir&title=Special:Search&go=Go&searchToken=3z5x1sescm7gbl4jah71etk7d#/media/File:Saphir,_amazonite,_biotite_3.jpg - Saphir - Zazafotsy Quarry (Amboarohy) Zazafotsy Commune, Ihosy District, Horombe Region, Fianarantsoa Province, Madagascar
@ Parent Géry / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

In Ambatondrazaka herrscht regelrecht ein Saphir-Rausch

Seit etlichen Jahren wird nahe des Nationalparks Zahamena im nordöstlichen Hochland Madagaskars, nördlich von Ambatondrazaka, in großem Stile Saphirabbau betrieben.

Ende 2016 wurde von Funden von mehr als 100 Karat, bzw. etwa der Grösse eines Golfballs berichtet. Dies führte zu einem starken Schub, wie es bereits bei den Goldgräbern in Ilakaka im Südwesten der Insel stattgefunden hatte. Etwa 45000 Menschen brachen aus ganz Madagaskar nach Ambatondrazaka auf, um natürliche blaue Saphire in großen Größen zu finden. Viele Madagassen sehen in den wertvollen Edelsteinen die Hoffnung, der Armut zu entkommen. Bis zu 1000 Menschen kamen täglich im Grabungsgebiet an und siedeln seither notdürftig und in katastrophalen Umständen in behelfsmässigen Siedlungen und weiten den Abbau ungehindert und ohne Planung von aussen auf immer grössere Fläche aus.

Die zerstörerische Natur des Bergbaus, sowie die Auswirkungen, die ein solcher plötzlicher Zustrom auf die Umwelt haben kann, haben Naturschützer und Wissenschaftler besorgt. Denn die Saphirmine HAD liegt sehr nahe an intakten Wäldern und zweier bedeutender Naturschutzgebiete, dem Zahamena Nationalpark und dem Mangerivola Reservat. Durch die vermehrte Suche nach Saphiren haben Brandrodung, verwüstete Böden und Holzschlag auch innerhalb der Nationalparkgrenzen stark zugenommen. Der Schutz des Zahamena-Parks, der auch als UNESCO-Weltnaturerbe eingestuft ist, steht mangels Besuchern und finanzieller Mittel auf hölzernen Füßen. Obwohl die Regierung Madagaskars das Problem sieht und einen Plan aufgesetzt hat, um die Schäden zu mindern, ist fraglich, wann und wie dies umgesetzt wird.

RAMSAR-Übereinkommen

RAMSAR-Übereinkommen zu Feuchtgebieten Madagaskar

Das RAMSAR-Übereinkommen zu Feucht-gebieten

Im Rahmen des globalen Übereinkommens zu Feuchtgebieten (RAMSAR) aus dem Jahre 1971 verpflichtet sich jede Vertragspartei, mindestens einen Feuchtgebiet für die Aufnahme in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (die „RAMSAR-Liste„) zu benennen. Es gibt über 2.000 RAMSAR-Gebiete auf den Territorien von über 160 RAMSAR-Vertragspartnern auf der ganzen Welt.

Die Mission der RAMSAR-Konvention ist die „Erhaltung und weise Nutzung aller Feuchtgebiete durch lokale und nationale Aktionen und internationale Zusammenarbeit als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in der ganzen Welt“. Feuchtgebiete gehören zu den vielfältigsten Umgebungen und produktivsten Ökosystemen der Welt. Sie sind Wiegen der biologischen Vielfalt für unzählige Arten von Pflanzen und Tieren. Auch für uns Menschen sind Feuchtgebiete überlebenswichtig und unentbehrlich, denn sie bieten wesentliche Ökosystem-Dienstleistungen: sie liefern nicht nur das gesamte Süßwasser der Erde, sondern auch die Grundlage für Nahrung und Baustoffe und für Biodiversität, Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung und Klimaschutz. Studien zeigen jedoch, dass Feuchtgebietsflächen weltweit kontinuierlich abnehmen und abgebaut werden. Auch ihre Qualität sinkt in den meisten Regionen der Welt stetig, da sie oftmals in andere Verwendungen umgewandelt werden. Die Bewirtschaftung von Feuchtgebieten ist eine globale Herausforderung.  Das RAMSAR-Übereinkommen zählt derzeit über 160 Länder als Vertragsparteien, die den Wert eines internationalen Vertrages für Feuchtgebiete als ein einzigartiges Ökosystem anerkennen. Der Konvention liegt dabei eine breite Definition von Feuchtgebieten zu Grunde: es umfasst alle Seen und Flüsse, unterirdische Grundwasserleitungen, Sümpfe, nasse Wiesen, Torfgebiete, Oasen, Flussmündungen, Deltas und Wattgebiete, Mangroven und andere Küstengebiete, Korallenriffe ebenso wie alle von Menschen errichtete Orte wie Fischteiche, Reisfelder, Stauseen und Salzpfannen. Im Rahmen der „drei Säulen“ des Übereinkommens verpflichten sich die Vertragspartein,

