Archiv der Kategorie: Madagaskar erleben

Antalaha in Madagaskar

Antalaha in Madagaskar

Antalaha, Madagaskar einmal ganz anders! In weiteren Teilen des Landes gilt: Das Gegenteil von Gut…ist gut gemeint!

Wer zuerst durch das Hochland entlang der RN7 von Antananarivo nach Tulear reist, bevor er dann nach Antalaha hoch oben an die Ostküste fliegt, wird sich fragen: «Bin ich noch auf Madagaskar?» Denn hier oben sieht es komplett anders aus im Vergleich zum Hochland.

Am Flughafen in Antananarivo wird man, wie sonst auch überall, von mehreren Menschen angesprochen, die entweder Euromünzen wechseln oder das Gepäck von einem zum Schalter oder PKW draussen vor der Tür bringen möchten. Auch wenn Sie nur mit einer kleinen Reisetasche reisen, möchte jeder gerne noch mit Ihnen etwas Geld verdienen und hat dann natürlich wenig Freude daran, wenn Sie höflich, aber bestimmt abdanken und Ihre Tasche selber tragen.

Manchmal, wenn auch nicht oft, hat man wirklich genug von den Strassenverkäufern und Bettlern, die einen regelrecht entlang der RN7 und auch in der Hauptstadt belagern. Es ist verständlich, dass sie nach Geld fragen und hoffen ein paar Ariary‘s an den Touristen zu verdienen. Dennoch ist die Art, auf die es gemacht wird, einfach nicht schön.

In Antsirabe kann man manchmal nicht einmal mehr die Autotür öffnen, ohne direkt ein paar der Einheimischen gleichzeitig zur Seite schieben zu müssen, um das Auto verlassen zu können. Einige Touristen finden dies natürlich recht unangenehm und wissen nicht wirklich mit der Situation umzugehen.

Antalaha ist allerdings anders. Ich bin jetzt seit über einer Woche in dieser idyllischen Stadt an der Nordostküste von Madagaskar und bis jetzt wurde ich kein einziges Mal von jemandem auf der Strasse angehalten und/oder nach Geld gefragt.

Warum ist der Kontrast so gross zwischen Antalaha oder besser gesagt der gesamten SAVA-Region und dem Rest von Madagaskar?

Die geringere Armut in dieser Region könnte eine Antwort sein. Sie ist bekannt für Rosenholz, aber dies allein kann nicht der Grund sein. Da die Vanillepreise zurzeit sehr hoch sind, ist auch das alltägliche Leben und alle Dinge, die für das Leben gebraucht werden, auch viel teurer geworden. So ist dies für alle, die hier leben, momentan die teuerste Region in Madagaskar …und nicht jeder Bewohner hier profitiert auch von der Vanille und so werden sie hierdurch nur noch ärmer als vorher.

Nein, ich denke eine der Hauptgründe sind wir Touristen. Wir sehen ein paar süsse und lächelnde Kinder, die nach unserem Empfinden alte und abgetragene Kleidung tragen. Da entsteht natürlich sofort das Bedürfnis etwas geben zu wollen, um zu helfen. Hierbei bedenken wir häufig nicht, dass wir mit dieser Geste den Kindern und der Entwicklung des Landes keinen Gefallen tun. Die Eltern dieser Kinder signalisieren natürlich, dass ihre Kinder von Touristen allein durchs Handaufhalten Geld bekommen. Dies führt dann dazu, dass sie ihre Kinder nicht mehr zu Schule gehen lassen, sondern nach draussen schicken, um dort zu betteln. Hier kann man klar erkennen, was der Autor Daniel Rösler mit seinem Buch: «Das Gegenteil von Gut… ist gut gemeint» aussagen will. Es ist essentiell sich mit den Begebenheiten des Landes im Vorfeld zu beschäftigen und wenn man sich entscheidet ein Drittweltland zu bereisen, könnte es im Voraus helfen dieses Buch zu lesen, um so zu vermeiden, dass man die Bettelkultur, die man an vielen Orten als unangenehm empfindet, nicht an anderer Stelle zu unterstützen.

Generell ist natürlich gegen Hilfe nichts einzuwenden, denn jeder fühlt sich wohl dabei und das schlechte Gewissen, was einen häufig als wohlhabender Reisender in einem armen Land überkommt, durch das Geben zu kompensieren.

So gibt man heute etwas und morgen noch was und so kommt man in einen kleinen Rausch und kann nicht aufhören zu geben. Man ist der Meinung man hilft und tut etwas Gutes – aber in Wirklichkeit hilft man nur dabei die Bettelkultur im Land zu fördern und begegnet dadurch einem Einheimischen niemals auf Augenhöhe.

Es ist nicht so, dass Touristen nicht helfen dürfen. Sie müssen sich nur informieren, an welcher Stelle das Geld gut platziert ist, um nachhaltig die Entwicklungen im Land zu fördern.

Ich als Reiseleiterin zum Beispiel „verbiete“ meinen Gästen unterwegs aus dem Auto heraus Süssigkeiten oder andere kleine Geschenke an bettelnde Kinder und/oder Erwachsene zu geben. Wir lagern hierfür hinten im Fahrzeug einen Spendenkorb, der nicht durch die Fenster sichtbar ist. Wenn wir unterwegs gute Begegnungen haben, kann es sein, dass wir als Dankeschön für ein gemeinsames Singen oder eine weitere gemeinsame Aktivität ein Geschenk aus unserem Spendenkorb dalassen. Wenn wir zum Beispiel beim Fussball spielen mitmachen dürften und einen neuen Fussball mit Pumpe bereitliegen haben, ja dann steht einem Tauschhandel nichts im Wege. So tauschen wir den selbstgebastelten madagassischen Fussball für uns als Souvenir, gegen unseren neuen Ball aus unserem Spendenkorb. Wichtig ist, wenn Sie unterwegs so einen Tauch eingehen, Sie auch klar kommunizieren, wer später für den neuen Fussball und die Pumpe verantwortlich ist. Am besten Sie wählen hierfür eines der älteren Kinder oder einen Erwachsenen aus, sodass die Kinder keinen Grund haben zum Streiten.

Wenn Sie gerne eine Schule, ein Waisenheim o. ä. besuchen möchten, werden die eventuellen Sachspenden immer direkt an eine/n Verantwortliche/n vor Ort gegeben (am besten vor den Augen mehrerer, sodass eventuelle Eigennutzen durch diese Person vermieden werden können).

