Schlagwort-Archive: Eisenbahn

Ambatrondrazaka – Lac Alaotra

1220 Ambatondrazaka und der Alaotra-See

 Die Stadt  Ambatondrazaka ist ab Moramanga sowohl mit der Eisenbahn als auch mit dem Geländewagen zu erreichen. Hier werden wir wieder andere Volkstämme der Nordostküste der Insel mit ihren interessanten Sitten und Bräuche kennen lernen. Die Landbevölkerung setzt sich hauptsächlich aus den Stämmen der Sihanaka und Bezanozano zusammen.


Der Alaotra-See liegt etwa 320 km nordöstlich von Antananarivo. Um diese interessante Region zu erreichen, fährt man auf der asphaltierten Nationalstrasse Nummer 2 nach Osten bis Moramanga. Ab hier nimmt man die Nationalstrase 44, die bald zu einer holprigen Piste wird. Eine gute Alternative wäre die 122 km lange Zugstrecke mit 12 Bahnhöfen, natürlich unter der Bedingung, dass der Zug fährt. Auf dieser abwechslungsreichen Fahrt wechselt die karge Hügellandschaft mit den grünen Ausläufern des Regenwaldreservates ab.

Auf der Südseite des Alaotra Sees, umgeben von sanften Anhöhen, liegt der Hauptort Ambatondrazaka. Vom “Erben des Hörens“ erfährt man, dass der einstige Sihanaka König Andriambololona mit dem ursprünglichen hier lebenden Stamm der Vazimba gekämpft hatte. Sein Sohn Razaka war kinderlos und entschied, die Kinder seiner Schwester zu adoptieren. Vor seinen Verwandten und allen Stadtbewohnern hielt er einen Eid, dass er sich um das Wohl dieser Adoptivkinder kümmern würde.

Zum Andenken liess er einen grossen Gedenkstein “Vato“ im Dorf errichten und so heisst die Stadt noch heute Ambatondrazaka (was wörtlich “Gedenkstein von Razaka“ bedeutet).

Ambatrondrazaka – Lac Alaotra
Der Bau der Eisenbahnlinie in diese Region begann im Jahre 1914 und seit 1923 pendelt regelmässig die altersschwache Lokomotive zwischen Moramanga und Ambatondrazaka. Hier erlebt man wirklich Landschaft und Leute. Die Dorfbewohner an allen Bahnhöfen versorgen die Fahrgäste mit frisch zubereiteten Beignets und Obst und der Kontakt mit den einheimischen Mitreisenden ist im wahrsten Sinn des Wortes “hautnah“.

Ambatondrazaka liegt günstig am Endpunkt der Bahnlinie MLA (Moramanga Lac Alaotra), es ist auch das Verwaltungszentrum der ganzen Region am See Alaotra.

Die grossen Reisfelder rund um die Stadt liegen an der Westseite des Sees. Nicht umsonst ist dieses wohlhabende Städtchen die wichtigste Reiskammer der ganzen Insel.

Die Häuser am Rand der Hauptstrasse aus der Kolonialzeit, der bunte Markt mit den reichhaltigen Ständen und die eindrucksvolle Kathedrale stechen sofort in die Augen und verleihen der Stadt eine gemütliche Ausstrahlung.

Ambatrondrazaka –  Lac Alaotra
Die ethnische Gruppe Sihanaka bewohnt die fruchtbare Region rund um den See. Sie haben mit dem Volkstamm der Merina viel gemeinsam. Die Sümpfe wurden in grosse Reisfelder umgewandelt. Deswegen ihr Name die Sihanaka (wörtlich übersetzt heisst es “die aus dem Sumpf“ oder „diejenigen, die durch die Sümpfe wandern“). Sie leben in der Nähe des Quellgebiets des Mangoro Flusses und leben vom Reisanbau, vom Fischfang und der Geflügelzucht.

Die Bezanozano Volksstämme sind mit der Sihanaka Volksgruppe eng verwandt und besiedeln auch die Region rund um die Alaotra See. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt “viele kleine Zöpfe“ und er beschreibt die Frisur der Frauen, die sich das Haar zu kleinen Knoten rund um den Kopf flechten.

