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Maroantsetra – Masoala

Anreise in den Masoala Nationalpark: Flughafen Maroantsetra

Wie gelange ich in den Nationalpark von Masoala?

Das Masoala-Regenwaldgebiet in Madagaskar ist eines der besuchenswerten Highlights der Insel im Indischen Ozean. Masoala ragt wie ein Angelhaken im Nordosten Madagaskars ins Meer hinein. Diese Halbinsel besteht grob zur Hälfte aus einem Naturschutzgebiet mit sehr vielen endemischen Tieren und Pflanzen. Daher versuchte der Zoo Zürich mit seiner Masoala-Halle, ein Stück dieser Natur abzubilden.

Wer gern den Masoala im Original besuchen möchte, muss erstmal rein logistische Hürden bewältigen.

Die meisten Fernflüge nach Madagaskar landen in der Hauptstadt Antananarivo. Zwangsläufig ergibt sich eine Übernachtung, denn gleich weiter nach Maroantsetra zu fliegen, ist nicht machbar.

Die Kleinstadt Maroantsetra ist die Eingangspforte zum Masoala. Den Ort erreicht man ab Antananarivo mittels eines gut einstündigen Fluges. Es gibt zwei reguläre Flüge der Fluggesellschaft Tsaradia pro Woche. (Air Madagascar macht keine Binnenflüge mehr.) Die private Fluggesellschaft Madagasikara Airways, die nebst wenigen regulären Binnenflügen eher Bedarfsflüge ausführt, setzt Maroantsetra ab und zu ins kurzfristig angesetzte Flugprogramm. Private Charterflüge sind für bis zu 12 Passagiere zwar machbar, kosten aber etwa gleich viel wie der Flug von Europa nach Madagaskar.

Masoala NationalparkMaroantsetra auf dem Landweg zu erreichen ist sehr abenteuerlich. Die RN5 führt zwar von der Hafenstadt Tamatave über 400 Kilometer bis nach Maroantsetra an der Innenbucht des Antongil-Meeresarms. Doch diese Route Nationale ist über weite Teile eine ganz üble Piste. Allradfahrzeuge quälen sich über mehrere Tage hinweg über die Schlammwege und durch Wasserniederungen, um entlang der Ostküste nach Maroantsetra zu gelangen. Zudem fehlen vielerorts stabile Brücken, sodass die Fahrzeuge zuweilen waghalsig über Behelfsbrücken aus Schlagholz fahren müssen oder mit selbstgebauten Bambusfähren über Flussläufe geschippert werden.

Der Schiffsverkehr ist instabil, es gibt tatsächlich entlang der 5000 km langen Küsten Madagaskars keine planbaren Schiffslinien, ausser die wenigen Orte mit Fährverkehr. Seit kurzer Zeit verkehrt allerdings ein Passagierschiff mit 100 Personen Kapazität zweimal pro Woche zwischen Tamatave via Ste Marie nach Maroantsetra. Der Katamaran bleibt aber immer wieder wegen technischer Probleme an Land. Zuweilen machen auch kleinere Boote die Fahrt über die rauhe See. Auch wettermässig sind solche Wassertransporte nicht lange Zeit im Voraus planbar.

Realistisch gesehen ist ein Flug die einzig zuverlässige Art, ins Masoala-Gebiet zu gelangen – und von dort wieder weg.

Doch in Maroantsetra ist man noch keineswegs im Naturschutzgebiet Masoala. Dazu braucht es noch einen mehrstündigen Bootstransfer oder eine tagelange Wanderung. Das Naturgebiet von Masoala in seiner Ausdehnung zu sehen, braucht also eine richtige Anstrengung und ist fast unmöglich, in Eigenregie zu organisieren.

Die Reiseagentur PRIORI ist seit 1994 in Madagaskar und ebenso mit dem Madagaskarhaus in Basel. In den 25 Jahren ihrer Existenz hat sie schon unzählige Touren aller Art im Masoala organisiert. Daher kennt sie auch die vielen Stolpersteine, um überhaupt ins Masoala-Gebiet zu gelangen.

Das Tote Meer in Madagaskar

das tote meer in madagaskar

Kleine Salzseen liefern in Madagaskar Natursalz, das trotz seiner Heilwirkung nicht vermarktet wird. Dabei könnte das Tote Meer in Madagaskar Lieferant von natürlichen Salzen aller Art sein.

