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UNESCO-Welterbe in Madagaskar

UNESCO-Welterbe in Madagaskar - Tsingy de Bemaraha

Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean ist bekannt für seine einmalige biologische Vielfalt und unglaubliche Fülle an endemischen Arten der Flora und Fauna. Die Insel wurde vor über 60 Millionen Jahren vom Festland abgetrennt. In dieser enorm langen Isolation haben sich hier viele urtümliche Tier- und Pflanzenarten erhalten und es konnten sich viele neue, nur hier angepasste Arten entwickeln. Die biologische Vielfalt Madagaskars ist eine der höchsten der Erde. Die Insel ist Heimat von mehr als 200.000 bekannten Tier- und Pflanzenarten, davon sind über 150.000 endemisch. Über 50 Arten von Lemuren, 99 Prozent der Froscharten und 36 Gattungen von Vögeln kommen nur auf dieser Insel vor. Insbesondere Regenwälder sind eine Wiege der Artenbildung. Die UNESCO-Kommission hat zwei Gebiete auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt:

Madagaskars Weltnaturerbe-Stätte Tsingy de Bemaraha

Das Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars wurde von der UNESCO bereits 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Tsingy heissen die spitzen Kalkfelsennadeln, die für dieses Gebiet so charakteristisch sind: bis zu 40 Meter hohe scharfkantige Felsenskulpturen, durchbrochen von Schluchten und Höhlen bilden ein einmaliges Biotop und eine skurril-sehenswerte Landschaft.

Das Wort TSINGY bedeutet auf Madagassisch wortwörtlich „auf Zehenspitzen laufen“ und bezieht sich auf die messerscharfen Kanten der Kalksteine. Die Felsenformation entstand vor Millionen Jahren aus riesigen Korallenbänken, die aus dem Meer herausgehoben und durch Wind und Wasser zu bizarr ausgewaschenen Skulpturen geformt wurden. Eingestreut in diese Stein-Landschaft liegen auch unberührte Inselwälder und kleine Seen. Dieses bizarre und einzigartige Revier bietet vielen besonderen, an diese Umgebung angepassten, Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Madagaskars Weltnaturerbe „Regenwälder von Atsinanana“

Die „Regenwälder von Atsinanana“ gehören seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Besonderheit dieser Stätte ist, dass unter dieser Bezeichnung sechs Naturparks im Osten Madagaskars zusammengefasst werden. Sie alle gelten als äusserst wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Insel. Die sechs Bereiche dieses UNESCO-Weltnaturerbes umfassen insgesamt ein Gebiet von rund 5000 km². Von Nord nach Süd zählen folgende Nationalparks zum Weltnaturerbe:

  • Marojejy Nationalpark
  • Masoala Nationalpark
  • Zahamena Nationalpark
  • Ranomafana Nationalpark
  • Andringitra Nationalpark
  • Andohahela Nationalpark

Nur noch 8,5 Prozent des einstigen Regenwaldbestands ist heute in Madagaskars erhalten. Aufgrund von Brandrodung, Abholzung und Schmuggel mit Edelhölzern sind Madagaskars Wälder weitestgehend verschwunden und der Lebensraum für viele Arten massiv bedroht. Im Jahr 2010 hat die UNESCO auch die Atsinanana-Regenwälder auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Die Kommission kritisierte die madagassische Regierung, da Madagaskar trotz eines Verbots von Rodung und Export von Palisander und Ebenholz die Ausfuhr der Tropenhölzer genehmige. Sie forderte die Regierung Madagaskars auf, die notwendigen Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots zu ergreifen und kritisierte gleichzeitig, dass Länder unter den Abnehmern seien, die die Konvention für das Welterbe ratifiziert hätten.

Weniger bekannt als Madagaskars Natur ist die kulturelle Vielseitigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean. Doch auch hier hat die Grosse Insel Einiges zu bieten. So kommt es, dass in Madagaskar auch  ein Kulturdenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Madagaskars Weltkulturerbe

Der Königshügel von Ambohimanga („Blauer Hügel“) wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Für Madagaskar war diese Ernennung sehr wichtig, um zu zeigen, dass die Insel nicht nur eine sehenswerte Naturreisedestination ist, sondern auch interessante Städte und kulturelle Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Ambohimanga liegt in der Provinz Antananarivo unweit der gleichnamigen Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo. Von dort kann die Weltkulturerbestätte gut in einem Tagesausflug besichtigt werden.

Ambohimanga war seit 1794 Sitz der Merina-Könige, eines berühmten Herrschergeschlechts in Madagaskar. Bis 1897 wurde der 1468 Meter hohe Königshügel als Grabstätte der Könige von Madagaskar genutzt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde dort der Palast für die Könige gebaut, der heute das Weltkulturerbe ausmacht. Immer weiter wurde der Hügel ausgebaut und entwickelte sich zu einer wahren Festung, vor allem unter König Andriantsimitoviaminandriana. Auch als Ambohimanga schon nicht mehr Residenzstadt war, hatte der Königshügel von Ambohimanga seine Bedeutung als Grabstätte nicht verloren. Bis heute pilgern zahllose Madagassen zu den Ruinen des Königshügels von Ambohimanga, der für die Kultur und den Glauben der Bevölkerung nach wie vor enorm wichtig ist.

