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Zebu in Madagaskar

Weidende Zebus gehören zum typischen Landschaftsbild Madagaskars.

Das Zebu ist sogar das heimliche Wahrzeichen unserer Insel.

Das Zebu wird als Buckelrind bezeichnet, auf madagassisch “omby“. Ostafrikanische Einwanderer sollen vor vielen Jahrhunderten Buckelrinder nach Madagaskar eingeführt haben. Eine andere Legende erzählt, dass die madagassischen Zebus von den “heiligen Kühen“ aus Indien abstammen würden.

Grundsätzlich werden hier in Madagaskar die Zebus in traditioneller Art gehalten. Also in extensiver Weidewirtschaft. Im Hochland oder an der Süd- und Ostküste bringen junge Männer die Zebus tagsüber zum Weiden. Die frei weidenden Zebus gehören also überall auf der Insel zum typischen Landschaftsbild. Fast jeder Bauer in ganz Madagaskar hält sich ein paar Buckelrinder.

Die Viehzucht spielt eine sehr wichtige Rolle im Alltagsleben der Madagassen. Das Zebu ist ein wichtiger Fleischlieferant, aber ein schwacher Milchproduzent. Die Tiere dienen als Zugtiere für die mühsame Ackerbestellung und für die schwere Arbeit auf dem Reisfeld. Die Bauer nutzen sie auch als Transportmittel zwischen den abgelegenen Dörfern mit Schotterpisten. Sie transportieren das ganze Jahr über die Ernten, Viehfutter, Dünger oder die verschiedenen Produkte und Lebensmittel zum Dorf oder zum Markt.

Das Rind steht in vielen Regionen im Mittelpunkt der madagassischen Kultur. Besonders im Süden Madagaskars ist das Zebu ein Symbol des Wohlstandes. Dort ist ein Mann nur dann ein Mann, wenn er Rinder besitzt. In einigen Regionen war es traditionellerweise üblich, dass ein junger Mann Zebus stehlen musste, um sich als Mann zu beweisen und somit heiratsfähig zu sein.

Die Zebus in Madagaskar sind auch ein bevorzugtes Opfertier für bestimmte Anlässe: bei der Grundsteinlegung eines Neubaus oder einer Grabstätte, bei einer Hochzeit, bei der Beerdigung, beim Famadihana-Fest (also dem Totenfest).

Sogar die nationale Fussballmannschaft Madagaskars hat Zebuhörner als Emblem. Damit sind die Fussballer ziemlich erfolgreich.

Neben der endemischen Fauna und Flora gehören Zebus auch zu den Highlights einer Madagaskarreise. Für Fragen zu ihrer nächsten Madagaskarreise, kontaktieren sie uns bitte. Herzliche Grüsse aus Antananarivo!

Kaffee in Madagaskar

Manao ahoana Tompoko,

Heute werde ich Ihnen über eine wichtige und weit verbreitete tropische Pflanze in Madagaskar berichten: der Kaffeestrauch.

In Madagaskar spielt Kaffee im Leben der Menschen eine wichtige Rolle als Stärkung zwischendurch und zum Frühstück. Die Tasse Kaffee gehört für viele Madagassen zum täglichen Ritual.

Die Kaffeepflanze wurde vor 200 Jahren von der Nachbarinsel La Réunion nach Madagaskar eingeführt. Das regenreiche und warme Klima und die Bodenbeschaffenheit der Küste sind ideal für diese Pflanze. Der Kaffeestrauch schätzt eine direkte Sonnenstrahlung nicht. Also befinden sich die Pflanzungen meist in Plantagen mit Schattenbäumen.

In Madagaskar werden der „Kaffee Arabica“ im kühleren Hochland angepflanzt und der kältesensible „Kaffee Robusta“ gedeiht sehr gut im feuchtheissen Tiefland. Der bis zu rund 7 Meter hohe Strauch bildet nach paar Jahren weisse, süssliche Blüten, die stark nach Jasmin duften. Diese Blüten entwickeln sich später zu dunkelroten Steinfrüchten und werden als Kaffeekirschen bezeichnet. Die Kirschen werden nach dem Pflücken in der Sonne getrocknet. Die Kaffeebohnen sind jahrelang lagerfähig. Der Rohkaffee wird täglich geröstet, damit er sein feines Aroma nicht verliert.

