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Madagaskar im Appenzellerland

Ein Vortrag, der Lust macht auf mehr

Einen spannenden Nachmittag erlebten die Gäste der Seniorenrunde am Donnerstag im Gemeindesaal Bühler. Mit seinem Bilder-Vortrag über Madagaskar gab Peter Elliker, der nach einem längeren ersten Aufenthalt viele Male wieder auf die Insel gereist ist, einen Einblick in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, und liess das Publikum an seiner Faszination teilhaben.

(mys) Das Interesse am Anlass war gross, viele Leute aus Bühler und Umgebung sind am Donnerstag Nachmittag in den Gemeindesaal Bühler gekommen, auch neue Gesichter waren im Publikum zu sehen. Mit seinem Bilder-Vortrag “Entdecken Sie Madagaskar – Die grosse Insel im Indischen Ozean“ hat Peter Elliker offenbar viele Leute angesprochen, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen wollten.

Madagaskar in Gais Appenzell. Vortrag Peter EllikerDer Referent hat die Insel bei einem sechsmonatigen Bildungsurlaub kennen und lieben gelernt, unzählige Male hat er die Insel seither besucht, zusammen mit seinem madegassischen Freund die Insel erkundet und später als Tour-Guide Reisen begleitet. Mit ihren verschiedenen Regionen mit völlig unterschiedlicher Vegetation – im Süden kaum Niederschlag und sehr trocken, im Osten von Regenwald bedeckt, und in der mittleren Zone zieht sich von Norden nach Süden ein Hochplateau – hat sich eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt entwickelt, mit ganz spezifischen Arten, die für Madagaskar typisch sind: Bekannt sind der Affenbrotbaum, auch Baobab genannt, oder die Lemuren, allen voran der Katta mit dem schwarz-weiss geringelten Schwanz, und eine riesige Pflanzenvielfalt, wie Elliker in wunderschönen Bildern zeigte.

Seine Begeisterung sprang auf das Publikum über und beim anschliessenden Kafi und z’Vieri entstanden angeregte Diskussionen und der Referent beantwortete unzählige Fragen. Zudem gab es bei einem Wettbewerb als Preise verschiedene Gewürze zu gewinnen, die Elliker aus Madagaskar mitgebracht hatte. So konnten die GewinnerInnen ein kleines Stück der faszinierenden Insel mit nach Hause nehmen, die dank des bildstarken Vortrags von Peter Elliker einen bleibenden Eindruck hinterlassen und bei Manchem die Begeisterung für dieses kleine Paradies geweckt hat.

Anzeigeblatt für Gais und Umgebung, 27. Mai 2025


Peter Elliker ist Lehrer in Pension und unser PRIORI-Mann in der Ostschweiz. Er leitet regelmässig Kleingruppen in Madagaskar und blickt auf über 30 Jahre Madagaskar-Erfahrung zurück.

Mehr Infos unter PRIORI Madagaskarhaus in Basel und in Antananarivo seit 1994.

Pfadfinder in Madagaskar

Pfadfinder gibt es auch in Madagaskar. Die Bewegung ist sehr stark verankert und aktiv. Auch PRIORI-Mitarbeiter Michaël ist ein aktiver Scout.

Pfadfinder in Madagaskar, boy scouts in Madagascar, scouts à MadagascarDie Jugendorganisation der „SCOUT“ – auf Deutsch „Pfadfinder“ – wurde von einem britischen General namens Robert Baden-Powell gegründet. Im Jahr 1907 zeltete er mit ungefähr 22 Jugendlichen zum ersten Mal auf der Insel Brownsea. Sein Ziel war, durch die Vermittlung praktischer Erfahrungen eine Erziehung der Jugendlichen zu verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft zu bewirken. So verbreitete sich die Bewegung der „SCOUTS“ in Europa und auf der ganzen Welt. Der Begriff „Pfadfinder” wurde dann im Jahr 1909 von dem Deutschen Alexander erfunden.

Pfadfinder in Madagaskar; scouting in Madagascar; éclaireur, scout, boy-scout

Die Pfadfinderbewegung kam auf der Insel Madagaskar im Jahre 1923 an. Ursprünglich wurde dieser Jungendverband von der katholischen Kirche unter dem Namen “Scouts de France” gegründet und der Führer dieser Pfadfinderbewegung war zu dieser Zeit der Reverend Vater du Mas de Paysac.

Kurz bevor Madagaskar unabhängig wurde, waren auch die Pfadfinder in Madagaskar selbstständig geworden. So wurde dieser Jugendverband im Jahr 1957 von den Katholiken „Antilin‘i Madagasikara“ genannt.