Bitte geben Sie auch nie direkt Geld, wenn Ihnen irgendjemand z. B. von seinen kanken Kindern, der Mutter oder dem Vater etc. erzählt. Sicher stimmt es manchmal, dass engste Verwandte ein Leiden haben, häufig ist es aber auch nur eine Masche, um rasch aus Mitleid an Geld zu kommen.

Aber um zurück zu Antalaha und dem Rest der SAVA-Region zu kommen. Hier finden Sie zum Glück noch immer das ursprüngliche Verhalten der Madagassen. Sie sind stolze Menschen, die gerne den Vazaha‘s (Menschen mit weisser Hautfarbe) auf Augenhöhe begegnen. Wenn ich ihnen dann von dem neuen Verhalten der Madagassen entlang der RN7 und auch in anderen touristischen Gegenden in Madagaskar erzähle, schauen sie mich verwundert an und sagen: „Das kann nicht sein, sowas machen Madagassen nicht.“

Kinder in Antalaha in Madagaskar

Liebe Reisende, reisen Sie also bitte von nun an bewusst und nachhaltig, nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und geben Sie nur gezielt, damit Sie die Bettelkultur im Land nicht weiter fördern.

Nehmen Sie verschiedene Lieder, Seifenblasen oder Fussbälle mit ins Gepäck, treten Sie in Kontakt auf Augenhöhe, lernen Sie sich kennen und machen etwas Gemeinsames mit den Einheimischen. So erhalten Sie und natürlich auch alle Beteiligten ein paar schöne Begegnungen, an die Sie sich gerne erinnern werden.

Wenn Sie auch für Erwachsene unterwegs etwas dabei haben möchten ist z. B. ein Sparschäler oder auch Seife ein gern gesehenes Mitbringsel. Hier gilt natürlich dasselbe wie bei den Kindern, geben Sie nicht einfach nur, sondern treten Sie zunächst in Kontakt, tauschen Sie sich aus und wenn es für Sie passend ist, lassen Sie ein Geschenk zurück.

Sollten Sie Madagaskar hautnah erleben und ein authentisches Reiseerlebnis erleben wollen, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf und wir helfen Ihnen Ihre Reise individuell zu gestalten und vor Ort zu realisieren.

Ihre Ellen Spinnler

Ambositra in Madagaskar

Ambositra in Madagaskar
 
Ambositra liegt 1280 m ü. M. im zentralen Hochland von Madagaskar entlang der RN7 zwischen den Städten Antsirabe und Fianarantsoa

Ambositra bedeutet, der Ort wo es viele Omby’s (Rinder) gibt. Die Einwohner dieser Stadt/Region gehören überwiegend der Ethnie Betsileo an und sind bekannt als eines der fleissigsten Völker Madagaskars. Dies ist auch der Grund dafür, dass diese Region sehr viel Landwirtschaft, sprich Reis und Gemüse, produziert.

Die Region rings um Ambositra ist Touristen in erster Linie für ihre Holzschnitzerei bekannt. Es sind meistens Menschen aus der Ethnie Zafimaniry, die diese Kunst ausüben.  Seit 2003 zählt diese Handwerktradition zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ein Abstecher in eines der umliegenden Dörfer, um die Holzschnitzer zu besuchen, ist sehr lohnend, wenn Sie genügend Zeit mitbringen. So können Sie den Arbeitern bei der Arbeit zuschauen und auch direkt vom Händler Souvenirs für zu Hause ergattern.

Im Zentrum von Ambositra gibt es aber auch für die Besucher mit etwas weniger Zeit einige Verkaufsläden und Schauwerkstätte, die speziell für Touristen ausgerichtet sind.

Es wird immer noch nach ganz alten traditionellen Methoden gearbeitet. Schauen Sie sich vor Ort alles in der Ruhe an und wer weiss, vielleicht bekommen Sie nach diesem kleinen Video auch Lust bei einem Stopp in Ambositra beim Drechseln selber mitzuhelfen.

Da die meisten Touristen erst im Laufe des Nachmittags nach Ambositra kommen, bleiben nur die wenigsten mehr als eine Nacht und reisen am nächsten Morgen bereits früh wieder ab. So verpassen sie leider ein paar sehr interessante Erlebnisse, denn mit etwas Zeit können Sie noch in aller Ruhe am Vormittag ohne viele weitere Touristen die Attraktionen vor Ort (Kathedrale, Kloster, Markt etc.) entdecken und geniessen.

Kirche und Kloster in Ambositra in Madagaskar

Madagaskar hat mit seiner Vorgeschichte von Königen und Königinnen mehrere Rovas, Königspaläste, rings um das Hochland verteilt. Der meist bekannte und auch besuchte Palast ist Ambohimanga, am Stadtrand von der Hauptstadt Antanananrivo.  Wenige wissen, dass auch Ambositra eine interessante Rova hat, die wirklich einen Besuch wert ist.

Rova in Ambositra in Madagaskar

Wenn Sie die Rova Tompon’Anarana mit den alten Königshäusern und Gräbern besuchen möchten, gibt es zwei Möglichkeiten diese zu erreichen. So können Sie mit dem 4×4 Allradfahrzeug bis zum Eingang hinauffahren.  Diejenigen, die sich gerne bewegen möchten und keine Probleme mit steilen Strassen haben, erreichen die Rova nach etwa einer Stunde zu Fuss vom Zentrum aus. Wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob es für Sie zu weit oder zu steil werden wird, dann können Sie auch Ihren Fahrer darum bitten Ihnen eine halbe Stunde nach Abmarsch nachzufahren. So können Sie unterwegs entscheiden, ob Sie weiterlaufen oder sich lieber fahren lassen möchten.

Als Belohnung erhalten Sie dann oben nicht nur die Rova mit ihrer Geschichte, sondern auch einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Siedlungen. Die Kamera also unbedingt mitnehmen!

Vor Ort finden Sie einen lokalen Guide, der auch von der alten Königsfamilie abstammt. Er erzählt sehr gerne in französischer Sprache die Geschichte seine Ahnen und dieser Rova.