Der tiefe Süden Madagaskars ist zumeist eine hügellose, heisse und wasserlose Landschaft namens Androy. Doch in einer Niederung östlich der verschlafenen Verwaltungsstadt Tsiombe befinden sich ein paar kleine Seen, aus denen auf natürliche Weise Salz gewonnen wird. Die Gewässer von insgesamt rund 4 qkm Grösse weisen nur etwa zwei bis sechs Meter Tiefe auf. Sie liegen eingebettet zwischen flachen, von Kakteen bestandenen Anhöhen und ihre Ausdehnung wird beeinflusst von den sehr seltenen Niederschlägen. Im ariden Süden Madagaskars fällt zuweilen während mehreren Jahren kein einziger Regentropfen. Der nur etwa einen Kilometer lange Ihodo-See ist jedoch ganzjährig mit Wasser bedeckt, ebenso der kleinere Sihanapotsy-See. In der abflusslosen Zone haben sich die wenigen stehenden Gewässer infolge der sehr hohen Hitze zu Salzseen entwickelt. Die Tropensonne lässt Salzkristalle mitsamt Schwebestoffen zu Boden sinken. Diese fisch- und pflanzenlosen Wasserflächen waren der Bevölkerung seit jeher heilig. Salz durfte traditionell nicht abgebaut und gehortet werden. Das Kultprodukt Salz durfte auch nicht gehandelt oder als Zahlungsmittel benutzt werden.

Das hat sich inzwischen geändert. Am Rand des Ihodo-Hauptsees leben ein paar Dutzend Menschen, meist Frauen, vom Abbau und Verkauf des Salzes. Die traubengrossen Salzkristalle lagern sich im Schlick dieser natürlichen Verdunstungsbecken ab und werden von den Frauen von Hand an die Oberfläche geholt. In trogartigen Einbaumbooten wird das Salz an Land gebracht. Eine maschinelle Verarbeitung oder Raffinierung des Rohsalzes findet nicht statt. Das gewonnene, ungewaschene Salz wird einfach zu hüfthohen Pyramiden aufgehäuft, aus denen danach ein Grossteil des Wassers abfliesst.

das tote meer in madagaskar: salzpyramiden

Die flache und mineralienreiche Region produziert pro Jahr 1000 bis 2000 Tonnen naturbelassenes Salz, wobei über die Hälfte aus dem permanenten See Ihodo stammt.

Anders als in anderen salzhaltigen Binnengewässern, sind die pfannenflachen Seengebiete von Ihodo nicht rotviolett von salzliebenden Bakterien verseucht. Diese uralte Salzquelle ist nur regional bekannt. Unregelmässig machen sich Händler auf den schwer befahrbaren Pisten auf, um mit Lastwagen ein paar Tonnen Salz zu kaufen. Das grobkörnige Salz wird nur im tiefen Süden Madagaskars vertrieben. Wahrscheinlich würde dieses reine Natursalz keinen TÜV-Test bestehen oder keine Analyse der Stiftung Warentest überstehen. Nichtsdestotrotz wird dieses Salz ohne Lobby im Süden von Madagaskar benutzt und geschätzt. Der Anteil an Mikroplastik, der üblicherweise in Meersalzen inzwischen hoch ist, ist beim Ihodo-Salz gleich Null.

In Madagaskar wird Salz von mehreren halbindustriellen Betrieben aus Meerwasser produziert, so in Salzgärten in der Region von Tulear, Morondava und im Norden bei Diégo-Suarez. Das dortige Salz wird in fussballfeldgrossen Verdunstungsbecken unter der brütenden Sonnenhitze gewonnen. Die Verdunstungskruste wird im nachfolgenden Prozess gesäubert und das Rohsalz raffiniert. Speisesalz ist sogar eines der wenigen halbindustriellen Exportprodukte Madagaskars. Das madagassische ‘Fleur de sel’, die hauchdünne oberste Schicht, ist sogar ein weltweit gesuchtes Kulinarikprodukt.

Madagaskar hat etwa 1300 Seen, Lagunen und Sumpfgebiete. Doch nur gerade in dieser geologisch speziellen Zone von Androy ist eine Salzgewinnung aus stagnierendem Süsswasser möglich. Diesem Salz wird von der Lokalbevölkerung eine nachweisbare Heilwirkung zugesprochen. Gelenkschmerzen sollen damit behandelbar sein und insbesondere eine heilende Wirkung bei Hautirritationen bewirken. Dieses traditionelle Medizinwissen wird im Süden Madagaskars nur gerade von der ortsansässigen Bevölkerung genutzt. Abgesehen davon beklagen sich die Salzarbeiterinnen nicht über Asthma.

das tote meer von madagaskar: salzsee

Anders als im Toten Meer werden die natürlichen Salzlagunen von Ihodo nicht vermarktet. Es gibt weder ein Label noch eine Vertriebsorganisation. Nicht eine Handvoll Touristen besucht diese Zone pro Jahr und vor Ort existiert keinerlei touristische Infrastruktur. Die Arbeiterinnen kommen jeden Tag von weither zu Fuss, um stundenlang knie- oder hüfttief im Wasser zu stehen und Schlammsalz auf kleine Holzboote zu hieven. Oder sie sitzen neben ihren austrocknenden Salzpyramiden und warten, bis das Geräusch eines fernen Motorfahrzeugs einen möglichen Käufer ankündigt.