Im Jahr 1924 gründeten die Franzosen, genauer die evangelische Kirche, einen neuen Jugendverband namens „Les Éclaireurs unionistes française“, der auf Madagassisch den Namen „Tily Eto Madagasikara“ erhielt.

Im Gegensatz dazu sind die „Kiadin’i Madagasikara“ Laienpfadfinder und kein konfessioneller Jugendverband. Jede und jeder Jugendliche darf Mitglied in diesem Verein werden.

Es gibt zwei verschiedene Verbände für katholische und evangelische Pfadfinderinnen (also speziell für Mädchen): die „Guides de France“ und die „Fanilon’i Madagasikara“ von der katholischen Kirche sowie die „Eclaireuses Unionistes“ und die „Mpanazava eto Madagasikara“ von der evangelischen Kirche.

Die vielen Pfadfinderbewegungen in Madagaskar sind in der „Fédération du Scoutisme à Madagascar/FSM“ (Pfadfinderverband Madagaskars) zusammengeschlossen. Sie fördern die Entwicklung und das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen in körperlicher, intellektueller, sozialer, spiritueller und emotionaler Hinsicht.

Zu den berühmten Mitgliedern des Pfadfinders zählen der Kardinal RAZAFINDRATANDRA und der Professor Albert Rakoto RATSIMAMANGA. Heutzutage nehmen Tausende Jugendliche und Kinder an der Pfadfinderbewegung teil.

Pfadfinder in Madagaskar, boy scouts in Madagascar, scouts à MadagascarHier in Madagaskar haben wir im Jahr 2023 das 100-jährige Jubiläum der Pfadfinderbewegung gefeiert.

Neben meiner Arbeit bei PRIORI beschäftige ich mich jedes Wochenende mit Jugendlichen bei den Pfadfindern, denn ich bin seit meinem 11. Lebensjahr Mitglied dieser Jugendbewegung in Madagaskar. Seit acht Jahren bin ich einer der Verantwortlichen bei den Pfadfindern in zwei Distrikten nördlich der Stadt Antananarivo.

Bisher helfen die Eltern, von denen die meisten Bauern sind oder bei chinesischen Firmen in der Textilindustrie arbeiten, gerne bei der Erziehung im Pfadfinderbund mit, da sie selbst nicht so viel Zeit für ihre Kinder haben.

In unseren Distrikten gibt es insgesamt zehn katholische Kirchen, in denen es Pfadfinder gibt.

Im April 2025, vor der Osterzeit, habe ich mit Hilfe meiner Kollegen ein dreitägiges Zeltlager mit unterschiedlichen Aktivitäten für alle Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren organisiert. Das war eine einzigartige Erfahrung für alle Teilnehmenden.

Wenn sich unsere PRIORI-Reisegäste für Pfadfinder interessieren, dann organisieren wir eine Begegnung mit meiner Pfadigruppe, um sich auszutauschen und am Feuer herrliche Zebuwürste zu braten.

Michaël 22. Mai 2025



Die Pfadfinder in Madagaskar unternehmen regelmässig Aktivitäten in der Natur. Nehmen Sie daran teil!

Abfallbewirtschaftung Madagaskar

Ausstellung über Abfallbewirtschaftung

Der Salon des déchets beleuchtet die Abfallbewirtschaftung in Madagaskar.  

Salon des Déchets et des Alternatives Écologiques, Antananarivo 2025Ende Mai 2025 fand in Antananarivo die bereits zweite Ausstellung mit dem Thema Abfall und alternative Energien statt. Organisiert von mehreren Ministerien und nichtstaatlichen Akteuren. 

Abfall ist besonders im städtischen Umfeld ein zunehmendes Problem, so auch in der 3 Mio Einwohner grossen Agglomeration Antananarivo.  Hier wird zwar der Abfall mehr oder weniger regelmässig entsorgt, das heisst auf Müllhalden gefahren. Dass Abfall jedoch auch in grüne Energie umgewandelt werden könnte oder Abfall recycled werden kann, ist in Madagaskar noch Neuland.

Zwar durchkämmen die Ärmsten der Armen die riesigen Abfallberge nach Brauchbarem und leben von dem noch zufällig Gefundenen. Gleichzeitig vermodert, was nicht in stinkenden Schmorbränden zerstört wird.

Alternative Energien, clean cooking (verbesserte Kochöfen, Biogas) waren die tragenden Themen dieser zweitägigen Veranstaltung. Ideen gibt es viele, Geld zur Umsetzung fehlt.

