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Vanille in Madagaskar

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Vanille Madagaskar SAVA PRIORI Reisen

 

Schon immer haben die Gewürze die Welt bewegt und ihretwegen wurden Kriege geführt oder Kontinent entdeckt. Die Insel Madagaskar ist schon lange für seine kostbare Vanille berühmt. Nach Safran zählt dieses Gewürz nämlich zu den teuersten der Welt. Ca. 50% der heutigen weltweit produzierten Vanille kommt aus Madagaskar. Auch die benachbarten Inseln La Réunion, die Komoren und Mauritius produzieren etwas Vanille. Die Vanille aus Madagaskar trägt den Qualitäts-Markennamen “Bourbon Vanille“. Dieses duftende “schwarze Gold“ gehört zu den wertvollsten Exportprodukten von Madagaskar und ist ein Stimulans für Gaumen und Gesundheit.

Vanille in Madagaskar
Ursprünglich stammt die Vanillepflanze aus dem tropischen Mexiko. Erst mit der Entdeckung der “Neuen Welt“ und durch die spanische Landeroberung im Jahr 1510 wurde dieses wertvolle Gewürz in ganz Europa bekannt. Neben Gold und Edelsteine haben die Spanier auch zwei exotischen Pflanzen, den Kakao und ein unbekanntes Gewürz “Vanilla“ von den langen Entdeckungsreisen mitgebracht. Hier in Europa wurden sie dann in vielen Botanischen Gärten angepflanzt. Wegen ihrer Kostbarkeit gehörten sie bald in allen europäischen Herrscherhäusern zu den beliebten aromatischen Gewürzen.

Ab dem 1604 wurde die Vanille nach Frankreich importiert, wo man dieses duftende Gewürz für die Zubereitung von Kaffee und Schokolade verwendete. Später im Jahr 1846 wurde die Mexiko-Vanille in Frankreich monopolisiert. Leider gelang es aber nicht, aus den Blüten die Stängel zu gewinnen, denn zur Bestäubung dieser Orchidee werden spezielle Bienen oder Kolibris benötigt.

 Durch die Franzosen fand die Vanille-Pflanze den Weg nach La Réunion und wurde auf dieser Insel angebaut (Insel Bourbon). Hier entwickelte der Sklave Edmond Albis eine manuelle Bestäubungsmethode.

Bauern haben die Vanille aus der Nachbarinsel La Réunion anfangs des 20. Jahrhundert wegen des steigenden Weltmarkbedarfs in den Nordteil Madagaskars eingeführt und schon bald gehörten die französischen Kolonien La Réunion, Komoren und natürlich Madagaskar zu den wichtigsten Vanilleproduzenten.

Vanille in Madagaskar
Tüchtige Geschäftsleute aus China sind im Laufe der Zeit zu sogenannten “Vanille-Baronen“ geworden und haben die SAVA-Region zum wichtigen Produktionsstandort gemacht. Eine Zeit lang lieferte die grosse Insel etwa 80% des Weltmarktbedarfs an Vanille. Total wurden rund 60 Vanillearten registriert. Nur fünf Arten davon kommen auf Madagaskar vor und nur drei sind Kulturpflanzen geworden.

Die bekannteste und kostbarste Art ist die “echte Vanille“ (Vanilla planifolia), die eben aus den mexikanischen Tropen stammt. In Europa, aber auch in anderen Ländern wird diese echte Vanille “Bourbon-Vanille“ genannt. Nur Madagaskar und die Inseln La Réunion, die Komoren und Mauritius dürfen mit diesem Namen werben. Aufgrund ihres intensiven und harmonischen Aromas ist die Bourbon-Vanille die beliebteste Vanillesorte der Europäer. Die mit Vanille gewürzten Süss-Speisen wurden schon zur Zeit von Elisabeth I. sehr geschätzt. Auch die moderne Küche verwendet Vanille noch auf verschiedene Weisen, auch zur Zubereitung von Fleisch- und Fischgerichten.

Die Kletterpflanze aus der Familie der “Orchidaceae“ gedeiht hervorragend an der Nordostküste Madagaskars mit dem feucht-warmen Klima und den enormen Niederschlagsmengen. Dieses landwirtschaftliche Anbaugebiet nennt man die SAVA Region. Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der vier regionalen Städte ab: Sambava, Andapa, Vohemar und Antalaha. In diesem fruchtbaren grünen Dreieck des nordöstlichen Teils von Madagaskar wächst ein Grossteil der Weltproduktion an Vanille, neben anderen Exportgütern wie Pfeffer, Gewürznelken etc. PRIORI organisiert natürlich Besuche auf diese Vanilleplantagen, besonders während der Erntezeit ab dem Monat Juli. Man kann hier die traditionelle Bestäubungsmethode oder die komplizierte Verarbeitung miterleben.