Madagaskar – die Kaninchenfarbe

Kaninchenfarbe Madagaskar

Die Farbe „Madagaskar“ ist bei Kaninchenzüchtern eine bekannte Bezeichnung. Die Deckfarbe „Madagaskar“ hat ein Kaninchen, wenn es gelbbraun bis rotbraun mit leichter Schwarzschattierung. Es sind rote oder gelbe Kaninchen, die kein Gen für die Wildfarbigkeit besitzen (also nichtwildfarbig sind), aber einen Schwarzverstärker haben. Die genetische Kennzeichnung eines madagaskarfarbenen Kaninchens lautet AaCDg (europäische Erbformel).

Die Madagaskarfarbe wird unter Kaninchenexperten auch als „Thüringer“, „Schildpatt“ oder „Tort“ (sowie englisch tortoise oder tortoiseshell) bezeichnet.

Die Welt der Kaninchenzüchter ist voller unbekannter Ausdrücke und Einteilungen. So fragt man sich, wenn man nicht aus der Zunft der Kaninchenvereine kommt, wieso z.B. ein graues Kaninchen als blau bezeichnet wird. Bei internationalen Züchtern gibt es wieder ganz andere Farbzuordnungen. Und bei verschiedenen Kaninchenrassen kommt es auch schon einmal vor, dass gleiche Farbnamen ganz unterschiedliche Tierfärbungen bezeichnen.

In Madagaskar finden sich ab und zu Kaninchen. Dies besonders auf dem kühleren Hochland, das auf einer Meereshöhe von 1000 bis 1400 Metern angenehmer ist als die heissen Küstengebiete. Kaninchen sind in Madagaskar nicht endemisch. Sie wurden von den französischen Siedlern und Kolonisatoren vor etwa 150 Jahren eingeführt. Die Haltung von Kaninchen hat sich nicht überall durchgesetzt. Es gibt aber Bauern, die die Nager zu Fleischzwecken halten. Manchmal werden sie an der Strasse verkauft. Es sind meist Kinder, die die Tiere dann an den Ohren halten und als Zeichen der Verkaufswilligkeit schwenken. Eine besondere Tierliebe zum Kaninchen ist meist nicht zu sehen.

Meist gibt es keine speziellen Bemühungen, durch Kreuzung die Qualität der Tiere zu verbessern zu wollen. Die Kaninchen leben leider meist in engen Ställen und werden in ihrer Genügsamkeit oft sehr gefordert. Wildhasen gibt es keine in Madagaskar.

Nur in nur ganz wenigen Restaurants steht Kaninchenfleisch auf dem Menü. Es ist wesentlich teurer als Hühnerfleisch oder Fisch. Ein paar Entwicklungshilfeprojekte versuchten, die Haltung von Kaninchen zu propagieren, um die Nahrung der Bevölkerung zu verbessern. Viel Erfolg war diesen Projekten nicht beschieden. So bleibt das Kaninchen in Madagaskar auch weiterhin ein Exot.

Reiten in Madagaskar

Reiten in Madagaskar - braunes Pferd vor blauer Reklametafel mit madagassischem Reiter

Natürlich geht niemand allein wegen Pferden und dem Reitsport nach Madagaskar. Denn die grosse Insel im Indischen Ozean hat keine eigentliche Pferdekultur. Die ersten Pferde wurden von den französischen Kolonisatoren im 19. Jahrhundert eingeführt und hatten grosse Schwierigkeiten, sich ans Klima zu gewöhnen. Besonders an der Küste ist die Temperatur zwischen Dezember und Februar sehr hoch, zudem herrscht dann die Regenzeit. Zwar gibt es in Madagaskar keine Tsetsefliege, die sonst im Grossteil von Kontinentalafrika und sogar im trockenen Namibia vorkommt. Doch die eingeführten Pferde gingen ein aufgrund des Klimas, der Bodenbeschaffenheit und wohl auch aufgrund der mangelnden Pflege.

Das musste auch 1895 das französische Expeditionskorps erleben, das neun qualvolle Monate brauchte, um vom Hafenort Mahajunga bis zur 500 km entfernten Hauptstadt Antananarivo vorzustossen. Es war nicht der Gegner, der die grossen Verluste verursachte, sondern das schwierige Terrain, Sumpf und Krankheiten. Von den 15.000 Mann starb fast die Hälfte, meist an Malaria.

Der Trupp wurde begleitet von 3.355 Pferden und Maultieren, um die 30’000 Tonnen Material zu schleppen. Die Transportkarren der französischen Truppen, Levebre-Waggons genannt, erwiesen sich als nicht geländegängig und die Zugtiere als zu schwach.

Während der Kolonialzeit wurden Pferde nur auf dem Hochland von einzelnen Liebhabern gehalten. Als Zug- und Lasttiere konnten sie sich gegen die zähen Zebuochsen nicht durchsetzen. Noch heute wird in Madagaskar der Grossteil der Nahtransporte von Ochsengespannen erledigt, die die schweren Holzkarren ziehen. Nach der Unabhängigkeit Madagaskars 1960 und den bitteren Jahren der Verarmung war die Pferdehaltung ein Luxus, den sich nur eine Handvoll Halter leisten konnten. In nur wenigen Orten wurden Pferde als Zugtiere von Personenkutschen genutzt.