PRIORI, die Reiseorganisation für Madagaskar www.madagaskarhaus.ch

Die Eisenbahnlinie FCE in Madagaskar

Eisenbahn FCE in Madagaskar

Die Eisenbahnlinie FCE (Fianarantsoa-Cote-Est Railway) verbindet die Hochlandstadt Fianarantsoa mit der Küstenstadt Manakara

Schon 1896, ganz zu Beginn der Kolonialzeit der Franzosen, hat man über die Planung dieser Bahn gesprochen. Von 1926 bis 1936 wurde sie dann mit erheblichem Aufwand gebaut. So sollen zeitweise 5‘000 Zwangsarbeiter an der Arbeit beteiligt gewesen und mehrere Tausend bei den Bauarbeiten ums Leben gekommen sein. Es ist eine Bahnstrecke in Meter-Spur. Mit 67 Brücken und 48 Tunneln und gut 163 Kilometern Länge, wurde die Bahn gleichzeitig mit dem Hafen von Manakara eingeweiht. Damit war, für damalige Verhältnisse, eine leistungsfähige Verbindung von der Ostküste ins Hochland entstanden.

Heute entspricht die Bahn nicht mehr den Vorstellungen einer „westlich“ modernen Eisenbahn. Die Einheimischen sprechen somit auch etwas ironisch von ihrem TGV (Train à Grandes Vibrations). Die Dieselloks stammen noch aus der Anfängerzeit dieser Bahnlinie. Das Wagenmaterial wurde mehrmals ausgetauscht. Viele Wagen stammen aus der Schweiz, so z. B. von der Brünigbahn, der Chemin de fer Yverdon-St. Croix oder den Berner Oberland-Bahnen. Für uns verströmen diese Wagen einen Duft von Nostalgie, denn sie stammen alle aus den 60er-Jahren. Hier erhalten sie einen neuen Anstrich und werden auch im Innern etwas restauriert und sind somit noch gut erhalten.

Für die Einheimischen ist diese Bahn sehr wichtig, ist sie doch die einzige Verkehrsverbindung in ihrer Region. Die Strasse vom Hochland über Ranomafana nach Manakara verläuft, in Luftlinie gesehen, 30 Kilometer nördlich der Bahnlinie.

Die Bahnstrecke verläuft, gemäss bahntechnischen Bedingungen, mit einer möglichst ausgeglichenen Steigung in vielen Windungen in einem schwierigen Gelände. An einigen Stellen wird die maximale Steigung ausgereizt und der Zug hat dann Mühe diese Stellen zu passieren. Erst unten in der Küstenebene verläuft sie zum Teil eben und schnurgerade.

Aus Mangel an Rollmaterial verkehrt der Zug nur noch zweimal wöchentlich in jeder Richtung.

Die Abfahrtszeit, sei es in Fianarantsoa oder in Manakara, ist immer auf 7 Uhr angesetzt. Ob diese eingehalten werden kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Oft ist die Lok noch in Reparatur oder der Zug muss noch in die richtige Formation rangiert werden. Nach Fahrplan würde die Fahrt etwa 10 Stunden dauern. Aber die Halte an den 16 Zwischenstationen dauern immer etwas länger als geplant. Da müssen Waren aus- und eingeladen werden oder man wartet noch auf einen Patienten, der dringend transportiert werden muss oder …

Neben der wundervollen Aussicht während der Fahrt (am besten man besetzt bei einer Talfahrt einen Platz auf der, in Fahrtrichtung gesehen, linken Seite), sind die Halte an den Stationen ganz besonders interessant. Die halbe Dorfbevölkerung ist dann anwesend und versucht alles zu verkaufen, was Haus und Hof hergibt.

Meist wird es spät am Abend bis man am Endbahnhof ankommt.

Die Eisenbahnstrecke vom Hochland zur Küste steht im Zentrum unserer Reise „Bahnwanderung entlang der Dschungelbahn“. Wir wollen einem Teil des Schienenstrangs folgen. Zu Fuss und so vom Hochland bis zur Küstenebene gelangen. Zum Schluss fahren wir dann mit dem Zug zurück und erleben die Strecken nochmals vom Zug aus.

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Nachtwanderung in Madagaskar

Madagaskar Nachtwanderung

Eine Nachtwanderung in Madagaskar ist fast ein Muss, denn nur nachts sehen Sie die vielen nachtaktiven Tiere.

Für einen Besuch in einem der vielen Nationalparks braucht man einen zertifizierten Guide, der einen durch den Wald begleitet und auch hilft, die zum Teil sehr verstecken Tiere zu finden. Diese Guides erwähnen meist am Ende des Rundgangs, dass eine kleine Nachtwanderung in Madagaskar auch von Interesse sei, um die nachtaktiven Tiere sehen zu können.

Eine Nachtwanderung in Madagaskar ist, wie die Guides sagen, sehr lohnend. Da man aber die Nationalparks nach Einbruch der Dunkelheit nicht betreten darf, finden diese «Wanderungen» meisten entlang der Strasse statt. Je nach Ort gibt es viel Verkehr. Somit ist es besser im Voraus zu fragen, wo die Wanderung stattfinden soll. Viele kleine private Parks bieten Nachtwanderungen im Wald an. So können Sie sicher und in aller Ruhe die Tiere suchen, ohne Angst haben zu müssen, angefahren zu werden.  Manche Hotels bieten auch Nachtwanderungen in ihrem eigenen Waldstück an. Preislich ist dies oft günstiger, als wenn man einen Guide eines Nationalparks engagiert und man kann die Wanderung in aller Ruhe, direkt vom Hotel aus, machen. Meistens werden diese Wanderungen von den Hotelangestellten geführt. Hierbei kann es sein, dass diese über nicht sehr gute Sprachkenntnisse verfügen, aber sie kennen ihre Waldgebiete sehr gut und können fast immer viele nachtaktive Tiere zeigen.