Wenn Sie Hilfe mir der Reiseplanung für Madagaskar benötigen, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Wir erarbeiten nach Ihren Wünschen ein individuelles Reiseprogramm und zeigen Ihnen auch besonders gerne Orte fernab der üblichen Touristenpfade. So kommen Sie der madagassischen Kultur näher und reisen am Ende Ihrer Reise nicht nur mit schönen Souvenirs, sondern auch mit vielen schönen Eindrücken und Begegnungen mit den Einheimischen nach Hause.

Cap Sainte Marie in Madagaskar

NP Cap Sainte Marie Madagaskar

Das Cap Sainte Marie (auch Cap Vohimena genannt), nicht zu vergleichen mit der Insel Sainte Marie an der Ostküste Madagaskars, ist der südlichste Punkt von Madagaskar.

Nicht viele Touristen besuchen im Jahr diesen wunderschönen Ort, der in einen 1750 Hektar grossen Nationalpark liegt. Hier können Sie zusätzlich zum Trockenwald und vielen Schildkröten das Lied und die Kraft des Meeres deutlich sehen und hören.

Der Nationalpark Cap Sainte Marie ist gross, so werden Teile des Parks mit dem Auto besichtigt. Während der Fahrt kommt es sehr oft vor, dass der Fahrer anhalten muss, um Schildkröten von der Strasse wegzutragen. In keiner anderen Region Madagaskars können Sie freilaufende Schildkröten so beobachten wie hier

Es gibt hier zwei verschiedene Arten von Schildkröten, erstens die Strahlenschildkröte (Geochelone radiata) und zweitens die Spinnenschildkröte (Pyxis arachioide).

Bis vor ca. 800 Jahren wohnte hier ebenfalls der riesige Elefantenvogel (Aepyyrnithidae, in Madagaskar Vorompartas genannt). Heute finden Sie mit ein bisschen Glück immer noch Eierschalenreste dieses ausgestorbenen Riesenvogels. Schiessen Sie gerne Fotos von den Eierschalen, aber bitte nehmen Sie keine mit, dieses sowie die Ausfuhr aus Madagaskar sind strengstens verboten.

Zusätzlich zu den Schildkröten gibt es in Cap Sainte Marie viele weitere endemische Tierarten wie Chamälaons, Echsen und Schlangen (für uns Menschen NICHT gefährlich) zu finden. Die Guides des Nationalparks haben ein gutes Auge für diese zum Teil schwer zu entdeckenden Tiere und zeigen Ihnen gerne, was sich unter oder auch auf den Büschen versteckt. In den Monaten Juni bis September können Sie ebenfalls Buckelwale beim Vorbeiziehen beobachten.

NP Cap Sainte Marie Madagaskar Sandhöhlen

Für diesen (wie die meisten anderen auch) Nationalpark lohnt es sich gutes, geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Der Pfad zum Strand sowie die Sandhöhlen gehen erst durch unebene Steinlandschaften und nachher über eine grosse Sanddüne, bevor Sie anschliessend zum Strand absteigen können (möglich nur bei Ebbe). Das Meer raubt einem hier fast den Atem, so schön ist die Kulisse mit dem blauen, rauen Meer vor den vielen gelbbraunen sowie von Wind und Wetter marmorierten Sandhöhlen. Selten oder nie an einem anderen Ort in Madagaskar spürt man die Kraft des Meeres so gut wie hier.

Um ganz zum südlichste Punkt zu gelangen, fahren Sie mit dem Auto weiter zum Leuchtturm Cap Sainte Marie. Wenn der Leuchtturmwächter vor Ort ist, gibt es die Möglichkeit die vielen Treppen hochzusteigen und das Cap sowie die Aussicht von ganz oben zu bewundern.

Cap Sainte Marie Madagaskar

Einen kleinen Spazierganz zum Punkt selber dürfen Sie dennoch nicht verpassen. Hier gibt es eine Steinkarte über Madagaskar und Sie können sehen, wo genau Sie sich gerade befinden. Es windet hier fast das ganze Jahr sehr stark, so passen Sie auf, dass auch Ihr Hut nicht wegwehen 😉.

Wenn Sie Lust bekommen haben, diesen schönen Ort in Madagaskar selber zu besuchen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!

Kochkurs in Manakara – Malagasy cooking class

Kochkurs in Manakara
Die Bilder zeigen einen Kochkurs in Manakara zum Thema Frühstück.

Wenn Sie Madagaskar bisher noch nicht besucht haben, wundern Sie sich vielleicht zunächst über die vielfältigen Variationen an Speisen vor Ort.

Die Madagassen essen bekanntlicherweise viel Reis, am liebsten zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Wie einer unserer Fahrer vor kurzem mit einem Schmunzeln sagte: «Ihr Europäer habt Eisberge und wir haben Reisberge», ich gab ihm sofort den Spitznamen «The Eisbergman» und er strahlte noch um einiges mehr.

Viele essen Reissuppe (Vary sosoa) zum Frühstück, aber es gibt auch viele weitere Möglichkeiten. Jedes Dorf verfügt über kleine Hotelys (Restaurants), die zusätzlich zu frisch gekochtem Kaffee auch verschiedene Arten von kleinen Brötchen anbieten. Je nach Ort haben die Brötchen verschiedene Namen und auch wenn sie zum Teil gleich aussehen, schmecken sie von Ort zu Ort ein bisschen anders.

Während einer Reise in Madagaskar bieten die meisten Hotels für Touristen angepasste Frühstücksangebote an. Daher lohnt es sich wirklich zwischendurch auf das «internationale» Hotelfrühstück zu verzichten und alternativ ein «Hotelyfrühstück» zu probieren. So kommen Sie nicht nur direkt in Kontakt mit den Einheimischen, sondern dürfen auch einen Kaffee probieren, der ganz anders schmeckt, als im Hotel und eventuell verlieben sich auch auf der Stelle in eines der vielen kleinen Brötchen. Viele davon sind sogar für Menschen mit Gluten- und/oder Laktoseintoleranz sehr geeignet, da die meisten mit Reis oder Maniokmehl zubereitet werden und wenn sie Milch beinhalten, dann nur süsse Kokosmilch.

Sprechen Sie unterwegs mit Ihren Fahrer und sagen ihm, dass Sie gerne einen Stopp bei einem Hotely machen möchten und er wird Sie ganz sicher zu einem seiner liebsten Hotelys vor Ort fahren und Ihnen dabei behilflich sein, das passende Essen auszusuchen und zu bestellen.

