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Ampefy und Umgebung

Ampefy und Umgebung

 Die Stadt Ampefy liegt am Itasy-See und ist ein lokales Zentrum. Sie liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Antananarivo und die Fahrzeit auf der im Jahre 1980 gut ausgebauten RN1 dauert ca. 3 bis 4 Stunden, je nach den Fotopausen die man unterwegs einlegt.

Ampefy liegt malerisch gelegen am Ufer des Kavitaha-Sees (ein Teil des Itasy-Sees) mitten in einer Hügellandschaft vulkanischen Ursprungs.

Am Eingang der Stadt sieht man von der Brücke aus, wie der Verbindungs-Fluss in mehreren Kaskaden über die Basaltfelsen fällt. Von diesen Felsen kommt nämlich der Stadtname Ampefy, wörtlich heisst es auf madagassisch “in der Nähe des Staudamms“. Diesen langen und breiten Damm hat der König Radama I. im 19. Jahrhundert errichtet und dieser breite Wall spielt jetzt eine grosse Rolle für die Landwirtschaft und für die Fischzucht in dieser Region. Er bewässert die Wasserkulturen (z.B. die Wasserkresse) der lokalen Bevölkerung und besonders die Reisfelder in der Gegend.

Ampefy und Umgebung
ist ein netter Hochlandort mit typischen roten Backsteinhäusern und das Land rund um den Itasy-See ist sehr fruchtbar. Zeugen davon sind die vielen verschiedenen Obstbaum­gärten.

Am Rand der Strasse sitzen die Bauern und verkaufen das ganze Jahr die zahlreichen Früchte je nach der Saison: die grüngelben Papayas, die duftenden Mangos, die saftigen Ananas, die süss schmeckenden Avocados oder die leckeren Litschis …, die regelmässig zu den grösseren Städten und besonders nach Antananarivo geliefert werden.

Auf einem Spaziergang entlang der Hauptstrasse bis zum Markt bekommen wir einen Eindruck vom Alltagsleben der Bevölkerung. Die Verkaufsstände sind schön bunt mit den zahlreichen Gemüsesorten. Die Frische der angebotenen Ware sticht sofort in die Augen und ist sehr preisgünstig, ja sie wird zu einem Spottpreis feilgeboten, da die Produkte direkt von den Bauern stammen.

Ampefy und Umgebung
Wer 1 oder 2 Tage in Ampefy weilt, wird sich bestimmt nicht langweilen, da diese Ortschaft lohnenswerte Wandermöglichkeiten rund um den erschlossenen Vulkankegel anbietet. Empfehlenswert sind auch die Ausflüge zum „Geysir“, zur „Ilôt de la Vierge“ oder zu den „kleinen und grossen Wasserfällen“.

Vom Ortszentrum Ampefy führt eine Piste ca. 9 km in westlicher Richtung, an sanften Vulkankegeln und schöner Landschaft vorbei zum Wasserfall Lily.

Der Parkplatz in der Nähe des Dorfes Antofofo ist der Ausgangspunkt einer kurzen Wandertouren. Von dort hört man bereits das Rauschen des Wasserfalls, der über eine Höhe von 23 m über eine Felskante in die Tiefe stürzt. Das Getöse der Kaskade ist gut und beruhigend für die Seele.

Laut der Legende soll damals während der Kolonialzeit die Tochter eines französischen Generals in diesem Wasserfall ertrunken sein. Als die Dorfbewohner ihren Körper nach paar Tage nicht gefunden haben, wurde dieser “Lily Wasserfall“ genannt.

Ampefy und Umgebung
Eine weitere schöne Wandertour führt auch zum Vulkansee Itasy. Unterwegs kann man die wunderschöne Landschaft mit vielen Obstbäumen bewundern. Der auf einer Höhe von fast 1‘800 m liegende See ist 9 km lang und hat eine durchschnittliche Tiefe von 7 m. Der See hat eine Fläche von ca. 3‘500 ha und gehört zu den drei grössten Binnenseen Madagaskars, er ist durch einen vulkanischen Ausbruch entstanden ist. Er wird von zwei Flüssen gespeist und der Fluss Lily entwässert ihn. In der Umgebung stehen Fischerhütten und am Seeufer suchen Wasservögeln ihr Futter. Je nach Lust und Laune kann man eine Pirogenfahrt unternehmen und die nahegelegenen Fischerdörfer besuchen.


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Das Alltagsleben sieht man überall am Rand des Itasy Sees: Die Fischer sitzen auf Ihren Pirogen und man sieht, wie sie ihre traditionellen Netze auswerfen und so die vielen Tilapia oder Karpfen fangen. Später werden diese auf den Fischmarkt verkauft oder als Beilage für die Familie nach Hause gebracht. Auf den Speisekarten der vielen Restaurants der Stadt können die Gäste die grosse Auswahl an leckeren Spezialität der Region auswählen: wie wäre es mit einem gebratenen Fisch an grüner Pfeffer-Sosse oder mit einem gegrillten Fisch zubereitet mit Knoblauch und Ingwer und dazu frisches hausgemachtes Gemüse?

Die Frauen bringen am See auch die Kleider zum Waschen und erzählen lachend die letzten Neuigkeiten und den Tratsch im Dorf. Überall sieht man auch die Kinder schreiend spielen oder auch schwimmen im sauberen Wasser.

Der Besuch der Marienstatue gehört zu der grössten Attraktion in dieser Region. Auf einem Hügel wie eine Halbinsel steht sie auf einen hohen runden Sockel. Sie soll die absolute Mitte Madagaskars markieren. Von dort aus hat man einen wunderbaren Panoramablick über den umliegenden See.

Ampefy und Umgebung
Um zu den aktiven Geysiren von Andranomandraotra (wörtlich, wo das Wasser blubbert) zu gelangen, fährt man mit dem Geländewagen (wegen der holprigen Piste) wieder nach Analavory zurück. Die heissen Quellen sind wirklich ein spektakuläres Phänomen: Aus mehreren Öffnungen spritzt in Abständen von ein paar Minuten das kalk- und mineralhaltige Wasser aus den vulkanischen Steinen. Die umliegenden Becken eignen sich gut zum Baden und sind mit einer Wassertemperatur von ca. 40°C so warm wie in einem Thermalbad. Die Umgebung mit dem schwefelgelb und rot aufragenden Geysir ist wirklich spektakulär. Auf dem schönen, schattigen Platz kann man auch das Picknick-Mittagessen geniessen.

Ampefy und Umgebung
Wer noch Interesse hat, den Zebumarkt in der Region zu besuchen, kann auch nach Tsiroanomandidy (das bedeutet „wo nur einer regiert“) weiterfahren. Diese Stadt ist der wichtigste Viehmarkt im Westen Madagaskars, denn schliesslich spielt das Zebu eine grosse Rolle in der madagassischen Kultur: für die Arbeit auf dem Feld, als Opfertier für das damit verbundene Gemeinschaftsmahl und auf der ganzen Insel auch als Symbol des Wohlstandes. Die Hirten aus dem tiefen Süden und von den weit abgelegenen Dörfern gehen zu Fuss und treiben ihre Zebuherde hierher.
Das Vieh wird dann von den Zwischenhändlern aufgekauft und später in die Schlachthöfe nach Antananarivo oder nach Mahajunga gebracht.