Pferdekutsche in Madagaskar

Bei Unabhängigkeit gab es in Madagaskar um die 2000 Pferde, vor zehn Jahren waren es nur noch 350 und derzeit mögen es knapp 500 sein. Die Pferde stammen aus verschiedener Herkunft. In den vielleicht 150 Jahren, in denen es Pferde auf Madagaskar gibt, wurden Tiere aus Mauritius eingeführt, auch aus Frankreich und gar aus Südamerika. Aus der Kreuzung all dieser Pferderassen hat sich quasi ein eigener Typ entwickelt, der aber als eigene Madagaskar-Rasse nicht anerkannt ist. Auch Esel und Maultiere wurden ab und zu eingeführt, doch es ist äusserst selten, dass man einen Esel auf Madagaskar zu sehen kriegt. Mag sein, dass es in ganz Madagaskar, immerhin über 14-mal grösser als die Schweiz, um die 40 Esel gibt und dies primär im staubtrockenen Süden.

Mit der langsamen und wackelhaften Stabilisierung Madagaskar in den Nullerjahren entstanden hier und dort Reitställe und Pferdereitclubs. Sie agieren heutzutage nach internationalen Massstäben und organisieren nun auch sogar Turniere. In Antsirabe gibt es seit den Kolonialzeiten sogar ein Hippodrome mit von der Bevölkerung lautstark mitverfolgten Pferderennen.

Wer also auf seiner Reise durch Madagaskar auch mal in den Sattel steigen will, findet auf dem Hochland ein paar korrekte Reitställe. Ebenso im western-artigen Felsengebirge von Isalo und an der Küste in Tamatave und auf Nosy Be.

Mit dem Dschungel-Express durch den Regenwald in Madagaskar

Startet der Zug wie geplant um 07.00 Uhr pünktlich oder nicht, das ist an einem Tag wie diesem Nebensache. Ab dem Moment, an dem man den Bahnhof betritt, befindet man sich in einer eigenen Welt. Einer Welt mit vielen neuen Geräuschen, farbenfrohen Menschen, vielleicht ein paar Tieren, vielen Gütern und sicherlich auch mit einigen bekannten oder unbekannten Duftnoten.

«Mora-mora», das madagassische Wort mit der Bedeutung «langsam-langsam», wird an einem Tag wie diesem grossgeschrieben und ohne eine grosse Portion Gelassenheit und gleich viel Abenteuerlust und Neugier, sollte man nicht einmal ein Ticket kaufen.

Es kann sein, dass der Zug wirklich 1 Minute vor 07.00 Uhr startet, so dass es sich lohnt, früh genug am Bahnhof zu sein. Als Tourist empfiehlt es sich in der Hochsaison auch, Tickets im Voraus zu kaufen, um sicherzustellen, dass man wirklich mitfahren darf. Am besten, man ergattert ein Ticket für einen Sitz in Fahrrichtung links, wenn man vom Hochland an die Ostküste Madagaskar fahren möchte. So hat man unterwegs die beste Aussicht, da fast alle Bahnhöfe auf der linken Seite zu sehen sind.

Am Sitzplatz angekommen kann es gut sein, dass man sich mehr zu Hause fühlt als gedacht: nicht nur die Sitze erinnern an die Heimat, auch ein Schild an der Wand lässt einen leicht die Frage stellen, wo man sich wohl gerade befindet.

sbb-jungelexpress

Jeder Schweizer hat solch ein Schild wohl mehrmals gesehen. Wie lange es jedoch her ist, dass man lediglich Fr. 20,- entrichten musste, sollte man „vergessen“ haben ein Ticket zu kaufen, das wissen nur die Wenigsten.

SBB hat auf unsere Nachfrage dies geantwortet:  Wir haben etwas nachgeforscht und folgendes herausgefunden:
In der SBB-Zeitung resp. im SBB-Nachrichtenblatt konnten wir in den Jahren 1976 und 1986 eine jeweilige Angabe finden. Im Jahre 1976 wurde eine Busse von 10 Franken erhoben. Bis ins Jahr 1986 stieg die Busse auf 30 Franken an. Vermutlich wurde eine Erhöhung auf 20 Franken in den 80ern gemacht.
Falls Sie gerne selbstständig eine umfassendere Recherche machen möchten, können Sie gerne bei SBB Historic im Lesesaal in Windisch vorbei gehen.‎ Öffnungszeiten und Standort finden Sie unter 
https://www.sbbhistoric.ch/…/stan…/archive-windisch.html.

Unterwegs von Fianarantsoa nach Manakara, einer Fahrt, die über 47 Brücken und durch 48 Tunnel führt, geht es sehr langsam voran. Die ganze Strecke ist nur 163 Kilometer lang, aber gleichwohl braucht der Zug meist 15 Stunden, wenn nicht mehr, bis er an der Küste ankommt. Unterwegs werden an vielen Bahnhöfen kurze und auch längere Stopps eingelegt und je nach Aufenthaltsdauer hat man die Möglichkeit, das Alltagsleben der Einheimischen zu beobachten und auch in Kontakt mit ihnen zu treten.