Morgens strömt ein charakteristischer Geruch aus den Häusern: der im Land konsumierte Kaffee wird in Form von getrockneten Bohnen gekauft und selbst frisch geröstet. Der madagassische Kaffee ist kräftig und aromatisch. Das liegt an seiner speziellen Zubereitung, denn die rohen Bohnen werden mit karamelisiertem Rohzucker oder mit ein paar Reiskörnern in einer Pfanne geröstet. Nach ein paar Minuten werden die aromatischen Kaffeebohnen in einem Holzmörser von den Frauen oder den Kindern zerstampft. Dann wird das Pulver in einem Stoffbeutel gefiltert und so entfaltet der aromatisierte Kaffee seinen unvergleichlichen Geschmack.

Kaffee gehört zur Grundausstattung jeder noch so kleinen Essbude. Ein typisches Bild für die Insel Madagaskar sind ein paar Landarbeiter oder ein paar Bauern, stehend vor den kleinen Essbuden oder vor einem Krämerladen. Hier trinken sie Kaffee, meist schwarz und stark gezuckert.

Vor hundert Jahren war Madagaskar noch ein wichtiger Kaffeelieferant auf dem Weltmarkt, doch inzwischen hat der madagassische Kaffee seinen Stellenwert verloren.

Wir laden Sie ein, diesen aromatischen Kaffee hier vor Ort zu probieren und gern helfen wir Ihnen auch bei der Planung Ihrer Madagaskarreise.

Veloma und herzliche Grüsse aus der Tropeninsel

Teeplantagen in Madagaskar

Auf Madagaskar wird Tee von guter Qualität angebaut und nach England und nach Kenia exportiert. Heute berichte ich über die bedeutungsvolle Teeplantage auf unserer Insel.

Im Kleinstädtchen Sahambavy, rund 22 km östlich der Betsileo Hauptstadt Fianarantsoa, befindet sich die einzige Teeplantage in Madagaskar. Das Teegebiet im südlichen Hochland hat in Madagaskar also keine Konkurrenz.

Die wunderschöne und grüne Teeplantage findet man in einer sehr angenehmen und erholsamen Umgebung, wörtlich übersetzt bedeutet der Name des Dorfes Sahambavy  „das Frauenfeld“, da die meisten Tagelöhner, die diese wertvolle Teeblätter pflücken, Frauen sind.

Die Kultur der Teeplantage brachte ein privates französisches Institut im Jahr 1969 nach Madagaskar. Aufgrund seines feuchten Klimas ist die Region rund um Sahambavy der geeignete Ort für den Anbau des schwarzen Tees. Ein Jahr später errichtete der madagassische Staat dort die erste Teeproduktionsanlage.

Heutzutage wird Tee in diesem Teeproduktionszentrum in einem Gebiet von etwa 355 Hektar angebaut. Jährlich werden rund 500 Tonnen Tee produziert und 80% davon gehen in den Export ins Ausland. Zumeist nach Kenia an die internationale Teebörse. Da die Madagassen keine grossen Teetrinker sind, reichen 20% der lokalen Teeproduktion von Sahambavy für das ganze Land.

Vor der Verpackung des Sahambavy-Tees warten die Arbeiterinnen jeden Morgen auf die langen und mühsamen Arbeitsprozesse:  Pflücken, Fermentieren und Trocknen bis zum Filtern. Besucher sind willkommen. Ein lokaler Führer der Teefabrik zeigt und erklärt den Besuchern die verschiedenen Maschinen und die Prozessphasen der Teeverarbeitung in dieser Teefabrik.

Der in Madagaskar hergestellte Sahambavy Tee hat einen aromatischen und angenehmen Geschmack. Und wegen seiner vielen therapeutischen Tugenden ist er sehr wirksam für medizinische Behandlungen. So soll der grüne Tee von Sahambavy das Risiko von Brust-, Lungen-, Magen- und Prostatakrebs reduzieren.

Eine Wanderung inmitten der grünen Teeplantage, die direkt am Rand des Sahambavy-Sees und in der Nähe des ruhigen und schönen Lac Hotels liegt, ist eine wunderbare Erfahrung während einer Reise in Madagaskar.