Vanille in Madagaskar
Das Umland von SAVA ist durch die Plantagenwirtschaft geprägt. Auf kleineren und grösseren Feldern klettern die Ranken dieser aromatischen Orchideenarten an Bäumen oder an Stützpflanzen empor. Das Hauptanbaugebiet von Vanille liegt um die Vanillestadt Sambava. Diese wurde auch als “Welthauptstadt der Vanille“ bezeichnet. Dreiviertel der weltweit verkauften Vanille werden in dieser Vanillestadt produziert. Dieses “schwarze Gold“ ist so kostbar, dass es zur ersten Einnahmequelle der Stadt- und Dorfbewohner in dieser Region geworden ist. Die Vanilleproduktion bringt seit langem eine Menge Devisen ins Land. Die Ausfuhrmenge liegt um die 2000 Tonnen pro Jahr.

Die Vanilleproduktion ist leider nicht mehr so gut wie einst. Grund sind die Zerstörungen durch die häufigen Wirbelstürme aus dem Indischen Ozean während der Regenzeit in den Monaten Januar bis April. Besonders die Stadt Antalaha litt in den letzten Jahren unter diesen klimatischen Bedingungen. Im Jahre 2004 zerstörte ein Zyklon viele Plantagen, doch die Bauern liessen sich von diesen jährlichen Katastrophen nicht unterkriegen und pflanzten die Plantagen im folgenden Jahr wieder neu an, denn schliesslich geht es um viel Geld. Die Produkte werden ab dem kleinen Exporthafen Antalaha nach der Hafenstadt Tamatave (Toamasina) oder direkt nach Europa, nach den Vereinigten Staaten und nach Japan verschifft.

Vanille in Madagaskar
Die Vanille ist eine starkwüchsige Kletterpflanze mit langen grünen fleischigen Trieben. Die Blätter sind dickfleischig bis 5 cm breit und parallelnervig. Die Blütezeit beginnt, sobald die Regenzeit einsetzt, also zwischen Oktober und Dezember. Während der Bestäubungszeit müssen alle Blüten in den grossen Vanilleplantagen einzeln und vorsichtig von Hand bestäubt werden, denn in Madagaskar sind die natürlichen Bestäuberinsekten nicht heimisch. Nach dem Bestäuben wachsen dann die grünen Schoten heran. Sobald sie eine gewisse Grösse haben, werden die wertvollen Schoten auch bereits mit Einritzungen durch den Plantagenbesitzer gekennzeichnet. Die Arbeitsgänge von der Ernte bis zum Export dauern mehrere Wochen und verlangen einen präzisen Arbeitsablauf. Die frisch geernteten grünen Vanilleschoten werden während 1 bis 3 Minuten (je nach Grösse der Schoten) in 60 bis 70 Grad heissem Wasser gebrüht. Darauf werden sie abwechselnd ca. 3 Stunden an der Sonne und im Schatten zum Trocknen ausgelegt. In der Nacht werden sie dann in grosse Tücher oder dicke Decken zum “Ausschwitzen“ gepackt. Nach diesem mehrmaligen Einpacken und Trocknen an der Sonne erhalten die Vanilleschoten endlich die typische braunschwarze Färbung und entwickeln den süsslichen wunderbaren Vanilleduft. Der in ihnen enthaltene Milchsaft hat sich in dieser Zeit durch Gärung in eine dunkle intensiv duftende Masse verwandelt. Diese verschiedenen Prozessschritte werden von den Arbeitern streng überwacht, um eine falsche Fermentation zu verhindern.

Während der Erntezeit zwischen Juli bis Oktober liegen in jedem Dorf entlang der Vanilleküste die langen braunen Vanillen-Schote zum Trocknen, entweder auf einfachen Strohmatten oder auf langen Rosten. Auf keinen Fall sollten die Vanilleschoten nass werden!

Nur die schönen und die duftenden Vanillestängel, die nach der monatelangen Verarbeitung nicht beschädigt sind, gehen in den Verkauf. Die Qualität dieser teuren und kostbaren Gewürze hängt natürlich vom mühevollen und komplizierten Trocknungs- und Fermentationsverfahren ab. Ihres überragenden Aromas wegen hat die Vanille ihre Bedeutung auf dem Weltmarkt gewonnen. Synthetisches Vanillin (zum Beispiel im Coca Cola-Getränk) ist nicht vergleichbar mit dem Aroma der natürlichen Vanille.