Beide Volkstämme sind bekannt für das Tanztheater Milaloa und das Kabary (Redekunst). Sie können sich stundenlang in einer sehr blumigen Sprache, ausgeschmückt mit vielen Redewendungen unterhalten. Dieses Kabary ist bis heute eine wichtige kommunikative Funktion im Alltag der Einheimischen und bei jeder Familienzeremonie.

Sie werden auch als brandrodende Bauern bezeichnet und pflanzen gern Trockenreis an den Berghängen und Hanglagen. Sein Wasser erhält der Reis nur vom Regen. Mais und Yamswurzeln gehören auch zu den Nutzpflanzen in dieser regenreichen Region.

Während die traditionell hier lebenden Bezanozano und Sihanaka die riesige Senke des Alaotra-Grabens in natürlich verträglichem Masse mit Sumpfreisanbau, Viehhaltung und Fischfang nutzten, führten die französischen Kolonialherren den Nassreisanbau ein und begannen etwa um 1922 mit der extensiven Kultivierung. Auch Tabak, Maniok und Erdnüsse wurden angebaut.

Ambatrondrazaka –  Lac Alaotra
Wegen ca. 80.000 ha Reiskulturen rund um den Alaotra See gehört die Region zum bedeutendsten Reisanbaugebiet von ganz Madagaskar. Reis ist auf der ganzen Insel das Grundnahrungsmittel der Madagassen, sie komsumieren durchschnittlich 135 kg pro Jahr pro Person. Sie fühlen sich erst gesättigt, wenn sie Reis gegessen haben. Unerwartete Gäste sind immer willkommen und es heisst dann: „manasa hihinam-bary“, was wörtlich heisst „komm rein und iss Reis mit uns“.

Es gibt natürlich viele Reissorten auf der ganzen Insel. Meistens werden die weissen Reissorten in den Regionen bevorzugt eingepflanzt, der braunrote Reis wird jedoch als Reissuppe früh am Morgen sehr geschätzt, der ovale Duftreis riecht und schmeckt sehr gut. Zu jeder Mahlzeit werden natürlich verschiedene Beilagen wie Spinat, Eintöpfe mit Gemüse oder Fleisch serviert.

Ein wesentlicher Reiz der Gegend um den Lac Alaotra ist die Abgeschiedenheit.

Der See ist ein Naturdenkmal und birgt eine Unzahl kaum erforschter Lebensformen, auch wenn er unter den Folgen von Erosionsschäden (Lavaka), Überdüngung, Wasserentnahme und Waldverlust leidet. Darum ist er aufgrund der dort lebenden Wasservögel und Lemuren zum Ramsar-Schutzgebiet erklärt worden.

Ambatrondrazaka –  Lac Alaotra
Zu den Hauptattraktionen in dieser Gegend gehört der Camp Bandro, 30 km nördlich von Ambatondrazaka, gegründet von „Madagascar Wildlife Conservation“ (MWC). Hier ist die beste Option um die dämmerungsaktiven Bambuslemuren ganz aus der Nähe zu beobachten. Da sie vor Sonnenaufgang, so gegen 4 Uhr auf Futtersuche sind, bekommt man diese endemischen Tiere am besten auf einer Pirogenfahrt durch die Schilfinseln zu Gesicht.

Der Alaotra-Bambuslemur oder „Hapalemur Alaotrensis“ oder “Bandro“ auf madagassisch ist eine mittelgroße Lemurenart mit graubraunem Fell, die ihr Refugium am Ufer des Lac Alaotra gefunden hat. Sie verbringen Ihr Leben in den Sümpfen mit Papyrus und ernährt sich hauptsächlich vom endemischen Schilf oder “Zetra“. Dieser possierliche Primat lebt zwischen den Schilfinseln und kann nicht schwimmen, so haben die Parkwächter kleine Brücken zwischen den Verbreitungsgebieten dieser Bambuslemuren gebaut, um der drohenden Inzucht vorzubeugen.

Nordöstlich des Camps Bandro befindet sich der Nationalpark von Zahamena ca. 70 km im Nordosten von Ambatondrazaka. Er liegt 400 bis 1600 m über dem Meeresspiegel entlang des Ostufers des Lac Alaotra.

Der 66.400 ha grosse Nationalpark steht seit 1927 unter Schutz und gehört zum Ostenregenwald mit Orchideen, Palmen, Pandanus und vielen Baumarten.