Wunderwelt Madagaskar

Madagaskar wird oft als Wunderwelt gepriesen und ist es auch: die Natur ist grossartig – dort wo sie noch besteht. Viele Reisen jedoch führen dorthin, wo Bequemlichkeit für die Touristen erhältlich ist und nicht, wo die Naturschönheiten Madagaskars anzutreffen sind.

Das Wunderland Madagaskar hat sich im Laufe von Jahrmillionen entwickelt. Ganz eigene Naturschöpfungen wurden erschaffen. Oft einmalig auf der Welt. Der Endemismus ist hoch und formenschön.

Das wollen viele Leute sehen und daher haben sich touristische Hotspots gebildet. Einer ist Nosy Be, wohin gern alleinstehende ältere Männer reisen. Was in fast allen üblichen Reiseprospekten zu finden ist, ist die Coca-Cola-Route von der Hauptstadt nach Südwesten. Die Tour führt von der Hauptstadt zum meist besuchten Nationalpark Andasibe. Dass es dort mehrere Parks gibt, die sogar interessanter wären, erfahren die Gruppenreisenden nicht. Dann eine sehr lange Autofahrt nach Antsirabe mit dem obligatorischen Besuch eines Kratersees, wo die Leute auf die tägliche Touristenhorde warten. Später auf der RN7 nach Süden, vielleicht ein Schnellbesuch in einem ‘authentischen’ Dorf und weiter bis ans Meer.

 Dabei wird ‘authentisches Madagaskar’ von sogenannten ‘Spezialisten’ versprochen. Konkret gleitet dann das Wunderland bei einer Reise, die meist nur gute zwei Wochen dauert, hinter der Scheibe des Gruppenbusses vorbei. Es bleibt keine Zeit, hier und dort einen vertieften Besuch zu machen. Bei Gruppengrössen von 10 bis gar 20 Leuten schon gar nicht.

Begleitet von ‘Experten’, die es vielleicht gar nicht sind. Die lokalen Reiseführer und Reiseleiterinnen kümmern sich um das daily Management der Gruppe.

Eigentlich schade, dafür viel, oft sehr viel Geld auszugeben. Doch die Vermarktungsmaschine läuft oft schon ein Jahr vor Beginn der Reise auf vielen Kanälen. So auch auf Ferienmessen, sofern es die überhapt noch gibt. Nur wirklich Interessierte wissen, dass mit gleichem Geld eine Individualreise in einer Kleinstgruppe mehr bietet.

Wer die Wunderwelt in Madagaskar entdecken möchte, sollte vom Schnell-Klick-Tourismus absehen. Madagaskar verdient es.

Wann ist Madagaskar authentisch? 
Im Bild eine normale Strasse an einem normalen Tag in Besalampy, das man in den üblichen Reiseangeboten und gar Reiseführern nicht findet.

Besalampy, Stadt im Westen von Madagaskar<br> Besalampy, ville à l'ouest de Madagascar<br> Besalampy, town in the west of Madagascar


April-Mai in Madagaskar

Hallo aus PRIORI Madagaskar

(April 2023) Jetzt sind wir schon mitten im Monat April! Die Regenzeit ist aber noch nicht ganz fertig. Tagsüber ist das Wetter sonnig und warm und am späten Nachmittag oder am Abend regnet es noch. Trotzdem kündigt sich der Winter langsam auf dem Hochland Madagaskars an. Die Tage werden jetzt kürzer: gegen 06h00 geht die Sonne auf und ab 17h00 dunkelt es ein. 

Während und nach der Regenzeit ist die Landschaft bei uns auf Madagaskar üppig grün. Ausserdem ist jetzt die Blütezeit von verschiedenen Pflanzen und Blumen in Madagaskar.

Wie jedes Jahr haben viele Familien während der Osterzeit einen Ausflug ausserhalb der Stadt unternommen. Sie wollen die lärmende Stadt verlassen und eine ruhige Zeit mit der ganzen Familie verbringen.

Lac Itasy Ampefy
Itasy See, Ampefy

Die Kleinstadt Ampefy ist ein sehr beliebter Ausflugsort für die Stadtbewohner. Sie liegt 125 km westlich der Hauptstadt Antananarivo in der vulkanischen Region Itasy. Die Leute pflanzen in den fruchtbaren Tälern verschiedene Früchte wie Avocados, Ananas, sowie Gemüse. Besonders während der Regenzeit ist die Landschaft in diesem Gebiet sehr schön.

Der Wasserfall Lily gehört zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten in Ampefy. Der Wasserfall sieht sehr spektakulär aus, denn er stürzt über eine Höhe von 23 Metern über eine Felskante in die Tiefe. Jetzt während der Regenzeit ist Strömung sehr stark und schon im Dorf Antofofo kann man das Rauschen des Wassers hören.