Natürlich können wir einen Besuch in dieser Teeplantage in Sahambavy mit einer Eisenbahnfahrt Richtung Ostküste kombinieren. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie Fragen über Ihre nächste Madagaskarreise haben.

Veloma aus Antananarivo!

Raphia in Madagaskar

Es gibt verschiedene endemische Palmen in Madagaskar und die schön dekorative Raphia Palme gehört dazu. Die Raphia Pflanze ist an ihren riesigen und langen Blättern zu erkennen und kann eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichen. Diese schöne Zierpflanze ist besonders in den westlichen sumpfigen Gebieten, im Landesinneren, im Urwald oder am Rand der Flüsse zu finden. So zum Beispiel in der Region von Mahajanga.

Diese Palmenart ist auch unter dem deutschen Namen „Bastpalme“ bekannt. Der wissenschaftliche Name Raphia Farinifera oder auch auf madagassisch „rofia“ kommt etymologisch vom griechischen Wort „raphis“. Dies bedeutet auf deutsch „Nadel“ und symbolisiert die längliche Form der Frucht. Der zweite Name „farinifera“ bedeutet „mehlig“, denn das Mark im Stiel schmeckt etwas mehlig.

Die Raphia-Palme wächst sehr langsam, ab einem Alter von 10 Jahren können die Dorfbewohner in Madagaskar die Raphiablätter zwischen Oktober und Mai ernten. Erst ab einem Alter von rund 20 Jahren kommen die ersten Früchte, in Form von Trauben.

Die länglichen Raphiablätter werden von den Kunsthandwerkern mehrmals gewaschen und getrocknet, bis die Fasern flexibel und robust werden. Die weissen Raphiafasern werden gemalt und eignen sich so als Material zum Flechten von Gebrauchsgegenständen, wie schöne Matten, Teppiche, Körbe, Hüte oder Handtaschen in verschiedenen Farben. Diese dekorativen Gegenstände sind sehr beliebt bei den Einheimischen und sehr praktisch als Mitbringsel für die Reisegäste. Die Blätter werden auch zum Hausbau eingesetzt. Die Dächer der luftigen Palmenhütten an der Küste Madagaskars sind sehr oft mit Palmwedeln der Raphia bedeckt.

Für weitere Frage über die einzigartige Pflanzenwelt auf unserer Insel oder auch für die Planung ihrer nächsten Entdeckungsreise nach Madagaskar stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Herzliche Grüsse aus der Tropeninsel

Aluminiumtöpfe in Madagaskar

Überall in Madagaskar, egal ob in Städten oder Dörfern, kochen die Menschen gerne mit Töpfen aus recyceltem Aluminium. So rede ich heute über diese Alu-Kochtöpfe in Madagaskar.

Aluminium wird in Madagaskar nicht hergestellt, sondern recycelt. Das Material stammt von alten Autos, gebrauchten Getränkedosen oder ehemaligen Flugzeugteilen. Die kleine Stadt Ambatolampy, übersetzt „die Stadt in der Nähe der Felsen“, liegt ca. 70 km südlich der Hauptstadt direkt an der Nationalstrasse 7 und ist bekannt für die Herstellung dieser Alu-Kochtöpfen.

Warum ist Ambatolampy zur Aluminiumstadt geworden? Die Geschichte ist folgende: Ein madagassischer Soldat diente im 2. Weltkrieg auf Seiten der Franzosen und erlernte während seiner Militärzeit die Metallverarbeitung. Als Kriegsveteran kehrte er in seine Heimatstadt in Ambatolampy zurück und begann, Metall zu schmelzen und Töpfe zu herstellen. Seither stammt die Mehrheit aller Alu-Kochtöpfe in den madagassischen Küchen aus dieser kleinen Stadt. Die Alutöpfe werden auf madagassisch „vilany“ genannt.

Heutzutage werden die Töpfe von etlichen Familienbetrieben in Ambatolampy in gleicher Weise hergestellt. Die Methode ist archaisch und sieht gefährlich aus. Die Männer giessen geschmolzenes Aluminium gleich neben ihren nackten Füssen in den Formtrichter.

Die Alu-Giesser stellen verschiedenen Kochtöpfe und Pfannen in unterschiedlichen Grössen her. Die Töpfe von 32 bis 35 cm Durchmesser sind besonders beliebt, denn die Madagassen haben grosse Familien mit vielen Kindern. In den kleinen Holzbuden oder in den Garküchen oder „Hotely gasy“ am Strassenrand bereiten die Köchinnen ihre beliebten Gemüse-Suppen oder den Reis in diesen grossen Töpfen von 60 cm bis 100 cm Durchmesser zu.