Ein kleiner Tipp von PRIORI: Probieren Sie den Kaffee früh am Morgen, dann schmeckt er am allerbesten und auch die Brötchen sind dann frisch zubereitet, genauso wie der Kaffee.

 

Eventuell bekommen Sie dann auch Lust Mofogasy, Ramanonaka, Menakely, Pao, Balam-boay oder eine der anderen Speisen selber zu machen.

So organisieren wir für unsere Gäste vor Ort auch Kochkurse. Hier dürfen Sie nicht nur in die Töpfe schauen, sondern selber mitmachen und ein paar neue Rezepte mit nach Hause nehmen.

Unserer Erfahrung nach lohnt es sich an einen Kochkurs im ersten Teil der Reise teilzunehmen. So bekommen Sie von Anfang an einen Einblick in die madagassische Küche und trauen sich unterwegs eventuell etwas leichter neue Gerichte in den kleinen Hotelys auszuprobieren.

Läuft Ihnen nun bereits das Wasser im Mund zusammen und haben Sie Lust bekommen auch an einem Kochkurs in Madagaskar teilzunehmen, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Madagaskar abseits

Madagaskar abseits mit PRIORI

Madagaskar abseits mit PRIORI, dem Reisespezialisten für Madagaskar.

Madagaskar mit seiner sehr speziellen Fauna und Flora, wer möchte nicht einmal im Leben dahin? Wir als Reisespezialist bringen Sie gerne und kompetent nach Madagaskar. Nicht ohne Grund sagen wir, dass wir Swiss Quality für unsere Reisen in Madagaskar anbieten!

In den letzten Jahren gibt mehr und mehr Anbieter für Madagaskar, aber oft bieten sie mehr oder weniger alle die gleichen Touren an. Mit dem Resultat, dass der Gast selten an Orte kommt, an dem man noch das ursprüngliche Madagaskar erleben darf. An Orte also, wo man immer noch Menschen begegnet, ohne dass Betteln im Vordergrund steht. An Orten, wo die Begegnung im Zentrum steht, wo man gegenzeitige Neugier spürt. An Orten, wo man gerne noch ein bisschen länger verweilen möchte, weil alles nur schön ist und man am liebsten die Zeit stillhalten würde.

Wir von PRIORI bieten Reisen in alle Teile von Madagaskar an und bringen unsere Gäste auch wirklich an Orte ohne Massentourismus.

Wir sind spezialisiert auf Individual-Reisen und sind mit unserem Hauptbüro seit 1994 in Antananarivo vor Ort.

Selbstverständlich dürfen unsere Gäste auch mit uns die Baobabs, Tsingys, Pirogenfahrt, Zugreisen, Regenwälder mit Lemuren und Chamäleons erleben. Wir bringen Sie überall hin. Aber zusätzlich zu den Highlights, die Sie in den verschiedenen Reiseführern finden, machen wir bei einer persönlichen Beratung gerne zusätzliche Reisevorschläge, die Ihre Reise noch erinnerungswerter machen wird!

Hier sehen Sie eine kleine Serie mit Filmen über Orte, die selten besucht werden und in die wir Sie gerne hinbringen würden!

  • Madagaskar abseits, Kanal des Pangalanes

  • Madagaskar abseits, SAVA

  • Madagaskar abseits, Ambatondrazaka

Madagaskar abseits, Tsingy de Namoroka

Madagaskar abseits, Mandritsara

Madagaskar abseits, Fianarantsoa

Madagaskar abseits, Mangoky

Dies sind nur ein paar von vielen Orten. Wenn Sie Interesse haben, Madagaskar abseits zu erleben, nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Kommen Sie am liebsten bei uns im Madagaskarhaus Basel für eine persönliche Begegnung vorbei.  Wir freuen uns auf Sie!

Nationalpark von Marojejy

Madagaskar-SAVA-Blick-auf-Nationalpark-von-Marojejy-PRIORI-Reisen

Informationen zum Nationalpark von Marojejy sowie Ausrüstungtipps für Ihren Besuch

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar und schmiegt sich um den Berggipfel von 2132 m ü. M. Daher ist eine Wanderung im Marojejy eine eigentliche Bergwanderung, die verschiedene Vegetationsstufen durchquert.

Infos zum Nationalpark finden sich auf

http://www.priori.ch/d_reisen/marojejy/marojejy.htm

http://www.marojejy.com

http://www.zeit.de/reisen/2012-08/lemuren-madagaskar/seite-3

Den Nationalpark begeht man zu Fuss. Es muss nicht geklettert werden. Die Nächte verbringt man in einfachen Camps, die durch den Zyklon Ewano (2017) stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Die Camps gleichen eher Goldgräberhütten, die mit Planen und Holz zusammengenagelt sind. Duschen und WC sind sehr simpel. In den Camps gibt es absolut nichts zu kaufen. Dort wird für Sie gekocht und Sie verbringen die Nacht. Mehr ist da nicht.

Trotzdem lohnt sich die Wanderung im Nationalpark ganz bestimmt, denn alleine die Aussichten machen die Mühsal wett. Abgesehen davon gibt es Tier- und Pflanzenarten, die nur gerade dort vorkommen.

Für die Wanderung muss man ausgerüstet und physisch fit sein. Wer es nicht zum Gipfel schafft / schaffen will, findet auch schon in Camp eins oder zwei interessante Beobachtungen und Fotomotive.
Der Nationalpark ist eintrittspflichtig und darf nur mit Führer begangen werden. Bei Bedarf kann man auch Träger anheuern. Koffer sind ungeeignet.

Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich mit. Alles muss getragen werden!

Ausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Regenschutz (Sehr geeignet ist ein grosser Poncho, der gleich auch den Rucksack und die Kamera schützt.)
  • Eingelaufene Wanderschuhe. (Es braucht keine Alpenbergschuhe. Aber es braucht ein trittsicheres Profil)
  • Mosquito- und Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz
  • Genügend Batterien für Kamera und Taschenlampe
  • Taschenlampe oder Stirnlampe (Es gibt keine Elektrizität in den Camps)
  • Klopapier
  • Schlafsack für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad
  • Wasserflasche (die lokalen Pet-Mineralwasserflaschen sind dazu gut geeignet)

Madagaskars Tiere in Zoos

Madagaskars Tiere in Zoos - Lemuren - Katta mit Baby

Madagaskar bei uns – Madagaskars Tiere in Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Madagaskar ist voller einmaliger Tiere, viele von ihnen kommen nur auf der Insel im Indischen Ozean vor (sie sind dort endemisch) und sind daher eine Seltenheit. Wer Lust hat, ein bisschen Madagaskar in unseren Breitengraden zu erleben, der kann in Zoos oder Tierparks gehen. Denn in vielen Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es immer wieder Tiere aus Madagaskar.