Viele Ausflügler entdecken gerne die spektakulären Geysire. Es handelt sich um heisse Quellen, die durch vulkanische Aktivitäten entstanden sind. Die umliegenden Becken eignen sich gut zum Baden und sind mit einer Wassertemperatur von rund 40° C so warm wie in einem Thermalbad.

Der Besuch der Marienstatue ist auch eine wichtige Attraktion in dieser Region. Sie steht auf einem hohen runden Sockel auf einem Hügel wie eine Halbinsel. Die Marienstatue markiert die absolute Mitte Madagaskars. Vor dort aus hat man einen wunderbaren Panoramablick über den umliegenden Itasy See.

Wir laden Sie ein, unsere schöne Insel Madagaskar zu entdecken. Jetzt kann man wieder so reisen wie vor Corona!

Bei Fragen stehen wir von PRIORI immer zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Bis bald hier in Madagaskar!

FIM 2023: die Industriemesse

Jedes Jahr präsentieren sich Unternehmen in Madagaskar an der FOIRE INTERNATIONALE DE MADAGASCAR (FIM). So auch im Mai 2023

Die FIM ist eine Art Mustermesse oder OLMA in Madagaskar. Es sind zumeist lokale Unternehmen, die ihre Produkte präsentieren. Für sie ist diese Ausstellung auch eine wichtige Verkaufsmesse. Die FIM im Mai 2023 findet bereits zum 17. Mal statt. Das ist in Madagaskar eine Erfolgszahl. Als Ausstellungsort dienen die grossen Hallen der Zone Forello in einem betriebsamen Quartier von Antananarivo.

 

FOIRE INTERNATIONALE DE MADAGASCAR FIM 2023 PRIORI www.madagaskarhaus.ch

Die viertägige Veranstaltung zeigt einen Querschnitt durch die industriellen und halbindustriellen Aktivitäten in Madagaskar. Doch der Querschnitt ist nur ein Ausschnitt, denn die vielen informellen Kleinunternehmen sind hier natürlich nicht vertreten. Daher ist die jährliche Landwirtschaftsmesse im September eigentlich interessanter.

 

Edelsteine aus Madagaskar

Salama o. Die Insel Madagaskar bietet nicht nur eine einmalige Vielfalt an Pflanzen und Tieren, sondern ist auch voller Mineralien, Rohstoffe und Edelsteine.

Die Insel gilt als eines der Länder mit den meisten Fundstellen für Edelsteine weltweit. Sie beherbergt immense Reserven an Mineralien, wie Quarze, Glimmer, Nickel. Vor allem im Hochland finden sich die Edel- und Halbedelsteine in grossen Mengen wie Smaragde, Amethysten, Rubine, Saphire oder Turmaline.

Die rohen und geschliffenen Steine kann man besonders in der Thermalstadt Antsirabe südlich der Hauptstadt Antananarivo erwerben. Antsirabe ist nämlich die Hauptstadt der Edel- und Halbedelsteine in Madagaskar. Viele Familien in der Nähe der Kraterseen von Andraikiba und Tritriva leben vom Verkauf der Halbedelsteine, die sie in dieser Region gefunden und selbst geschliffen haben.

Bis heute ist der Abbau von Steinen in Madagaskar eher artisanal als industriell. Die Pisten zu den Fundorten sind kaum zugänglich und schwer zu finden.

Einige Steinschleifereien hier im Hochland kann man besuchen. Im Verkaufsraum sind Solitärspiele zu sehen, Aschenbecher, polierte Eier, Schmuckgegenstände in roher Form oder verarbeitet. Wirklich schön anzuschauen und ein beliebtes Mitbringsel.

Es ist grundsätzlich problemlos möglich, Steine und Mineralien aus Madagaskar auszuführen. Für einen alltäglichen Zierstein braucht man keine Ausfuhrgenehmigung. Je ‘kostbarer‘ und grösser der Kauf ist, desto wichtiger werden jedoch gültige Ausfuhrpapiere. Sie müssen vom Verkäufer mitgeliefert werden und alle seriösen Läden stellen diese Ausfuhrbescheinigung aus.

Wir von PRIORI helfen Ihnen gern bei der Planung dieser „Mineralienreisen“ und geben Ihnen gerne Auskunft zu den Edelsteinen und Mineralien auf unserer Insel. Mit uns reisen Sie gut betreut und entdecken Madagaskar ganz individuell.

Veloma und bis bald in Madagaskar !