  • auf eine weise Verwendung all ihrer Feuchtgebiete hinzuarbeiten;
  • geeignete Feuchtgebiete für die „Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung“ (die „RAMSAR-Liste„) zu benennen und für ihre effektive Verwaltung zu sorgen;
  • international in Bezug auf grenzüberschreitende Feuchtgebiete, geteilte Feuchtgebiets-anlagen und gemeinsame Spezies zu kooperieren.

Madagaskar verfügt derzeit über 20 Feuchtgebiete (Ramsar-Gebiete) von internationaler Bedeutung mit einer Fläche von insgesamt 2.094.911 Hektar.

  1. Barrière de Corail Nosy Ve Androka
  2. Complexe des lacs Ambondro et Sirave (CLAS)
  3. Complexe des lacs de Manambolomaty
  4. Complexe des Zones Humides de Bemanevika
  5. Iles Barren
  6. Lac Kinkony
  7. Lac Sofia
  8. Le Lac Alaotra : Les Zones Humides et Bassins Versants
  9. Mangroves de Tsiribihina
  10. Marais de Torotorofotsy avec leurs bassins versants
  11. Parc de Tsarasaotra
  12. Parc national Tsimanampesotse
  13. Rivière Nosivolo et affluents
  14. Site Bioculturel d’Antrema
  15. Zone Humide de Mandrozo
  16. Zones Humides Ankarafantsika (CLSA)
  17. Zones humides d’Ambondrobe
  18. Zones humides de Bedo
  19. Zones humides de l’Onilahy
  20. Zones Humides de Sahamalaza

Hier finden Sie noch das Handbuch der RAMSAR-Konvention – Ein Leitfaden zum Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung.

Myna, atemlos durch Antananarivo

Myna (Acridotheres tristis)
Myna (Acridotheres tristis)

Vogelart Myna (Acridotheres tristis)

Antananarivo, die Hauptstadt Madagaskars, ist bei Tagesanbruch noch ruhig. Der Verkehrslärm und die Menschenstimmen haben den akustischen Raum noch nicht erobert. Dafür aber bohrt sich ein eindringlicher Gesang durch die Morgenstunden: der Myna (Acridotheres tristis). Dieser Vogel hat sich so erfolgreich an die städtischen Gegebenheiten angepasst, dass man ihn in allen grossen Siedlungen des Indischen Ozeans antrifft. Ob Kalkutta, Johannesburg oder eben auch Antananarivo. Der Vogel ist nicht einfach ein Kulturfolger, sondern bevorzugt dichtbewohnte Gebiete.

Der Vogel gehört zur Familie der Stare und ist gut erkennbar: der gelbe Schnabel geht in eine gelbe Brille über. Er trägt eine schwarze Kopfhaube und ein braunes Gefieder mit heller Unterseite. Beim Fliegen sind weisse Streifen auf den Flügeln zu sehen. Der etwa taubengrosse Vogel wird in der madagassischen Sprache Maritaina genannt und zu Deutsch Hirtenmaina.

In Antananarivo sind die Myna allgegenwärtig. Oft sieht man sie in Paaren, die sich aber innerhalb von grösseren Gruppen aufhalten. Mehr aber fallen sie durch ihren lautstarken Gesang auf. Ein durchdringender, abgehakter Ton, der weithin hörbar die monotone Geräuschkulisse der Stadt übertönt. Sein kurzer Ruf ist morgens unverkennbar zu hören und dann wieder bei Sonnenuntergang. Tagsüber ist der Vogel etwas ruhiger.