Dieser Park ist auch ein Naturlebensraum für Lemuren, darunter der grösste Lemur von Madagaskar, der Indri Indri. Auch der Diademsifaka haben hier sein Refugium gefunden. Zahlreiche endemische Vögel wie die Rote Eule und der seltene Schlangenadler, aber auch viele Amphibienarten sind hier anzutreffen.

Ambatrondrazaka –  Lac Alaotra
Die Nationastrasse Nr 44 von Ambatondrazaka bis Imerimandroso ist eine 53 km lange staubige Piste. Diese ca. eineinhalbstündige Autofahrt bietet einen Blick auf die einstöckigen Hochlandhäuser mit den schön verzierten Balkonen.

Nach der Stadt Imerimandroso gelangt man zum Dorf Antanandava, das am Ausgangspunkt des berühmten Schmugglerpfades zum indischen Ozean liegt. Vor dem Strassenbau und der Eisenbahnverbindung war dies die übliche Route für die Schmuggelprodukte aus den Nachbarinseln La Reunion und Mauritius, die ins Hochland gebracht werden sollten.

Eine 6-tägige Trekkingtour mit vielen Flussdurchquerungen auf dem Schmugglerpfad ist für Abenteurergäste sehr interessant, um die natürliche Schönheit der Region von Alaotra kombiniert mit der Ostküste zu entdecken. Die Strecke vom Hochland bis zur Ostküste ist ca. 85 km lang und schliesst den Besuch des Zahamena-Nationalparks ein, um damit die Vielfältigkeit des Regenwaldreservates mit seiner Fauna und Flora kennen zu lernen.

Der Ausgangspunkt dieses Fussmarsches ist das kleine Dorf Antanandava, ca. 70 km von Ambatondrazaka entfernt. Auf der Trekkingtour kommt man zu einer Anhöhe mit schönem Panoramablick, von dem man den weiten Blick über den grossen See hat. Schwerpunkte dieser Trekkingtour sind auch die verschiedenen Landschaftsformen und die Entdeckung der aromatischen Gewürze wie Nelken und die wertvollen Heilpflanzen unterwegs. Dazu wird man die Gastfreundschaft der Einheimischen abseits der ausgetretenen Pfade kennen lernen. Endpunkt dieser erlebnisreichen Trekkingtour ist das Dorf Vavatenina auf der Höhe von Mahambo an der Nordküste, ein schöner Badeplatz mit vorgelagertem Riff und auch ein beliebter Ort für die Wellenreiter. Von Mahambo kann man die Reise mit einer Bootsfahrt bis zur nahen, grünen Tropeninsel Sainte Marie fortsetzten. Badeurlaub und Inselfeeling pur erwartet dort die Reisegäste!

August 2020
Geschrieben von: Michaël PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker PRIORI Madagaskarhaus Basel

Die Eisenbahnlinie FCE in Madagaskar

Eisenbahn FCE in Madagaskar

Die Eisenbahnlinie FCE (Fianarantsoa-Cote-Est Railway) verbindet die Hochlandstadt Fianarantsoa mit der Küstenstadt Manakara

Schon 1896, ganz zu Beginn der Kolonialzeit der Franzosen, hat man über die Planung dieser Bahn gesprochen. Von 1926 bis 1936 wurde sie dann mit erheblichem Aufwand gebaut. So sollen zeitweise 5‘000 Zwangsarbeiter an der Arbeit beteiligt gewesen und mehrere Tausend bei den Bauarbeiten ums Leben gekommen sein. Es ist eine Bahnstrecke in Meter-Spur. Mit 67 Brücken und 48 Tunneln und gut 163 Kilometern Länge, wurde die Bahn gleichzeitig mit dem Hafen von Manakara eingeweiht. Damit war, für damalige Verhältnisse, eine leistungsfähige Verbindung von der Ostküste ins Hochland entstanden.

Heute entspricht die Bahn nicht mehr den Vorstellungen einer „westlich“ modernen Eisenbahn. Die Einheimischen sprechen somit auch etwas ironisch von ihrem TGV (Train à Grandes Vibrations). Die Dieselloks stammen noch aus der Anfängerzeit dieser Bahnlinie. Das Wagenmaterial wurde mehrmals ausgetauscht. Viele Wagen stammen aus der Schweiz, so z. B. von der Brünigbahn, der Chemin de fer Yverdon-St. Croix oder den Berner Oberland-Bahnen. Für uns verströmen diese Wagen einen Duft von Nostalgie, denn sie stammen alle aus den 60er-Jahren. Hier erhalten sie einen neuen Anstrich und werden auch im Innern etwas restauriert und sind somit noch gut erhalten.