Tanjombato Madagaskar

Die Agglomeration Antananarivo greift weit in die Landschaft hinaus. Einer der Vororte heisst Tanjombato.

Tanjombato liegt südlich der Innenstadt und war bis vor wenigen Jahren der obligatorische Durchgangsort für die Fahrt nach Antsirabe, Fianarantsoa und Tulear. Die RN7 schmiegt sich an den Fluss Ikopa, um ihn dann mit einer Brücke zu überqueren. 

Kurz vor Tanjombato verzweigt sich die Eisenbahn beim Bahnhof Soanierana. Sie führt einerseits in einem Bogen nach Osten bis zur Hafenstadt Tamatave / Toamasia. Andererseits verlaufen Schienen über eine historische Brücke über den Ikopa und weiter nach Antsirabe. Diese Strecke ist weitgehend eingestellt für den Bahnverkehr.

Tanjombato liegt also verkehrsgünstig und wurde daher schnell zum Standort für Fabriken, Lagerhallen und sogar für die Ausstellungshallen Forello. Eines der bekanntesten Unternehmen von Madagaskar ist seit Generationen dort domiziliert: Hazovato. Das Unternehmen stellt seit 1956 Möbel und Gebäude aus Holz her und schleift Steine zu formschönen Objekten.

Alle in Antananarivo kennen Tanjombato. Dort arbeiten Tausende in Textilfabriken, die Kleider für den Export nähen. Morgens und spätnachmittags strömen  die Arbeiterinnen und Arbeiter über eine schmale Brücke, die sie zu ihren Arbeitsplätzen führt – oder wieder zurück.

Die Gegend um Tanjombato war immer ein Flaschenhals für den Verkehr auf der RN7. Erst seit eine grossräumige Umfahrungsstrasse vor knapp 20 Jahren gebaut wurde, wurde es etwas ruhiger. Doch heute noch ist Tanjombato ein Verkehrsmagnet im Süden der Stadt Antananarivo.

Fady in Madagaskar

Heute möchte ich gern ein interessantes Element der madagassischen Kultur vorstellen. Es geht um das „fady“ oder „Tabu“.

Grundsätzlich kommt das madagassische Wort „fady“ aus dem indonesischen Wort „pady“ und bedeutet wörtlich übersetzt „tabu“. „Fady“ kann aber auch „heilig“ meinen. Genauer handelt es sich um verschiedene Regeln, die sich auf verschiedenste Situationen, Menschen, Tiere oder Orte beziehen.

Wer nach Madagaskar reist, wird immer dem einen oder anderen „Fady“ oder Tabu begegnen, denn die Bevölkerung auf Madagaskar lebt noch eng mit seinen Traditionen an Glaube und Aberglaube, Ahnenkult und Verbot sowie dem Glauben an Geister, Zauberer und Medizinmänner. Und diese traditionellen Religionen sind noch immer die stärkste Kraft in Madagaskar.

Diese Netze aus Geboten und Verboten wurden aus konkreten Erfahrungen von den Dorfältesten oder den Familienvorfahren festgelegt. Für die Madagassen haben die „Ntaolo“ oder die Ältesten eine sehr grosse „Weisheit“. Sie haben immer Recht, denn sie haben fast alles gesehen und erlebt.

Das „fady“ entstammt dem Glauben, dass eine Handlung als „Tabu“ gilt, wenn sie die Lebenskraft eines Menschen oder der ganzen Gemeinschaft schwächt und verschlechtern wird. Zum Beispiel sind die Antambahoaka Volksgruppen im Südosten Madagaskars davon überzeugt, dass Zwillingskinder Unglück bringen. So darf eine Mutter keine Zwillinge behalten.

Öfter hat das „Verbot“ mit dem Glauben an die „lebenden Seelen“ zu tun. Zum Beispiel ist es in Madagaskar „fady“, Schweinefleisch oder Zwiebeln zu den heiligen Höhlen, Seen oder auf Hügel mitzubringen.

Auch heutzutage nehmen die Tabus Einfluss auf das alltägliche Leben der Madagassen, besonders bei der Erziehung der Kinder. Doch diese verschiedenen Verbote helfen, das familiäre und gesellschaftliche Leben zu regeln. Es ist zum Beispiel „fady“ „gegen die Wand zu treten, da sonst die Grossmutter sterben würde“. Niemand will, dass seine Grossmutter stirbt, also wird das „fady“ respektiert.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken und daher laden wir Sie herzlich ein, unsere schöne Insel Madagaskar zu besuchen. Wir freuen uns, Ihre Madagaskarreise zu planen.

Bis bald hier in Madagaskar