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Sambava

1610 – SAMBAVA

Die Nordostroute ist als die “Duft- und Gewürzroute“ oder auch als die “Vanilleroute“ bekannt und zieht sich entlang der nördlichen Ostküste.


Hier liegt auch das grosse Anbaugebiet von Vanille, von Gewürznelken, Pfeffer, Kaffee und Kokosnüssen. Vom Regenwald umgeben und fast nur auf dem Luftweg erreichbar, ist dieser SAVA-Nordteil trotzdem eine der Lieblingsdestinationen der Reisenden.

Sambava, mit dem Spitznamen “die Vanillestadt“, ist das grösste Zentrum der Vanilleproduktion in der SAVA-Region (Sambava, Antalaha, Vohémar, Andapa). Die Stadt liegt im Mündungsgebiet von mehreren Flüssen, auf madagassisch heisst das “Sahambavany“ und aus dieser Bezeichnung ist der Name “Sambava“ abgeleitet, was wörtlich bedeutet “wo sich die vielen Flüsse treffen und später ins Meer münden“. Schon vom Flugzeug aus ist dieses weit verzweigte Flusssystem beeindruckend, es wechselt sich ab mit grünen Waldgebieten, saftig hellgrünen Reisfeldern und dunkelgrünen, kilometerlangen Kokosplantagen.

Die reiche Stadt Sambava lebt neben dem Anbau und dem Export des “Schwarzen Goldes“ auch vom Tourismus und hat einiges zu bieten: ausgedehnte, weisse Sandstrände, wo der Indische Ozean, wie überall an der Ostküste Madagaskars, wild und stürmisch an die unberührten Strände rollt. Auch charmante Gasthäuser, kleine Strandhütten und komfortable Hotels in verschiedenen Kategorien säumen die Strassen im Stadtzentrum. Deswegen ist die Sava-Region schon länger auf Tourismus eingestellt. Bei klarem Wetter hat man einen weiten Blick entlang der Küste und ins Landesinnere bis zum Tsaratanana-Massiv, das bis auf 2876 m über den Meeresspiegel aufsteigt. Am Strand bei den Hotels können die Reisenden baden, aber bitte Vorsicht, die Brandung des Indischen Ozeans ist in dieser Gegend nämlich ziemlich stark. Gelegentlich, wenn man Glück hat, kann man in den Monaten August und September zur Mittagszeit die riesigen Buckelwale beobachten, die draussen im Meer springen.

Vanille – das “Schwarze Gold“
Die Vanille ist eine Orchideenart und stammt ursprünglich aus Mexiko. Die Spanier brachten sie nach Europa in die Botanischen Gärten. Durch die Franzosen fand sie den Weg nach La Réunion und sie wurde hier erfolgreich angebaut (Bourbon-Vanille). Bauern haben sie aus der Nachbarinsel La Réunion anfangs des 20. Jahrhundert wegen des steigenden Weltmarkbedarfs hier in diesem Nordteil Madagaskars eingeführt. Tüchtige Geschäftsleute sind im Laufe der Zeit zu sogenannten “Vanille-Baronen“ geworden und haben die SAVA-Region zu einem wichtigen Siedlungsschwerpunkt gemacht. Seither wird fast 2/3 der Weltproduktion bzw. des Vanilleweltbedarfs in diesem grünen Dreieck Sambava, Antalaha, Vohemar und Andapa produziert und neben anderen Exportgütern wie Pfeffer, Gewürznelken ab dem Hafen Antalaha nach Europa und nach den Vereinigten Staaten verschifft.