Eine Besonderheit und ein garantierter Besuchermagnet sind dabei die madagassischen Halbaffen: Lemuren. Die niedlichen Säugetiere, die wie eine Mischung aus Affe und Katze aussehen, wild herumturnen und auch zum Teil sehr zutraulich werden sind der Liebling vieler Kinder und in zahlreichen Zoos und Tierparken in Europa zu finden.

Die Bezeichnung Lemur leitet sich aus dem lateinischen „lemures“ ab und bedeutet in etwa „Geister der Verstorbenen“. Diesen Namen erhielten die Tiere wahrscheinlich von den ersten Forschern auf Madagaskar. Die Madagassen halten die Lemuren auch heute noch für Waldgeister.

In Madagaskar gibt es mehr als 100 Arten Lemuren, die teils tagaktiv, teils nachtaktiv sind und die auch ganz unterschiedlich gross werden. Viele Lemurenarten in Madagaskar sind aufgrund von Abholzung, Waldrodungen und Wilderei und der damit verbundenen Zerstörung ihres Lebensraumes bereits sehr bedroht. Zahlreiche Zoos und Tierparke versuchen die Zucht der Lemuren in menschlicher Obhut und unterstützen aktiv Artenschutzprogramme in Madagaskar.

Die wohl am meisten hier angesiedelte Lemurenart sind die Kattas (Lemur catta), auch Ringelschwanzmakis genannt. Das Hauptmerkmal dieses graugefärbten, bis zu 3,5 Kilo schweren Primaten ist sein langer mit jeweils 13 bis 15 weissen und schwarzen Streifen geringelter Schwanz, mit dem er klettert und der auch eine wichtige Rolle bei der Kommunikation spielt. Die Tiere leben in Gruppen von durchschnittlich 14 Tieren. Die Weibchen führen die Gruppe an. In Madagaskar leben sie im trockenen Süden und Südwesten. Dort sind sie bevorzugt in Dornen- oder Trockenwäldern sowie in Savannen zu finden, aber auch im Bergland und in felsigem Terrain über der Baumgrenze sind sie heimisch.

Auch die Varis gehören zu den Lemurenarten, die häufig in Zoos gehalten und gezüchtet werden. In Madagaskar leben sie in den Baumwipfeln der feuchten immergrünen Regenwälder des Ostens und Nordostens der Insel. Es gibt sowohl Rote Varis (Varecia rubra) als auch Schwarzweiße Varis (Varecia variegata). Der Rote Vari gilt als eine der 25 am stärksten bedrohten Primatenarten weltweit.­­­­­­­

Die im Folgenden angeführte Liste versucht einen Überblick darüber zu verschaffen, in welchen Zoos bzw. Tierparken in Deutschland, Österreich und der Schweiz Tiere aus Madagaskar angesiedelt sind. Die Auflistung wurde mit grosser Sorgfalt vorbereitet, es besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität. Vor allem zu Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögeln gab es oft keine Informationen.

 Deutschland

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Zoo Augsburg Ringelschwanzmaki (Katta) und Rotbauchmakis k.A.
Tierpark Berlin Für Besucher begehbarer Vari-Wald mit insgesamt sieben Lemuren-Arten: Rote und Schwarzweiße Varis und Kattas, Mohren-, Halsband-, Rotbauch- und Mongozmakis. Mit einem der größten Lemuren-Bestände unter deutschen Zoos setzt sich der Tierpark aktiv und erfolgreich für den Schutz der bedrohten Halbaffen ein.
Im Rahmen Europäischer Erhaltungszuchtprogramme (EEP) pflegt der Tierpark Berlin Paare oder Zuchtgruppen
Zoologischer Garten Berlin Im Raubtierhaus findet man auch Tiere aus Madagaskar, wie Ringelschwanzmakis und die madagassische Wildkatze Fossa. Der Zoo unterstützt Naturschützer z. B. auf Madagaskar.
Tierpark Bochum Kattas, Madagaskar-Anlage im Aquarien- und Terrarienhaus mit Standings Taggeckos (Phelsuma standingi) und Madagaskar Hundskopfboa k.A.
Zoo am Meer Bremerhafen Madagaskar-Taggecko (phelsuma madagascariensis grandis) k.A.
Tiergarten Cottbus Kattas k.A.
Vivarium Darmstadt Kattas k.A.
Tierpark Dessau Kattas k.A.
Zoo Dresden Mohrenmakis und Kattas

 

Der Zoo Dresden unterstützt finanziell die internationale Vereinigung Madagaskar Fauna Group (MFG). In dieser setzen sich seit 1987 Zoos und universitäre Institute zusammen für die langfristige Erhaltung der madagassischen Artenvielfalt ein.
Zoo Duisburg

 

 

Auf einer begehbaren Kattainsel leben Kattas und Mohrenmakis (Lemuren). Im Zoo leben auch Madagaskar-Riesenratten und die madagassische Wildkatze Fossa. k.A.
Zoo Eberswalde Kattas k.A.
Zoopark Erfurt Kattas, Mausmakis, Roter Vari und Kronenmakis k.A.
Zoo Frankfurt am Main Kattas k.A.
Zoo-Erlebniswelt Gelsenkirchen Kattas k.A.
Tierpark Hagenbeck Hamburg Katta-Lemuren (können im Eingangsbereich des Tropenaquariums frei zwischen den Besuchern laufen), Madagaskar-Fauchschabe, Madagaskar Taggecko, k.A.
Zoo Hannover Eine Gruppe von fünf Roten Varis lebt im Tropenhaus im Zoo Hannover k.A.
Zoo Heidelberg 2017 Bau eines neuen Außenbereichs am Menschenaffenhaus für die Lemuren: Sifakas und Kattas auf ca. 120 qm

