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Isalo – Tulear

2240 Isalo – Tulear

Heute verabschieden wir uns von der Isalo-Wunderwelt und fahren Richtung Südwestküste bis zum Kanal von Mozambique. Unser heutiges Etappenziel ist die Küstenstadt Tulear, die am Ende der Nationalstrasse RN7 liegt.

Neben der Saphirgräberstadt Ilakaka sind auch die bunt bemalten Mahafaly-Gräber unterwegs zu bestaunen. Die Wandertouren durch den Zombitse-Nationalpark und durch das Arboretum zählen zu den besonderen Ausflügen entlang dieses Streckenabschnitts. Unterwegs werden wir sicherlich viel über die Kulturen, über das Leben und über die Sitten und Bräuche der Bara-, Mahafaly- und Vezo-Volkstämme erfahren.

Nach der erlebnisreichen Wandertour durch die trockene Berglandschaft des Isalo Gebirges verlassen wir das kleine Städtchen Ranohira der Bara-Volkstämme und fahren schnurgerade Richtung Südwesten über die gut ausgebaute RN7. Die Luft wird merklich wärmer und feuchter. Nach ein paar Kilometer verändert sich die Landschaft schlagartig: Hinter Ranohira werden die zerklüfteten Berge von Wiesen mit abgeflachten Bergen abgelöst und in den weiten Grassavannen und der Steppenlandschaft wachsen die hohen Büsch- und Kaktuswälder, die in der Regenzeit mit einem kräftigen Grün überzogen sind.

Die endemischen Satrana-Palmen (Bismarkia nobilis) sind sehr widerstandfähig gegen die ständigen Buschbrände in dieser wasserarmen Region. Am Rande der Nationalstrasse gedeihen die schönen, dekorativen Vakaka-Palmen (Pandanus pulcheri) und entlang der wenigen Bachläufe, die das trockene Gebiet durchziehen, wachsen die heimischen Schraubenpalmen.

Isalo – Tulear
Nach 30 km erreichen wir die berühmt-berüchtigte Saphirstadt Ilakaka. Nachdem Zebuhirten im Jahre 1990 bei diesem kleinen Dorf zufälligerweise einen wertvollen “Blauen Stein“ gefunden hatten, brach hier der grosse Saphirrausch aus. Aus der ganzen Region kamen alle, um hier ihr Glück bei der Suche nach diesen teuren Edelsteinen zu machen. Seitdem wuchs das unbedeutende Dorf in rasantem Tempo, sogar fremde Aufkäufer aus Europa, aus Asien und vor allem aus Sri Lanka haben sich in der Saphirstadt angesiedelt. Sehr rasch verbreiteten sich die Kunde über die Edelsteinfunde, so dass die Einwohnerzahl seitdem fast jedes Jahr um ca. 10’000 anstieg. Heute leben hier mehr als 60’000 Einwohner. Ilakaka selbst gilt als das wichtigste Saphir-Abbaugebiet von ganz Madagaskar. Schliesslich sind Saphire sehr kostbare Steine, ihr Wert liegt auf Rang 2, gleich nach den Diamanten. Viele Verkaufsbuden, Lehmhütten, Garküchen und einfache Unterkünfte reihen sich beidseits der Nationalstrasse und wenn man einen Blick ins Hinterland wirft, entdeckt man eine Mondlandschaft von Erdhaufen und Löcher von diesen tausenden Schürfern.

Auf dem weiteren Weg immer Richtung Südwestküste, ca. 80 km vom Dorf Ilakaka entfernt, erreichen wir den grünen Zombiste Vohibasia Nationalpark. Dieser Trockenwald ist ein sehr interessanter Zwischenstopp für Naturfreunde. Das Schutzgebiet umfasst ein etwa 363 km² grosses Gebiet. Es leidet leider unter der fortschreitenden Entwaldung wegen der traditionellen Bandrodung und auch wegen des Saphirabbaus. Der Nationalpark besteht insgesamt aus drei voneinander isolierten Schutzzonen, die bereits seit 1997 bestehen: das Trockenwaldgebiet von “Zombitse“, was wörtlich “dichter Wald“ bedeutet, das Savannengebiet von “Vohibasia“ (“Hügel der Pistolen“) und schliesslich der Bereich “Isoky Vohimena“. Der WWF setzt auf Ökotourismus und bemüht sich, diesen ursprünglichen Trockenwald vor der Abholzung zu bewahren. Erst im Jahre 2002 wurden die beiden Gebiete Zombitse und Vohibasia gemeinsam als Nationalpark deklariert.