Sambava
Eine ausgesprochen schöne Autofahrt in diesem Gewürzland führt durch ausgedehnte Plantagen und Felder mit Kaffee-, Nelken-, Litschi-, Mangobäumen oder auch niedere Bäume, an denen sich die wertvolle Vanille und der Pfeffer hochranken. Besuche und kurze Wandertouren durch die schöne Vanille-, Pfeffer- und Zimtplantage im Domaine d’Ambohimanitra sind machbar. Auch die fremde Duftpflanze Ylang Ylang mit ihrem betörenden Duft werden die Reisenden in dieser privaten Plantage kennen lernen. Ambohimanitra heisst wörtlich “der Hügel mit tausend Parfüm“. Hier kann man auch sehen, wie aufwendig jede Vanilleblüte von Hand bestäubt wird, weil die speziellen Kolibris und Bienen für die Vanillebetäubung hier in Madagaskar fehlen. Hier lernen die Gäste auch die verschiedenen Vanillesorten kennen, ihre Geschichte und die wichtige Rolle, die dieses Gewürz und Exportgut in dieser Vanillestadt und im gesamten Umland der SAVA-Region spielt.
Jede einzelne Vanilleschote ist so wertvoll und kostbar, dass sie mit einem Nagelstempel (meistens mit Buchstaben) gekennzeichnet wird. Nach diesem erlebnisreichen Besuch können die Besucher im Restaurant mit einem schönen Panoramablick eine der vielen Spezialitäten der Region (zum Beispiel Fisch oder Garnelen) mit Vanillesauce probieren. Die madagassische Küche geniesst hier wirklich einen hervorragenden Ruf.


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Es sind nur 90 km von Sambava bis Antalaha, doch die Autofahrt ist wegen der abwechslungsreichen Landschaft ein unvergesslicher Genuss für jeden Reisenden. Die gut ausgebaute Asphaltstrasse führt zeitweise am Meer entlang, mal überquert man Reisfelder oder ein paar Flussmündungen, manchmal fährt man durch Graslandschaften, durch weitläufige Vanilleplantagen oder durch malerische Dörfer, die von gepflegten Reisefeldern umgeben sind. Die guten klimatischen Bedingungen mit reichhaltigen Niederschlägen in dieser Region sind für den Anbau von Vanille und der verschiedenen Gewürzpflanzen extrem günstig. Das Küstengebiet, wo ständig die Passatwinde wehen, ist eine ziemlich feuchte Gegend mit viel Sonne zwischen August und Dezember und von März bis Mitte Mai.

Von Sambava aus sind Pirogenfahrten auf dem Bemarivo-Fluss im Norden oder dem Lokoho-Fluss im Süden sehr empfehlenswert. Beide Flüsse dienen als Transportwege für landwirtschaftliche Produkte aus dem Hinterland und werden daher regelmässig von vielen Einbäumen und kleinen Booten befahren. So können die Tagesausflügler im Hinterland durch fruchtbare kultivierte Landschaften mit malerischen Dörfern bis zum Flussufer wandern, um von dort mit der Piroge oder dem Motorboot zurück an die Küste zu fahren: ein einmaliges Erlebnis entlang der verschiedenen Gewürzfelder und exotischen Dörfer mit den freundlichen “Betsimisaraka“ und den eingewanderten “Tsimihety“ oder anderen madagassischen Bevölkerungsgruppen. Die chinesischen Händler, die seit mehreren Generationen hier leben, plaudern auch gerne mit den “Vazaha“ (Fremde) auf den Pirogen und tauschen die letzten Neuigkeiten mit dem Piroguier aus.

Sambava
Rund zwei Kilometer von der Stadt Sambava entfernt befindet sich die grösste Kokosplantage an der Nordostküste. Sie erstreckt sich rund 60 km Richtung Süden auf dem Weg nach Antalaha. Verwaltet von der berühmten Firma „Soavoanio“ (wörtlich übersetzt die wohlschmeckenden Kokosnüsse“) beschäftigt dieser Betrieb viele Arbeitskräfte, besonders während der Haupterntezeit von Juni bis November. Diese extrem grosse Kokosplantage ist eine wichtige Einnahmequelle in dieser Region, denn von der gepressten Kopra werden Öl, Seife, Tierfutter, verschiedene Kosmetikprodukte und Heilmittel hergestellt. Es ist interessant zu sehen, mit welchem Aufwand und welcher Gründlichkeit neue Sorten von Kokospalmen gezüchtet und wie die Kokosnüsse in verschiedenen Arbeitsschritten geschält, getrocknet und schliesslich gepresst werden.

Sambava ist ein guter Ausgangspunkt für viele Ausflüge oder Trekkingtouren und vor allem für den Besuch des hochinteressanten Nationalparks von Marojejy, ideal für jene, die die ausgetretenen Pfade verlassen wollen. Klima, Vegetation und Landschaften sind in diesem Naturschutzgebiet sehr vielseitig. Der faszinierende Marojejy Nationalpark mit der höchsten Erhebung von 2132 m ist von wasserreichen Flüssen und Bächen durchzogen und mit Bergnebelwald bedeckt. Hier beträgt der Regenniederschlag ca. 3000 mm pro Jahr, so dass es auch während der Trockenzeit zwischen September und Dezember viel regnen kann. Erwähnenswert sind auch die überaus gastfreundliche Lokalbevölkerung und die Weltabgeschiedenheit in dieser grünen und fruchtbaren Region, was ein Aufenthalt zu einem besonderen und unvergesslichen Erlebnis macht!