Für eine erfolgsreiche Nachtwanderung brauchen Sie eine gute Stirnlampe, langärmelige Kleidung, gute Schuhe (Trekkingschuhe) und was immer dabei sein sollte, ist ein gutes Mittel gegen Mücken. Sprayen Sie sich im Voraus ein und kontrollieren Sie auch, dass die Batterien in der Stirnlampe für die nächsten 1-2 Stunden reichen werden. Es ist empfehlenswert, eine Stirnlampe, die auch rotes Licht hat zu benutzen. Mit rotem Licht kann das Auge besser sehen und man blendet (erschrickt) auch die Tiere nicht so schnell, wie mit dem «harten» weissen Licht. Wenn Sie ihre Kamera mitnehmen, benötigen Sie ein sehr lichtstarkes Objektiv. Die Guides möchten, dass Sie so zufrieden wie möglich sind und haben nicht immer den Mut Ihnen zu sagen, «Bitte keinen Blitz benutzen!». Wir wissen alle, wie unangenehm es ist, wenn uns jemand direkt ins Gesicht blitzt und so löst dies auch bei den Tieren einen unnötigen Stress aus. Es gibt speziellen Taschenlampen zu kaufen, mit denen man Tiere im Dunkel beleuchten kann, ohne sie sehr zu stören. Fragen Sie bitte im geeigneten Fachhandel nach, welche Lampen für diese Zwecke geeignet wären.

Nachtwanderung in Madagaskar

Ein kleiner Zusatztipp von PRIORI Reisen:

Da die Nachtwanderungen kurz nach Einbruch der Dunkelheit, sprich kurz nach 18.00 Uhr starten, lohnt es sich, im Voraus im Restaurant sein Nachtessen vorzubestellen. So können Sie nach der beendeten Wanderung direkt zu Tisch gehen und müssen nicht nochmals warten, bis sie etwas zu essen bekommen.

Wenn Sie wissen möchten, welche Hotels eigene Nachtwanderungen anbieten, schicken Sie uns bitte eine Mail und wir helfen Ihnen gerne, eines von diesen Hotels in Ihrer Reise einzuplanen.

Antalaha in Madagaskar

Antalaha in Madagaskar

Antalaha, Madagaskar einmal ganz anders! In weiteren Teilen des Landes gilt: Das Gegenteil von Gut…ist gut gemeint!

Wer zuerst durch das Hochland entlang der RN7 von Antananarivo nach Tulear reist, bevor er dann nach Antalaha hoch oben an die Ostküste fliegt, wird sich fragen: «Bin ich noch in Madagaskar?» Denn hier oben sieht es komplett anders aus im Vergleich zum Hochland.

Am Flughafen in Antananarivo wird man, wie sonst auch überall, von mehreren Menschen angesprochen, die entweder Euromünzen wechseln oder das Gepäck von einem zum Schalter oder PKW draussen vor der Tür bringen möchten. Auch wenn Sie nur mit einer kleinen Reisetasche reisen, möchte jeder gerne noch mit Ihnen etwas Geld verdienen und hat dann natürlich wenig Freude daran, wenn Sie höflich, aber bestimmt abdanken und Ihre Tasche selber tragen.

Manchmal, wenn auch nicht oft, hat man wirklich genug von den Strassenverkäufern und Bettlern, die einen regelrecht entlang der RN7 und auch in der Hauptstadt belagern. Es ist verständlich, dass sie nach Geld fragen und hoffen ein paar Ariary‘s an den Touristen zu verdienen. Dennoch ist die Art, auf die es gemacht wird, einfach nicht schön.

In Antsirabe kann man manchmal nicht einmal mehr die Autotür öffnen, ohne direkt ein paar der Einheimischen gleichzeitig zur Seite schieben zu müssen, um das Auto verlassen zu können. Einige Touristen finden dies natürlich recht unangenehm und wissen nicht wirklich mit der Situation umzugehen.

Antalaha ist allerdings anders. Ich bin jetzt seit über einer Woche in dieser idyllischen Stadt an der Nordostküste von Madagaskar und bis jetzt wurde ich kein einziges Mal von jemandem auf der Strasse angehalten und/oder nach Geld gefragt.

Warum ist der Kontrast so gross zwischen Antalaha oder besser gesagt der gesamten SAVA-Region und dem Rest von Madagaskar?

Die geringere Armut in dieser Region könnte eine Antwort sein. Sie ist bekannt für Rosenholz, aber dies allein kann nicht der Grund sein. Da die Vanillepreise zurzeit sehr hoch sind, ist auch das alltägliche Leben und alle Dinge, die für das Leben gebraucht werden, auch viel teurer geworden. So ist dies für alle, die hier leben, momentan die teuerste Region in Madagaskar …und nicht jeder Bewohner hier profitiert auch von der Vanille und so werden sie hierdurch nur noch ärmer als vorher.