Der Vogelbeobachtung ist eine der Hauptattraktion in diesem Schutzgebiet. Fast 47% aller endemischen Vogelarten Madagaskars, mehr als 80 Arten lassen sich im Park beobachten: darunter die Appertbülbül (Phyllastrephus apperti), der Madagaskarkauz (Ninox superciliaris), der Riesenseidenkuckuck (Coua Gigas), der Hirtenregenpfeiffer (Charadrius pecuarius) und das Madagaskar-Flughuhn… Bei den Wandertouren während der Tagesdämmerung begleitet uns das fröhliche und vielstimmige Gezwitscher der verschiedenen Vögel und mit Hilfe des ortskundigen Führers sind auch die weissen Larvensifaka oder die Braunen Lemuren anzutreffen. Ein Besuch in diesem abgelegenen Nationalpark ist ein unvergessliches und einzigartiges Naturerlebnis. Die Landschaft des Zombitse-Vohibasia Nationalparks zeichnet sich nicht nur durch ihre Fauna und Flora, sondern auch durch ihre geologische Besonderheit aus. Der Park steht an der geologischen Grenze zwischen dem Kalksteingebirge und dem Massiv aus kieselartigem Sandstein, der aus der Isalo-Formation stammt.

Im Park kommen auch Pflanzenliebhaber auf ihre Kosten. Neben den seltenen Madagaskar-Palmen, den zahlreichen Sukkulenten und der Heilpflanze Aloe Vera lassen sich auch unterschiedliche Orchideen bestaunen. Die riesigen und dickstämmigen Baobabs sieht man schon vom weiten und wegen ihrer eindrucksvollen Erscheinung werden diese Riesenbäume auch die “Verkehrtherum-Bäume“ genannt. Sie sind Wahrzeichen von Madagaskar und an der Südwestküste werden sie in der Nähe der Mahafaly-Gräber gepflanzt und gelten als besonders als heilig. Im Schatten dieser “Reniala“ (“Mutter des Waldes“) breitet sich immer eine angenehme Kühle aus und so können wir hier am Mittag unser Picknick geniessen.


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Auf der Insel findet man sechs endemische Baobabarten. Ihre gigantischen Stämme können Unmengen Wasser speichern, sodass die Baobabs bei extremer Trockenheit bis zu drei Jahre ohne Wasser überleben können. Die Einheimischen in den abgelegenen Dörfern benutzen dann diese sogenannten “Flaschenbäume“ als Wasserreservoir und verzehren die schmackhaften und nussartigen Früchte, die sehr und reich an Vitamin C sind. Viele Baobabarten sind vielseitig verwendbar: Sie dienten als Rohmaterial für die Herstellung von Seilen, Körben, Hüten und Saiten für Musikinstrumente… Aus den frischen Blättern erhält man schmackhaftes Gemüse und aus den Samen wird wertvolles Öl und erfrischende Getränke hergestellt.

Isalo – Tulear
Die bunt bemalten Mahafaly-Gräber am Rand der Nationalstrasse stechen sofort in die Augen und unser Fahrer weiss genau Bescheid, welche Grabstätten am Rand der Strasse fotografiert werden dürfen. Die Mahafaly-Volkstämme bedeuten wörtlich “die glücklich Machenden“ oder “die Tabus machen“ oder “aus der verbotenen Gegend“. Die meisten sind Bauern und während der kurzen Regenperiode pflanzen sie hautsächlich Mais, Maniok und Süsskartoffeln in dieser trockenen Gegend an. Wegen des Wassermangels sind sie noch heute Nomaden und bewegen sich von Zeit zu Zeit, je nach der Erntezeit und je nach dem ersten Einsetzen des Regens. Im Gegensatz zu ihren Nachbaren, den Bara-Volkstämmen, sind die Aufzucht von Zebus für die Mahafaly weniger von Bedeutung.