Januar 2021, geschrieben von Bodo, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

Marojejy Nationalpark

1650 – Marojejy Nationalpark

Die Region an der Nordostküste von Madagaskar zählt zu der abwechslungsreichsten Gegend der grossen Insel und ist für die Gewürze und ihre Düfte bekannt.


Eine der Hauptattraktion im Nordosten Madagaskars ist aber der Nationalpark Marojejy. Es handelt sich um ein wenig besuchtes Schutzgebiet, einerseits wegen der schwierigen Erreichbarkeit und andrerseits erfordert ein Trekking im Marojejy eine gute Kondition. Er liegt in der Region SAVA zwischen Sambava und Andapa. Manchmal wird Marojejy auch Marojezy geschrieben.

Die Marojejy-Wälder sind reich an verschiedenen Pflanzen und Tieren, von denen viele endemisch sind. Das Marojejy-Massiv wurde erstmals im Jahr 1948 von Professor Henri Humbert beschrieben. Der berühmte Botanist des Natur-Historischen Museums in Paris hatte zahlreiche Gebirgs-Massive auf dem afrikanischen Kontinent erkundet. Er bezeichnete das Marojejy-Massiv als eines der eindrucksvollsten der ganzen Insel. Dank seiner Begeisterung wurde das Schutzgebiet im Jahr 1952 in die Liste der Naturreservate Madagaskars aufgenommen, war aber zuerst nur für Forscher zugänglich.

Der Park ist seit 1998 ein Nationalpark und bietet ein beeindruckendes Gebirgsmassiv mit dichtem feuchtem Wald, Palmen und Pteridophyten (farnartige Pflanzen), Sekundärwald sowie eine unglaubliche Vielfalt an Wildtieren. 2007 wurde der Park wegen seiner einzigartigen Biodiversität und seiner aussergewöhnlichen Landschaften von der UNESCO in die Liste der Orte des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen. Ein Wasserfall im Park trägt den Namen des Botanisten “Cascade de Humbert“.

Der Marojejy-Nationalpark erstreckt sich über 60’050 ha und fast 90% des Parks sind mit Wäldern bedeckt. Der Park liegt zwischen 100 und 2132 Metern über Meer. Wer die Natur und die Einsamkeit liebt, kommt hier voll auf die Rechnung. Die besten Zeiten für eine Reise in diesen Nationalpark sind von April bis Mai und von September bis Dezember.

Marojejy Nationalpark
Die Wanderung in diesen Park verlangt eine gute Körperkondition, denn es handelt sich wirklich um ein Abenteuer. Um dieses interessante Naturschutzgebiet zu entdecken, fährt man auf der RN 3b von Sambava aus knapp 100 km durch eine grüne Vorgebirgslandschaft. Das Dorf Manantenina ist der Ausgangspunkt für das Trekking in den Marojejy-Nationalpark. Von Manantenina geht man zu Fuss entlang der Reis- und Vanillefelder und kann schon das Marojejy-Massiv bewundern. Das Massiv ist ein Teil der Bergkette von Tsaratanana im Nordwesten und der Halbinsel Masoala im Süden. Am Parkeingang angekommen, beginnt der wilde Dschungel.

Der Park beherbergt, den Höhenstufen entsprechend, verschiedene Vegetationstypen:
– der Immergrüne Regenwald ist dicht bewachsen mit grossen Bäumen und vielen Palmen, Farnen und Epiphyten (Aufsitzerpflanzen). Wegen der Brandrodung ist der ursprüngliche Wald oft zerstört, es wachsen dann die Sekundärwälder, hauptsächlich bestanden mit Bambus, wildem Ingwer und den Ravenalas.
– der Bergnebelwald (800 – 1400m). In diesem Wald sind die Bäume und Büsche kleiner und das Blätterdach schliesst sich in nur 18 – 25 m Höhe.
– der Bergwald (1400 – 1800 m). Die Bäume sind verkümmert, ihre Äste und Stämme sind mit Moos und Flechten bedeckt.
– die Gebirgsvegetation (über 1800 m). Hier findet man auch Palmen, winzigen Bambus und auf der Erde wachsende Orchideen und Flechten.