Für unterwegs sollte man zusätzlich genügend zu trinken mitführen und eine Jacke für den Abend. Zudem sollten auch genügend Speicherplatz und Strom für die Kamera mitgenommen werden – sprich, mindestens eine extra voll aufgeladene Batterie. Schon vor der Abfahrt haben die meisten Touristen bereits viele Fotos gemacht und es wäre schade, wenn man unterwegs nicht alles festhalten kann, wenn man gerne fotografiert. Die Reise ist sehr abwechslungsreich und unterwegs fährt man durch das einzige Teegebiet im Madagaskar, durch den Regenwald mit seinen vielen Dörfern, die zum Teil nur mit der Eisenbahn erreichbar sind und kommt am Abend im Dunkeln in Manakara, einer Küstenstadt, an. Da es in Madagaskar sehr früh dunkel wird, erreicht man die letzten Bahnhöfe erst nach Einbruch der Dunkelheit. Auch wenn die Dörfer keinen Strom haben, wird man gleichwohl etwas sehen. Wie die Dorfbewohner dieses Problem dann lösen und einem trotzdem zeigen können, was sie einem alles verkaufen wollen, das verraten wir noch nicht – dass muss man selber erleben. Wie es tönt, kann man unten anhören und vielleicht bekommt man gleichzeitig ein kleines Bild im Kopf davon, wie es aussehen könnte.

Was sich wirklich lohnt unterwegs zu probieren ist der Kobaravina / Bananenkuchen https://issuu.com/ellenspinnlerhelmersen/docs/kobaravina, der von mehreren der fliegenden Händler verkauft wird. Auch andere lokale Spezialitäten werden je nach Bahnhof und Gegend angeboten. Wichtig ist hier, dass man im Voraus viele kleine Noten der Landeswährung Ariary zur Seite gelegt hat für diesen Tag. Die meisten Lebensmittel (Kuchen, Obst etc.), die man unterwegs kaufen kann, kosten zwischen 100 – 200 Ariary pro Stück. Ein Kilo Bananen 1000 – 2000 Ariary. Wenn man dann mit 10.000 oder 5.000 Ariary bezahlen möchte, haben die Händler selten Wechselgeld.

Irgendwann nach 12-13-14-15-16……. Stunden erreicht man Manakara, total müde, aber mit einem Kopf voll von Bildern und einem Herz voll von Erinnerungen. Das Einzige, das man nun gerne machen will, ist schlafen. Und wenn man ein Hotel direkt am Meer gebucht hat, dann wird das Meeresrauschen einen in den Schlaf begleiten, gemischt mit dem Ton im Kopf, «kadunk, kadunk, kadunk», von der langen Zugfahrt.

Frauenreise nach Madagaskar

Erlebnisbericht von September 2016

Frauenreise Madagaskar - 2 Frauen sitzen auf der Bank vor ihrem Haus

Als Frau und Reiseleiterin mit Schwerpunkt auf Madagaskar freue ich mich jedes Jahr ein bisschen extra auf die alljährliche Frauenreise. So auch im letzten Herbst.

Ich war schon eine Weile auf dieser grossen Insel unterwegs und hatte eine dreiwöchige Rundreise hinter mir. Jetzt wartete ich auf die acht Frauen, die mit mir durch das Hochland, den Regenwald und ein Stück entlang der Ostküste reisen sollten.  Drei der Frauen waren schon früher angereist. Die eine davon schon zwei Monate zuvor. Sie hatte ihre Zeit für Freiwilligenarbeit in Madagaskar genutzt und wollte jetzt zum krönenden Abschluss ihres diesjährigen Madagaskaraufenthalts eine Rundreise machen. Die zwei anderen Frauen waren nur ein paar Tage im Voraus gekommen, um einen Kurztrip auf die kleine Insel Sainte Marie zu machen, in der Hoffnung Buckelwale zu sehen.

Am einen Donnerstagabend Mitte September war es so weit und ich konnte die restlichen Frauen am Flughafen abholen. Nach einem langen Flug kamen sie ein bisschen müde und mit vielen Erwartungen an und nach einer kurzen Nacht trafen wir uns alle zum Frühstück im Hotel. Jetzt war es so weit, das Abenteuer Madagaskar mit unserer Frauen-Kleingruppe konnte beginnen.
Bevor wir überhaupt unser Tagesprogramm starten konnten, „mussten“ wir einen extra Programmposten einbauen. Jede der Frauen hatte 2 Koffer dabei und einer davon war zum Rand gefüllt mit Sachspenden, die wir im Land verteilen wollten. Wir teilten also alles in kleinere Mengen auf und verpackten es so, dass wir wussten, was wir während unserer Tour wo abgeben (Waisenheime, Schulen etc.) wollten.

Nach einem Tag in der Hauptstadt Antananarivo, wo wir unter anderem ein Waisenheim besuchten, fuhren wir am zweiten Tag Richtung Antsirabe. Unterwegs machten wir auch einen Stopp bei einer Hebamme in einem Gesundheitsposten auf dem Land. Eine ebenfalls dort arbeitende Apothekerin war hell begeistert von der für sie neuen Technik, wie man Armbänder knüpft. Die junge Frau lernte nicht nur etwas Neues, sondern erhielt auch einen grossen Sack mit Material, um das Neugelernte weiter zu üben und auch anderen Frauen in der Region zu zeigen. Diese Begegnung mit lokalen Frauen war nur eine von mehreren, die wir während der zweiwöchigen Tour hatten und jedes Mal konnten wir von einander etwas lernen.