Heute hat sich das Know-How der Alu-Hersteller in Ambatolampy verfeinert, sodass auch zierliche Kunst und Dekorationen aus Aluminium hergestellt werden. Neben den üblichen Kochtöpfen und dem Geschirr wie Gabeln und Löffel entstehen so Schlüsselhänger, sogar Baobabs, Zebus, Lemuren. Alles aus recyceltem Aluminium.

Natürlich können Sie ein Aluminimum-Atelier auf Ihrer Reise durch Madagaskar besuchen. Für weitere Informationen oder Fragen zu Ihrer Madagaskarreise, kontaktieren Sie uns gern!

Veloma!

Die Architektur der Hochlandhäuser

Die Architektur der Hochlandhäuser in Madagaskar

Salama aus Antananarivo, die Hauptstadt der grossen Insel

In Madagaskar hat hat das traditionelle madagassische Haus einen einfachen rechteckigen Grundriss, bedeckt mit Gras, Ziegelsteinen oder Wellblech.

Ursprünglich bestanden die Hochlandhäuser aus einem einzigen Raum und wurden im 18. Jahrhundert ausschliesslich mit Holz gebaut, da es zu dieser Zeit lediglich gestattet war, Grabstätten mit Steinen zu bauen.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, als viele Regen- und Trockenwälder des Hochlandes inzwischen gerodet waren und der Transport des Holzes und der Bretter mühselig wurde, setzte sich der Lehmbau im Hochland durch. Die Franzosen, die Engländer und die Missionare spielten dabei eine grosse Rolle, denn sie haben den Einheimischen die Herstellung von Lehmziegeln und die Verwendung der luftgetrockneten Backsteine und Tonziegel in Antananarivo beigebracht.

So begann die moderne Architektur im Hochland von Madagaskar zu blühen. Auf madagassisch heissen diese Hochlandhäuser «Trano Gasy» und sie werden mit Backsteinen in verschiedenen Farbtönen wie rot, braun, ocker bis rosa gebaut. Eine schön geschnitzte und bunt bemalte Holzveranda zeigt ländlichen Reichtum.

Vor dem Hausbau wird immer der Astrologe oder Schamane für die günstigste Zeit für den richtigen Platz und für die Orientierung des Hauses zu Rate gezogen. Das Kultische verbindet sich auch mit den klimatischen Gegebenheiten. Wind und Sonneneinstrahlung sind bestimmende Elemente.

Traditionell werden die Hochlandhäuser in Madagaskar immer in Nord-Süd – Ausrichtung gebaut und die Türen und Fenster stehen mit dem Eingang nach Westen, damit die intensive Sonneneinstrahlung nachmittags in den Innenraum kommt.

Bei der Einweihung des neuen Hauses wird die ganze Familie eingeladen, Reis gemischt mit Honig und Milch wird an diesem wichtigen Tag an den Eingeladenen serviert.

Für weitere Frage über den Baustil in Madagaskar oder auch über ihre nächste Madagaskarreise stehen wir Ihnen zur Seite. Kommen Sie nach Madagaskar und bewundern Sie die sehr photogenen Dörfer und Häuser.

Veloma und bis bald auf der Insel

Familiengräber in Madagaskar

Ahnenwelt und Gräberkult spielen eine wichtige Rolle bei uns hier in Madagaskar. Heute möchte ich über die Familiengräber in Madagaskar sprechen.

Die Madagassen glauben, dass die Ahnen oder die Vorfahren im Jenseits weiterleben und über das Leben ihrer Nachkommen wachen. So sollte man sich den Gräbern bei uns nur mit grösstem Respekt nähern. 

Im Gegensatz zum Rest von Madagaskar befinden sich im Hochland, bei den Merina- und Betsileo-Volksgruppen, die großen Familiengräber meist außerhalb der Städte, in der Nähe der früheren Siedlungen ihrer Vorfahren. Die Grabstätten werden aus Stein gebaut. Alle Familiengehörige, also Grosseltern, Eltern, Onkel, Tanten, Kinder und Enkelkinder werden im Hochland in der gleichen Familiengruft bestattet. So wie das madagassische Sprichwort sagt: „Velona iray trano, maty iray fasana“, übersetzt „Lebendig im selben Haus, tot im selben Grab“.

