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Das Tote Meer in Madagaskar

das tote meer in madagaskar

Kleine Salzseen liefern in Madagaskar Natursalz, das trotz seiner Heilwirkung nicht vermarktet wird. Dabei könnte das Tote Meer in Madagaskar Lieferant von natürlichen Salzen aller Art sein.

Der tiefe Süden Madagaskars ist zumeist eine hügellose, heisse und wasserlose Landschaft namens Androy. Doch in einer Niederung östlich der verschlafenen Verwaltungsstadt Tsiombe befinden sich ein paar kleine Seen, aus denen auf natürliche Weise Salz gewonnen wird. Die Gewässer von insgesamt rund 4 qkm Grösse weisen nur etwa zwei bis sechs Meter Tiefe auf. Sie liegen eingebettet zwischen flachen, von Kakteen bestandenen Anhöhen und ihre Ausdehnung wird beeinflusst von den sehr seltenen Niederschlägen. Im ariden Süden Madagaskars fällt zuweilen während mehreren Jahren kein einziger Regentropfen. Der nur etwa einen Kilometer lange Ihodo-See ist jedoch ganzjährig mit Wasser bedeckt, ebenso der kleinere Sihanapotsy-See. In der abflusslosen Zone haben sich die wenigen stehenden Gewässer infolge der sehr hohen Hitze zu Salzseen entwickelt. Die Tropensonne lässt Salzkristalle mitsamt Schwebestoffen zu Boden sinken. Diese fisch- und pflanzenlosen Wasserflächen waren der Bevölkerung seit jeher heilig. Salz durfte traditionell nicht abgebaut und gehortet werden. Das Kultprodukt Salz durfte auch nicht gehandelt oder als Zahlungsmittel benutzt werden.

Das hat sich inzwischen geändert. Am Rand des Ihodo-Hauptsees leben ein paar Dutzend Menschen, meist Frauen, vom Abbau und Verkauf des Salzes. Die traubengrossen Salzkristalle lagern sich im Schlick dieser natürlichen Verdunstungsbecken ab und werden von den Frauen von Hand an die Oberfläche geholt. In trogartigen Einbaumbooten wird das Salz an Land gebracht. Eine maschinelle Verarbeitung oder Raffinierung des Rohsalzes findet nicht statt. Das gewonnene, ungewaschene Salz wird einfach zu hüfthohen Pyramiden aufgehäuft, aus denen danach ein Grossteil des Wassers abfliesst.

das tote meer in madagaskar: salzpyramiden

Die flache und mineralienreiche Region produziert pro Jahr 1000 bis 2000 Tonnen naturbelassenes Salz, wobei über die Hälfte aus dem permanenten See Ihodo stammt.

Anders als in anderen salzhaltigen Binnengewässern, sind die pfannenflachen Seengebiete von Ihodo nicht rotviolett von salzliebenden Bakterien verseucht. Diese uralte Salzquelle ist nur regional bekannt. Unregelmässig machen sich Händler auf den schwer befahrbaren Pisten auf, um mit Lastwagen ein paar Tonnen Salz zu kaufen. Das grobkörnige Salz wird nur im tiefen Süden Madagaskars vertrieben. Wahrscheinlich würde dieses reine Natursalz keinen TÜV-Test bestehen oder keine Analyse der Stiftung Warentest überstehen. Nichtsdestotrotz wird dieses Salz ohne Lobby im Süden von Madagaskar benutzt und geschätzt. Der Anteil an Mikroplastik, der üblicherweise in Meersalzen inzwischen hoch ist, ist beim Ihodo-Salz gleich Null.

In Madagaskar wird Salz von mehreren halbindustriellen Betrieben aus Meerwasser produziert, so in Salzgärten in der Region von Tulear, Morondava und im Norden bei Diégo-Suarez. Das dortige Salz wird in fussballfeldgrossen Verdunstungsbecken unter der brütenden Sonnenhitze gewonnen. Die Verdunstungskruste wird im nachfolgenden Prozess gesäubert und das Rohsalz raffiniert. Speisesalz ist sogar eines der wenigen halbindustriellen Exportprodukte Madagaskars. Das madagassische ‘Fleur de sel’, die hauchdünne oberste Schicht, ist sogar ein weltweit gesuchtes Kulinarikprodukt.