Entgegen anderen Gebirgsmassiven in Madagaskar wurde das Dickicht im Marojejy-Gebirge nie von einem Buschfeuer zerstört.


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Im Park erwarten uns drei wunderschöne Camps mit Zelt-Bungalows entlang einer Piste, die vom Dorf Manantenina durch den Tropenwald bis zum Gipfel führt. Im Park gibt es auch mehrere Orte, die zum Zelten geeignet sind. Drei verschiedene Wandertouren stehen zur Verfügung, dies sind der Mantella-Circuit, der Simpona-Circuit und die Marojejy-Gipfelwanderung. Wer alle drei interessanten Wandertouren absolvieren will, sollte mindestens fünf Tage im Park verbringen.

Marojejy Nationalpark
Der erste Circuit heisst Mantella und führt bis zum ersten Camp auf 450 Metern. Man erreicht es nach etwa drei Stunden Marsch und braucht dafür mindestens zwei Tage. Auf dieser Wanderung können die Besucher den Primärregenwald im Park erkunden. Mit etwas Glück treffen die Reisenden auf viele Arten von Reptilien und Amphibien (wie den Mantella laevigata, Boophis, Sanzinia usw), mehrere Lemurenarten (wie Bambusmakis, Eulemur albifrons) sowie viele Vögel (wie der blaue Coua, Prevost Eurycere). Auf einer Höhe von 450 m ü.M. sind Beobachtungen der Lemuren sehr erfolgreich. Hier kann man den Weisskopfmakis und Bambuslemuren begegnen. Ebenso trifft man oft auch Ringelschwanzmungos (Galidia elegans).
Etwa 800 Meter oder 30 Minuten Marsch oberhalb des Mantella-Camps liegt ein schöner Wasserfall namens “Cascade de Humbert“. Eine Ehrerbietung an den französischen Botaniker Henri Jean Humbert.

Marojejy Nationalpark
Der zweite Circuit heisst Simpona, für diese Tour soll man mindestens drei Tage im Park verweilen. Diese Tour wurde nach der besonders schönen Lemurenart Propithecus candidus oder Simpona benannt. Der seidige Sifaka ist bekannt für sein weisses Fell und kann nur in dieser Region beobachtet werden. Es ist empfehlenswert, einen “Simpona-Spezialisten“ mitzunehmen, um dieses aussergewöhnliche Tier zu beobachten. Die Simpona-Tour ist eine Fortsetzung der Mantella-Tour. Vom Mantella-Camp geht man ein bis zwei Stunden zu Fuss bis zum Marojejia-Camp, das sich auf einer Höhe von 775 Metern befindet. Dieses Camp liegt an der Grenze zwischen dem Regenwald des Tieflandes und den Bergregenwald und liegt noch immer mitten im intensiven Grün der Wälder.

Marojejy Nationalpark
Der dritte Circuit ist die Marojejy-Gipfel-Tour, der schwierigste Teil der Treckingtour mit dem Aufstieg bis zum Gipfel. Mindestens 4 oder 5 Tage braucht man für diese Tour. Diese Wanderung führt in drei bis vier Stunden vom Marojejia-Camp zum Simpona-Camp. Das Simpona Camp liegt auf 1250 m Höhe. Dieses Camp dient als Ausgangspunkt für die Gipfelbesteigung, ein wirklich sportliches Abenteuer und man startet bereits früh am Morgen. Der Aufstieg zum Gipfel dauert fünf bis sechs Stunden und bei Regen kann es noch mehr sein. Auf einem einsamen Pfad in wilder Natur durchquert man den Nebelwald.

Der Gipfel des Parks befindet sich auf einer Höhe von 2132 Metern, und von hier aus hat man einen perfekten Panoramablick.

Für die Trekkings in diesen Park ist die Anzahl Besucher begrenzt. Es ist empfehlenswert, die Reise im Voraus zu buchen. Im Park gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten, somit muss der gesamte Proviant aus Andapa oder Sambava mitgebracht werden.