·         Im Raubtierhaus: aus Madagaskar stammende Wildkatze Fossa

Den stark vom Aussterben bedrohten Sifakas gilt besondere Aufmerksamkeit. Der Zoo Heidelberg wird der erste deutsche Zoo sein, der gemeinsam mit sieben weiteren Zoos an einem Schutzprojekt für Sifakas teilnimmt.
Tierpark Herford Kattas k.A.
Serengetipark Hodenhagen Begehbares Gehege mit Kattas und Weisskopfmakis k.A.
Tierpark Jaderberg Insel für Kattas mit Wassergraben und einsehbarem Haus k.A.
Affen-Zoo Jocksdorf Kattas k.A.
Zoo Kaiserslautern In einer mehr als 1.000 Quadratmeter großen Affenanlage können die Besucher seit 2016 neun Katta-Äffchen aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. k.A.
Zoo Köln Im Madagaskar-Haus leben verschiedene Lemurenarten, daneben Madagaskar-Taggeckos, Madagaskar-Strahlenschildkröten, der Madagaskarweber (Vogel) k.A.
Zoo Landau in der Pfalz Madagaskar Schienenschildkröte Der Zoo ist der einzige Zoo in Europa, der diese stark bedrohte Schildkrötenart hält.
Zoo Magdeburg Seit 2014 gibt es ein begehbares Freigehege mit Lemuren: Kattas, Gürtelvaris und Rotstirnmakis klettern und toben auf den hohen Bäumen der 800 Quadratmeter großen Halbaffen-Anlage namens „Madagaskar“. k.A.
Abenteuerzoo Metelen Zwei begehbare Katta-Inseln k.A.
Tierpark Hellabrunn München Kattas und Mayottenmakis k.A.
Allwetterzoo Münster Begehbare Feianlage mit schwarzweissen Varis und Katta-Lemuren
NaturZoo Rheine 2016 eröffnete der „Lemuren-Wald“ mit Kattas, Roten Varis und Schwarzweissen Varis Der Zoo unterstützt verschiedene Artenschutzprojekte auf Madagaskar.
Zoo Rostock Kattas k.A.
Zoologischer Garten Saarbrücken Der Zoo ist spezialisiert auf afrikanische Arten – vor allem von der Insel Madagaskar.  Neun Lemurenarten gehören zum Tierbestand: Kattas, Roter Vari, Schwarzweisser Vari, Rotbauchmakis, Rotstirnmakis, Weisskopfmakis, Mausmakis, Fettschwanzmakis.

Die Halbaffen sind im Madagaskarhaus untergebracht, welches auch Krokodile, Schlangen und Echsen, Papageien und Igeltanreks beherbergt.

Als Mitglied einer Lemurenschutz-Vereinigung unterstützt der Zoo die Einrichtung von Schutzgebieten in Madagaskar und der Auswilderung von Lemuren.
Zoo Schwerin Kattas k.A.
Zoo Staßfurt Begehbare Anlage mit Kattas k.A.
Affenwald Straußberg Freilaufende Kattas auf 3,5 Hektar Waldfläche k.A.
Wilhelma Stuttgart Lemuren (Mausmakis, Rote Varis), Madagaskar-Buntbarsche, Große Tanrek (Borstenigel), Mähnenibis k.A.
Tierpark Ueckermünde Kattas k.A.
Tierpark Wismar Katta-Insel mit freilaufenden Kattas k.A.
Tierpark Wolgast Kattas k.A.
Tierpark Worms Kattas k.A.
Zoo Wuppertal Roter Vari k.A.

Österreich

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Raritätenzoo Ebbs Kattas k.A.
Zoo Linz Kattas k.A.
Zoo Hellbrunn Salzburg Lemurenanlage seit 1976 k.A.
Zoo Schmieding Krenglbach Kattas und andere Lemuren k.A.
Zoo Schönbrunn Wien Katta und Roter Vari

Schweiz

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Zoo Basel Kattas und Varis, Madagaskar Strahlenschildkröte k.A.
Kinderzoo Knie Rapperswil/ Zürichsee Kattas in Freigehege k.A.
Zoo Rothenburg Kattas k.A.
Zoo Zürich „Masoala“ heisst eine der grössten Tropenhallen Europas. Sie ist der Flora und Fauna Madagaskars gewidmet und wird bevölkert von Rotem Vari und Alaotra-Halbmaki, einer Vielzahl Vögel, den gefährdeten Rodrigues-Flughunden sowie Riesenschildkröten, Taggeckos, Chamäleons. Auch die Madagaskar-Perwachtel und die Madagaskar-Schildechse sind im Zoo zu finden. Partnerschaft des Zoos mit der Organisation Medair, die Trinkwasserprojekte in der Masoala-Region in Madagaskar durchführt.

Bitte teilen Sie uns weitere Infos mit, wenn sich in Ihrer Umgebung ein Zoo mit madagassischen Tieren befindet. Vielen Dank!

UNESCO-Welterbe in Madagaskar

UNESCO-Welterbe in Madagaskar - Tsingy de Bemaraha

Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean ist bekannt für seine einmalige biologische Vielfalt und unglaubliche Fülle an endemischen Arten der Flora und Fauna. Die Insel wurde vor über 60 Millionen Jahren vom Festland abgetrennt. In dieser enorm langen Isolation haben sich hier viele urtümliche Tier- und Pflanzenarten erhalten und es konnten sich viele neue, nur hier angepasste Arten entwickeln. Die biologische Vielfalt Madagaskars ist eine der höchsten der Erde. Die Insel ist Heimat von mehr als 200.000 bekannten Tier- und Pflanzenarten, davon sind über 150.000 endemisch. Über 50 Arten von Lemuren, 99 Prozent der Froscharten und 36 Gattungen von Vögeln kommen nur auf dieser Insel vor. Insbesondere Regenwälder sind eine Wiege der Artenbildung. Die UNESCO-Kommission hat zwei Gebiete auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt:

Madagaskars Weltnaturerbe-Stätte Tsingy de Bemaraha

Das Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars wurde von der UNESCO bereits 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Tsingy heissen die spitzen Kalkfelsennadeln, die für dieses Gebiet so charakteristisch sind: bis zu 40 Meter hohe scharfkantige Felsenskulpturen, durchbrochen von Schluchten und Höhlen bilden ein einmaliges Biotop und eine skurril-sehenswerte Landschaft.