Die aus dem indischen Raum stammende Vogelart hat sich in mehreren Unterarten grossflächig verbreitet, nicht nur in Südasien, sondern bis hin nach Australien und auf den amerikanischen Kontinent. In Madagaskar wurde er vor zweihundert Jahren eingeführt, um die Heuschreckenplage zu bekämpfen. Sein lateinischer Name bedeutet: trauriger Heuschreckenjäger.  Doch der Vogel liess sich nicht dazu einspannen. Statt im fast menschenleeren Süden der Tropeninsel nach Larven und Wanderheuschrecken zu jagen, liess er sich lieber in bewohnten Gebieten nieder und verdrängte gar andere Vogelarten. Der sehr invasive Myna passt sich schnell an die Gegebenheiten der Menschensiedlungen an, sodass er heutzutage sogar zum Charaktervogel tropischer Städte geworden ist.

Ornithologen fahren nicht wegen des gesangfreudigen Myna nach Madagaskar. Dazu hat die Insel im Indischen Ozean weit interessantere und seltenere Vogelarten zu bieten. Zudem gilt der Myna vielerorts als Schädling. Nichtsdestotrotz gehören heutzutage der wenig scheue Vogel und sein atemloser Gesang zum Stadtbild wie Helene Fischer auf die Bühne.

Die Eisenbahn in Madagaskar

Die Eisenbahn in Madagaskar: Chemin de fer , Madagascar
 

Eisenbahn in Madagaskar: Streckenverläufe Zuverlässigkeit und Geschichte

1984 fuhren noch vier Passagierzüge von Antananarivo nach Antsirabe. Seit vielen Jahren kein einziger mehr. Damals verkehrten noch drei tägliche Personenzüge von der Hauptstadt nach Tamatave. Die 370 km lange Fahrt dauerte um die neun Stunden und war bezüglich Zuverlässigkeit auf ziemlich hohem Niveau. Heute kann man als Passagier nicht mehr mit der Eisenbahn von Antananarivo nach Tamatave reisen.

1901 begann die Kolonialmacht Frankreich mit dem Eisenbahnbau in Madagaskar. Es entstand ein Netz von 850 Kilometern. Mit der Unabhängigkeit 1960 erbte Madagaskar ein funktionierendes und intaktes Eisenbahnsystem, bestehend aus zwei unabhängigen Netzen in Meterspur. Einerseits von der Hauptstadt gegen Süden nach Antsirabe und andererseits an die Ostküste zum Hafen Tamatave und mit einer Seitenlinie zum Reisgebiet um Ambatondrazaka.

In den bitteren 1980er Jahren und den unstabilen 1990er Jahren degradierten die Bahnstrukturen dramatisch. Gleichzeitig wurden die Frequenzen reduziert oder gar eingestellt.

Um die Jahrhundertwende war die staatliche Eisenbahngesellschaft „Réseau National des Chemins de Fer Malagasy“ (RNCFM) bankrott. Der Staat privatisierte das Nordnetz, betreibt aber weiterhin das Südnetz. Auf dem Nordnetz kümmert sich Madarail um den Betrieb und interessiert sich primär für den lukrativen Frachtverkehr des Bergbaus. Dafür wurden auch neue Schienenstränge verlegt. Der Personenverkehr ist zweitrangig. Trotzdem verkehren noch Passagierzüge, oft in gemischter Form mit Frachtverkehr. Der Fahrplan ist ziemlich verlässlich, jedenfalls bezüglich der Abfahrtszeit.

Eisenbahn in Madagaskar: Madarail MadagascarDie Südbahn von Fianarantsoa nach Manakara hingegen hangelt sich tagtäglich am Abgrund vorbei. Die Fianarantsoa-Côte Est (FCE) hat nur noch eine fahrtüchtige Lokomotive, die aber sehr oft „en panne“ ist. Der Fahrplan ist bis auf wenige Fahrten pro Woche ausgedünnt. Die Südbahn wird zuweilen als Dschungel-Express bezeichnet und dies ist eher sarkastisch zu verstehen. Für die Bevölkerung spielt die 160 km lange Linie aber weiterhin eine grosse Rolle. Der Bau dieser Linie begann 1926 und war das schwierigste Bahnbauprojekt, das Frankreich je in seinen Kolonien durchführte. Brücken, Tunnels und unstabiles Gelände waren technische Herausforderungen. Der Unterhalt der Linie ist aus Budgetgründen nur mangelhaft. Zudem verursachen Zyklone regelmässig erhebliche Schäden.