Mit dem Zug vom Hochland an die Ostküste ging es durch den Regenwald und die Überraschung der Frauen war gross, als sie merkten, dass die Wagons, in denen sie sassen, aus der Schweiz kamen. Wie alt die Wagons waren, konnten wir leider nicht erfahren, aber ein Schild im Wagon, das uns mitteilte, dass man 20 CHF zahlen müsse, wenn man kein gültiges Ticket hätte, zeigte uns doch, dass es ein paar Jahre her war, dass diese Wagons in den Schweizer Bergen unterwegs waren. Unterwegs machte der Zug mehrere Stopps, um Güter ab- oder aufzuladen. Manche dieser Stopps waren so lang, dass wir die Zeit nutzten, um neue Kontakte mit den Einheimischen zu knüpfen. So gab es nicht nur viele Möglichkeiten, lokale Speisen zu probieren, sondern auch spontan einen Zumbakurs mit den lokalen Kindern an einem der Bahnhöfe vorzuführen. Was die Kinder sehr faszinierte, war unsere kleine Flasche mit Seifenwasser. Die meisten davon hatten vorher nie Seifenblasen gesehen und hatten trotz anfänglicher Angst sehr schnell grosse Freude daran.

An der Küste reisten wir dann gemütlich mit einem eigenen Boot durch den Pangalanes-Kanal und ich denke, dass immer noch über unsere Gruppe in etlichen der kleinen Dörfer geredet und geschmunzelt wird. Selten zuvor haben sie wohl Vazaha’s (Fremde) tanzend auf dem Dach eines vorbeigefahrenden Bootes gesehen.

Auf jeder Frauenreise besuchen wir unterwegs verschiedene Projekte, die von Frauen geleitet werden oder für Frauen gedacht sind. Dabei besuchen wir nicht nur einfach solche Projekte, sondern geben uns auch auf der emotionalen Ebene ein. Darum nehmen wir uns jeweils viel Zeit für den Besuch, besprechen gemeinsam das Erlebte und verdauen es danach auch besser. Viele von uns hatten vorher noch nie so ein armes Land wie Madagaskar bereist und schafften es während der Reise mehrmals, ihre Komfortzone zu erweitern, manchmal weiter als sie es selber für möglich gehalten hatten.

Nach ein paar Tagen im Regenwald, wo wir viele Arten von Lemuren sehen konnten, reisten wir zurück in die Hauptstadt. Jetzt standen ein bisschen Shopping an der Tagesordnung und auch einen Besuch in einem Zentrum für gehörlose Kinder und Jugendliche. Wie schön dieser Abschluss werden sollte, wussten wir vorher nicht und unsere Erwartungen wurden mehrmals übertroffen in den paar Stunden, die wir zusammen mit den Kindern verbringen durften.

Wenn Sie mehr über unsere Frauenreise 2017, unsere sonstigen Gruppenreisen oder generell über Madagaskar wissen möchten, dann nehmen Sie einfach mit uns Kontakt per Mail (info@priori.ch) auf. Wir kennen uns auf dieser grossen Insel sehr gut aus und wenn sie eine Frage stellen sollten, die wir nicht direkt beantworten könnten, dann schreiben wir schnell einer unserer Mitarbeiterinnen in Madagaskar und Sie bekommen innerhalb weniger Stunden Ihre Antwort – denn wir sind nicht nur hier im Europa vor Ort, sondern wir haben seit 1994 unser Hauptbüro in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar.

Ellen Spinnler

Morgenstimmung für Frühaufsteher in Andasibe

 

Gedanken zu „Dem Lied des Meeres“, Madagaskar

Meine Liebe zu „Dem Lied des Meeres“

Das Lied des Meeres - zwei madagassische Kinder fischen an der Küste von Madagaskar