Nein, ich denke eine der Hauptgründe sind wir Touristen. Wir sehen ein paar süsse und lächelnde Kinder, die nach unserem Empfinden alte und abgetragene Kleidung tragen. Da entsteht natürlich sofort das Bedürfnis etwas geben zu wollen, um zu helfen. Hierbei bedenken wir häufig nicht, dass wir mit dieser Geste den Kindern und der Entwicklung des Landes keinen Gefallen tun. Die Eltern dieser Kinder signalisieren natürlich, dass ihre Kinder von Touristen allein durchs Handaufhalten Geld bekommen. Dies führt dann dazu, dass sie ihre Kinder nicht mehr zu Schule gehen lassen, sondern nach draussen schicken, um dort zu betteln. Hier kann man klar erkennen, was der Autor Daniel Rösler mit seinem Buch: «Das Gegenteil von Gut… ist gut gemeint» aussagen will. Es ist essentiell sich mit den Begebenheiten des Landes im Vorfeld zu beschäftigen und wenn man sich entscheidet ein Drittweltland zu bereisen, könnte es im Voraus helfen dieses Buch zu lesen, um so zu vermeiden, dass man die Bettelkultur, die man an vielen Orten als unangenehm empfindet, nicht an anderer Stelle zu unterstützen.

Generell ist natürlich gegen Hilfe nichts einzuwenden, denn jeder fühlt sich wohl dabei und das schlechte Gewissen, was einen häufig als wohlhabender Reisender in einem armen Land überkommt, durch das Geben zu kompensieren.

So gibt man heute etwas und morgen noch was und so kommt man in einen kleinen Rausch und kann nicht aufhören zu geben. Man ist der Meinung man hilft und tut etwas Gutes – aber in Wirklichkeit hilft man nur dabei die Bettelkultur im Land zu fördern und begegnet dadurch einem Einheimischen niemals auf Augenhöhe.

Es ist nicht so, dass Touristen nicht helfen dürfen. Sie müssen sich nur informieren, an welcher Stelle das Geld gut platziert ist, um nachhaltig die Entwicklungen im Land zu fördern.

Ich als Reiseleiterin zum Beispiel „verbiete“ meinen Gästen unterwegs aus dem Auto heraus Süssigkeiten oder andere kleine Geschenke an bettelnde Kinder und/oder Erwachsene zu geben. Wir lagern hierfür hinten im Fahrzeug einen Spendenkorb, der nicht durch die Fenster sichtbar ist. Wenn wir unterwegs gute Begegnungen haben, kann es sein, dass wir als Dankeschön für ein gemeinsames Singen oder eine weitere gemeinsame Aktivität ein Geschenk aus unserem Spendenkorb dalassen. Wenn wir zum Beispiel beim Fussball spielen mitmachen dürften und einen neuen Fussball mit Pumpe bereitliegen haben, ja dann steht einem Tauschhandel nichts im Wege. So tauschen wir den selbstgebastelten madagassischen Fussball für uns als Souvenir, gegen unseren neuen Ball aus unserem Spendenkorb. Wichtig ist, wenn Sie unterwegs so einen Tauch eingehen, Sie auch klar kommunizieren, wer später für den neuen Fussball und die Pumpe verantwortlich ist. Am besten Sie wählen hierfür eines der älteren Kinder oder einen Erwachsenen aus, sodass die Kinder keinen Grund haben zum Streiten.

Wenn Sie gerne eine Schule, ein Waisenheim o. ä. besuchen möchten, werden die eventuellen Sachspenden immer direkt an eine/n Verantwortliche/n vor Ort gegeben (am besten vor den Augen mehrerer, sodass eventuelle Eigennutzen durch diese Person vermieden werden können).

Bitte geben Sie auch nie direkt Geld, wenn Ihnen irgendjemand z. B. von seinen kanken Kindern, der Mutter oder dem Vater etc. erzählt. Sicher stimmt es manchmal, dass engste Verwandte ein Leiden haben, häufig ist es aber auch nur eine Masche, um rasch aus Mitleid an Geld zu kommen.

Aber um zurück zu Antalaha und dem Rest der SAVA-Region zu kommen. Hier finden Sie zum Glück noch immer das ursprüngliche Verhalten der Madagassen. Sie sind stolze Menschen, die gerne den Vazaha‘s (Menschen mit weisser Hautfarbe) auf Augenhöhe begegnen. Wenn ich ihnen dann von dem neuen Verhalten der Madagassen entlang der RN7 und auch in anderen touristischen Gegenden in Madagaskar erzähle, schauen sie mich verwundert an und sagen: „Das kann nicht sein, sowas machen Madagassen nicht.“

Kinder in Antalaha in Madagaskar

Liebe Reisende, reisen Sie also bitte von nun an bewusst und nachhaltig, nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und geben Sie nur gezielt, damit Sie die Bettelkultur im Land nicht weiter fördern.