Entlang aller Schienennetze führen Strassen, in die in den letzten 20-30 Jahren erheblich investiert wurde. Das bedeutet nicht, dass sie gut sind, aber der Löwenanteil an Gütern und Personen wird heutzutage auf der Strasse transportiert. Trotzdem bedienen die Eisenbahnen heute noch Dörfer, die auf dem Strassenweg nicht oder sehr schlecht erreichbar sind.

Abgesehen von diesen zwei Bahnnetzen finden sich auf Madagaskar auch an weiteren Orten Spuren von Eisenbahnen. Die frühere Zuckerbahn auf der Insel Nosy Be transportierte mit zwei Dampflokomotiven auf 25 km Zuckerrohr zur Fabrik und Zucker zum Hafen. Der Betrieb wurde in den 1980er Jahren eingestellt. In Diégo-Suarez gab es zu frühen Kolonialzeiten eine Schmalspurbahn, die als Stadttram funktionierte. Der Bau einer Stichbahn südlich von Tulear hingegen wurde nie beendet. Sie war für den Abtransport von Kohle geplant worden.

 

Eisenbahn in Madagaskar: Fahrplan von PRIORI Reisen
Fahrplan für die Eisenbahn in Madagaskar

Madagaskar an der FESPO in Zürich

Madagaskar = PRIORI = Madagaskarhaus Basel
Madagaskar = PRIORI = Madagaskarhaus Basel

Ja, die Ferienmesse in Zürich findet dieses Wochenende im Januar 2018 statt. Madagaskar ist auch vertreten und dies auf dem Stand von PRIORI Madagaskarhaus. Der umfangreiche Katalog und die Präsenz von wahren Madagaskar-Kennern unterstreichen das Engagement von PRIORI für Madagaskar. Die Insel im Indischen Ozean hat im letzten halben Jahr eher negative Schlagzeilen geschrieben. Die Pest und dann der Zyklon Ava mit seinen Überschwemmungen landeten in der Weltpresse. Doch die Leute in Madagaskar lassen sich nicht unterkriegen. Das Leben geht weiter.

Madagaskar ist UNO-Mitglied und wenn auch die Hausaufgaben nicht sonderlich gut gemacht werden, die über 24 Millionen Einwohner führen einen zähen Überlebenskampf. Trotzdem haben sie immer ein Lächeln und sind gastfreundlich wie kaum anderswo.

Nationalpark von Marojejy

Madagaskar-SAVA-Blick-auf-Nationalpark-von-Marojejy-PRIORI-Reisen

Informationen zum Nationalpark von Marojejy sowie Ausrüstungtipps für Ihren Besuch

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar und schmiegt sich um den Berggipfel von 2132 m ü. M. Daher ist eine Wanderung im Marojejy eine eigentliche Bergwanderung, die verschiedene Vegetationsstufen durchquert.

Infos zum Nationalpark finden sich auf

http://www.priori.ch/d_reisen/marojejy/marojejy.htm

http://www.marojejy.com

http://www.zeit.de/reisen/2012-08/lemuren-madagaskar/seite-3

Den Nationalpark begeht man zu Fuss. Es muss nicht geklettert werden. Die Nächte verbringt man in einfachen Camps, die durch den Zyklon Ewano (2017) stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Die Camps gleichen eher Goldgräberhütten, die mit Planen und Holz zusammengenagelt sind. Duschen und WC sind sehr simpel. In den Camps gibt es absolut nichts zu kaufen. Dort wird für Sie gekocht und Sie verbringen die Nacht. Mehr ist da nicht.

Trotzdem lohnt sich die Wanderung im Nationalpark ganz bestimmt, denn alleine die Aussichten machen die Mühsal wett. Abgesehen davon gibt es Tier- und Pflanzenarten, die nur gerade dort vorkommen.

Für die Wanderung muss man ausgerüstet und physisch fit sein. Wer es nicht zum Gipfel schafft / schaffen will, findet auch schon in Camp eins oder zwei interessante Beobachtungen und Fotomotive.
Der Nationalpark ist eintrittspflichtig und darf nur mit Führer begangen werden. Bei Bedarf kann man auch Träger anheuern. Koffer sind ungeeignet.

Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich mit. Alles muss getragen werden!

Ausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Regenschutz (Sehr geeignet ist ein grosser Poncho, der gleich auch den Rucksack und die Kamera schützt.)
  • Eingelaufene Wanderschuhe. (Es braucht keine Alpenbergschuhe. Aber es braucht ein trittsicheres Profil)
  • Mosquito- und Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz
  • Genügend Batterien für Kamera und Taschenlampe
  • Taschenlampe oder Stirnlampe (Es gibt keine Elektrizität in den Camps)
  • Klopapier
  • Schlafsack für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad
  • Wasserflasche (die lokalen Pet-Mineralwasserflaschen sind dazu gut geeignet)

UNESCO-Welterbe in Madagaskar

UNESCO-Welterbe in Madagaskar - Tsingy de Bemaraha

Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean ist bekannt für seine einmalige biologische Vielfalt und unglaubliche Fülle an endemischen Arten der Flora und Fauna. Die Insel wurde vor über 60 Millionen Jahren vom Festland abgetrennt. In dieser enorm langen Isolation haben sich hier viele urtümliche Tier- und Pflanzenarten erhalten und es konnten sich viele neue, nur hier angepasste Arten entwickeln. Die biologische Vielfalt Madagaskars ist eine der höchsten der Erde. Die Insel ist Heimat von mehr als 200.000 bekannten Tier- und Pflanzenarten, davon sind über 150.000 endemisch. Über 50 Arten von Lemuren, 99 Prozent der Froscharten und 36 Gattungen von Vögeln kommen nur auf dieser Insel vor. Insbesondere Regenwälder sind eine Wiege der Artenbildung. Die UNESCO-Kommission hat zwei Gebiete auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt:

Madagaskars Weltnaturerbe-Stätte Tsingy de Bemaraha

Das Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars wurde von der UNESCO bereits 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Tsingy heissen die spitzen Kalkfelsennadeln, die für dieses Gebiet so charakteristisch sind: bis zu 40 Meter hohe scharfkantige Felsenskulpturen, durchbrochen von Schluchten und Höhlen bilden ein einmaliges Biotop und eine skurril-sehenswerte Landschaft.

Das Wort TSINGY bedeutet auf Madagassisch wortwörtlich „auf Zehenspitzen laufen“ und bezieht sich auf die messerscharfen Kanten der Kalksteine. Die Felsenformation entstand vor Millionen Jahren aus riesigen Korallenbänken, die aus dem Meer herausgehoben und durch Wind und Wasser zu bizarr ausgewaschenen Skulpturen geformt wurden. Eingestreut in diese Stein-Landschaft liegen auch unberührte Inselwälder und kleine Seen. Dieses bizarre und einzigartige Revier bietet vielen besonderen, an diese Umgebung angepassten, Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Madagaskars Weltnaturerbe „Regenwälder von Atsinanana“

Die „Regenwälder von Atsinanana“ gehören seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Besonderheit dieser Stätte ist, dass unter dieser Bezeichnung sechs Naturparks im Osten Madagaskars zusammengefasst werden. Sie alle gelten als äusserst wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Insel. Die sechs Bereiche dieses UNESCO-Weltnaturerbes umfassen insgesamt ein Gebiet von rund 5000 km². Von Nord nach Süd zählen folgende Nationalparks zum Weltnaturerbe:

  • Marojejy Nationalpark
  • Masoala Nationalpark
  • Zahamena Nationalpark
  • Ranomafana Nationalpark
  • Andringitra Nationalpark
  • Andohahela Nationalpark

Nur noch 8,5 Prozent des einstigen Regenwaldbestands ist heute in Madagaskars erhalten. Aufgrund von Brandrodung, Abholzung und Schmuggel mit Edelhölzern sind Madagaskars Wälder weitestgehend verschwunden und der Lebensraum für viele Arten massiv bedroht. Im Jahr 2010 hat die UNESCO auch die Atsinanana-Regenwälder auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Die Kommission kritisierte die madagassische Regierung, da Madagaskar trotz eines Verbots von Rodung und Export von Palisander und Ebenholz die Ausfuhr der Tropenhölzer genehmige. Sie forderte die Regierung Madagaskars auf, die notwendigen Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots zu ergreifen und kritisierte gleichzeitig, dass Länder unter den Abnehmern seien, die die Konvention für das Welterbe ratifiziert hätten.