Die Mahafaly-Ethnien sind besonders bekannt für ihre individuellen, bunt bemalten Grabmäler, so dass ihre eindrucksvollen Gräber am Rand der Nationalstrasse immer reges Interesse bei den Reisenden wecken. Es handelt sich um rechteckige grosse Grabstätten, die mit kunstvoll geschnitzten Grabstelen und Holzfiguren oder “Aloalo“ und mit vielen Zebuhörnern geschmückt sind. Die aufwendigen Malereien geben häufig Auskunft über das Leben oder über die Vorlieben des dort Bestatteten, vielleicht auch über seine Träume, denn auf den Grabstätten sind manchmal Bilder von Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen dargestellt.

Im irdischen Leben wohnt der Mahafaly-Volkstamm erstaunlicherweise in ärmlichen und windschiefen Hütten, nach dem Tod errichtet die Familie für den Verstorbenen ein aufwendiges Grabmal, denn das irdische, materielle Leben als Mensch ist für ihn unbedeutend, wichtig ist, dass wenn er stirbt, er auf dem Weg zu einem “gottähnlichen Geisteswesen“ wird, das seine lebenden Nachfahren vor Unglück bewahrt. Bei der Beerdigungsfeier gibt es ein richtig üppiges Festmahl, so dass viele Zebus für die ganze Familie, sogar für das ganze Dorf geschlachtet werden. Die vielen Zebuhörner die später die Grabstatt des Verstorbenen schmückt, zeigen seinen Rang, sein Ansehen und vor allem seinen Reichtum.

Nach einer grossen Linkskurve taucht endlich am Horizont das Blau des Ozeans auf. Die modernen und fest gebauten Häuser erscheinen nun auch beidseits der Strasse auf. Ca. 17 km nordöstlich von Tulear begrüsst uns vom Weiten ein auffälliger Tafelberg am Eingang der Stadt. Das interessante Arboretum, ein kleines Naturparadies für Botaniker, hat der Schweizer Naturfreund Hermann Petignat im Jahre 1980 gegründet, hier kann man sich einen Einblick auf die artenreichen Sukkulenten, Aloen, Dornensträucher, Didieraeceen und Euphorbien… verschaffen, die dem dürren und trockenen Klima im Südwesten Madagaskars ausgesetzt ist.

Es ist nicht mehr weit bis zur Hafenstadt Tulear, ein bedeutendes Handelszentrum am Kanal von Mozambique. Der Stadtname Toliary bedeutet im madagassischen Dialekt: “wo man ankern“ oder “wo man das Boot festmachen kann“. In der Kolonialzeit haben die Kolonisten diesen Namen später als Tulear ins Französische übersetzt.

Isalo – Tulear
Tulear selbst hat leider keinen Strand, nur Mangrovensümpfe und Schlick. Nördlich der Stadt befindet sich der berühmte Strand von Ifaty und in ca. 1 Stunde Bootsfahrt Richtung Süden der Hafenstadt erreicht man die erholsame und wunderschöne Bucht von Sarodrano und Anakao. Beide Badeorte haben feine weisse Sandstrände und sind durch ein ausgedehntes Korallenriff geschützt. Diese Orte sind natürlich auch gute Orte für abwechslungsreiche Aktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln, Baden, Surfen. Buckelwalbeobachtungen zwischen Juli bis September sind an dieser Südwestküste ebenfalls möglich. An diesen palmengesäumten Stränden am Kanal von Mozambique erleben wir die glühenden Sonnenuntergänge und geniessen endlich die Ruhe nach einer wochenlangen, erlebnisreichen Tour!

November 2020; geschrieben von  Fanasina PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker PRIORI Madagaskarhaus Basel

Nahampoana Reservat

Reservat Nahampoana Madagaskar

Das Nahampoana Reservat liegt 7 Kilometer nordöstlich von Fort Dauphin / Tolagnaro und ist ein nur wenig besuchter, alter, botanischer Garten, der nicht ohne Grund oft als ein wahres Naturjuwel bezeichnet wird!

Es ist möglich von der Stadt aus einen Tagesflug zum Nahampoana Reservat zu unternehmen, aber noch lohnender ist es, wenn Sie eine oder zwei Nächte im Reservat übernachten.