Nehmen Sie verschiedene Lieder, Seifenblasen oder Fussbälle mit ins Gepäck, treten Sie in Kontakt auf Augenhöhe, lernen Sie sich kennen und machen etwas Gemeinsames mit den Einheimischen. So erhalten Sie und natürlich auch alle Beteiligten ein paar schöne Begegnungen, an die Sie sich gerne erinnern werden.

Wenn Sie auch für Erwachsene unterwegs etwas dabei haben möchten ist z. B. ein Sparschäler oder auch Seife ein gern gesehenes Mitbringsel. Hier gilt natürlich dasselbe wie bei den Kindern, geben Sie nicht einfach nur, sondern treten Sie zunächst in Kontakt, tauschen Sie sich aus und wenn es für Sie passend ist, lassen Sie ein Geschenk zurück.

Sollten Sie Madagaskar hautnah erleben und ein authentisches Reiseerlebnis erleben wollen, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf und wir helfen Ihnen Ihre Reise individuell zu gestalten und vor Ort zu realisieren.

Ihre Ellen Spinnler

Zebrastreifen in Madagaskar

Fussgängerstreifen in Madagaskar

Es gibt kaum Zebrastreifen in Madagaskar

Die Fahrzeuge erzwingen sich in jedem Fall den Vortritt vor Passanten. Die Hauptstadt, Antananarivo, erstickt jeden Tag im Verkehrschaos mit Dauerstaus und Abgaswolken.

Nun aber wurden in einer der wiederholten Initiativen, den Verkehr etwas zu regeln, ein paar gelbe Fussgängerstreifen auf die Hauptstrassen der Stadt gepinselt. Das erzeugt jedoch bei den Autofahrern keinen Respekt. Vor vielen Jahren wurden Ampeln montiert, aber niemand liess sich von rot oder grün beeindrucken. Polizisten mussten wieder her und mit ihren schrillen Pfeifen versuchen sie tagtäglich, etwas System ins Gewirr zu bringen.

Die neuen Zebrastreifen in Madagaskar dienen gleichzeitig als Werbeträger. Denn eine der Telefonfirmen macht mitten auf dem Verkehrsstreifen Werbung für ihr 4G-Mobilnetz. Ob dieser Werbeträger Erfolg haben wird, muss sich erst zeigen. Die Fussgänger müssen sich nach wie vor auf den entgegenkommenden Verkehr konzentrieren, um die Strasse zu überqueren.

Draussen im Land gibt es sowas gar nicht. Madagaskar ist ja eineinhalb Mal so gross wie Deutschland und nur gerade die Hauptverkehrsachsen sind asphaltiert. Oft aber auch mit Schlaglöchern versehen. Hier und da kann man in einer der Städte noch Spuren der früheren (französisch-kolonialen) weissen Fussgängerstreifen sehen. Beachten tut sie niemand.

Cap Sainte Marie in Madagaskar

NP Cap Sainte Marie Madagaskar

Das Cap Sainte Marie (auch Cap Vohimena genannt), nicht zu vergleichen mit der Insel Sainte Marie an der Ostküste Madagaskars, ist der südlichste Punkt von Madagaskar.

Nicht viele Touristen besuchen im Jahr diesen wunderschönen Ort, der in einen 1750 Hektar grossen Nationalpark liegt. Hier können Sie zusätzlich zum Trockenwald und vielen Schildkröten das Lied und die Kraft des Meeres deutlich sehen und hören.

Der Nationalpark Cap Sainte Marie ist gross, so werden Teile des Parks mit dem Auto besichtigt. Während der Fahrt kommt es sehr oft vor, dass der Fahrer anhalten muss, um Schildkröten von der Strasse wegzutragen. In keiner anderen Region Madagaskars können Sie freilaufende Schildkröten so beobachten wie hier

Es gibt hier zwei verschiedene Arten von Schildkröten, erstens die Strahlenschildkröte (Geochelone radiata) und zweitens die Spinnenschildkröte (Pyxis arachioide).

Bis vor ca. 800 Jahren wohnte hier ebenfalls der riesige Elefantenvogel (Aepyyrnithidae, in Madagaskar Vorompartas genannt). Heute finden Sie mit ein bisschen Glück immer noch Eierschalenreste dieses ausgestorbenen Riesenvogels. Schiessen Sie gerne Fotos von den Eierschalen, aber bitte nehmen Sie keine mit, dieses sowie die Ausfuhr aus Madagaskar sind strengstens verboten.

Zusätzlich zu den Schildkröten gibt es in Cap Sainte Marie viele weitere endemische Tierarten wie Chamälaons, Echsen und Schlangen (für uns Menschen NICHT gefährlich) zu finden. Die Guides des Nationalparks haben ein gutes Auge für diese zum Teil schwer zu entdeckenden Tiere und zeigen Ihnen gerne, was sich unter oder auch auf den Büschen versteckt. In den Monaten Juni bis September können Sie ebenfalls Buckelwale beim Vorbeiziehen beobachten.