Madagaskar hat etwa 1300 Seen, Lagunen und Sumpfgebiete. Doch nur gerade in dieser geologisch speziellen Zone von Androy ist eine Salzgewinnung aus stagnierendem Süsswasser möglich. Diesem Salz wird von der Lokalbevölkerung eine nachweisbare Heilwirkung zugesprochen. Gelenkschmerzen sollen damit behandelbar sein und insbesondere eine heilende Wirkung bei Hautirritationen bewirken. Dieses traditionelle Medizinwissen wird im Süden Madagaskars nur gerade von der ortsansässigen Bevölkerung genutzt. Abgesehen davon beklagen sich die Salzarbeiterinnen nicht über Asthma.

das tote meer von madagaskar: salzsee

Anders als im Toten Meer werden die natürlichen Salzlagunen von Ihodo nicht vermarktet. Es gibt weder ein Label noch eine Vertriebsorganisation. Nicht eine Handvoll Touristen besucht diese Zone pro Jahr und vor Ort existiert keinerlei touristische Infrastruktur. Die Arbeiterinnen kommen jeden Tag von weither zu Fuss, um stundenlang knie- oder hüfttief im Wasser zu stehen und Schlammsalz auf kleine Holzboote zu hieven. Oder sie sitzen neben ihren austrocknenden Salzpyramiden und warten, bis das Geräusch eines fernen Motorfahrzeugs einen möglichen Käufer ankündigt.

PRIORI, die Reiseorganisation für Madagaskar www.madagaskarhaus.ch

Rotra, das Diabetes-Heilmittel aus Madagaskar

Rotra: Diabetes-Heilmittel aus Madagaskar
Rotra, Naturheilmittel aus Madagaskar

 

Die Madagassen haben für ihr Heilwunder nur einen kurzen Namen: Rotra. Die Frucht wirkt gegen Diabetes und Magenbeschwerden.

Der zu der Familie der Myrtengewächse zählende immergrüne Laubbaum (Syzygium cumini) verfügt über eine breitdeckende Krone, die auf dem dünn wirkenden kurzen Stamm aufsitzt. Der bis zu 30 Meter hohe, mehrstämmige Baum hat eine graubraune Rinde. Die anmutige Baumart wird oft als dekorativer Zierbaum gepflanzt und auch wegen seines ausladenden Schattens geschätzt. Der Eugenia jambolana Lam (auch Syzygium cumini genannt) wächst in Indien, Sri Lanka, Malaysia und Nordaustralien. Die Wanderungen der Menschen haben ihn auch in andere Weltenregionen gebracht. Auch in Madagaskar kommt der Baum seit Urgedenken vor.

Zwar werden das feinmaserige, rotbraune Holz zu Möbeln verarbeitet und die ledrigen Blätter zu ätherischen Ölen destilliert, doch die kirschengrossen Früchte sind das interessanteste Produkt des Tropenbaumes.

Die Rotra-Bäume wachsen in Madagaskar entlang der Ostküste von Fort-Dauphin bis Maroantsetra. Aber auch in Mahajunga und entlang der Nordwestküste gibt es ausgedehnte Baumbestände.Die an grosse, violett-schwarze Oliven erinnernden ovalen Früchte sind ab Januar reif. Die Früchte werden meist frisch gegessen. Das saftige, helle Fruchtfleisch ist süss-säuerlich, doch Zunge und Gaumen ziehen sich beim Verzehr der Früchte gern zusammen. Der Kern des Obstes wird ausgespuckt.

Die Frauen in Madagaskar stellen mit den Früchten auch hellviolette Fruchtsäfte und Konfitüren her, andere machen daraus Essig. Rotra kann auch getrocknet werden und ähnelt dann dunklen Weinbeeren.

Schon seit Generationen ist man sich der Heilkraft der Rotra-Samen bewusst. Die Kerne werden von den traditionellen Heilern geröstet, zermahlen und als Heilmittel gegen Magenweh und als Blutdrucksenker abgegeben. Die Wirkkraft der Rotra gegen Diabetes ist unbestritten. Die Heiler bereiten auch Säfte aus den Früchten und den Blättern zu. Kein Wunder hat auch der bekannteste madagassische Naturarzt, Dr. Ratsimamanga, mit Rotra gearbeitet.