Juli 2020; Geschrieben von: Bodo PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker PRIORI Madagaskarhaus Basel

 

 

Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar

Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar
Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar

Institut Pasteur Antananarivo Madagascar

(7. Juli 2020) Das Institut Pasteur in Antananarivo ist eine alte Institution. Zu Kolonialzeiten gegründet ist das Institut heutzutage das Referenzzentrum für Gesundheitsfragen in Madagaskar.

Mit dem Einmarsch der Franzosen in Madagaskar 1896 wurde die Insel im Indischen Ozean französische Kolonie. Der eingesetzte Generalgouverneur, Joseph Gallieni (1849 – 1916), ging in seiner Verwaltung mit eiserner Hand vor. Er initiierte die erste Eisenbahn, strukturierte das Schulwesen und bekämpfte drastisch alle aufflammenden Aufstände. Auf seine Initiative hin wurde schon 1897 eine Medizinschule in Antananarivo gebaut und 1898 auch das erste Tropeninstitut in Madagaskar gegründet. Es sollte gegen die beiden vorherrschenden Seuchen Pocken und Tollwut vorgehen. Das ‘Institut vaccinogène et antirabique à Tananarive’ sollte Impfstoff herstellen, denn der lange Seetransport machte die Impfstoffe aus Frankreich unbrauchbar.

Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar
Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar

Gemeinhin ’Institut Pasteur de Tananarive’ genannt, lieferte das junge Institut schon 1900 die ersten Impfungen aus.  1917 war Madagaskar das erste Land der Welt, in dem die Pocken ausgerottet worden waren.

Institut Pasteur Antananarivo Madagascar
Das bisherige Staatsinstitut in Madagaskar wurde 1927 dem Pariser Mutterhaus ‘Institut Pasteur in Paris’ angegliedert und offiziell in ‘Institut Pasteur de Madagascar’ umbenannt. Der Name stammt vom Medizinalforscher Louis Pasteur (1822- 1895), der einen Impfstoff gegen die Tollwut entwickelte. (Das im deutschen Sprachraum benutzte Wort pasteurisieren geht ebenfalls auf Pasteur zurück: aufwärmen von flüssigen Substanzen wie beispielsweise Milch, um sie keimfrei und somit haltbarer zu machen).

Eine erneute Pestepidemie in den 1920er Jahren setzte das Institut vor neue Heruasforderungen. Zwar war der Erreger der Pest bereits 1890 in der französischen Kolonie Algerien identifiziert worden, doch ein effizienter Impfstoff dagegen wurde 1932 in Madagaskar im Institut Pasteur von den Forschern Georges Girard et Jean Robic entwickelt.

Ihnen zu Ehren wurde in Tananarive, wie Antananarivo damals genannt wurde, ein Spital benannt. Das Kolonialspital ist als Girard-Robic oder auch als Militätspital heute noch bekannt. Seit 1977 heisst es offiziell Centre Hospitalier de Soavinandriana.

Mit der Unabhängigkeit Madagaskars 1960 wurde die Position des Instituts Pasteur schwierig, besonders zu Zeiten der fundamental-nationalistischen Tendenzen des Diktator-Präsidenten Ratsiraka. Doch das Institut überlebte und blieb das einzige französische Wissenschaftsinstitut, das in Madagaskar toleriert wurde.

Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar
Institut Pasteur Antananarivo Madagaskar

Heute ist das Institut Pasteur das anerkannte Referenzinstitut für medizinische Analysen Madagaskars und betreibt ebenso das einzige Hygienelabor des Landes.

Institut Pasteur Antananarivo Madagascar
Doch Corona liess 2020 auch dies schwanken. Die madagassische Regierung propagierte ein Kräutergetränk auf Basis der Artemisia-Pflanze als Wundermittel gegen Covid-19. Der Wirkstoff auf Basis des Beifusses wird seit April 2020 als CVO Tambavy vermarktet und ist obligatorisch in den Schulen zu konsumieren.

Das Institut Pasteur setzte eher auf Testaktivitäten und wurde nach Bekanntgabe seiner Testergebnisse in Tamatave arg gerügt: es entwickelte sich ein Kampf der Wissenschaft gegen die Politik. Fortan aber konnte die Regierung die Existenz einer Corona-Ausbreitung nicht mehr leugnen.

Natürlich führt das Institut Pasteur weiterhin Corona-Analysen durch. Sie sind mit 156’000 Ar (rund 40 Euro) für die Bevölkerung allerdings zu teuer. Der Staat hat inzwischen (seit Juli 2020) unter Mithilfe des OMS rund ein Dutzend kostenlose Testzentren eingerichtet, auch in den Provinzen/Regionen.

Wer sich im Institut Pasteur untersuchen lässt, findet eine Einrichtung, die sich nach europäischen Massstäben richtet. Seit über 120 Jahren dienst das Institut Pasteur in Madagaskar der Forschung und Wissenschaft, aber ebenso der Bevölkerung und ihrer Gesundheit. Die Bekämpfung der Pest ist eines der Hauptthemen geblieben.

 

Yamswurzel in Madagaskar

Yamswurzel Madagaskar

Die Knollenfrucht Yams wächst wild in Waldgebieten Madagaskars. Sie wird generell als «ovi ala» bezeichnet, obwohl es mehrere Dutzend Sorten gibt. Man findet sie nur selten auf Märkten. Die Yamswurzel in Madagaskar, weil saftig, ist eine gern gegessene Alternative zu Maniok, hat aber nirgendwo in Madagaskar den hohen Stellenwert von Reis.

Der Yamswurzelanbau spielt im Zusammenhang mit der Ernährungssicherheit in Madagaskar eine wichtige Rolle. Yamswurzeln sind eine Nahrungsergänzung vor allem für die arme Bevölkerung während schwierigen Zeiten, abwechselnd mit Maniok und Süsskartoffeln, aber sie nehmen auch einen wichtigen Platz in der Kultur und in der traditionellen Medizin ein.  Ihr Verkauf sichert der Bevölkerung ein nicht zu vernachlässigendes Einkommen. In der Vergangenheit bauten die ersten Bewohner der Insel Yamswurzeln an, aber der Anbau wurde zugunsten anderer Knollen oder zugunsten bestimmter wilder Yamswurzelarten aufgegeben. Das übermässige Sammeln dieser Knolle in freier Wildbahn scheint jedoch die Umwelt zu gefährden und bedroht andere Pflanzenarten in den Wäldern Madagaskars.

Der Name Yam oder Iname auf Spanisch, nyami auf Afrikanisch oder in den portugiesischen Kolonien inhame genannt, kommt vom Volk der Mandingues (Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Senegal) und wurde dort Niam genannt, in Amerika dann in Yam umgewandelt wurde. Die Yamswurzeln wurden von Christoph Kolumbus entdeckt und verbreiteten sich schliesslich in ganz Afrika.

Die Yamswurzel wurde von den ersten Bewohnern Madagaskars zu Beginn des 2. Jahrtausends zur gleichen Zeit wie die Banane (ovy aus dem indonesischen „ubi“ oder „uwi“) nach Madagaskar eingeführt. Damals wurden diese Knollen auf richtigen Feldern angebaut und stellten sogar die Grundnahrung der Bevölkerung dar.  Im Westen des Landes wurde die Yamswurzel dann als „Pflanze der Vorfahren“ bezeichnet. Der Yamswurzelanbau wurde später zugunsten von Reis oder anderen Feldfrüchten wie Maniok oder Süsskartoffeln aufgegeben und man beschränkte sich auf das Sammeln von wilden Yamswurzeln im Wald.