Für die Einheimischen ist diese Bahn sehr wichtig, ist sie doch die einzige Verkehrsverbindung in ihrer Region. Die Strasse vom Hochland über Ranomafana nach Manakara verläuft, in Luftlinie gesehen, 30 Kilometer nördlich der Bahnlinie.

Die Bahnstrecke verläuft, gemäss bahntechnischen Bedingungen, mit einer möglichst ausgeglichenen Steigung in vielen Windungen in einem schwierigen Gelände. An einigen Stellen wird die maximale Steigung ausgereizt und der Zug hat dann Mühe diese Stellen zu passieren. Erst unten in der Küstenebene verläuft sie zum Teil eben und schnurgerade.

Aus Mangel an Rollmaterial verkehrt der Zug nur noch zweimal wöchentlich in jeder Richtung.

Die Abfahrtszeit, sei es in Fianarantsoa oder in Manakara, ist immer auf 7 Uhr angesetzt. Ob diese eingehalten werden kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Oft ist die Lok noch in Reparatur oder der Zug muss noch in die richtige Formation rangiert werden. Nach Fahrplan würde die Fahrt etwa 10 Stunden dauern. Aber die Halte an den 16 Zwischenstationen dauern immer etwas länger als geplant. Da müssen Waren aus- und eingeladen werden oder man wartet noch auf einen Patienten, der dringend transportiert werden muss oder …

Neben der wundervollen Aussicht während der Fahrt (am besten man besetzt bei einer Talfahrt einen Platz auf der, in Fahrtrichtung gesehen, linken Seite), sind die Halte an den Stationen ganz besonders interessant. Die halbe Dorfbevölkerung ist dann anwesend und versucht alles zu verkaufen, was Haus und Hof hergibt.

Meist wird es spät am Abend bis man am Endbahnhof ankommt.

Die Eisenbahnstrecke vom Hochland zur Küste steht im Zentrum unserer Reise „Bahnwanderung entlang der Dschungelbahn“. Wir wollen einem Teil des Schienenstrangs folgen. Zu Fuss und so vom Hochland bis zur Küstenebene gelangen. Zum Schluss fahren wir dann mit dem Zug zurück und erleben die Strecken nochmals vom Zug aus.

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Die Eisenbahn in Madagaskar

Die Eisenbahn in Madagaskar: Chemin de fer , Madagascar
 

Eisenbahn in Madagaskar: Streckenverläufe Zuverlässigkeit und Geschichte

1984 fuhren noch vier Passagierzüge von Antananarivo nach Antsirabe. Seit vielen Jahren kein einziger mehr. Damals verkehrten noch drei tägliche Personenzüge von der Hauptstadt nach Tamatave. Die 370 km lange Fahrt dauerte um die neun Stunden und war bezüglich Zuverlässigkeit auf ziemlich hohem Niveau. Heute kann man als Passagier nicht mehr mit der Eisenbahn von Antananarivo nach Tamatave reisen.

1901 begann die Kolonialmacht Frankreich mit dem Eisenbahnbau in Madagaskar. Es entstand ein Netz von 850 Kilometern. Mit der Unabhängigkeit 1960 erbte Madagaskar ein funktionierendes und intaktes Eisenbahnsystem, bestehend aus zwei unabhängigen Netzen in Meterspur. Einerseits von der Hauptstadt gegen Süden nach Antsirabe und andererseits an die Ostküste zum Hafen Tamatave und mit einer Seitenlinie zum Reisgebiet um Ambatondrazaka.

In den bitteren 1980er Jahren und den unstabilen 1990er Jahren degradierten die Bahnstrukturen dramatisch. Gleichzeitig wurden die Frequenzen reduziert oder gar eingestellt.