In der Umgebung von Marojejy befinden sich viele schöne Orte, die sich für einen Besuch anbieten. Beispielsweise das Anjanaharibe-Sud Reservat, das 20 km westlich von Andapa liegt und das für seine spektakulären, unberührten Regenwälder und seine vielfältige Flora und Fauna bekannt ist. Ein weiterer Park ist der grosse Masoala Nationalpark. Hier macht man meist eine 7-tägige abenteuerliche Trekkingtour durch die abgeschiedene und schöne Landschaft zwischen Antalaha oder Andapa und Maroantsetra. Im tropischen Nationalpark Masoala erwartet uns ein aktives und intensives Naturerlebnis.

Januar 2021, geschrieben von Koloina, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

Andapa

1640 – Andapa

Die Region Andapa gehört zu der ca. 24’000 km² grossen SAVA-Region an der Nordostküste Madagaskars. In dieser Region liegen die Städtchen Sambava, Antalaha, Vohémar und Andapa.

 

Die Stadt Andapa liegt in Luftlinie ungefähr 70 km südwestlich der Vanillestadt Sambava und ist über die kurvenreiche RN 3b und entlang des langen Lokoho Flusses erreichbar (also insgesamt ca. drei Stunden Autofahrt). Die Landschaft zeigt sich hier vielseitig und saftig grün: zahlreiche Reisfelder, Bananenhaine und Kokosplantagen, malerischen Dörfern und rauschenden Flussläufen.

Andapa ist eine merkwürdige Mischung aus Wildweststadt mit kleinen Holzhäusern, die rundum von Reisfeldern und dahinter von dichtem Regenwald eingeschlossen sind. Diese Gegend gehört zu den regenreichsten Regionen an der Nordostküste der Insel. Die schöne Stadt liegt am Endpunkt der guten Asphaltstrasse, die von Sambava in vielen Windungen zum einmaligen und regenreichen Marojejy Naturreservat führt. Dieser Naturpark beherbergt viele endemische Pflanzen und in den verschiedenen Höhenstufen finden wir alles, von undurchdringlichem Regenwald bis zur Gebirgsvegetationen auf über 2000 m Höhe. Der Ausflug nach Andapa ist sehr beliebt schon wegen der rund 100 km kurvenreichen Autostrecke, die über einen Pass durch die atemberaubende Landschaft mit spektakulären Ausblicken führt.

Der Bergregenwald von Marojejy (wörtlich übersetzt “wo es viel regnet“) mit mehr als 2000 Arten von endemischen Pflanzen stellt eines der artenreichsten Biotope der Welt dar. Der Eingang zu diesem einmaligen Reservat, das bis auf gut 2100 m Meereshöhe aufsteigt, liegt rund 40 km von Andapa entfernt, die man in einer Stunde bewältigen kann, so dass man dieses tiefgrüne Naturjuwel ab dieser schönen und faszinierenden Stadt erkunden kann.

Neben der direkten Nähe zu diesem sehr beliebten Naturschutzgebiet bietet Andapa verschiedene Wander- und Trekkingmöglichkeiten für abenteuerlustigen Reisegäste und Naturforscher, denn die umliegenden Berge sind unerforschtes Gebiet, das es noch zu entdecken gibt. Es gibt interessante Ausflüge abseits der grossen Strasse zu den Dörfern des Tsimihety-Volkstamms mit seinen Sitten und Bräuchen. Dazu gehört auch unsere Themenreise “wandern und geniessen im Land der Vanille“, denn diese Gegend zählt zum weltweit grössten Anbaugebiet für das “schwarze Gold“ Madagaskars.

Unerschrockene Wanderer mit guter Kondition, die tagelang auf jeglichen Komfort verzichten können und gleichzeitig keine Anstrengungen durch schlammige Wanderwege scheuen, starten ab Andapa einen rund 4-bis 8-tägigen Fussmarsch durch die tropische, geheimnisvolle Halbinsel Masoala mit hohen Baumriesen und zahlreichen wilden Wasserfällen bis zur Küstenstadt Maroantsetra und erleben so die Schönheiten der Region.