Die Yamswurzel, deren lateinischer Name Dioscorea lautet, ist eine kletternde und üppige Pflanze, einkeimblättrig und zweihäusig. Sie hat unterirdische Knollen, die reich an Stärke sind.  Diese Yamswurzelknollen haben je nach Art verschiedene Formen, und in Madagaskar zählt man mehr als 40 Yamswurzelarten, darunter 32 Wildarten und 27 endemische Arten, die als „Mascaro-dioscorea“ bezeichnet werden.  Im südlichen Teil von Madagaskar wurden die meisten Arten aufgelistet (24), darunter 20 endemische Arten. Im einzigen Überrest eines dichten Trockenwaldes im Westen, Ankarafantsika, findet man 6 dieser endemischen Arten, während an der Ostküste nur einige wenige Arten vorkommen. Im zentralen Hochland, insbesondere in der Betsileo-Region, wurden 7 endemische Arten gezählt, von denen zwei noch nicht beschrieben sind. Jede Art hat ihre jeweils ihre beste Erntezeit und günstiges Anbaugebiet.

Wilde Yamswurzeln sind in Madagaskar unter dem generischen Begriff „ovi ala“ (wörtlich: Kartoffel des Waldes) bekannt, unabhängig von ihrer Art oder geografischen Verbreitung.

An der Ostküste Madagaskars sind Yamswurzeln das bevorzugte Grundnahrungsmittel in der madagassischen Landschaft rund um die Wälder und stellen eine Alternative zum Reis dar, wenn dieser knapp ist. Die Yamswurzeln gehören der Allgemeinheit, und jeder darf sie auf Gemeindeland ernten, aber der Brauch verlangt vom Yamswurzelsammler, den Kopf der Knolle an der Stelle wieder einzupflanzen, an der er sie ausgegraben hat, und so ist die Yamswurzel zu einer halbwilden Pflanze geworden. Aber im Laufe der Jahre haben die Menschen, um das Nahrungsmittelproblem zu lindern, die Ernte dieser Yamswurzeln intensiviert, um ihr Nahrungsmitteldefizit auszugleichen. Und der Zustrom von Migranten in die Region hat den Druck weiter erhöht und zu einem starken Rückgang der Menge halbwilder Yamswurzeln in der Region geführt. Ab dem Jahr 2000 entwickelte sich der Yamshandel entlang der Nationalstrasse, und die Bauern begannen, Yamswurzeln auf ihrem Land wieder anzubauen.

So wurde die Yamswurzel zu einem Privateigentum entlang der Nationalstrasse, sie gehört dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem sie wächst, und sie auf fremdem Land zu ernten, wird als Diebstahl bezeichnet. In den entlegensten Dörfern behält die Yamswurzel jedoch ihren Gemeinschaftsstatus.

In den westlichen und östlichen Teilen Madagaskars, von Antsiranana im Norden bis Amboasary im Süden, ist die Yamswurzel stark verbreitet. Yams sind besonders reichlich am Rande von dichten Trockenwäldern oder auf den Schwemmböden (Baiboho) entlang der Flüsse vorhanden. So sind die Knollen das ganze Jahr über verfügbar. Einige Yamswurzeln scheinen die Abholzung zu überleben, und Buschbrände sollen sogar ihre Vermehrung fördern. Ursprünglich waren es die Sakalava-Ethnien, die Yamswurzeln sammelten, aber später taten es alle an den Wald angrenzenden Ethnien. Für die ländliche Bevölkerung sind die wilden Yamswurzeln „ein Geschenk Gottes, das niemand kultivieren kann“. Keine Yamswurzelart wurde domestiziert, einige Arten und ihr Anbau auf dem Feld werden von mehreren Volksgruppen, wie z.B. der ethnischen Gruppe der Bara, als tabu angesehen. Für letztere ist das Ausgraben von Yamswurzelknollen armen Familien vorbehalten, die in der Nähe der Wälder leben, da es sich um eine Tätigkeit handelt, die nicht als edel, sondern eher als unehrenhaft gilt. Für die Bara ist es entwürdigend, die Yams das ganze Jahr über zu ernten, ausser im Falle einer schweren Hungersnot.

Für die Betsileo-Bevölkerung im südlichen Hochland von Madagaskar sind Yamswurzeln nur Produkte, die als Ergänzungs- oder Extra-Nahrung verwendet werden. In den Städten werden die Yamswurzeln nur selten gegessen oder sogar ignoriert, weil ihre Vermarktung auf die Nischenmärkte in ruralen Gebieten beschränkt ist.

Für die Bewohner, die in der Nähe der Wälder, wie die Bara oder die Masikoro, sind wilde Yamswurzeln ein Geschenk Gottes, deshalb ist es nicht notwendig, sie zu kultivieren. Ausserdem bedeutet die Verwendung von Yams als Nahrungsmittel für einige Bevölkerungsgruppen, sich in einem Zustand der Hungersnot zu befinden und wilde Yamswurzeln zu züchten würde eine Hungersnot oder eine andere Krise provozieren. Doch der Geldwert durch den Verkauf von wilden Yamswurzeln lassen diese kulturellen Barrieren zusehends fallen.

Für die ethnische Gruppe der Bara werden bestimmte Yamswurzelarten in traditionellen Urteilen im Zusammenhang mit Zebu-Diebstählen verwendet. Fasern aus den Rückständen der alten Knollen von D. fandra werden zu Pulver gemahlen und mit weissem Ton vermischt, um das Ergebnis eines Urteils vorherzusagen. Die Diebe benutzen D. Fandra, um „die Strafen zu mildern, indem sie die Richter blenden“, und D. Antaly wird von den Bauern benutzt, um die Strafen der Diebe zu erhöhen und sie in Ketten zu legen.

Das Sammeln wilder Yamswurzeln und deren Verkauf in der Stadt sind lukrative Aktivitäten für alle Gemeinden. Das Sammeln von wilden Yamswurzeln ist jedoch keine leichte Aufgabe, da man dutzende Kilometer zurücklegen muss, um welche zu finden, und manche Knollen sind schwer auszugraben. Yamswurzeln kosten mehr als andere Knollen auf dem Markt.  Die ethnischen Gruppen der Mahafaly und Masikoro vermarkten während der mageren Zeiten hauptsächlich zwei Arten: Dioscorea maciba und D. bemandry, was ihnen ein beträchtliches Einkommen verschafft. Die auf den südwestlichen Märkten gefundenen Yamswurzeln sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung: D. maciba, D. soso, D. bemandry (Babo), D. alatipes – Balo und D. ovinala. D. maciba werden den Verbrauchern auch gekocht oder geröstet angeboten.

Nur die Bevölkerung der Südwest-Region verarbeitet getrocknete Yamswurzeln. Vor der Regenzeit sammeln sie viele der Wildknollen und zerschneiden sie je nach Grösse der Länge nach ein oder zweimal, um das Trocknen zu erleichtern, was länger als eine Woche dauert.

Da es sich um die giftigen Yamswurzeln handelt, werden sie normalerweise getrocknet, um daraus dann Mehl herzustellen. D. Antaly oder D. Sansibarensis eignen sich für diesen Zweck am besten. D. Antaly ergibt dabei die grösste Trockenmasse.