Vanille in Madagaskar
In der Likörindustrie wird die Vanille unter anderem bei Kakao- und Kaffeelikören verwendet. Sie ist aber überall in der Nahrungsmittelindustrie verbreitet. Auch bei uns in Madagaskar verleiht sie den madagassischen Gerichten neue Geschmacks- und Geruchsnoten, steigern den Appetit und fördern die Verdauung. Die Madagassen nutzen gerne Vanille bei der Zubereitung ihrer Gerichte. Vanillesosse auf Zebu oder Rindfleisch schmeckt hervorragend, das Gewürz eignet sich natürlich auch für Dessert wie Kuchen oder für Obstsalat. Vanillezucker mit den zahlreichen schwarzen Pünktchen im Zucker ist auch sehr beliebt in den Bäckereien und Konditoreien. Wichtige Abnehmer der Vanille sind auch die Schokoladen- und die Parfumindustrie.

Der eingelegte Rum mit Vanille wird als Aperitif sehr geschätzt. Die Zubereitung ist sehr einfach: die Vanillestange flach drücken, längs aufschneiden oder teilen, dann in eine Flasche oder in ein grosses Gefäss geben und den Rum darüber giessen. Diese Mischung sollte man mindestens 2 bis 3 Monate ziehen lassen – je länger, desto besser. Nach Belieben kann man natürlich weitere Gewürze wie Zimt oder Ingwer benutzen oder auch weitere Zutaten wie frische Früchte. Sehr beliebt sind vor allem die süssen Litschis, Mangos oder Ananas.

Vanille in Madagaskar
Überall auf den Lokalmärkten und in den Supermärkten findet man die teuren Vanillestängel aus Madagaskar mit dem süsslichen Aromas zum Verkauf. Meist werden sie als kleine Bündel oder in Plastiksäcken angeboten. Ein Kilo Spitzenqualität dieser “Königin der Gewürze“ kostet etwa 1.000.000 Ariary (rund 220 Euro). Sie zeichnet sich durch ihre besondere Farbe, Dicke und Länge aus. Je nach Qualität kann man die Vanillestangen bei guten Lagerbedingungen bis zu 2 Jahre aufbewahren.

Juni 2021, geschrieben von Fanasina PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

Vanille aus Madagaskar

Blüte Vanille Madagaskar
Vanille kennt jeder
…aber wer von uns weiss denn, was genau diese Gewürzpflanze eigentlich ist und woher sie ursprünglich stammt?

Es gibt mehr als 100 Arten von Vanilleorchideen und ca. 15 davon tragen aromatische Früchte. Die bekannteste davon ist die Gewürzvanille, auch «echte Vanille» (Vanille planifolia) genannt. Aus diesen fermentierten Vanilleschoten wird das Gewürz Vanille gewonnen.

Von Mexiko nach Madagaskar
…schon vor den spanischen Seefahrern wurde die Vanillepflanze in Mexiko angebaut. Über Europa kam sie vor gut 100 Jahren nach Madagaskar.

Doch da es in Madagaskar keine Bienen oder Kolibris gibt, die die Bestäubung der Orchidee übernehmen können, wird dies von den lokalen Frauen (und manchmal auch von Männern) entlang der Nordostküste von Hand übernommen.

Die Pflanzen haben, wie Sie oben sehen können, grün-gelbliche Blüten.

Da jede Blüte nur einen Tag blüht, ist es sehr wichtig die Pflanzen rechtzeitig zu bestäuben.

Madagaskar Samenkapseln Vanille

Aus diesen grünen Samenkapseln wird Vanille gewonnen.

Im ersten Schritt werden die Samenkapseln/Vanilleschoten kurz über dem Feuer in ca. 70 Grad heissem Wasser blanchiert und anschliessend jeden Tag draussen zum Fermentieren in die Sonne gelegt.

Madagaskar Verarbeitung von VanilleFermentieren Vanille Madagaskar

Ziehen Regenwolken auf…
…werden die Schoten schnell eingesammelt und wie auch sonst an jedem Abend in Wärmekisten gelagert. Dort warten sie dann auf die nächsten Sonnenstrahlen.

Wertvoll
Im Norden von Madagaskar wächst rund 80% der gesamten Weltproduktion von Vanille.