Die Lokalführer zeigen den Reisenden unterwegs gerne die zahlreichen Kräuter, Blüten und Rinden dieser Naturapotheke. Leider ist das Thema Abholzung ein riesiges Problem auf der ganzen Insel, aber besonders am Rand dieses grossen Naturschutzgebiets. Viele der ursprünglichen Waldflächen sind bereits ganz verschwunden und zahlreiche noch bestehende Waldgebiete werden stark gerodet, für Wanderfeldbau, für Brennholz, für Baumaterial. Aber das grösste Problem sind wohl die Holzhändler, die illegal die Edelhölzer wie Rosenholz, Ebenholz, Mahagoni und Palisander aus den Wäldern holen und damit viel Geld machen, obwohl dies in den Schutzgebieten von der Regierung strikt verboten ist.

Im fruchtbaren Talkessel rund um Andapa erstreckt sich das zweitgrösste und riesige Reisanbaugebiet Madagaskars, umgeben von dichtem Regenwald. Ein grosser Teil der madagassischen Reisproduktion stammt von hier. Die Felder werden mit Hilfe von langen Kanälen bewässert und wieder trocken gelegt, denn weder Berge noch Wälder unterbrechen die unendlich weite Ebene. Generell ist die Region mit reichen Niederschlägen bedacht, so dass die Bedingungen für den Anbau der teuren Exportprodukte, wie die wertvolle Vanille, dem aromatischen Kaffee, den wohlriechenden Gewürznelken und dem sehr beliebten Pfeffer extrem günstig sind. Dass die regenreiche Gegend rund um Andapa wirklich fruchtbar ist, sieht man schon von der Strasse aus: die Vanille, Gemüsefelder und Früchte aller Art wie Litchis, Mangos, Zuckerrohr, Kokosnüsse und Bananen.

Dank der klimatischen Bedingungen und der fruchtbaren Böden stellt Andapa auch wirtschaftlich eine Besonderheit dar. Viele Landstriche wurden durch einwandernde Tsimihety-Volksgruppen und andere Stämme aus dem Hochland besiedelt. Neben der hier ansässigen Betsimisaraka-Volksgruppe (der Volkstamm, dessen Angehörige sich nicht trennen lassen) und der eingewanderten Tsimihety-Ethnie (die, die sich nicht die Haare schneiden) ist Andapa auch ein Siedlungsgebiet der Chinesen, deren Vorfahren am Anfang der 20. Jahrhundert für den Bau der Eisenbahnlinie (vom Hochland bis zur Hafenstadt Tamatave) auf der Insel eingetroffen sind.

Reisegäste, die ein paar Tage in der erholsamen Stadt Andapa verweilen, können einen Ausflug über die verschlungenen Fusspfade bis zu den Stromschnellen und faszinierenden Wasserfällen des Lokoho-Flusses unternehmen oder die zahlreichen, aus Palmwedeln gebauten Häuser in den Dörfern und in der verwunschenen Umgebung entdecken. Dabei spazieren sie durch die vielen Dörfer mit den lachenden Kindern oder tauchen ein in das madagassische Landleben und kommen in Kontakt mit den gastfreundlichen Einwohnern.

In der Region wächst eine der besten Vanille-Qualitäten heran. Die Reisenden können eine geführte Wanderung durch die Vanillepflanzungen unternehmen und – je nach Saison – die Vanilleverarbeitung in verschiedenen Stadien mitverfolgen. Der Prozess der Vanilleherstellung ist wirklich sehr komplex und von der Blüte bis zur fertigen Vanille dauert es fast ein ganzes Jahr.

Die Wanderung führt auch durch fruchtbare Plantagen, in denen Kaffee und andere Gewürze wie Nelken oder Pfeffer gedeihen. Der Qualitätskaffee der verbreiteten Kaffeesträucher “Coffea arabica“ und “Coffea robusta“, eingeführt aus der Nachbarinsel La Réunion (damals Insel Bourbon genannt), wird ausschliesslich aus den Samen vollreifer Früchte gewonnen. Das Klima und die Bodenbeschaffenheit der Ostküste sind geradezu ideal für die Kaffeesträucher, die aber die direkte Sonneneinstrahlung wenig schätzen. So befinden sich diese Sträucher auf den Plantagen meist unter Schattenbäumen. Während der Reifezeit werden die roten Kaffeekirschen gepflückt und in der Sonne getrocknet. Kaffee wird auf der ganzen Insel Madagaskar meist schwarz und stark gezuckert getrunken.