Jede Region und Bevölkerungsgruppe in Madagaskar hat ihre Grabformen und natürlich auch ihre Rituale.

Im Süden Madagaskars bei den Volksgruppen der Sakalava, der Bara und der Mahafaly ist es Sitte, die Rinder der Verstorbenen zu schlachten und das Grab mit den Zebuhörnern zu schmücken. In diesem Gebiet zeigen die mächtigen Gräber das Prestige und den Reichtum des Toten bzw. seiner Familie.

Die Mahafaly-Ethnie ist besonders bekannt für ihre individuellen, bunt bemalten Grabmäler. Es handelt sich um rechteckige, grosse Grabstätten, die mit kunstvoll geschnitzten Grabstelen und Holzfiguren oder „Aloalo“ und mit vielen Zebuhörnern geschmückt sind. Diese „Aloalo“ symbolisieren die Vorlieben und Träume des dort Bestatteten. Häufig geben sie auch Auskunft über sein Leben. Es ist eine Art bebilderte Biografie.

Die meisten Ethnien Madagaskars, wie die Sihanaka und Bezanozano bestatten ihre Toten unter Erdhügeln. Darauf werden Steine oder Pfähle mit Zebuhörnern aufgerichtet. 

Natürlich gibt es noch viel mehr zu diesem komplexen Thema zu sagen. Denn Madagaskar ist ein Land reich an Sitten und Gebräuchen. Kommen Sie zu uns und erfahren Sie mehr! Für Fragen zu ihrer Madagaskarreise, stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Bis bald!

Zimt in Madagaskar

Salama aus Antananarivo

Die Insel Madagaskar ist sehr berühmt als Gewürzland. Heute berichte ich über ein wichtiges Gewürz hier bei uns in Madagaskar: der Zimt.

Zimt wird auch „Ceylonzimt“ genannt oder „Kaneel“. Zimt gehört zur Familie der Lorbeergewächse.

Der Zimtbaum liebt die regenreichen Feuchtgebiete Madagaskars. Schon von Weitem erkennt man diesen immergrünen hohen Baum mit seiner rötlichen aromatischen Baumrinde.

Um das Zimtgewürz zu erhalten, wird die Rinde vom Baum abgelöst und getrocknet. Dabei rollt sich die Rinde zu kleinen Röhrchen auf. In diesem Zustand wird es verkauft oder zu feinem Zimtpulver gemahlen. Auf den vielen Lokalmärkten hier in Madagaskar wird der Zimt in geschnittenen Stangen oder als Pulver verkauft.

Hier in Madagaskar gebrauchen wir dieses Gewürz meist im Naturzustand. Zudem benutzen wir auch die Blätter, die Wurzeln, die Früchte und Blüten des Zimtbaumes. Denn alle Pflanzenteile enthalten den typischen Zimtgeschmack.

Zimt findet sich in vielen Gerichten in Madagaskar. Zum Beispiel zum Würzen von Backwaren und Kuchen, auch in Marmeladen und Yoghurt. Zimt ist aber auch beliebt als Gewürz für Suppen und Heissgetränke. Rhum mit Zimt und Vanille ist sehr beliebt.

Apropos Gesundheit: Zimt spielt eine grosse Rolle beim Kampf gegen Lungen- und Atemerkrankungen. Die Zimtrinde und das Zimtpulver werden darum während der Corona-Zeit sehr gern gegessen und als Tee getrunken.

Für weitere Fragen über die verschiedenen Gewürze und zu Plänen über ihre nächste Madagaskarreise stehen wir Ihnen gern zur Seite

Veloma aus dem Gewürzland.

Regenzeit in Madagaskar

Die Regenzeit hat in Madagaskar seit Dezember angefangen und dies könnte noch bis Monat März dauern. Die Hauptsaison der Zyklone liegt zwischen den Monaten Januar bis April hier im Indischen Ozean.