Andere Möglichkeiten, Yamswurzeln zu konservieren, bestehen darin, die gesunden, sauberen Knollen in einem Loch einzugraben und sie ein bis zwei Wochen lang mit Erde zu bedecken, um sie so zu schützen, oder man legt sie auf Holzgestelle.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben mehrere Entwicklungsorganisationen die Domestizierung der Yamswurzel in Madagaskar in Angriff genommen. Ziel ist es, die Hungersnöte zu bekämpfen und allgemein die madagassische Nahrungsmittelbasis zu verbessern und zu erweitern. Im Jahr 2005 zeigten Studien, dass Yamswurzeln 3% der Wurzeln und Knollen, die in Madagaskar verzehrt werden, ausmachten.

Yamswurzel in Madagaskar, Bodoa mena
Bodoa mena (mena=rot)

Die am meisten kultivierte Art, „D. alata“, kommt in allen Regionen Madagaskars vor.  Ihr Name ist ebenso zahlreich wie ihre Form, und sie ist sehr weit verbreitet. Zum Beispiel ist die D. alata in mehreren Regionen der Insel, im Osten wie im Westen, unter dem Namen „Ovy“ bekannt, manchmal folgt auf den Namen ein Zusatz nach der Farbe ihres Fleisches „ovy mena“ (rot) – „ovy ble“ (blau) oder ihrer Herkunft „ovy vazaha“, ihrer Form „ovy lava“ (lang) oder der Anzahl ihrer Knollen „ovy toko“ (in Haufen).  Im Norden des Landes wird sie auch als „Mâjola“ (grosses Blatt), im Südosten als „Bodoa“ (Knolle, die viel Stuhlgang verursacht) und im Südwesten als „Bemako“ bezeichnet.  Die grosse „Ovibe“-Knolle ist in fast allen Regionen zu finden. Es ist die am meisten kultivierte Yamswurzel und die grösste, aber wegen ihres Geschmacks die am wenigsten geschätzte.  Im Osten bauen die Bauern die Sorte D. esculenta an. Sie ist an der gesamten Ostküste unter zwei Namen bekannt ist: „Mavondro“, die an der Ostküste am weitesten verbreitet ist, und „Oviampasika oder Ovi-Pasy“, die sandige Yamswurzel im Südosten Madagaskars.

Der Geschmack der Yamswurzelknollen variiert natürlich von einer Art zur anderen, und die Vorlieben hängen von der Kultur jedes Stammes und seinen Lebensbedingungen ab. Zum Beispiel ist die Knolle D. ovinala im Hochland süss, während sie im Menabe bitter ist. Bauern klassifizieren Yamswurzeln nach ihrem Standort, aber auch nach ihren morpho-physiologischen, ökologischen und geschmacklichen Eigenschaften. Die Bewohner der östlichen Gebiete bevorzugen Mavondro (D. esculenta), wegen ihres leicht süsslichen Geschmacks. Die D. seriflora gilt in der Betsileo-Region als prestigeträchtiges Nahrungsmittel, da sie zu besonderen Anlässen gegessen wird. D. maciba und ‚bako‘ sind an der Westküste sehr beliebt. Die kultivierten Yamswurzeln, die D. alata mit violettem oder rötlichem Fleisch (ovy lalaina, ovy ble, ovy mena) und die Yamswurzeln mit weissem Fleisch und dünner Haut (ovy lava, ovy fotsy) werden von den Bauern besonders geschätzt.

Einige Arten der Yamswurzeln können roh verzehrt werden, da Yamswurzeln einen hohen Wassergehalt haben. Die Knollen von D. soso und D. bemandry sind so wassergesättigt, dass sie roh als Durstlöscher verzehrt werden. Ihr Saft wird sogar zum Kochen anderer Lebensmittel verwendet.

Im nördlichen Teil von Sakaraha, in den Bara-Ländern, ist die Yamswurzel eine Nahrungsergänzung zu Maniok in Zeiten des Mangels.

Die Knollen werden entweder so zwischendurch oder anstelle von Reis gegessen.

Die Menschen finden, dass Yamswurzeln besser schmecken als Maniok und sättigender sind als diese. Darum essen die Bara bevor sie aufs Feld zur Arbeit gehen noch etwas Yams, um Kraft zu sammeln.

Im Allgemeinen aber werden Yamswurzeln gekocht oder gebraten gegessen. Die Yamswurzeln müssen vor dem Verzehr von Verunreinigungen und dem weissen Saft befreit werden. D. maciba wird nicht roh verzehrt, sondern muss gekocht werden und wird zusammen mit Zucker oder Honig gegessen. Die kultivierten Yamswurzeln müssen zunächst geschält und dann in mehr oder weniger grosse Stücke geschnitten werden (die „kadaka“ 2-3 cm, die „batabata“ sogar noch grösser), bevor sie in Wasser gekocht werden. So können sie dann allein oder mit Beilagen wie Fisch, Fleisch, Honig, Kokosnusssaft oder Zucker gegessen werden.

Die kleinen Zwiebeln in den Blattachseln, die in Ankarafantsika sehr wenig Verwendung finden, werden auf die gleiche Weise wie die Knollen zubereitet. Ebenso können die jungen Blätter der Ovibe, die purpurrot oder braun gefärbt sind, wie Gemüse gegessen werden, aber das Fehlen der Blätter an den Pflanzen beeinträchtigt die Entwicklung der Knollen.

In Zeiten von Nahrungsmittelknappheit werden sogar die bitteren (D. antaly, D. ovinala) oder giftigen (D. sansibarensis und D. bulbifera) Yamswurzeln verzehrt. Die Bevölkerung kennt Techniken zur Eliminierung toxischer Substanzen aus diesen Pflanzen. Nach einem langdauernden Prozess des Einweichens, Waschens und Trocknens ist das erhaltene Produkt süss und von angenehmem Geschmack und kann ohne jede Gefahr verzehrt werden. Diese Knollen werden zu Mehl für verschiedene kulinarische Zubereitungen verarbeitet: lokaler Kuchen, Brei.

Studien zufolge haben sich Yamswurzeln als wirksame Heilmittel erwiesen. In den Regionen Ambositra/Ambohimahasoa und Brickaville heilen rohe Knollen Magenschmerzen, Verbrennungen, Furunkel usw… In anderen Gebieten würde D. sansibarensis oder der Saft von D. seriflora oder D. sosa Magenschmerzen heilen. Die Blätter und der Stängel der letzteren werden in Wasser gekocht und zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten beim Mann verwendet. Die jungen Blätter von D. Alata werden zerrieben und auf der Haut ausgebreitet, um Verbrennungen zu behandeln. Auch zur Behandlung von Furunkeln werden die gleichen zerstossenen Blätter verwendet. Die trockenen Blätter, die auf natürliche Weise von der Basis der Pflanze abfallen, werden als Sud zur Behandlung von Fieber und Malaria verwendet. Im Südosten Madagaskars wird der aus den Blättern gewonnene Saft zur Behandlung einer Geflügelkrankheit (Barika) verwendet. Die Knolle von D. antaly wird bei Husten eingesetzt und die von D. seriflora soll Würmer eliminieren.  Bei den Sakalava wird die Knolle von D. Sansibarensis auch zur Vergiftung von Nagetieren verwendet.