Das Wort TSINGY bedeutet auf Madagassisch wortwörtlich „auf Zehenspitzen laufen“ und bezieht sich auf die messerscharfen Kanten der Kalksteine. Die Felsenformation entstand vor Millionen Jahren aus riesigen Korallenbänken, die aus dem Meer herausgehoben und durch Wind und Wasser zu bizarr ausgewaschenen Skulpturen geformt wurden. Eingestreut in diese Stein-Landschaft liegen auch unberührte Inselwälder und kleine Seen. Dieses bizarre und einzigartige Revier bietet vielen besonderen, an diese Umgebung angepassten, Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Madagaskars Weltnaturerbe „Regenwälder von Atsinanana“

Die „Regenwälder von Atsinanana“ gehören seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Besonderheit dieser Stätte ist, dass unter dieser Bezeichnung sechs Naturparks im Osten Madagaskars zusammengefasst werden. Sie alle gelten als äusserst wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Insel. Die sechs Bereiche dieses UNESCO-Weltnaturerbes umfassen insgesamt ein Gebiet von rund 5000 km². Von Nord nach Süd zählen folgende Nationalparks zum Weltnaturerbe:

  • Marojejy Nationalpark
  • Masoala Nationalpark
  • Zahamena Nationalpark
  • Ranomafana Nationalpark
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Nur noch 8,5 Prozent des einstigen Regenwaldbestands ist heute in Madagaskars erhalten. Aufgrund von Brandrodung, Abholzung und Schmuggel mit Edelhölzern sind Madagaskars Wälder weitestgehend verschwunden und der Lebensraum für viele Arten massiv bedroht. Im Jahr 2010 hat die UNESCO auch die Atsinanana-Regenwälder auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Die Kommission kritisierte die madagassische Regierung, da Madagaskar trotz eines Verbots von Rodung und Export von Palisander und Ebenholz die Ausfuhr der Tropenhölzer genehmige. Sie forderte die Regierung Madagaskars auf, die notwendigen Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots zu ergreifen und kritisierte gleichzeitig, dass Länder unter den Abnehmern seien, die die Konvention für das Welterbe ratifiziert hätten.

Weniger bekannt als Madagaskars Natur ist die kulturelle Vielseitigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean. Doch auch hier hat die Grosse Insel Einiges zu bieten. So kommt es, dass in Madagaskar auch  ein Kulturdenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Madagaskars Weltkulturerbe

Der Königshügel von Ambohimanga („Blauer Hügel“) wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Für Madagaskar war diese Ernennung sehr wichtig, um zu zeigen, dass die Insel nicht nur eine sehenswerte Naturreisedestination ist, sondern auch interessante Städte und kulturelle Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Ambohimanga liegt in der Provinz Antananarivo unweit der gleichnamigen Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo. Von dort kann die Weltkulturerbestätte gut in einem Tagesausflug besichtigt werden.

Ambohimanga war seit 1794 Sitz der Merina-Könige, eines berühmten Herrschergeschlechts in Madagaskar. Bis 1897 wurde der 1468 Meter hohe Königshügel als Grabstätte der Könige von Madagaskar genutzt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde dort der Palast für die Könige gebaut, der heute das Weltkulturerbe ausmacht. Immer weiter wurde der Hügel ausgebaut und entwickelte sich zu einer wahren Festung, vor allem unter König Andriantsimitoviaminandriana. Auch als Ambohimanga schon nicht mehr Residenzstadt war, hatte der Königshügel von Ambohimanga seine Bedeutung als Grabstätte nicht verloren. Bis heute pilgern zahllose Madagassen zu den Ruinen des Königshügels von Ambohimanga, der für die Kultur und den Glauben der Bevölkerung nach wie vor enorm wichtig ist.

Tropischer Carnaval in Madagaskar

Im Juni ist Carnaval in Madagaskar. Dann versammeln sich die Leute in den Städten zum gemeinsamen Fest. Seit einigen Jahren nun sucht nun Antananarivo, die Hauptstadt Madagaskars, dieses kulturelle Event auf sich zu konzentrieren. Demnach findet der grösste Carnaval des Landes nun zum dritten Mal in Antananarivo statt und dies natürlich in der Innenstadt. Drei Tage lang wird gefeiert.

Kernstück ist der Umzug mit Repräsentanten aus den verschiedenen Landesteilen. Früher lag der Schwerpunkt eher auf den 18 offiziellen Ethnien, heute präsentieren sich die 22 Regionen, in die Madagaskar administrativ unterteilt ist. Da tanzen also die Antandroy aus dem tiefen Süden, es gehen die Sakalava aus dem Osten in rhythmischem Takt vorbei, es finden sich Leute aus der Vanilleregion SAVA und Morondava vertritt die Bevölkerung des Menabe. Das Hauptevent ist eine lange und farbenfrohe Parade unzähliger Gruppen.  Jede Formation ist in regionaltypische Kleider gehüllt. Der lange Menschenwurm tanzt, singt, trommelt und lächelt sich stundenlang durch die engstehende Menschenmenge.

Das Ereignis wird von den Tourismusverbänden organisiert und soll die Madagassen einander näherbringen, aber auch die kulturellen Variationen der grossen Insel im Indischen Ozean aufzeigen. Daher – wie immer bei Veranstaltungen – hängt überall die rot-weiss-grüne Fahne Madagaskars. Die Zahl tausend hat ja in der Geschichte von Antananarivo, der ‘Stadt der Tausend’, eine lange Tradition und so sollen es dieses Jahr tausend Musiker, Artisten und Künstler aller Art sein, die am Festival teilnehmen. Nur selten, aber immerhin, auch Gaukler und Stelzenläufer. Tatsache ist, die Strassen der Innenstadt sind wie ein Fluss durchzogen von Farbe und Bewegungen.

Begleitet werden die drei Tage durch Marktstände, Essensbuden und natürlich von Konzerten, die jeweils mehrere tausend Leute anlocken. Viele der Konzerte sind gratis und die unter freiem Himmel aufgebauten Bühnen haben grossen Zulauf. Die lockere Ambiance mit viel Musik wird unterstrichen durch Alkohol. Doch der madagassische Carnaval ist kein Besäufnisfest wie anderswo.