Juli 2021, geschrieben von Bodo, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

Nationalpark von Marojejy

Madagaskar-SAVA-Blick-auf-Nationalpark-von-Marojejy-PRIORI-Reisen

Informationen zum Nationalpark von Marojejy sowie Ausrüstungtipps für Ihren Besuch

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar und schmiegt sich um den Berggipfel von 2132 m ü. M. Daher ist eine Wanderung im Marojejy eine eigentliche Bergwanderung, die verschiedene Vegetationsstufen durchquert.

Infos zum Nationalpark finden sich auf

https://www.priori.ch/d_reisen/marojejy/marojejy.htm

https://www.marojejy.com

https://www.zeit.de/reisen/2012-08/lemuren-madagaskar/seite-3

Den Nationalpark begeht man zu Fuss. Es muss nicht geklettert werden. Die Nächte verbringt man in einfachen Camps, die durch den Zyklon Ewano (2017) stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Die Camps gleichen eher Goldgräberhütten, die mit Planen und Holz zusammengenagelt sind. Duschen und WC sind sehr simpel. In den Camps gibt es absolut nichts zu kaufen. Dort wird für Sie gekocht und Sie verbringen die Nacht. Mehr ist da nicht.

Trotzdem lohnt sich die Wanderung im Nationalpark ganz bestimmt, denn alleine die Aussichten machen die Mühsal wett. Abgesehen davon gibt es Tier- und Pflanzenarten, die nur gerade dort vorkommen.

Für die Wanderung muss man ausgerüstet und physisch fit sein. Wer es nicht zum Gipfel schafft / schaffen will, findet auch schon in Camp eins oder zwei interessante Beobachtungen und Fotomotive.
Der Nationalpark ist eintrittspflichtig und darf nur mit Führer begangen werden. Bei Bedarf kann man auch Träger anheuern. Koffer sind ungeeignet.

Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich mit. Alles muss getragen werden!

Ausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Regenschutz (Sehr geeignet ist ein grosser Poncho, der gleich auch den Rucksack und die Kamera schützt.)
  • Eingelaufene Wanderschuhe. (Es braucht keine Alpenbergschuhe. Aber es braucht ein trittsicheres Profil)
  • Mosquito- und Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz
  • Genügend Batterien für Kamera und Taschenlampe
  • Taschenlampe oder Stirnlampe (Es gibt keine Elektrizität in den Camps)
  • Klopapier
  • Schlafsack für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad
  • Wasserflasche (die lokalen Pet-Mineralwasserflaschen sind dazu gut geeignet)

Madagaskars Vanille-Region SAVA

Vanille Madagaskar SAVA PRIORI ReisenDas Markenzeichen Madagaskars ist die weltweit bekannte Bourbon-Vanille. Das edle Gewürz wird im Nordosten Madagaskars, in der Region SAVA angebaut. Der süssliche, intensive Vanille-Duft liegt hier in der Luft, egal wohin man geht.

Vor allem die kleinen madagassischen Städtchen Sambava und Antalaha gelten als Vanille-Zentren. Zahlreiche Familien-Betriebe haben sich auf Verarbeitung der wertvollen Schoten spezialisiert.

Zu den Orten der Region SAVA zählen neben Sambava und Antalaha noch Vohémar und Andapa. Allesamt sind madagassische Kleinstädte voller Farben und Gerüche. Ihre Anfangsbuchstaben bilden den Namen der Region. Die Ernte der Vanilleschoten ist jährlich in den Monaten Juni bis August. Erst nachdem die grünen Kapseln der Vanille-Orchidee geerntet und in heissem Wasser fermentiert wurden entwickelt sich die typische dunkelbraune Färbung und das intensive Aroma der Schoten. Dieser Prozess dauert mehrere Wochen und ist ein ausgeklügeltes Schauspiel, denn die Trocknung muss abwechselnd in der Sonne und im Schatten erfolgen.

PRIORI bietet individuelle Reisen in diese schöne und wenig besuchte Region Madagaskars und ihren Vanilleproduzenten an.

Dabei erleben Reisende auch die vielseitige Landschaft der Gegend mit Weilern, Reisanbaugebieten und Kokosplantagen sowie einem Besuch im reizvollen Bergmassiv des Marojejy Nationalparks. Auch schöne Strände hat der Nordosten der Insel zu bieten.

Neben individuellen Touren können Reisende an Kleingruppen-Reisen in die Region SAVA teilnehmen. Weitere Informationen dazu erhalten Interessierte unter: www.madagaskarhaus.ch

Blick auf das Marojejy Bergmassiv