Um die Jahrhundertwende war die staatliche Eisenbahngesellschaft „Réseau National des Chemins de Fer Malagasy“ (RNCFM) bankrott. Der Staat privatisierte das Nordnetz, betreibt aber weiterhin das Südnetz. Auf dem Nordnetz kümmert sich Madarail um den Betrieb und interessiert sich primär für den lukrativen Frachtverkehr des Bergbaus. Dafür wurden auch neue Schienenstränge verlegt. Der Personenverkehr ist zweitrangig. Trotzdem verkehren noch Passagierzüge, oft in gemischter Form mit Frachtverkehr. Der Fahrplan ist ziemlich verlässlich, jedenfalls bezüglich der Abfahrtszeit.

Eisenbahn in Madagaskar: Madarail MadagascarDie Südbahn von Fianarantsoa nach Manakara hingegen hangelt sich tagtäglich am Abgrund vorbei. Die Fianarantsoa-Côte Est (FCE) hat nur noch eine fahrtüchtige Lokomotive, die aber sehr oft „en panne“ ist. Der Fahrplan ist bis auf wenige Fahrten pro Woche ausgedünnt. Die Südbahn wird zuweilen als Dschungel-Express bezeichnet und dies ist eher sarkastisch zu verstehen. Für die Bevölkerung spielt die 160 km lange Linie aber weiterhin eine grosse Rolle. Der Bau dieser Linie begann 1926 und war das schwierigste Bahnbauprojekt, das Frankreich je in seinen Kolonien durchführte. Brücken, Tunnels und unstabiles Gelände waren technische Herausforderungen. Der Unterhalt der Linie ist aus Budgetgründen nur mangelhaft. Zudem verursachen Zyklone regelmässig erhebliche Schäden.

Entlang aller Schienennetze führen Strassen, in die in den letzten 20-30 Jahren erheblich investiert wurde. Das bedeutet nicht, dass sie gut sind, aber der Löwenanteil an Gütern und Personen wird heutzutage auf der Strasse transportiert. Trotzdem bedienen die Eisenbahnen heute noch Dörfer, die auf dem Strassenweg nicht oder sehr schlecht erreichbar sind.

Abgesehen von diesen zwei Bahnnetzen finden sich auf Madagaskar auch an weiteren Orten Spuren von Eisenbahnen. Die frühere Zuckerbahn auf der Insel Nosy Be transportierte mit zwei Dampflokomotiven auf 25 km Zuckerrohr zur Fabrik und Zucker zum Hafen. Der Betrieb wurde in den 1980er Jahren eingestellt. In Diégo-Suarez gab es zu frühen Kolonialzeiten eine Schmalspurbahn, die als Stadttram funktionierte. Der Bau einer Stichbahn südlich von Tulear hingegen wurde nie beendet. Sie war für den Abtransport von Kohle geplant worden.

 

Eisenbahn in Madagaskar: Fahrplan von PRIORI Reisen
Fahrplan für die Eisenbahn in Madagaskar

Madagaskar per Eisenbahn erkunden – Dschungel-Express hautnah

Dschungel Express Madagaskar Eisenbahn

Madagaskars Eisenbahn-Netz ist auch heute noch in Teilstücken befahrbar. Für Reisende sind diese Touren einzigartig und ein ganz besonderes, authentisches Erlebnis. PRIORI kann Ihnen alle Infos rund um die möglichen Bahnfahrten in Madagaskar geben – Fahrpläne, Tickets und Reiseprogramme.

Die Strecke des FCE-Dschungel-Express von Fianarantsoa bis Manakara wurde während der französischen Kolonialzeit bis 1936 errichtet. Auf 163 Kilometern schlängeln sich die eingleisigen Schienen 1100 Höhenmeter durch den feucht-grünen Dschungel hinab zur Ostküste. Die Bahn der madagassischen Gesellschaft FCE überquert dabei 47 Brücken und durchfährt 48 Tunnel. Für Reisende bieten sich auf der Fahrt wunderschöne Ausblicke und tiefe Einblicke in kleine Dörfer und das Leben der Menschen, die den Zug hauptsächlich als Transportmittel für Waren benutzen. Viele der Orte auf der Strecke sind durch Straßen nicht erreichbar. Geduld und Ausdauer sind jedoch gefragt, denn wann der Zug das Meer erreicht ist nie ganz sicher. 

Impressionen liefert die SWR-Reportage Eisenbahn-Romantik zu Madagaskars Dschungel-Express.