Dies ist eine sehr wichtige Einnahmequelle für die Einwohner. Daher wacht immer ein Aufpasser über das «schwarze Gold», um es vor Dieben und vor schlechten Wetter zu schützen.

Die Vanille wird meist in kleinbäuerlichen Familienplantagen angebaut und als grüne Schote an Ankäufer vor Ort verkauft. Spezialisierte Vanilleaufbereiter organisieren den langen Fermentierungsprozess.

Der Vanillebauer verdient, trotz der vielen Arbeit, sehr wenig an seinem Produkt. Das grosse Geld machen die Exporteure und die westlichen Verkaufsstellen, die die Vanille weiterverkaufen.

Hier in Europa wird die echte Vanille auch «Bourbon-Vanille» genannt. Dieser Name stammt von einem der ersten und langjährigen Hauptlieferanten der Vanille und kommt aus La Réunion und Madagaskar.

Wegen verschiedener Zyklone im Indischen Ozean (die Saison ist von Januar – März) und der Zerstörung, die sie hinterlassen, ändert sich der Preis der Vanille in jedem Jahr. Im Herbst 2018 erreichte der Preis Rekordhöhe, denn so kostete ein Kilo Vanille stolze 600 USD und kam dem Preis für Gold sehr nahe.

Wenn auch Sie Madagaskar bereisen möchten und vielleicht auch einen der vielen kleinen Vanilleplantagen besuchen möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Denn PRIORI Reisen bringt Sie dahin, wo Sie auf keine weiteren Touristen treffen, abseits des Massentourismus und mitten im alltäglichen Leben der Madagassen!

Madagaskar Reisen – Ideen für 2016

Madagaskar ist als Reiseland äusserst vielseitig. Warum also auf der Standard-Route durch das Land fahren und die üblichen Nationalparks und Touristenspots besuchen?

Reisbauern bei der Arbeit auf dem Feld in Madagaskar

Wir haben ein paar Ideen für spannende Madagaskar-Aktivitäten und Reiserouten zusammengestellt.
Wie wäre es zum Beispiel mit:

  • dem Besuch einer Familie und deren Zebu in der Nähe von Antsirabe,
  • einer Wein- oder Schokoladenverkostung im Hochland,
  • einem Besuch in einem Vanilledorf in der Gewürzregion SAVA, das über Strassen nicht erreichbar ist,
  • einer beeindruckenden Tanz-Vorführung gehörloser Kinder in einem Jugendzentrum in Antananarivo,
  • einem Fotokurs und Ausflug in kleine Dörfer mit Madagaskars bekanntestem Fotografen Pierrot Men,
  • einem Marktbesuch und anschliessendem madagassischen Kochkurs,
  • einer Wanderung im unbekannten Marojejy-Nationalpark mit Blick auf den Indischen Ozean
  • der Beobachtung der ringförmigen Sonnenfinsternis in einem Camp unterm Sternenhimmel im völlig abgeschiedenen Westen Madagaskars,
  • einer Besichtigung des Herzensprojekts einer madagassischen Apothekerin in Antalaha, oder
  • dem Besuch des einzigen Piratenmuseums Madagaskars…?

antalaha-cap-est.MadagaskarAuf unseren Madagaskar-Reisen 2016 finden Sie all das – und noch viel mehr.
Spannende Themen, kleine Gruppen, intensive und langsame Routen mit vielen Begegnungen und Zeit zum Selbst-Erkunden. Ob Kulinarik, Vanille, Trekking und Naturerkundung oder der Besuch von Sozialprojekten, für jede Interessenlage ist etwas dabei. Sie haben besondere Wünsche oder Ideen? Schreiben Sie uns an, wir sind seit mehr als 20 Jahren vor Ort in Madagaskar und können auch ungewöhnliche Anfragen realisieren…zuverlässig, flexibel und direkt.

Alle Aktivitäten können Sie individuell auf Ihrer Reise einbauen. Stöbern Sie durch einmal durch unseren Katalog

Unsere Reisephilosophie qualitativ hochwertiger Reisen mit fairen und langfristigen lokalen Kontakten vor Ort gilt selbstverständlich auch für unsere Gruppenreisen. Übrigens sind wir auch Mitglied im forum anders reisen, dem Verband für nachhaltige Reiseveranstalter im deutschsprachigen Raum.