Der madagassische Carnaval ist auch ein Fest für die Kinder. Dabei legen die Eltern Wert darauf, mit ihren Kleinen in festlicher Kleidung durch die Menge zu bummeln. Natürlich nehmen auch die vielen Vereine, Nichtregierungsorganisationen und kleinen Hilfswerke den Anlass zur Gelegenheit, sich und ihre Projekte zu präsentieren. Rund 400 Stände berichten so über Hygiene, Ernährung, Verhütung und vieles mehr. Carnaval auch für Autofreunde. Eine Parade aus Oldtimern war der technische Hingucker dieses Jahres. In Madagaskar finden sich ja nach wie vor Fahrzeuge im Einsatz, die anderswo im Museum stehen. Aber es gibt auch engagierte Sammler, die ihre Lieblingsstücke fachgerecht restaurieren und pflegen. Nur die Taxis und die arbeitende Bevölkerung liebt dieses Ereignis etwas weniger. Denn während Tagen ist die Innenstadt komplett abgesperrt. Sie leidet sowieso ganzjährig unter Dauerstau und Verkehrsstress.

Auch sonst unterscheidet sich der Carnaval in Madagaskar von Veranstaltungen ähnlicher Art anderswo auf der Welt Der Gebrauch von Masken und Verkleidung ist so gut wie nicht präsent. Vielleicht zieht sich mal jemand eine Perücke mit roten Basthaaren an oder malt sich sein Gesicht mit Farbe. Also kein Vergleich zu den strengen Sitten einer Basler Fasnacht, wo militärisch koordinierte Musiktruppen in ausgearbeiteten Masken durch die Stadt marschieren. Kein Vergleich auch zum kultisch-archaischen Fasnacht in Luzern, wo sich urchige Musik chaotisch dann doch zu einer seltsam schrillen Harmonie trifft. Aber auch kein Vergleich mit Köln, wo pointierte Kurzpräsentationen das Salz des Faschings ausmachen. Auch der tropische Carnaval von Rio mit seinen Sambatänzen und höchst augenfälligen Kleidungen voller Sex und Erotik ist mit dem eher nüchternen Volksfest in Madagaskar nichts zu vergleichen.

In Madagaskar ist die Fasnacht eher ein Fest für alle Bevölkerungsschichten, das die grosse Diversität der kulturellen Landschaft aufzeigt. Carneval hat in der Tradition Madagaskars keine Wurzeln. Aber seit wenigen Jahrzehnten bemühen sich Gruppierungen, vor dem Beginn des madagassischen Winters um ein kulturelles Ereignis. Das Wort Carnaval ist vielleicht ein falsches Wort dazu, aber es hat sich eingebürgert.

Reiten in Madagaskar

Reiten in Madagaskar - braunes Pferd vor blauer Reklametafel mit madagassischem Reiter

Natürlich geht niemand allein wegen Pferden und dem Reitsport nach Madagaskar. Denn die grosse Insel im Indischen Ozean hat keine eigentliche Pferdekultur. Die ersten Pferde wurden von den französischen Kolonisatoren im 19. Jahrhundert eingeführt und hatten grosse Schwierigkeiten, sich ans Klima zu gewöhnen. Besonders an der Küste ist die Temperatur zwischen Dezember und Februar sehr hoch, zudem herrscht dann die Regenzeit. Zwar gibt es in Madagaskar keine Tsetsefliege, die sonst im Grossteil von Kontinentalafrika und sogar im trockenen Namibia vorkommt. Doch die eingeführten Pferde gingen ein aufgrund des Klimas, der Bodenbeschaffenheit und wohl auch aufgrund der mangelnden Pflege.

Das musste auch 1895 das französische Expeditionskorps erleben, das neun qualvolle Monate brauchte, um vom Hafenort Mahajunga bis zur 500 km entfernten Hauptstadt Antananarivo vorzustossen. Es war nicht der Gegner, der die grossen Verluste verursachte, sondern das schwierige Terrain, Sumpf und Krankheiten. Von den 15.000 Mann starb fast die Hälfte, meist an Malaria.

Der Trupp wurde begleitet von 3.355 Pferden und Maultieren, um die 30’000 Tonnen Material zu schleppen. Die Transportkarren der französischen Truppen, Levebre-Waggons genannt, erwiesen sich als nicht geländegängig und die Zugtiere als zu schwach.

Während der Kolonialzeit wurden Pferde nur auf dem Hochland von einzelnen Liebhabern gehalten. Als Zug- und Lasttiere konnten sie sich gegen die zähen Zebuochsen nicht durchsetzen. Noch heute wird in Madagaskar der Grossteil der Nahtransporte von Ochsengespannen erledigt, die die schweren Holzkarren ziehen. Nach der Unabhängigkeit Madagaskars 1960 und den bitteren Jahren der Verarmung war die Pferdehaltung ein Luxus, den sich nur eine Handvoll Halter leisten konnten. In nur wenigen Orten wurden Pferde als Zugtiere von Personenkutschen genutzt.

Pferdekutsche in Madagaskar

Bei Unabhängigkeit gab es in Madagaskar um die 2000 Pferde, vor zehn Jahren waren es nur noch 350 und derzeit mögen es knapp 500 sein. Die Pferde stammen aus verschiedener Herkunft. In den vielleicht 150 Jahren, in denen es Pferde auf Madagaskar gibt, wurden Tiere aus Mauritius eingeführt, auch aus Frankreich und gar aus Südamerika. Aus der Kreuzung all dieser Pferderassen hat sich quasi ein eigener Typ entwickelt, der aber als eigene Madagaskar-Rasse nicht anerkannt ist. Auch Esel und Maultiere wurden ab und zu eingeführt, doch es ist äusserst selten, dass man einen Esel auf Madagaskar zu sehen kriegt. Mag sein, dass es in ganz Madagaskar, immerhin über 14-mal grösser als die Schweiz, um die 40 Esel gibt und dies primär im staubtrockenen Süden.

Mit der langsamen und wackelhaften Stabilisierung Madagaskar in den Nullerjahren entstanden hier und dort Reitställe und Pferdereitclubs. Sie agieren heutzutage nach internationalen Massstäben und organisieren nun auch sogar Turniere. In Antsirabe gibt es seit den Kolonialzeiten sogar ein Hippodrome mit von der Bevölkerung lautstark mitverfolgten Pferderennen.

Wer also auf seiner Reise durch Madagaskar auch mal in den Sattel steigen will, findet auf dem Hochland ein paar korrekte Reitställe. Ebenso im western-artigen Felsengebirge von Isalo und an der Küste in Tamatave und auf Nosy Be.