Die Ernte von wilden Yamswurzeln belastet die Umwelt stark. Einerseits laufen die beliebtesten Yamswurzelarten Gefahr, für immer zu verschwinden. Andererseits können die riesigen Löcher, die nach der Ernte zurückbleiben, Erosion verursachen und die Flora und Fauna der Umgebung stören.

Yamswurzel in Madagaskar
Wochenmarkt

Als Reisende findet man Yamswurzel in Madagaskar nie auf die Speisekarte in den Restaurants, da die meisten denken, dass die Gäste dies nicht essen möchten. Aber wenn Sie diese Köstlichkeit gleichwohl probieren möchten und wenn Sie ein paar Tage in einem kleineren Hotel wohnen, danach zu fragen. Die Angestellten werden vielleicht erst staunen und nachfragen, warum Sie etwas so einfaches essen möchten? Wenn Sie dann erklären, dass dies für Sie etwas sehr Exotisches ist, sind sie meistens bereit, diese Yamsköstlichkeit für Sie zuzubereiten. Wenn Sie gerne Süsses mögen, lohnt sich die Variante mit Kokosmilch auszuwählen!

Wenn Sie Madagaskar mit PRIORI Reisen entdecken möchten, bringen wir sie sehr gerne an Orte, wo Sie auch das traditionelle Essen ausprobieren können. Und wenn Sie gerne mitkochen möchten, können Sie an einem von unserer Kochkurse teilnehmen und lernen, wie in Yams in Madagaskar zubereitet wird.

Wäsche waschen in Madagaskar

Wäsche waschen in Madagaskar

Wie wäscht man eigentlich Wäsche in Madagaskar?

Eine Reise durch Madagaskar verursacht Schweiss und Staub. Also Wäsche. In so gut wie allen Hotels kann man seine Wäsche zur Reinigung geben. Allerdings sind dazu meist zwei Nächte Aufenthalt nötig. Am Abend ankommen und morgens seine gewaschenen Kleider entgegennehmen geht nicht.

Zwei Tipps sind wichtig:

Nehmen Sie Waschmittel in Tubenform mit für Ihre Handwäsche. Die Kleider sind ja meist einfach verschwitzt und nur etwas staubig. Am Abend handgewaschen sind sie morgens trocken. Im Hotelzimmer. Ein mitgebrachter (aufblasbarer) Kleiderbügel erleichtert den Trocknungsvorgang. Auf dem Hochland wird im Juli ein Hemd über Nacht kaum trocken, im Oktober hingegen schon.

Bei einem Aufenthalt von zwei Nächten im gleichen Hotel ist es so gut wie immer möglich, seine Wäsche abzugeben und vor der Weiterreise wieder in Empfang zu nehmen. Draussen im Land hat so gut wie keines der Hotels eine Waschmaschine oder gar einen Tumbler. Gewaschen wird von Hand und getrocknet wird die Wäsche an der Sonne und im Wind.

Das Waschen der Kleider ist in den Hotels relativ teuer und die Wäscherinnen kriegen nur einen mageren Anteil davon. Daher mag es sein, dass die Waschfrau Ihnen die Wäsche direkt übergeben will und das Geld gleich einkassieren möchte. In Umgehung der Hotelverwaltung ergibt dies auch die Möglichkeit einer Preisreduktion. Seien Sie hier gnädig mit der Waschfrau und bezahlen Sie, was sie verlangt.

Bedenken Sie auch, dass an vielen Orten Wasser ein kostbares Gut und Seife teuer ist.

Gehen Sie davon aus, dass Sie sowieso zuviel Kleider für Ihre Tour durch Madagaskar mitnehmen. Für einen Mann reichen zwei oder drei Hemden, die unterwegs gewaschen werden. Eine Frau mag zwar etwas mehr Kleidung veranschlagen, aber tatsächlich mit etwas Waschplanung auch mit weniger Kleidervolumen auskommen. Gut zu wissen ist, dass in Madagaskar die Kleidungsvorschriften sehr locker sind.

Die Kleiderwahl hängt natürlich von der Jahreszeit und der Reiseroute ab.

Die Jahreszeiten sind gegenläufig zu den europäischen. Im Juli ist es kalt und im Januar sehr heiss.

In Madagaskar sind drei Höhenlagen zu beachten:

Meereshöhe, Hochland und alpine Zonen. Im Juli ist es auf Meereshöhe tagsüber um die 20 Grad warm, auf dem Hochland (Antananarivo – Fianarantsoa) um die 10-15 Grad und in alpinen Regionen (Pic Boby) auf Nullgradniveau. Nachts jeweils 10 bis 15 Grad kälter. Im Januar hingegen bewegen sich die Temperaturen überall 10 und mehr Grad höher. Im Januar ist auf Meereshöhe mit 35 Grad und mehr zu rechnen. Die Temperaturschwankungen tagsüber werden von Reisenden oft übersehen und führen zu Erkrankungen. Ein typischer Tag im August in Antananarivo beginnt morgens um 7 Uhr mit 18 Grad, mittags mit 24 Grad und um 17 Uhr mit 25 Grad. Sobald aber die Sonne um 17 Uhr 30 untergeht, fällt die Temperatur schnell auf 15 Grad. Um 20 Uhr mag es dann empfindlich kalt sein — und man ist noch im T-Shirt. Entscheidend ist immer, ob und wie stark es windet.

Was krank macht ist meist nicht die Tagestemperatur, sondern der Wind, respektive der Durchzug. Die Häuser sind meist nicht „windgeschützt“ gebaut. Im Auto neigt man zu Frischluft = Durchzug.

Typischerweise erkälten sich viele Reisende auf dem Rückflug: sie steigen mit leichter Kleidung ins Flugzeug und während des zehnstündigen Fluges führt die Dauerventilation zur Erkältung.


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PRIORI-Kleingruppenreisen 2020

PRIORI Kleingruppenreisen 2020

Unsere PRIORI-Kleingruppenreisen 2020 nach Madagaskar fallen Corona-bedingt aus:

Alle unsere Madagaskar Kleingruppenreisen 2020 werden von einer deutschsprachigen Reiseleitung begleitet. Wir führen jedes Jahr einige Kleingruppenreisen zu spannenden Themen und an ausgewählte Orte in Madagaskar durch.

Erleben Sie Madagaskar in kleinen Gruppen von 4 bis 12 Personen, mit Gleichgesinnten. Tauschen Sie sich über Ihre Erlebnisse aus und geniessen Sie die gemeinsamen Entdeckungen.


Termin und Übersicht über unsere Madagaskar–Kleingruppenreisen 2020:

Kulinarische Reise                                                                                                                So., 29. März – Mo., 13. April 2020

Blumenblüte La Mariée und Vanille                                                                        Sa., 02. – So., 17. Mai 2020

Komoren und Madagaskar                                                                                          Sa., 06. – So., 28. Juni 2020

Exklusives Ostküstentrekking                                                                                      Sa., 13. – So., 28. Juni 2020

Quer durch den Norden                                                                                                  Sa., 11. Juli – So., 02. August 2020

Von Lemuren zu den Buckelwalen                                                                        Sa., 08. – So., 30. August 2020

Frauenreise „ladies only“                                                                                                Do., 10. – So., 27. September 2020


Weitere PRIORI–Kleingruppenreisen 2020 in Afrika und Asien:

Sénégal – Flussfahrt auf dem Sénégal                                                                      Mi., 29. April – Mi., 13. Mai 2020

La Réunion – Kreolische Farben                                                                          Do., 01. – Fr., 16. Oktober 2020

Äthiopien – Steinreich von Tigrai und Seengraben                                        Fr., 30. Oktober – Sa., 21. November 2020

Guinea-Bissau – Unberührtes Westafrika                                                          Mo., 02. – So. 15. November 2020

Myanmar – Mit Buddhas Lächeln im Gesicht                                                 Sa., 07. Nov. – So., 06. Dezember 2020


Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen! Wir beraten Sie gerne!