In Madagaskar gibt es rund 20 verschiedene Rotra-Arten, sodass auch die Früchte sehr variieren. Interessanterweise kennen die Kinder in den ländlichen Gebieten Madagaskars die Früchte ihrer Umgebung, ihre Reifezeit und Essbarkeit sehr gut. Daher gibt es auch für die Rotra unterschiedliche lokale Namen. Bei den Betsileo im südlichen Hochland ist die Frucht als Robazaha bekannt. Auf Französisch wird die Pflanze Jambolan und auch Jamblong genannt, in Englisch Java Pflaume. In der deutschen Sprache ist die Wachsjambuse kaum bekannt. Die Frucht mag lange Transportwege nicht, daher hat sie auch keinen Eingang in europäische Fruchtmärkte gefunden.

Rotra: Diabetes-Heilmittel aus Madagaskar

Essen in Madagaskar

Markt Tamatave, Madagaskar
Markt Tamatave, Madagaskar

„Was darf ich essen?“ und „Was soll ich am liebsten vermeiden?“ – diesen beiden Fragen erhalten wir sehr oft von Leuten gestellt, bevor sie nach Madagaskar reisen.

Madagaskar bietet kulinarisch eine grosse Spannbreite und je nach Region werden auch viele Spezialitäten angeboten. Gleichzeitig gibt es viele Gerichte, die man überall auf der grossen Insel finden kann und die man während einer Madagaskarreise unbedingt probieren sollte.

So lange das Essen gut gekocht oder gebraten wird, ist es kein Problem, das meiste zu essen. Was jedoch Bauchprobleme bringen kann, ist, wenn man gewissen Dinge isst, die man nicht essen sollte, oder wenn die sehr wichtige Handhygiene nicht beachtet wird.

Es gibt drei Produkte, von denen wir von PRIORI Reisen unseren Reisegästen abraten:

Erdbeeren, Eiswürfel und Mayonnaise.

Hände weg von Erdbeeren, auch wenn sie zuckersüss und sehr schmackhaft aussehen. Denn wer weiss schon, wie viele Bakterien sich auf dieser süssen Versuchung befinden und mit was die Pflanzen gedüngt wurden. Es ist sehr schwer, die Beeren gut zu säubern. Also ist es vorsichtiger, die Hände davon zu lassen.

Das gleiche gilt für Eiswürfel. Ein paar Eiswürfel im Getränk sehen verlockend aus, speziell dann, wenn die Temperaturen über 30°C klettern. Aber der Gedanke an nicht so angenehme Nebenwirkungen sollte genügen, um ein Getränk ohne Eiswürfel zu bestellen. Also Hände weg von Eiswürfeln.

Ebenso Hände weg von Mayonnaise, auch wenn sie ganz frisch gemacht wurde und sehr gut zum bestellten Mittagessen passt. Schmecken tut sie vielleicht himmlisch, aber wenn Sie Pech haben und ein paar Amöben einfangen, dann werden Sie an diese Portion Mayonnaise sehr lange denken und sich viele Male fragen, warum sie diese gelbe Masse überhaupt gegessen haben.

Es kann gut sein, dass Sie Erdbeeren, Eiswürfel und Mayonnaise essen und nichts passiert – aber ob dies einen Versuch wert ist oder nicht, überlassen wir Ihnen zu entscheiden!

In Hotelrestaurants wird meistens sehr auf gute Hygiene geachtet und man kann ziemlich „alles“ essen, ohne sich Sorgen zu machen. Die Kulinarik ist in Madagaskar beeinflusst von französischer, indischer und chinesischer Küche. Was es so zu essen gibt und zu welchen Preisen finden Sie auf unserem Gastronomieblog. Dort haben wir Speisekarten von ganz unterschiedlichen Restaurants aufgelistet mitsamt der Preise: http://gastronomie-madagaskar.blogspot.ch/

Unterwegs will man bestimmt auch in den kleinen Restaurants das lokale Essen ausprobieren. Dabei sollte man – wie auch während der ganzen Reise – extra gut auf die Handhygiene achten. Nicht nur die Hände vor dem Betreten des Restaurants waschen, sondern auch am liebsten kurz desinfizieren, bevor man zu essen beginnt. So sind Sie sicher, dass keine der eventuellen Keime, die sich auf der Menükarte, am Tischtuch oder auf dem Stuhl befinden, sich mit Ihrem Essen vermischen.