Reise durch Madagaskars Norden – Vanille, Schlamm und Ramsamsam

Die Reiseberichte unserer Kollegin Ellen, die gerade in Madagaskars unterwegs ist, geben Einblicke und eine Idee davon, was es heißt, in Madagaskar zu reisen. Heute nehmen wir Sie mit nach SAVA, die Vanilleregion Madagaskars:

Reise Madagaskar Norden VanilleLetzten Samstag haben wir eine dreitägige Reise von Antalaha ins Landdesinnere gemacht. Geplant waren zwei Stunden Autofahrt mit anschliessenden zwei Stunden Bootsfahrt auf dem Fluss Ankavanana zum Dorf Sarahandrano.
Wie es so ist in Madagaskar kommt es oft anders als geplant und zwei Autostunden werden zu 3-4. Die Strasse war – wie erwartet nach dem Regen – voller Schlamm und grossen Seen. Auch wenn wir nur einmal so richtig fest in Schlamm stecken blieben, haben wir viel Zeit damit verbracht, einem Taxi-Brousse (lokaler Minibus) zu helfen, der ohne unsere Hilfe garantiert nicht weitergekommen wäre.

Madagaskar Reise SAVA Vanille DorfBei Ankunft in dem Dorf, von dem unsere Weiter-fahrt mit einen Boot geplant war, hat sich herausgestellt, dass der Bootsfahrer nicht genug Treibstoff gehabt hat, um „so weit“ zu fahren. Also mussten wir noch ein Stück weiter mit dem Auto fahren, das ist eben auch Madagaskar – man muss flexibel sein und sich von Anfang an und das Beste daraus machen, wenn etwas nicht wie geplant läuft.
Anderseits geben solche Abweichungen vom Plan immer die Gelegenheit etwas zu erleben, womit man vorher nicht gerechnet hat. Bevor wir uns auf die Weiterfahrt aufmachten, wollten wir die lokalen Bontaka (Bananenküchlein, nur aus Mehl und Bananen gemacht) probieren. Die Bontaka haben so gut geschmeckt, dass uns eines nicht genug war, und am Ende probierten wir richtig viele, so dass wir „vokybe“ (satt) weiterfuhren. Durch unsere Kostprobe haben wir natürlich etwas Zeit verloren und kamen letztendlich wegen der schlechten Strasse absolut nicht so weit wie wir wollten…

…lange Story kurzer Sinn, wir mussten das letzte Stück zum Boot zu Fuss bestreiten, was sich als schwieriger als gedacht erwies. Die nasse Strasse war glatt wie Eis im Winter. Doch mit viel Vorsicht und nach nur ein paar kleinen Stürzen (zum Glück ohne Beinbruch oder kaputte Kameras) kamen wir nölig am Boot an und konnten die nächsten zwei Stunden auf dem Wasser in vollen Zügen geniessen. Für jede Minute, die wir unterwegs waren, bewegten wir uns mehr und mehr weg von der Zivilisation, bis wir unser Ziel – das kleine Vanilledorf – kurz nach Mittag erreichten.

Sie haben auf uns gewartet und das Essen stand parat. Jacqueline, die Frau, die für uns gekocht hatte, könnte ohne Problem ein erfolgreiches Restaurant in der Stadt aufmachen, weil das Essen ausgezeichnet gut geschmeckt hat. Anschliessend haben wir unsere Sachen in die Bungalows gebracht, bevor wir dieses kleine Dorf näher angekuckt haben.

Madagaskar Reise SAVA VanilleDie Menschen hier leben hauptsächlich von Vanilleplantagen, überall wo wir hingingen hat es nach Vanille gerochen. Es war deutlich zu spüren, dass sie hier vor Ort nicht sehr gewohnt an Touristen gewöhnt sind (hoffentlich verbleibt es auch so). Als wir ankamen waren die Leuten sehr freundlich, begrüssten uns mit einem „Bole tsara“ und keiner bettelte nach Geld, Seife oder irgendeinem anderen Geschenk. Ausser ein Herr, der sein ganzes Geld garantiert aufgebraucht hatte, um Alkohol zu kaufen…er fragte mich nach Geld für eine kleine Flasche Rum. Er hatte nach meinem Empfinden mehr als genug für die nächsten Tagen getrunken – und wenn es um Geld für Alkohol geht bin ich sowieso nicht die richtige Ansprechpartnerin.