Rundreise in Madagaskar

Kanal des Pangalanes: Rundreise in Madagaskar

Es lohnt sich schon von Anfang an, je nachdem, was man erleben möchte, sich für eine kleinere Rundreise in Madagaskar zu entscheiden.

Denn wer das erste Mal Madagaskar bereisen möchte, merkt bei der Vorbereitung schon früh, dass es fast nicht möglich ist, das ganze Land während einer einzelnen Rundreise in Madagaskar zu sehen.

Wir von PRIORI Reisen bieten verschiedene Kleingruppenreisen und  Rundreisen in Madagaskar an. Meisten kommen unsere Gäste vorab zu uns zur Beratung und während eines 1- bis 2-stündigen Gesprächs sammeln wir Wünsche und können so am Ende eine massgeschneiderte Rundreise anbieten, die genau an die Wünsche unserer Gäste angepasst ist.

Katta Lemur: Rundreise in Madagaskar

Hier finden Sie ein paar kleine Tipps, was Madagaskar alles zu bieten habe:

  • Weltkulturerbe: der Königshügel Ambohimanga
  • Weltnaturerbe: Nationalpark Tsingy der Bemaraha
  • Weltnaturerbe: Regenwälder von Antsinanana (Marojejy, Masoala, Ranomafana, Andringitra und Andohahela
  • Urwald: verschieden Nationalparks in Regen- und Trockenwäldern
  • Lemuren, über 100 tag- und nachtaktive Arten
  • Affenbrotbäume (6 der weltweit 8 Arten von Baobabs gibt es nur in Madagaskar)
  • Chamäleons
  • Reptilien (keine giftigen)
  • Tsingy, spitzige Kalkstein Formationen – einzigartig in Madagaskar
  • 18 verschiedene Ethnien, mit verschiedenen Kultur- und Musikelementen
  • eine spannende Esskultur, Street Food inklusive
  • Lokale Handwerkskunst
  • Walsafari
  • Baden, schnorcheln, tauchen
  • Flussfahrten
  • Trekking, 1 bis mehrere Tage
  • Zugfahrten durch den Regenwald
  • Fotokurs
  • Reisfelder
  • Homestay bei lokalen Familien
  • Kochkurs
  • Und vieles, vieles mehr…

Wer Interesse hat, kann auch verschiedene soziale Projekte besuchen (zum Schutz für diese Orte, nennen wir sie hier im Netz nicht mit Namen).

Wenn Sie ein Beratungsgespräch wünschen, schreiben Sie uns gerne eine Mail, bitte mit Ihrem Namen und Ihrer Postanschrift (so wissen wir, dass es Sie überhaupt gibt…) und einigen Terminvorschlägen.

Unsere Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 08.30 – 17.30 Uhr (ausser der Mittagspause von 13:00 – 14:00 Uhr). Nach Absprache können Sie gerne auch an einem Abend oder an einem Samstagvormittag zur Beratung kommen. Und wenn Sie zu weit entfernt von Basel wohnen, ist es auch möglich die Beratung per Mail oder Telefon zu machen.

Ihre Offerte wird abgestimmt auf Ihre Sprachkenntnisse, Erlebniswünsche, Abenteuerlust und gewünschter Jahreszeit und Sie erhalten dann schon wenige Tagen nach der Beratung das erste Angebot für Ihre Rundreise in Madagaskar.

PRIORI wurde in 1994 gegründet und nach nunmehr 25 Jahren können wir wirklich sagen, dass wir das Land sehr gut kennen und auch sehr gut wissen, Wo man WAS erleben kann. Wichtig ist, dass Sie uns Ihre Wünsche und Erwartungen mitteilen, nur so können wir die perfekte Rundreise in Madagaskarfür Sie anbieten!

Vogelarten in Madagaskar

Vogelarten in Madagaskar: Isalo Nationalpark Vogel

Auf einer Reise durch Madagaskar sind die vielen Vogelarten in Madagaskar stets präsent.

Sogar mitten in der Hauptstadt Antananarivo trillert und trällert es, vor allem morgens. Zu beobachten sind oft sehr bunte und für uns Europäer ganz unbekannte Arten. Wer vorher dachte, «Birding» (Vogelbeobachten) sei nur für speziell Interessierte, merkt schnell, dass man nicht nur selber neugierig wird, sondern auch gerne wissen möchte, wie diese verschiedenen exotischen Vogelarten heissen.

Madagaskar ist anderthalb Mal so gross wie Deutschland und hat rund 300 verschiedene Vogelarten. Ungefähr 100 davon sind endemisch, kommen also nur in Madagaskar vor. Für Vogelinteressierte bietet eine Reise durch Madagaskar viele Möglichkeiten, mehrere der endemischen Vogelarten zu beobachten.

Manche Vogelarten triff man fast überall auf der ganzen Insel und andere, wie zum Beispiel der Vorompano (Rotschwanz-Tropikvogel) nur in bestimmten Regionen oder sogar nur in sehr lokalen Kleingebieten. Viele der Vogelarten stehen leider wegen der gravierenden Abholzung und der Klimaänderung auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Eine der meist verbreiteten Vogelarten ist der Myna (Hirtenmaina) mit seinem sehr charakteristischen gelben Schnabel und der gelben Brille. Sein charakteristischer Gesang ertönt frühmorgens schon bevor dann der Verkehrslärm den Geräuschpegel anhebt. Auch der Railovy (Königsdrongo) und der Fody (Madagaskarweber) sieht man fast über das ganze Land.

Doch nicht alle Vogelarten in Madagaskar sehen exotisch aus. So ähneln zum Beispiel der Vintsy, der Takodera oder der Vanokasira unserem Eisvogel, dem Wiedehopf oder dem Graureiher. Erst bei näherem Hinschauen entdeckt man kleine, für Laien unsichtbare Unterschiede.

Verschiedene Vogelarten in Madagaskar

Natürlich kann man in Madagaskar das ganze Jahr über Vogelarten beobachten, aber wenn Sie Zugvögel wie zum Beispiel die Rosa Flamingos beobachten möchten, ist Mitte September bis Mitte November die beste Reisezeit.

Für Reisende lohnt es sich, ein gutes Vogelhandbuch mitzunehmen. Wir von PRIORI Reisen haben immer folgende zwei Bücher (beide auf englisch) im Reisegepäck: «Birds of Madagascar and the Indian Ocean Islands» (von Frank Hawkins, Roger Safford und Adrian Skerrett) und «Wildlife of Madagascar» (von Ken Behrens & Keith Barnes). Das erste Buch ist spezifisch nur für Vogelarten und das zweite für alle Tierarten in Madagaskar.