Ein Zyklon ist ein heftiger Wirbelwind, der viel Regen und Wind bringt. Dabei handelt es sich um gewaltige tropische Wirbelstürme, die über den warmen Gewässern des Indischen Ozeans östlich Madagaskars ihren Ursprung haben. Die Haupteingangszone bei Landkontakt ist meistens an der östlichen Küste Madagaskars also zwischen Sambava und Tamatave. Die meisten Zyklone sind harmlos. Aber alle paar Jahre richtet ein gewalttätiger Zyklon grosse Schäden an. Das geschah letztmals vor ein paar Wochen.

Öfter fragen uns die Reisegäste, ob man Madagaskar auch in der Regenzeit bereisen kann? Ja, natürlich! Es regnet nicht den ganzen Tag und im Süden der Insel bleibt das Wetter immer warm und sonnig, auch während der Regenzeit.

Dabei ist die Landschaft auf der ganzen Insel üppig grün. Hier im Hochland beginnt die Reis- und Maisernte ab Ende Dezember, so ist die schöne Landschaft von grünen Reis- und Maisfeldern geprägt. In den verschiedenen Naturparks blühen auch die gut riechenden Orchideen-Arten um diese Zeit. Die Regenzeit ist auch die ideale Saison für die Beobachtung der Farbenkünstler Chamäleon, denn es gibt etwa 70 endemische Chamäleons auf Madagaskar.

Die verschiedenen tropischen Früchte in Madagaskar sind auch bereits reif während der Regenzeit. Auf dem Markt werden die duftenden Ananas, die süssen Äpfel, die leckeren Birnen und Pflaumen sehr preiswert angeboten. Sie können natürlich auch die saftigen Trauben von Madagaskar um diese Zeit probieren!

Sollten Sie Fragen über die Madagaskarreise haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Veloma vom ganzen PRIORI-Team !

 

Lambahoany

Der Lambahoany

Heute stelle ich Ihnen ein traditionelles Kleidungstück im Alltag der Madagassen vor: der „Lambahoany“.  Manchmal wird dieses farbige Allzwecktuch auch Lambaoany geschrieben wie im Lied des madagassischen Musikers und Sängers Rossy.

Dieses rechteckige Baumwolltuch von etwa 1,20 x 1,60 m ist bedruckt mit Szenen aus dem Alltag. Auch Landschaftsbilder gehören dazu, ebenso wie ein weiser Spruch oder sogar ein Sprichwort. Der Lambahoany gehört zur emblematischen Tracht der Hochland- und Küstenbewohner im Norden, Süden, Westen und Osten von Madagaskar.

Die Namen, die Formen, die Farben und die Verwendung dieses „Lamba“ ändern sich je nach der Gelegenheit und der Regionen, wo die verschiedenen Ethnien hier in Madagaskar leben.

Schon wegen dem warmen Klima wickeln sich die Frauen diese Wickeltücher gern um die Hüften, dann legen sie noch mal ein weiteres Tuch um die Schultern oder um den Kopf. Je nach Gelegenheit oder je nach dem Klima, zum Beispiel, wenn die Sonne brennt oder wenn es regnet, oder auch wenn es abends kühl wird.

Für die Küstenbewohner im Norden heisst dieses Kleidungsstück „Kisaly“ und dieses bedeckt den Kopf und die Schultern. Bei anderen Ethnien heisst dieses Tuch „Salovana“ und es wird bei den Sakalava Männern um die Taille gewickelt oder bei den Frauen um die Brust gebunden.

Dieses Kleidungsstück gehört auch zu den beliebten Geschenken für Familie oder für Freunde. Schöne Zitate über den Familienverband, ein beliebter Ausdruck im Alltag oder auch Liebesprüche sowie madagassische Sprichwörter sind auf diese bunten Tücher mit abwechslungsreichen Mustern gedruckt.

Dieses Tuch kann beispielsweise auch als Einkaufstasche dienen. Die Mütter wickeln ebenso gern ihre Babies und Kinder darin ein. Dies ist sehr praktisch für die Frauen, wenn sie mit ihren Kindern eine lange Strecke zurücklegen müssen oder mit den Babies auf den Rücken Feldarbeit erledigen sollen.

Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen tragen dieses Tuch gern bei den wichtigen Riten und Zeremonien oder bei Familienfeiern.

Wenn Sie mehr Informationen über den Alltag der Madagassen oder auch Fragen über eine Madagaskarreise haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Herzliche Grüsse aus der Tropeninsel