Unsere Bungalows hatten deutliche Spuren, dass sie nicht gerade viel benutzt werden…und auch deswegen hat wohl niemand versucht, sie in Schuss zu halten. Der Bungalow, den wir hatten war im Grundriss grosszügig und hatten eine sehr gute Matratze…aber was einmal einen Balkon war, waren jetzt nur ein paar morsche Holzstücke, die das Betreten des Balkons leider unmöglich machten. Die vielen Lampen die herumhingen funktionierte alle nicht, da der Generator im Dorf war (und die Bungalows ausserhalb der Dorf)….
Aber für ein paar Nächte war dies ein wunderschöner Ort zum Verweilen. Madagaskar Reise Vanille Norden Wir wohnten nur 5 Minuten zur Fuss vom Dorf entfernt und hatten eine wunderschöne Aussicht auf den Fluss. Am ersten Abend durften wir einen wunderschönen Sternen-himmel beobachten und konnten das „Kreuz des Südens“ sehr gut sehen. Direkt neben unserem Bungalow haben wir Chamäleons und verschiedene Vogelarten gesehen und mit der Stille, nur begleitet von Vogelsang, war dieser Ort wie ein kleines Paradies, speziell im Vergleich zu Antalaha, wo wir herkamen.

Der Hauptgrund für diese Reise war, dass wir ein paar Vorbereitungen für ein deutsches Fernsehteam, das eine Woche später kommen sollte, machen mussten. Sie werden eine Dokumentation über Madagaskar und speziell über Vanille machen…
…und ich freue mich schon, das fertige Produkt zu sehen.

Ich bin auch gespannt, ob das Fernsehteam auch ein paar singende Kinder antreffen wird, die vielleicht Ramsamsam singen und dazu tanzen…denn als ich dieses Dorf verlassen habe habe ich zusammen mit mindestens 40-50 Leuten dieses Lied gesungen und den dazugehörenden Tanz geübt. Den ersten Tag habe ich Ramsamsam zusammen mit ein paar Mädchen gesungen. Als ich am folgenden Tag durch Dorf ging hatten sie sichtlich auf mich gewartet…diesmal Mädchen und Jungen, die alle Ramsamsam singen und tanzen wollten.
Es macht richtig Spass Kindern etwas zu lehren, das sie weiterlehren können.

Zurück in Antalaha musste ich zugeben, dass es ein solcher Offroad-Trip recht anstrengen sein kann. Nachdem ich mich im Auto festhalten musste, habe ich Muskelkater wie nach einen Marathon bekommen. Aber der Muskelkater verschwindet und die Erinnerungen bleiben. Und bald brechen wir auf zu unserem nächsten Abenteuer hier in Madagaskar.

Reise Madagaskar Norden Vanille

Madagaskars Vanille-Region SAVA

Vanille Madagaskar SAVA PRIORI ReisenDas Markenzeichen Madagaskars ist die weltweit bekannte Bourbon-Vanille. Das edle Gewürz wird im Nordosten Madagaskars, in der Region SAVA angebaut. Der süssliche, intensive Vanille-Duft liegt hier in der Luft, egal wohin man geht.

Vor allem die kleinen madagassischen Städtchen Sambava und Antalaha gelten als Vanille-Zentren. Zahlreiche Familien-Betriebe haben sich auf Verarbeitung der wertvollen Schoten spezialisiert.

Zu den Orten der Region SAVA zählen neben Sambava und Antalaha noch Vohémar und Andapa. Allesamt sind madagassische Kleinstädte voller Farben und Gerüche. Ihre Anfangsbuchstaben bilden den Namen der Region. Die Ernte der Vanilleschoten ist jährlich in den Monaten Juni bis August. Erst nachdem die grünen Kapseln der Vanille-Orchidee geerntet und in heissem Wasser fermentiert wurden entwickelt sich die typische dunkelbraune Färbung und das intensive Aroma der Schoten. Dieser Prozess dauert mehrere Wochen und ist ein ausgeklügeltes Schauspiel, denn die Trocknung muss abwechselnd in der Sonne und im Schatten erfolgen.

PRIORI bietet individuelle Reisen in diese schöne und wenig besuchte Region Madagaskars und ihren Vanilleproduzenten an.

Dabei erleben Reisende auch die vielseitige Landschaft der Gegend mit Weilern, Reisanbaugebieten und Kokosplantagen sowie einem Besuch im reizvollen Bergmassiv des Marojejy Nationalparks. Auch schöne Strände hat der Nordosten der Insel zu bieten.

Neben individuellen Touren können Reisende an Kleingruppen-Reisen in die Region SAVA teilnehmen. Weitere Informationen dazu erhalten Interessierte unter: www.madagaskarhaus.ch

Blick auf das Marojejy Bergmassiv