NP Cap Sainte Marie Madagaskar Sandhöhlen

Für diesen (wie die meisten anderen auch) Nationalpark lohnt es sich gutes, geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Der Pfad zum Strand sowie die Sandhöhlen gehen erst durch unebene Steinlandschaften und nachher über eine grosse Sanddüne, bevor Sie anschliessend zum Strand absteigen können (möglich nur bei Ebbe). Das Meer raubt einem hier fast den Atem, so schön ist die Kulisse mit dem blauen, rauen Meer vor den vielen gelbbraunen sowie von Wind und Wetter marmorierten Sandhöhlen. Selten oder nie an einem anderen Ort in Madagaskar spürt man die Kraft des Meeres so gut wie hier.

Um ganz zum südlichste Punkt zu gelangen, fahren Sie mit dem Auto weiter zum Leuchtturm Cap Sainte Marie. Wenn der Leuchtturmwächter vor Ort ist, gibt es die Möglichkeit die vielen Treppen hochzusteigen und das Cap sowie die Aussicht von ganz oben zu bewundern.

Cap Sainte Marie Madagaskar

Einen kleinen Spazierganz zum Punkt selber dürfen Sie dennoch nicht verpassen. Hier gibt es eine Steinkarte über Madagaskar und Sie können sehen, wo genau Sie sich gerade befinden. Es windet hier fast das ganze Jahr sehr stark, so passen Sie auf, dass auch Ihr Hut nicht wegwehen 😉.

Wenn Sie Lust bekommen haben, diesen schönen Ort in Madagaskar selber zu besuchen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!

Saphirabbau in Ambatondrazaka

@ Parent Géry - https://commons.wikimedia.org/w/index.php?search=Saphir&title=Special:Search&go=Go&searchToken=3z5x1sescm7gbl4jah71etk7d#/media/File:Saphir,_amazonite,_biotite_3.jpg - Saphir - Zazafotsy Quarry (Amboarohy) Zazafotsy Commune, Ihosy District, Horombe Region, Fianarantsoa Province, Madagascar
@ Parent Géry / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

In Ambatondrazaka herrscht regelrecht ein Saphir-Rausch

Seit etlichen Jahren wird nahe des Nationalparks Zahamena im nordöstlichen Hochland Madagaskars, nördlich von Ambatondrazaka, in großem Stile Saphirabbau betrieben.

Ende 2016 wurde von Funden von mehr als 100 Karat, bzw. etwa der Grösse eines Golfballs berichtet. Dies führte zu einem starken Schub, wie es bereits bei den Goldgräbern in Ilakaka im Südwesten der Insel stattgefunden hatte. Etwa 45000 Menschen brachen aus ganz Madagaskar nach Ambatondrazaka auf, um natürliche blaue Saphire in großen Größen zu finden. Viele Madagassen sehen in den wertvollen Edelsteinen die Hoffnung, der Armut zu entkommen. Bis zu 1000 Menschen kamen täglich im Grabungsgebiet an und siedeln seither notdürftig und in katastrophalen Umständen in behelfsmässigen Siedlungen und weiten den Abbau ungehindert und ohne Planung von aussen auf immer grössere Fläche aus.

Die zerstörerische Natur des Bergbaus, sowie die Auswirkungen, die ein solcher plötzlicher Zustrom auf die Umwelt haben kann, haben Naturschützer und Wissenschaftler besorgt. Denn die Saphirmine HAD liegt sehr nahe an intakten Wäldern und zweier bedeutender Naturschutzgebiete, dem Zahamena Nationalpark und dem Mangerivola Reservat. Durch die vermehrte Suche nach Saphiren haben Brandrodung, verwüstete Böden und Holzschlag auch innerhalb der Nationalparkgrenzen stark zugenommen. Der Schutz des Zahamena-Parks, der auch als UNESCO-Weltnaturerbe eingestuft ist, steht mangels Besuchern und finanzieller Mittel auf hölzernen Füßen. Obwohl die Regierung Madagaskars das Problem sieht und einen Plan aufgesetzt hat, um die Schäden zu mindern, ist fraglich, wann und wie dies umgesetzt wird.

Hosentasche gegen Taschendiebe «made in» Madagaskar

Hosentasche gegen Taschendiebe made in Madagaskar: Markt_Fianarantsoa.Collage_Hochland_Madagaskar_PRIORI-Reisen

Produkte und Ideen aus Madagaskar: Die Hosentasche gegen Taschendiebe

Beim Reisen in Madagaskar erlebt man vieles, unter anderem auch wie sich manche Frauen mit ganz einfachen Tricks gegen Taschendiebe schützen.

Ich hatte leider unterwegs meine Lieblingshose verloren. Nicht gestohlen, wie sie vielleicht zunächst denken mögen, sondern verwechselt beim Waschen. Darum lohnt es sich die Kleider, die man zurückbekommt von der Hotelwaschküche gut zu kontrollieren. So stehen Sie nicht plötzlich ein paar Tage später in einem ganz anderen Hotel wie ich, mit einer viel zu kleinen Hose in der Hand!