Beim Verzehr der vielen schmackhaften Obstarten sollte man ebenfalls sehr gut auf die Hygiene achten. Ein Sparschäler oder Taschenmesser sind Gold wert, um die Früchte schnell zu schälen – und ein Feuchttuch hilft Ihnen anschliessend, nach dem Schälen und vor dem Verzehr ihre Hände zu säubern. So steht Ihnen nichts im Wege, auch ein paar der für Sie vielleicht noch unbekannten Obstarten zu geniessen.

Generell gilt die alte Travellerweisheit: was geschält, gekocht oder gebraten ist, kann man essen.

Wenn Sie diesen kleinen Hinweisen folgen, dann steht Ihnen nichts mehr im Weg, die kulinarische Vielfalt von Madagaskar auszuprobieren und zu entdecken und dies ohne unangenehme Folgen.

Essen Antalaha

Mammografie in Madagaskar

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Mammografie. Mir geht es gut…

Ich erhielt vor ein paar Wochen einen Brief vom Kanton Basel-Stadt mit einer Einladung zur Früherkennung durch Mammografie. Brustkrebs frühzeitig erkennen – Heilungschancen verbessern. So stand es auf der Vorderseite des beigelegten Info-Flyers.

Mammografie, nur schon das Wort löst Angst aus. Nicht Angst vor Krebs, sondern vor den Schmerzen einer solchen Untersuchung, die vermeintlich damit einhergehen.

Aber mit bald 50, wie ich, wird man (also eigentlich frau) automatisch zu diesem Test eingeladen. Die Kosten übernimmt meine Grundversicherung und sie sind zudem von der Franchise befreit. Sprich – es gab keinen Grund für mich, diese Aufforderung nicht wahrzunehmen.

Heute war es so weit und ich ging recht nervös, neu geduscht, ohne Deodorant, ohne Bodylotion und ohne Parfüm ins Spital. Ich war sofort an der Reihe.

Ich bemerkte, dass ich ganz viel plapperte beim Betreten des Untersuchungszimmers, aber spürte auch sehr schnell, dass die Frau, die mich empfing, eine beruhigende Wirkung auf mich hatte. Sie erklärte alles in Details und sagte mir auch, dass, wenn es zu fest weh tun würde, wir einen neuen Termin vereinbaren könnten.

20 Minuten später war ich wieder draussen in der frühlingshaften Sonne und fragte mich, warum ich so viel Angst gehabt hatte für etwas, das letztendlich wirklich nicht weh getan hatte. Angenehm war es zwar nicht, aber das Gefühl ist gut, es gemacht zu haben…

Wenn ich daran denke, wie die Frauen, die ich in Madagaskar kennengelernt habe, nie so einen Brief vom Staat bekommen werden und nie – wie ich – die Chance bekommen, eine Diagnose für ein Frühstadium zu erkennen. Durch die fehlende Früherkennung auch keine Möglichkeit erhalten, eine adäquate Therapie zu erhalten und daher, wenn sie Pech haben, Brustkrebs erhalten. Wenn ich an das denke, dann wird es mir erneut bewusst, wie gut es uns hier in der Schweiz und Europa geht und dass mein grosses Problem heute Morgen und meine Angst im Wirklichkeit kein Problem sind!

Ich weiss nicht, ob meine Bekannten in Madagaskar den Begriff Mammografie kennen und falls, dann ist es leider so, dass keine davon das Geld besitzt, um so eine Untersuchung zu machen. Wenn man wenig oder kein Geld hat, dann benutzt man seine Finanzen nur für das Allerwichtigste – also was man(n/frau) gerade jetzt in der Gegenwart braucht!

Manchmal gibt es vom Gesundheitsministerium des Staates oder von der UNO-Behörde WHO spezielle Gesundheitsprogramme, die auch in Madagaskar kostenfrei sind. Ein Beispiel ist der Test für Tuberkulose. Aber auch ein kostenloser Test hat keinen Nutzen, wenn man weit vom nächst grösseren Spital wohnt und nicht Mal das Kleingeld hat, um den Bus dorthin zu nehmen!