Was sonst unbedingt mit auf Reise muss, ist ein gutes Fernglas und gute Objektive für Fotografen. Wenn Sie früh aufstehen, können Sie bereits in vielen der hoteleigenen Gärten ganz viele Vogelarten schon vor dem Frühstück beobachten. Für eine Wanderung in einem der vielen Nationalparks lohnt es sich bei dem lokalen Guide nachzufragen, wie gut er (oder sie) sich in der örtlichen Ornithologie auskennt. Denn nebst dem Beobachten ist es unterwegs auch interessant, viele Informationen zu bekommen und Fragen direkt vor Ort beantwortet zu erhalten.

Wenn Sie Madagaskar und seine spannende Vogelwelt besuchen möchten, schicken Sie uns eine Mail mit Ihren Wünschen und wir werden für Sie massgeschneidert eine erlebnisreiche und spannende Reise durch Madagaskar ausarbeiten.

Maroantsetra – Masoala

Anreise in den Masoala Nationalpark: Flughafen Maroantsetra

Wie gelange ich in den Nationalpark von Masoala?

Das Masoala-Regenwaldgebiet in Madagaskar ist eines der besuchenswerten Highlights der Insel im Indischen Ozean. Masoala ragt wie ein Angelhaken im Nordosten Madagaskars ins Meer hinein. Diese Halbinsel besteht grob zur Hälfte aus einem Naturschutzgebiet mit sehr vielen endemischen Tieren und Pflanzen. Daher versuchte der Zoo Zürich mit seiner Masoala-Halle, ein Stück dieser Natur abzubilden.

Wer gern den Masoala im Original besuchen möchte, muss erstmal rein logistische Hürden bewältigen.

Die meisten Fernflüge nach Madagaskar landen in der Hauptstadt Antananarivo. Zwangsläufig ergibt sich eine Übernachtung, denn gleich weiter nach Maroantsetra zu fliegen, ist nicht machbar.

Die Kleinstadt Maroantsetra ist die Eingangspforte zum Masoala. Den Ort erreicht man ab Antananarivo mittels eines gut einstündigen Fluges. Es gibt zwei reguläre Flüge der Fluggesellschaft Tsaradia pro Woche. (Air Madagascar macht keine Binnenflüge mehr.) Die private Fluggesellschaft Madagasikara Airways, die nebst wenigen regulären Binnenflügen eher Bedarfsflüge ausführt, setzt Maroantsetra ab und zu ins kurzfristig angesetzte Flugprogramm. Private Charterflüge sind für bis zu 12 Passagiere zwar machbar, kosten aber etwa gleich viel wie der Flug von Europa nach Madagaskar.

Masoala NationalparkMaroantsetra auf dem Landweg zu erreichen ist sehr abenteuerlich. Die RN5 führt zwar von der Hafenstadt Tamatave über 400 Kilometer bis nach Maroantsetra an der Innenbucht des Antongil-Meeresarms. Doch diese Route Nationale ist über weite Teile eine ganz üble Piste. Allradfahrzeuge quälen sich über mehrere Tage hinweg über die Schlammwege und durch Wasserniederungen, um entlang der Ostküste nach Maroantsetra zu gelangen. Zudem fehlen vielerorts stabile Brücken, sodass die Fahrzeuge zuweilen waghalsig über Behelfsbrücken aus Schlagholz fahren müssen oder mit selbstgebauten Bambusfähren über Flussläufe geschippert werden.

Der Schiffsverkehr ist instabil, es gibt tatsächlich entlang der 5000 km langen Küsten Madagaskars keine planbaren Schiffslinien, ausser die wenigen Orte mit Fährverkehr. Seit kurzer Zeit verkehrt allerdings ein Passagierschiff mit 100 Personen Kapazität zweimal pro Woche zwischen Tamatave via Ste Marie nach Maroantsetra. Der Katamaran bleibt aber immer wieder wegen technischer Probleme an Land. Zuweilen machen auch kleinere Boote die Fahrt über die rauhe See. Auch wettermässig sind solche Wassertransporte nicht lange Zeit im Voraus planbar.

Realistisch gesehen ist ein Flug die einzig zuverlässige Art, ins Masoala-Gebiet zu gelangen – und von dort wieder weg.

Doch in Maroantsetra ist man noch keineswegs im Naturschutzgebiet Masoala. Dazu braucht es noch einen mehrstündigen Bootstransfer oder eine tagelange Wanderung. Das Naturgebiet von Masoala in seiner Ausdehnung zu sehen, braucht also eine richtige Anstrengung und ist fast unmöglich, in Eigenregie zu organisieren.

Die Reiseagentur PRIORI ist seit 1994 in Madagaskar und ebenso mit dem Madagaskarhaus in Basel. In den 25 Jahren ihrer Existenz hat sie schon unzählige Touren aller Art im Masoala organisiert. Daher kennt sie auch die vielen Stolpersteine, um überhaupt ins Masoala-Gebiet zu gelangen.

Das Tote Meer in Madagaskar

das tote meer in madagaskar

Kleine Salzseen liefern in Madagaskar Natursalz, das trotz seiner Heilwirkung nicht vermarktet wird. Dabei könnte das Tote Meer in Madagaskar Lieferant von natürlichen Salzen aller Art sein.

Der tiefe Süden Madagaskars ist zumeist eine hügellose, heisse und wasserlose Landschaft namens Androy. Doch in einer Niederung östlich der verschlafenen Verwaltungsstadt Tsiombe befinden sich ein paar kleine Seen, aus denen auf natürliche Weise Salz gewonnen wird. Die Gewässer von insgesamt rund 4 qkm Grösse weisen nur etwa zwei bis sechs Meter Tiefe auf. Sie liegen eingebettet zwischen flachen, von Kakteen bestandenen Anhöhen und ihre Ausdehnung wird beeinflusst von den sehr seltenen Niederschlägen. Im ariden Süden Madagaskars fällt zuweilen während mehreren Jahren kein einziger Regentropfen. Der nur etwa einen Kilometer lange Ihodo-See ist jedoch ganzjährig mit Wasser bedeckt, ebenso der kleinere Sihanapotsy-See. In der abflusslosen Zone haben sich die wenigen stehenden Gewässer infolge der sehr hohen Hitze zu Salzseen entwickelt. Die Tropensonne lässt Salzkristalle mitsamt Schwebestoffen zu Boden sinken. Diese fisch- und pflanzenlosen Wasserflächen waren der Bevölkerung seit jeher heilig. Salz durfte traditionell nicht abgebaut und gehortet werden. Das Kultprodukt Salz durfte auch nicht gehandelt oder als Zahlungsmittel benutzt werden.

Das hat sich inzwischen geändert. Am Rand des Ihodo-Hauptsees leben ein paar Dutzend Menschen, meist Frauen, vom Abbau und Verkauf des Salzes. Die traubengrossen Salzkristalle lagern sich im Schlick dieser natürlichen Verdunstungsbecken ab und werden von den Frauen von Hand an die Oberfläche geholt. In trogartigen Einbaumbooten wird das Salz an Land gebracht. Eine maschinelle Verarbeitung oder Raffinierung des Rohsalzes findet nicht statt. Das gewonnene, ungewaschene Salz wird einfach zu hüfthohen Pyramiden aufgehäuft, aus denen danach ein Grossteil des Wassers abfliesst.

das tote meer in madagaskar: salzpyramiden

Die flache und mineralienreiche Region produziert pro Jahr 1000 bis 2000 Tonnen naturbelassenes Salz, wobei über die Hälfte aus dem permanenten See Ihodo stammt.