Ich sitze draussen vor meinem Bungalow und lausche das Meer zu. Jede kleine Welle, die auf den Strand zurollt, zaubert eine wohlbekannte schöne Melodie in meine Ohren und fühlt sich an wie Balsam für meine Seele. Manche kommen ganz leise an und andere zerschellen mit viel Kraft. Im selben Moment kommt der Nachtwächter vorbei. Er befindet sich gerade auf seinem Heimweg und wollte mir noch kurz einen schönen Tag wünschen. Als Nachtwächter hat er eine lange Nacht hinter sich, angefangen mit seiner Schicht um 18 Uhr abends, hat er erst jetzt, kurz nach 6 Uhr morgens, endlich seinen wohlverdienten Feierabend.
Die Wellen nehmen sich hingegen nie frei! Auch wenn es draussen auf dem Meer ganz still aussieht, kommen oder gehen sie ganz leise, so wie der Mond sie führt. 6 Stunden und 14 Minuten benötigt das Meer für die Flut und ein paar Minuten weniger für die Ebbe.
Hier auf der kleinen Insel Sainte Marie, an der Ostküste von Madagaskar, kann man die Gezeiten gut erkennen und auch gleichzeitig schön beobachten, wie die Menschen diese Meereszyklen in ihr eigenes Leben einbauen. Bei Ebbe gehen die Menschen an den Strand und suchen nach etwas Essbarem. Kinder stöbern meistens nach Krustentieren, die Erwachsenen hingegen, welche kein eigenes Boot besitzen, versuchen mit ihren Fischernetzen alleine oder zu zweit ihre Beute im Wasser zu ergattern. Ob auch diese «dem Lied des Meeres» während ihrer Arbeit lauschen, so wie ich es gerade tue oder haben sie sich bereits so sehr an diesen wundervollen Ton gewöhnt, dass sie ihn wohlmöglich gar nicht mehr wahrnehmen?
Ich glaube sie hören das Meer immer noch, aber anders als ich!
Für die Einheimischen scheint dieser Ton mehr wie ein Botschafter zu sein, der Mitteilungen an sie weitergibt, aber auch gleichzeitig wie ein Ratgeber, der ihnen erzählt, was sie an diesem Tag tun können und was nicht. Ist die Melodie des Meeres zu stark, wird es keinen Ausflug geben, um mit den kleinen Pirogen Fische zu fangen und spielt sie ganz leise, können sie ohne Bedenken ihre Kinder an den Strand schicken, um nach Muscheln und Krabben zu suchen.
Könnte es auch so sein, dass die Gezeiten das Leben der Einheimischen entschleunigt? Ich glaube schon, dass es so ist! Niemand kann die Gezeiten des Meeres steuern oder beeinflussen, daher muss der Mensch sie so nutzen wie sie fallen. Eventuell ist auch das genau der Grund, warum die Menschen hier entlang der Küste einen besonders ruhigen Lebensstil pflegen, welcher uns Touristen immer wieder so besonders gut gefällt. «Mora mora, langsam, langsam» ist eine der ersten Wörter und Philosophien, die einem in Madagaskar beigebracht werden.

Im nächsten Moment komme ich raus aus meinen Gedanken und beobachte den Horizont. Dort erkenne ich viele kleine Fischerboote, zugleich stellt sich mir die Frage, ob es die Fischer sind, die bereits bei Sonnenaufgang rausgefahren sind, um etwas zu fangen oder gehören diese Boote zu denen, die gestern Abend bereits mit Lampions das Festland verlassen haben?
Am Abend breitet sich oft ein regelrechtes Lichtermeer draussen in der Dunkelheit des Meeres aus. Viele Fischer versuchen ihr Glück, mit dem Licht der Lampions Fische anzulocken und diese mit ihren Netzen zu fangen. Dieser Trick scheint aufzugehen, denn nachts gibt es so viele Lichter auf dem Meer, dass es für uns Touristen manchmal so ausschaut, als ob dieses Schauspiel nur ganz alleine für uns arrangiert würde. Diese tanzenden Lichter kombiniert mit dem leisen Meeresrauschen wirken wie ein harmonisch, beruhigendes, gut abgestimmtes Musikstück auf mich…
Versteht ihr nun, warum ich das Lied des Meeres so sehr liebe?

Gedanken an einen frühen Morgen auf der Insel Sainte Marie, Madagaskar.
Ellen

Die 10 Top Attraktionen von Madagaskar

Baobaballee Morondava

Die Internetplattform Touropia hat eine Liste der 10 besten touristischen Orte in Madagaskar veröffentlicht. Zur Nummer eins wurde die kleine Insel Ste. Marie vor der Ostküste Madagaskars gekürt. Die ehemalige Pirateninsel ist eigentlich eine komprimierte Zusammenfassung Madagaskars mit Gewürz- und Reispflanzungen, Strand und Wanderwegen.

In der weiteren Wertung befinden sich sechs Naturparks und dies unterstreicht, welch grosser Teil die Natur für Besucher einnimmt. Die Mehrheit der Madagaskar-Reisenden wollen Flora und Fauna erleben.

In der Zehnerliste figuriert nur ein einziger kultureller Besuchsort. Es ist die alte Residenz des Königs Andrianamponimerina. Die burgartige Festung ausserhalb der Hauptstadt Antananarivo wird gern in ein Halbtagesprogramm gepackt und besonders an Wochenenden gern besucht.

Wenn auch die Aufnahme in diese Shortlist von Nosy Be und Ifaty diskutiert werden kann, so fehlen bestimmt auch ein paar andere ebenso interessante Orte. Viele der rund 50 Naturparks sind kaum bekannt und etliche davon werden von keiner Handvoll Besuchern aufgesucht: pro Jahr.

Wichtig für die Auswahl war wohl auch die Zugänglichkeit der Besuchspunkte. Madagaskar ist und bleibt ein schwierig zu bereisendes Land. Die Insel im Indischen Ozean wird nicht nur wegen ihrer Grösse regelmässig unterschätzt, sondern auch das spärliche Infrastrukturnetz verlangt weit mehr Zeitaufwand als normalerweise geschätzt.