Eine neue Hose zu kaufen, gestaltete sich nicht einfach. Im Südwesten von Madagaskar ist es warm und auf den Altkleidermärkten gab es nur kurze, oder für mich, viel zu kleine Hosen.

In einem kleinen Badeort, während ich alle Stände ohne Glück am Strand durchschaute, beobachteten mich zwei junge Mädchen und fragten, ob ich etwas Bestimmtes suchen würde. «Eine Hose» war meine Antwort, worauf sie mich beide anlächelten und sagten, es würde keine am Strand geben, aber im Dorf gäbe es eine Näherin, die mir helfen könnte.

Die zwei Mädchen begleiteten mich ins Dorf und nach kurzer Zeit hatte ich Stoff ausgesucht und eine Anzahlung für meine neue Hose geleistet.

Meine zwei neuen Freundinnen trafen mich am kommenden Tag zum abgemachten Zeitpunkt und begleiteten mich wieder ins Dorf. Meine Freude war gross, als ich meine neue Hose anprobieren konnte. Die Näherin hatte sehr gute Arbeit geleistet und ich versprach ihr sie an meine Reisegäste weiterzuempfehlen. (Ifaty Mangily, kleiner Stoffladen, rechte Strassenseite, an der Strasse zwischen Hauptstrasse und Strand).

Auf meine Frage, warum die Öffnung meiner linken Hosentasche viel enger geschnitten sei, als meine rechte, lächelte Sie mich nur an und erklärte mir, dass sie diese absichtlich kleiner genäht hatte. Dies sei die Handyhosentasche und mit so einer Öffnung könne kein Taschendieb so schnell mein Handy entwenden!

Auch meine zwei Helferinnen hatten einen grossen Dank verdient. Als Andenken an diesen Tag schenkte ich Ihnen zwei Mitbringsel, die ich aus der Heimat mitgebracht hatte.

Hier finden Sie noch einen kleinen Film, den ich am Strand aufgezeichnet habe. Meine zwei Helferinnen können nicht nur gut helfen, sondern singen auch wunderschön!

Kleider und Temperaturen

Kleidung und Temperaturen in Madagaskar - Ein Eindruck von Antananarivo im August

Passende Kleidung und Temperaturen im Jahresverlauf in Madagagaskar

Madagaskar liegt südlich des Äquators und daher sind die Jahreszeiten gegenläufig. Wer von Juni bis August nach Madagaskar reist, sollte in Paris nicht in kurzen Hosen und Trägerkleid ins Flugzeug steigen. Die Ankunft in Antananarivo wird heftig sein. Die Stadt liegt auf über 1200 m ü. M. und in der Mitte des Jahres herrscht hier Winter. Tagsüber mag es 20 Grad mit einer kraftlosen, fahlen Sonne sein. Bei Sonnenuntergang um 18 Uhr kühlt es schnell ab auf eine Abendtemperatur von 15 Grad und nachts fällt die Temperatur auf unter 10 Grad. In Shorts aus dem Flugzeug zu steigen, ist daher etwas verwegen.

Zudem sollte die Ventilation während der zehnstündigen Fluges nicht unterschätzt werden. Besonders auf dem Heimflug erkälten sich viele Leute, weil sie in Antananarivo für ihren Rückflug leicht bekleidet in den Flieger steigen.

Im Stadtbild von Antananarivo fallen dürftig bekleidete Europäer während dieser Jahreszeit sofort auf.  Nicht nur wegen ihrer fahlen Haut, sondern auch durch die Kleidung. Es ist unangebracht, in Safariverkleidung und schweren Wanderschuhen in der Stadt herumzulaufen. Damit outet sich jeder sofort als Neuankömmling. Das bemerken natürlich die professionellen Taschendiebe sofort und mit sicherem Jägerinstinkt machen sie sich über ihre Opfer her.

Zwischen Juni und August ist die angebrachte Kleidung in Antananarivo und mithin auf dem Hochland: lange Hosen, T-Shirt und Hemd. Dazu eine Fleecejacke.
Madagassische Frauen gehen gern in Schuhen ohne Socken, tragen auch lange Hosen. Die städtische Bevölkerung kleidet sich eher „westlich“ und ihre Kleidung spiegelt den wirtschaftlichen Stand der Person. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist eher ärmlich gekleidet und daher ist es etwas unangebracht, sich in der jetzigen europäischen Mode der zerfetzten Jeans zu bewegen.

Trotz der schnellen abendlichen Abkühlung sollte man tagsüber die Sonneneinstrahlung nicht unterschätzen. Auch eine fahle Julisonne kann Sonnenbrand verursachen.

Nicht unbeachtet sollte man den Durchzug lassen, der andauernd und überall zu spüren ist. Es gibt ja keine Heizung in den Häusern. Die Türen und Fenster stehen oft einfach offen, auch um Tageslicht reinzulassen. In den ersten Tagen in Madagaskar, die sich ja meist auf dem Hochland abspielen, werden die schnell wechselnden Temperaturen, die launische Sonne und der flackerhafte Wind oft unterschätzt.