Anders als in anderen salzhaltigen Binnengewässern, sind die pfannenflachen Seengebiete von Ihodo nicht rotviolett von salzliebenden Bakterien verseucht. Diese uralte Salzquelle ist nur regional bekannt. Unregelmässig machen sich Händler auf den schwer befahrbaren Pisten auf, um mit Lastwagen ein paar Tonnen Salz zu kaufen. Das grobkörnige Salz wird nur im tiefen Süden Madagaskars vertrieben. Wahrscheinlich würde dieses reine Natursalz keinen TÜV-Test bestehen oder keine Analyse der Stiftung Warentest überstehen. Nichtsdestotrotz wird dieses Salz ohne Lobby im Süden von Madagaskar benutzt und geschätzt. Der Anteil an Mikroplastik, der üblicherweise in Meersalzen inzwischen hoch ist, ist beim Ihodo-Salz gleich Null.

In Madagaskar wird Salz von mehreren halbindustriellen Betrieben aus Meerwasser produziert, so in Salzgärten in der Region von Tulear, Morondava und im Norden bei Diégo-Suarez. Das dortige Salz wird in fussballfeldgrossen Verdunstungsbecken unter der brütenden Sonnenhitze gewonnen. Die Verdunstungskruste wird im nachfolgenden Prozess gesäubert und das Rohsalz raffiniert. Speisesalz ist sogar eines der wenigen halbindustriellen Exportprodukte Madagaskars. Das madagassische ‘Fleur de sel’, die hauchdünne oberste Schicht, ist sogar ein weltweit gesuchtes Kulinarikprodukt.

Madagaskar hat etwa 1300 Seen, Lagunen und Sumpfgebiete. Doch nur gerade in dieser geologisch speziellen Zone von Androy ist eine Salzgewinnung aus stagnierendem Süsswasser möglich. Diesem Salz wird von der Lokalbevölkerung eine nachweisbare Heilwirkung zugesprochen. Gelenkschmerzen sollen damit behandelbar sein und insbesondere eine heilende Wirkung bei Hautirritationen bewirken. Dieses traditionelle Medizinwissen wird im Süden Madagaskars nur gerade von der ortsansässigen Bevölkerung genutzt. Abgesehen davon beklagen sich die Salzarbeiterinnen nicht über Asthma.

das tote meer von madagaskar: salzsee

Anders als im Toten Meer werden die natürlichen Salzlagunen von Ihodo nicht vermarktet. Es gibt weder ein Label noch eine Vertriebsorganisation. Nicht eine Handvoll Touristen besucht diese Zone pro Jahr und vor Ort existiert keinerlei touristische Infrastruktur. Die Arbeiterinnen kommen jeden Tag von weither zu Fuss, um stundenlang knie- oder hüfttief im Wasser zu stehen und Schlammsalz auf kleine Holzboote zu hieven. Oder sie sitzen neben ihren austrocknenden Salzpyramiden und warten, bis das Geräusch eines fernen Motorfahrzeugs einen möglichen Käufer ankündigt.

PRIORI, die Reiseorganisation für Madagaskar www.madagaskarhaus.ch

Die Eisenbahnlinie FCE in Madagaskar

Eisenbahn FCE in Madagaskar

Die Eisenbahnlinie FCE (Fianarantsoa-Cote-Est Railway) verbindet die Hochlandstadt Fianarantsoa mit der Küstenstadt Manakara

Schon 1896, ganz zu Beginn der Kolonialzeit der Franzosen, hat man über die Planung dieser Bahn gesprochen. Von 1926 bis 1936 wurde sie dann mit erheblichem Aufwand gebaut. So sollen zeitweise 5‘000 Zwangsarbeiter an der Arbeit beteiligt gewesen und mehrere Tausend bei den Bauarbeiten ums Leben gekommen sein. Es ist eine Bahnstrecke in Meter-Spur. Mit 67 Brücken und 48 Tunneln und gut 163 Kilometern Länge, wurde die Bahn gleichzeitig mit dem Hafen von Manakara eingeweiht. Damit war, für damalige Verhältnisse, eine leistungsfähige Verbindung von der Ostküste ins Hochland entstanden.

Heute entspricht die Bahn nicht mehr den Vorstellungen einer „westlich“ modernen Eisenbahn. Die Einheimischen sprechen somit auch etwas ironisch von ihrem TGV (Train à Grandes Vibrations). Die Dieselloks stammen noch aus der Anfängerzeit dieser Bahnlinie. Das Wagenmaterial wurde mehrmals ausgetauscht. Viele Wagen stammen aus der Schweiz, so z. B. von der Brünigbahn, der Chemin de fer Yverdon-St. Croix oder den Berner Oberland-Bahnen. Für uns verströmen diese Wagen einen Duft von Nostalgie, denn sie stammen alle aus den 60er-Jahren. Hier erhalten sie einen neuen Anstrich und werden auch im Innern etwas restauriert und sind somit noch gut erhalten.

Für die Einheimischen ist diese Bahn sehr wichtig, ist sie doch die einzige Verkehrsverbindung in ihrer Region. Die Strasse vom Hochland über Ranomafana nach Manakara verläuft, in Luftlinie gesehen, 30 Kilometer nördlich der Bahnlinie.

Die Bahnstrecke verläuft, gemäss bahntechnischen Bedingungen, mit einer möglichst ausgeglichenen Steigung in vielen Windungen in einem schwierigen Gelände. An einigen Stellen wird die maximale Steigung ausgereizt und der Zug hat dann Mühe diese Stellen zu passieren. Erst unten in der Küstenebene verläuft sie zum Teil eben und schnurgerade.

Aus Mangel an Rollmaterial verkehrt der Zug nur noch zweimal wöchentlich in jeder Richtung.

Die Abfahrtszeit, sei es in Fianarantsoa oder in Manakara, ist immer auf 7 Uhr angesetzt. Ob diese eingehalten werden kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Oft ist die Lok noch in Reparatur oder der Zug muss noch in die richtige Formation rangiert werden. Nach Fahrplan würde die Fahrt etwa 10 Stunden dauern. Aber die Halte an den 16 Zwischenstationen dauern immer etwas länger als geplant. Da müssen Waren aus- und eingeladen werden oder man wartet noch auf einen Patienten, der dringend transportiert werden muss oder …

Neben der wundervollen Aussicht während der Fahrt (am besten man besetzt bei einer Talfahrt einen Platz auf der, in Fahrtrichtung gesehen, linken Seite), sind die Halte an den Stationen ganz besonders interessant. Die halbe Dorfbevölkerung ist dann anwesend und versucht alles zu verkaufen, was Haus und Hof hergibt.

Meist wird es spät am Abend bis man am Endbahnhof ankommt.

Die Eisenbahnstrecke vom Hochland zur Küste steht im Zentrum unserer Reise „Bahnwanderung entlang der Dschungelbahn“. Wir wollen einem Teil des Schienenstrangs folgen. Zu Fuss und so vom Hochland bis zur Küstenebene gelangen. Zum Schluss fahren wir dann mit dem Zug zurück und erleben die Strecken nochmals vom Zug aus.

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.