1 Insel Sainte Marie

2 Isalo Nationalpark

3 Tsingy von Bemaraha

4 Insel Nosy Be

5 Allee der Baobabs

6 Ifaty

7 Königshügel von Ambohimanga

8 Andasibe-Mantadia Nationalpark

9 Masoala Nationalpark

10 Ranomafana Nationalpark

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Als Backpacker Madagaskar entdecken!

Gut beladener Taxi Brousse an der Westküste von Madagaskar

Wenn Sie Lust haben, Madagaskar ganz hautnah und barfuss mit dem Rucksack auf eigene Faust zu erleben und auch gern zusammen mit den Einheimischen zu reisen, dann kann eine Entdeckungstour als Backpacker in Madagaskar für Sie das richtige sein. Mit im Gepäck braucht man unbedingt viel Toleranz, Geduld und Abenteuerlust. Wenn Sie dies haben und auch nichts dagegen haben, ganz eng zusammen mit vielen unbekannten Menschen und manchmal auch Tieren zu reisen – dann los ins Abenteuer Madagaskar.

Wir im Madagaskarhaus Basel sind das Informations- und Reisezentrum für Madagaskar und erhalten somit immer wieder Fragen zum Thema backpacken in Madagaskar zumeist von jungen Leuten, die Madagaskar auf diese Weise erleben möchten.

Grundsätzlich ist es möglich, Madagaskar mit dem Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen. Hier ein paar Punkte, die dabei zu beachten sind:

  • Eine Backpackreise in Madagaskar muss gut vorbereitet werden.
  • Man braucht viel Zeit für eine Reise durch die Insel, die über 14-Mal grösser als die Schweiz und 1,5-Mal grösser als Deutschland ist.
  • Planen sie auch genügend Zeit für Unvorhergesehenes ein! Eine Planung nur aufgrund der Landkarte zu machen, ist unrealistisch.
  • Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Infrastruktur ist weit entfernt von jener in Europa. Darum ist eine gute Planung das A und O.
  • Man muss nicht unbedingt Madagassisch lernen, um im Land reisen zu können. Aber mit Englisch kommt man ausserhalb der Touristenspots nicht weit. Französisch ist von grossem Vorteil, speziell, wenn man sich ausserhalb der Coca-Cola-Route RN7, der meist bereisten Nationalstrasse, bewegen möchte.
  • Es ist möglich mit einem der vielen Taxi-Brousse (Minibusse) das Land zu bereisen. Achten sie darauf, dass sie KEINE zu langen Strecken auf einmal fahren und NIE nach Ausbruch der Dunkelheit unterwegs sind. Probieren sie im Voraus zu recherchieren, welche Taxi-Brousse-Anbieter zuverlässig sind und welche sie am liebsten vermeiden sollen. Taxi-Brousse ist ein Härtetest für Reisende, die keine Angst haben.
  • Begeben Sie sich früh am Morgen zu den Bussstationen, um einen Platz zu bekommen. Wenn möglich, am Vorabend ein Busticket und einen Sitzplatz reservieren.
  • Das Gepäck kommt meistens oben auf den Dachgepäckträger. Es ist sehr lohnenswert, IMMER einen Regenschutz zu benutzen für das Gepäck. Dies schützt nicht nur gegen Regen, sondern auch gegen Staub und Schmutz. Den Tagesrucksack mit den Wertsachen IMMER mit sich im Bus mittragen.
  • Aussteigen geht immer, aber leider nicht überall das Einsteigen. Viele Taxi-Brousse fahren erst los, wenn sie gefüllt sind – also wird der Fahrplan nicht immer eingehalten. Unterwegs lohnt es sich nicht auszusteigen, wenn man etwas Interessantes am Strassenrand besuchen möchte, denn man weiss nie, wann der nächste Bus mit einem freien Sitz vorbeifahren wird.
  • Berechnen sie genügend Zeit für eventuelle Überraschungen wie Pneu- oder Autopannen. Ein solches Erlebnis wird sicher im Erinnerung bleiben, wenn Sie genügend Zeit eingeplant haben – aber nicht, wenn Sie im schlimmsten Fall ihren Rückflug in die Heimat verpassen und ein neues und überteuertes Flugticket kaufen müssen.
  • Suchen sie sich Hotels aus, die schliessbare Türen und Fenster haben.
  • Lassen sie NIE Wertsachen im Zimmer herumliegen (nur im Safe).
  • Mit einem guten Reiseführer und einem Handy im Gepäck können sie auch im Voraus unterwegs Hotelzimmer reservieren, wenn Sie wissen, dass sie erst gegen Abend am nächsten Ort ankommen werden.
  • Bei Zugfahrten müssen Sie beachten, dass die Züge nur 1 bis 2 Male pro Woche fahren und falls Sie spontan unterwegs aussteigen möchten, um ein Dorf anzuschauen, es gut sein kann, dass der Zug weiterfährt, bevor Sie wieder eingestiegen sind. Darum, immer in der Nähe des Zuges bleiben und wenn Sie vor Ort bleiben möchten, versichern Sie sich, wann der nächste Zug planmässig kommen soll (was nicht unbedingt heisst, dass es dann auch wie geplant kommt).
  • An vielen Orten kann man Bargeld abheben, aber an noch viel mehr Orten (oder bei Stromausfällen) gibt es diese Möglichkeit nicht. Darum, immer genügend Bargeld in Lokalwährung mitnehmen und unterwegs schauen, dass Sie genügend kleine Geldscheine haben für Einkäufe unterwegs (Obst, Wasser etc.)
  • Taschendiebe gibt es leider wie im viele anderen Ländern mittlerweile auch in Madagaskar. In den grösseren Städten müssen sie extra gut auf Ihre Sachen aufpassen und nicht zum Beispiel mit viel Bargeld und einer Kamera auf den Strassen in der Hauptstadt Antananarivo herumlaufen.