Das Hotel bietet Doppel- und Familienzimmer an und liegt inmitten eines schönen Gartens (innerhalb des Reservats). Der Standard ist einfach, aber dennoch gut. Das Restaurant befindet sich im Hauptgebäude und bei schönem Wetter wird das Essen auch draussen im Garten (wenn gewünscht, im Schatten einer der vielen grossen Bäume) serviert. Die Veranda im Hauptgebäude bietet Sitzgelegenheiten und lädt dazu ein, nicht nur die schöne Aussicht über den Garten zu geniessen, sondern auch, um einfach nur die Seele baumeln zu lassen.

Hotel und Reservat Nahampoahana

Das Reservat hat eine Grösse von 50 ha und bietet verschiedene Wanderwege, auf denen Sie die Fauna, die ein Mix aus Pflanzen aus dem Osten und Süden Madagaskars, kennenlernen können.

So finden Sie hier zum Beispiel den Ravinala (auch Baum der Reisenden genannt), Pachypodien, den Niaoulibaum (Eukalyptusart), fleischfressende Kannenpflanzen, die Dreieckspalme (Dypsis decaryi – in dieser Region endemisch) und viele weitere Arten, die Monsieur Dauphin im unten eingefügten Film (auf Französisch) näher beschreibt.

Zusätzlich zu den vielen Pflanzenarten, gibt es unterschiedliche Tiere in Nahampoana Reservat. So können Sie an einem Rundgang teilnehmen, auf dem Sie verschiedene Arten von Lemuren, Vögeln und Reptilien beobachten können.  Wenn Sie noch weiteren Tieren im Reservat begegnen möchten, dann ist eine Nachtwanderung nach Einbruch der Dunkelheit sehr zu empfehlen. Denn hier hilft Ihnen Ihr Guide auch die nachtaktiven Tiere im Schutz von Ästen und Blättern zu entdecken.

Neben Wanderungen, wird im Park auch eine kleine Bootsfahrt angeboten. Im Folgenden finden Sie hierzu ein paar Bilder:

Fort Dauphin, Reservat Nahampoana

Wenn auch Sie, während Ihrer nächsten Madagaskarreise, gerne diesen ruhigen Ort besuchen möchten, kontaktieren Sie uns gerne. Wir stellen Ihnen ein abwechslungsreiches Reiseprogramm ganz individuell entsprechend Ihrer Wünsche zusammen.

Arboretum d’Antsokay Tulear

Einfahrt nach Arboretum d'Antsokay

Wenn man die RN7 von Antananarivo nach Tulear in Madagaskar bereist, lohnt es sich, einen Stopp im Arboretum d’Antsokay, kurz vor Tulear, zu machen.

Das Arboretum d’Antsokay wurde 1980 von dem leidenschaftlichen Schweizer Hobbybotaniker Herman Petignat gegründet und liegt 12 km nördlich von Tulear.

Es bietet über 900 verschiedene Pflanzenarten (mehr als 90% endemische), 34 Vogelarten und mehrere Arten von Reptilien und Säugetieren.

Gelegen ist das Arboretum unweit der Hauptstrasse, in der Region Atsimo-Andrefano. Der Ortsname Antsokay bedeutet auf Madagassisch «Kalk» und der sehr kalkhaltige Lehmboden in dieser Region eignet sich sehr gut für die Produktion von Backsteinen. So kann man bei der Einfahrt von der RN7 in Richtung Arboretum sehen, wie Backsteine direkt neben den Feldern hergestellt werden.

Tulear Arboretum d'Antsokay
Arboretum d’Antsokay Tulear

Das Arboretum ist insgesamt 40 Hektar gross und 4 Hektar davon sind offen für Besucher. Während eines Besuchs im hauseigenen Museum lernt man auch ein bisschen mehr über die Traditionen des Südens und die verschiedenen Sorten von Gestein in Madagaskar.

Bei der Ankunft im Arboretum d’Antsokay und dem dazugehörenden Hotel Auberge de Table wird einem schnell bewusst, dass dieser Ort nicht nur von dem Gründer mit viel Liebe aufgebaut wurde, sondern auch heute noch und das seit fast 40 Jahren, von seinem Sohn Andry Petignat (Autor von Baobabs of the world) und dessen Frau sehr gut weitergeführt wird.