Weniger bekannt als Madagaskars Natur ist die kulturelle Vielseitigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean. Doch auch hier hat die Grosse Insel Einiges zu bieten. So kommt es, dass in Madagaskar auch  ein Kulturdenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Madagaskars Weltkulturerbe

Der Königshügel von Ambohimanga („Blauer Hügel“) wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Für Madagaskar war diese Ernennung sehr wichtig, um zu zeigen, dass die Insel nicht nur eine sehenswerte Naturreisedestination ist, sondern auch interessante Städte und kulturelle Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Ambohimanga liegt in der Provinz Antananarivo unweit der gleichnamigen Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo. Von dort kann die Weltkulturerbestätte gut in einem Tagesausflug besichtigt werden.

Ambohimanga war seit 1794 Sitz der Merina-Könige, eines berühmten Herrschergeschlechts in Madagaskar. Bis 1897 wurde der 1468 Meter hohe Königshügel als Grabstätte der Könige von Madagaskar genutzt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde dort der Palast für die Könige gebaut, der heute das Weltkulturerbe ausmacht. Immer weiter wurde der Hügel ausgebaut und entwickelte sich zu einer wahren Festung, vor allem unter König Andriantsimitoviaminandriana. Auch als Ambohimanga schon nicht mehr Residenzstadt war, hatte der Königshügel von Ambohimanga seine Bedeutung als Grabstätte nicht verloren. Bis heute pilgern zahllose Madagassen zu den Ruinen des Königshügels von Ambohimanga, der für die Kultur und den Glauben der Bevölkerung nach wie vor enorm wichtig ist.

Madagaskar – die Kaninchenfarbe

Kaninchenfarbe Madagaskar

Die Farbe „Madagaskar“ ist bei Kaninchenzüchtern eine bekannte Bezeichnung. Die Deckfarbe „Madagaskar“ hat ein Kaninchen, wenn es gelbbraun bis rotbraun mit leichter Schwarzschattierung. Es sind rote oder gelbe Kaninchen, die kein Gen für die Wildfarbigkeit besitzen (also nichtwildfarbig sind), aber einen Schwarzverstärker haben. Die genetische Kennzeichnung eines madagaskarfarbenen Kaninchens lautet AaCDg (europäische Erbformel).

Die Madagaskarfarbe wird unter Kaninchenexperten auch als „Thüringer“, „Schildpatt“ oder „Tort“ (sowie englisch tortoise oder tortoiseshell) bezeichnet.

Die Welt der Kaninchenzüchter ist voller unbekannter Ausdrücke und Einteilungen. So fragt man sich, wenn man nicht aus der Zunft der Kaninchenvereine kommt, wieso z.B. ein graues Kaninchen als blau bezeichnet wird. Bei internationalen Züchtern gibt es wieder ganz andere Farbzuordnungen. Und bei verschiedenen Kaninchenrassen kommt es auch schon einmal vor, dass gleiche Farbnamen ganz unterschiedliche Tierfärbungen bezeichnen.

In Madagaskar finden sich ab und zu Kaninchen. Dies besonders auf dem kühleren Hochland, das auf einer Meereshöhe von 1000 bis 1400 Metern angenehmer ist als die heissen Küstengebiete. Kaninchen sind in Madagaskar nicht endemisch. Sie wurden von den französischen Siedlern und Kolonisatoren vor etwa 150 Jahren eingeführt. Die Haltung von Kaninchen hat sich nicht überall durchgesetzt. Es gibt aber Bauern, die die Nager zu Fleischzwecken halten. Manchmal werden sie an der Strasse verkauft. Es sind meist Kinder, die die Tiere dann an den Ohren halten und als Zeichen der Verkaufswilligkeit schwenken. Eine besondere Tierliebe zum Kaninchen ist meist nicht zu sehen.

Meist gibt es keine speziellen Bemühungen, durch Kreuzung die Qualität der Tiere zu verbessern zu wollen. Die Kaninchen leben leider meist in engen Ställen und werden in ihrer Genügsamkeit oft sehr gefordert. Wildhasen gibt es keine in Madagaskar.

Nur in nur ganz wenigen Restaurants steht Kaninchenfleisch auf dem Menü. Es ist wesentlich teurer als Hühnerfleisch oder Fisch. Ein paar Entwicklungshilfeprojekte versuchten, die Haltung von Kaninchen zu propagieren, um die Nahrung der Bevölkerung zu verbessern. Viel Erfolg war diesen Projekten nicht beschieden. So bleibt das Kaninchen in Madagaskar auch weiterhin ein Exot.