Wie können wir von PRIORI Reisen ihre Backpackerreise ein bisschen angenehmer und einfacher machen?

  • Wenn Sie bei uns ihre Internationale Flugtickets buchen, profitieren sie von unserem kostenlosen Sanft landen-Paket. Dies beinhaltet den Abholdienst am Flughafen in Antananarivo und die erste Übernachtung/Frühstück und in Ihrem Namen werden fünf Bäume gepflanzt.
  • Sie können auch gerne am ersten Tag in Madagaskar in unserem Hauptbüro vor Ort in Antananarivo vorbeischauen. Hier können Sie gegen eine kleine Gebühr eine Simkarte mit einer lokalen Telefonnummer ausleihen. So können sie einfacher unterwegs Hotels im voraus kontaktieren.
  • Wenn sie Inlandflüge im voraus oder unterwegs buchen möchte, sind wir von der PRIORI Antananarivo ebenfalls behilflich.
  • Sie können auch ihre Kontaktdaten im Büro deponieren (auch eine zusätzliche Sicherheit für die Daheimgebliebenden).
  • Radfahrer können ihre Flugverpackungen kostenlos in den PRIORI-Büros deponieren.

Wie kann den Einstieg ins Land noch einfacher gemacht werden?

  • Viele unserer Backpackerkunden buchen für die ersten Tagen ein Auto mit Fahrer/Guide. So profitieren sie vom Wissen des ortskundigen Fahrers. Der Fahrer kann zeigen, welches Taxi-Brousse-Unternehmen das sicherste ist, wie man ein Busticket kauft und wo das Taxi-Brousse überhaupt losfährt. Er kann auch erklären, dass man in einem Hotely zwar essen, aber nicht schlafen kann und wieviel man für ein Kilo Bananen am Markt wirklich zahlen sollte und vieles vieles mehr. Wenn man sich einen Fahrer am Anfang für 1-2-3 Tage leistet, wird dies garantiert eine grosse Hilfe für die restliche Reise sein.
  • Es gibt auch Kunden, die einen Teil der Reise (Hotels, Auto oder Inlandflüge) im Voraus gebucht haben wollen. Hier können wir mit allem behilflich sein!

Für Fragen nehmen sie gerne Kontakt mit uns auf unter info@priori.ch , wir sind HIER und DORT vor Ort!

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Der Giraffenhalskäfer aus Madagaskar

Der Giraffenhalskäfer
Der Giraffenhalskäfer

Es gab nie Giraffen in Madagaskar, trotzdem aber wurden diese Langhalstiere zum Namensgeber für eine kleine Käferart in Madagaskar. Auf der während Jahrmillionen isolierten Insel im Indischen Ozean entwickelten sich viele Tiere, die man nirgendwo sonst auf der Erde findet und eines davon ist der Giraffenhalskäfer.

Der Giraffenhalskäfer (trachelophorus giraffa) erhielt seinen Namen wegen seines ausgeprägten langen Halses. Das männliche Tier unterscheidet sich deutlich vom weiblichen dadurch, dass sein Hals beträchtlich länger ist als der seiner Gattin. Die Männchen benutzen ihre 2 bis 3 cm langen Hälse bei Machtkämpfen mit Rivalen. Mit ihren nach vorne knickbaren Hälsen stossen, schlagen und schieben sie ihre Gegner in die Flucht.

Der Giraffenhalskäfer gehört zur Familie der Blattroller (attelabidae), denn die Weibchen rollen Blätter zigarrenartig zu einem Nest zusammen und legen darin ein einziges Ei.

Die zierlichen Giraffenhalskäfer leben hauptsachlich auf Blättern in den Regenwäldern an der Ostküste von Madagaskar. Die etwas ungelenk wirkenden Käfer können sogar fliegen, sind aber keine Flugartisten. Sie halten sich am liebsten im feuchtwarmen Halbschatten von Blättern auf.

Der sechsbeinige Käfer selber ist etwa so gross wie ein Marienkäfer. Der Körper der beiden Geschlechter ist schwarz, die Flügeldecken hingegen sind knallrot. Beim Wandern in einem der vielen National- oder privaten Naturparks im tropischen Teil von Madagaskar braucht es ein geübtes Auge, um diese kleinen Käfer überhaupt zu sehen. Die lokalen Guides hingegen wissen meistens, wo die Giraffenkäfer zu finden sind und zeigen sie den Besuchern sehr gerne.

Hier ein paar Bilder aufgenommen in den Park Mitsinjo in Andasibe, Madagaskar:

Giraffenkäfer männlich
Giraffenkäfer männlich
Giraffenkäfer weiblich
Giraffenkäfer weiblich