Das Hotel hat 6 sehr schmackhaft eingerichtete Bungalows, die alle ein bisschen für sich liegen. Das Restaurant bietet ein variantenreiches Angebot an Essen, oft mit Zutaten aus dem eigenen Garten. Für die Hotelgäste gibt es am Abend, nach einer empfehlenswerten, geführten Nachtwanderung, die Möglichkeit, vor dem Nachtessen beim Lagerfeuer einen Apero einzunehmen.

Es lohnt sich, einen der beiden Guides des Arboretums für den Rundgang mitzunehmen. Er wird Ihnen sehr Vieles, nicht nur über die Pflanzen- und Tierwelt vor Ort erzählen, sondern auch über die madagassische Kultur.

Flora Arboretum d'Antsokay

Wenn es Ihnen zeitlich möglich ist, sollten Sie unbedingt vor Ort eine Nachtwanderung einplanen. Wer weiss, vielleicht erblicken Sie den Kleinsten innerhalb der Lemuren-Arten, den es gibt, den Mausmaki. Oder einen der vielen schlafenden Vögel. Auch wird der Guide einem viele kleine Insekten zeigen, die am Tag fast nicht zu sehen sind. Eine Nachtwanderung beginnt in der Regel kurz nach Einbruch der Dunkelheit (je nach Jahreszeit zwischen 18:00 und 18.30 Uhr).

Arboretum d'Antsokay Madagaskar Nachtwanderung
Nachtwanderung im Arboretum d’Antsokay Madagaskar

Als Hotelgast haben Sie freien Eintritt ins Arboretum. So können sie ganz alleine und in aller Ruhe schon am frühen Morgen, vor dem Frühstück und bevor die Tagestouristen kommen, einen Spaziergang im Park machen.

Mehr spannendes Wissen zu Madagaskar finden Sie in unserem Reisemagazin!

Möchten Sie selber das Arboretum d’Antsokay besuchen, schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Nationalpark von Marojejy

Madagaskar-SAVA-Blick-auf-Nationalpark-von-Marojejy-PRIORI-Reisen

Informationen zum Nationalpark von Marojejy sowie Ausrüstungtipps für Ihren Besuch

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar und schmiegt sich um den Berggipfel von 2132 m ü. M. Daher ist eine Wanderung im Marojejy eine eigentliche Bergwanderung, die verschiedene Vegetationsstufen durchquert.

Infos zum Nationalpark finden sich auf

https://www.priori.ch/d_reisen/marojejy/marojejy.htm

https://www.marojejy.com

https://www.zeit.de/reisen/2012-08/lemuren-madagaskar/seite-3

Den Nationalpark begeht man zu Fuss. Es muss nicht geklettert werden. Die Nächte verbringt man in einfachen Camps, die durch den Zyklon Ewano (2017) stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Die Camps gleichen eher Goldgräberhütten, die mit Planen und Holz zusammengenagelt sind. Duschen und WC sind sehr simpel. In den Camps gibt es absolut nichts zu kaufen. Dort wird für Sie gekocht und Sie verbringen die Nacht. Mehr ist da nicht.

Trotzdem lohnt sich die Wanderung im Nationalpark ganz bestimmt, denn alleine die Aussichten machen die Mühsal wett. Abgesehen davon gibt es Tier- und Pflanzenarten, die nur gerade dort vorkommen.

Für die Wanderung muss man ausgerüstet und physisch fit sein. Wer es nicht zum Gipfel schafft / schaffen will, findet auch schon in Camp eins oder zwei interessante Beobachtungen und Fotomotive.
Der Nationalpark ist eintrittspflichtig und darf nur mit Führer begangen werden. Bei Bedarf kann man auch Träger anheuern. Koffer sind ungeeignet.

Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich mit. Alles muss getragen werden!

Ausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Regenschutz (Sehr geeignet ist ein grosser Poncho, der gleich auch den Rucksack und die Kamera schützt.)
  • Eingelaufene Wanderschuhe. (Es braucht keine Alpenbergschuhe. Aber es braucht ein trittsicheres Profil)
  • Mosquito- und Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz
  • Genügend Batterien für Kamera und Taschenlampe
  • Taschenlampe oder Stirnlampe (Es gibt keine Elektrizität in den Camps)
  • Klopapier
  • Schlafsack für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad
  • Wasserflasche (die lokalen Pet-Mineralwasserflaschen sind dazu gut geeignet)

UNESCO-Welterbe in Madagaskar

UNESCO-Welterbe in Madagaskar - Tsingy de Bemaraha

Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean ist bekannt für seine einmalige biologische Vielfalt und unglaubliche Fülle an endemischen Arten der Flora und Fauna. Die Insel wurde vor über 60 Millionen Jahren vom Festland abgetrennt. In dieser enorm langen Isolation haben sich hier viele urtümliche Tier- und Pflanzenarten erhalten und es konnten sich viele neue, nur hier angepasste Arten entwickeln. Die biologische Vielfalt Madagaskars ist eine der höchsten der Erde. Die Insel ist Heimat von mehr als 200.000 bekannten Tier- und Pflanzenarten, davon sind über 150.000 endemisch. Über 50 Arten von Lemuren, 99 Prozent der Froscharten und 36 Gattungen von Vögeln kommen nur auf dieser Insel vor. Insbesondere Regenwälder sind eine Wiege der Artenbildung. Die UNESCO-Kommission hat zwei Gebiete auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt:

Madagaskars Weltnaturerbe-Stätte Tsingy de Bemaraha

Das Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars wurde von der UNESCO bereits 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Tsingy heissen die spitzen Kalkfelsennadeln, die für dieses Gebiet so charakteristisch sind: bis zu 40 Meter hohe scharfkantige Felsenskulpturen, durchbrochen von Schluchten und Höhlen bilden ein einmaliges Biotop und eine skurril-sehenswerte Landschaft.

Das Wort TSINGY bedeutet auf Madagassisch wortwörtlich „auf Zehenspitzen laufen“ und bezieht sich auf die messerscharfen Kanten der Kalksteine. Die Felsenformation entstand vor Millionen Jahren aus riesigen Korallenbänken, die aus dem Meer herausgehoben und durch Wind und Wasser zu bizarr ausgewaschenen Skulpturen geformt wurden. Eingestreut in diese Stein-Landschaft liegen auch unberührte Inselwälder und kleine Seen. Dieses bizarre und einzigartige Revier bietet vielen besonderen, an diese Umgebung angepassten, Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Madagaskars Weltnaturerbe „Regenwälder von Atsinanana“

Die „Regenwälder von Atsinanana“ gehören seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Besonderheit dieser Stätte ist, dass unter dieser Bezeichnung sechs Naturparks im Osten Madagaskars zusammengefasst werden. Sie alle gelten als äusserst wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Insel. Die sechs Bereiche dieses UNESCO-Weltnaturerbes umfassen insgesamt ein Gebiet von rund 5000 km². Von Nord nach Süd zählen folgende Nationalparks zum Weltnaturerbe:

  • Marojejy Nationalpark
  • Masoala Nationalpark
  • Zahamena Nationalpark
  • Ranomafana Nationalpark
  • Andringitra Nationalpark
  • Andohahela Nationalpark

Nur noch 8,5 Prozent des einstigen Regenwaldbestands ist heute in Madagaskars erhalten. Aufgrund von Brandrodung, Abholzung und Schmuggel mit Edelhölzern sind Madagaskars Wälder weitestgehend verschwunden und der Lebensraum für viele Arten massiv bedroht. Im Jahr 2010 hat die UNESCO auch die Atsinanana-Regenwälder auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Die Kommission kritisierte die madagassische Regierung, da Madagaskar trotz eines Verbots von Rodung und Export von Palisander und Ebenholz die Ausfuhr der Tropenhölzer genehmige. Sie forderte die Regierung Madagaskars auf, die notwendigen Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots zu ergreifen und kritisierte gleichzeitig, dass Länder unter den Abnehmern seien, die die Konvention für das Welterbe ratifiziert hätten.

Weniger bekannt als Madagaskars Natur ist die kulturelle Vielseitigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean. Doch auch hier hat die Grosse Insel Einiges zu bieten. So kommt es, dass in Madagaskar auch  ein Kulturdenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Madagaskars Weltkulturerbe

Der Königshügel von Ambohimanga („Blauer Hügel“) wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Für Madagaskar war diese Ernennung sehr wichtig, um zu zeigen, dass die Insel nicht nur eine sehenswerte Naturreisedestination ist, sondern auch interessante Städte und kulturelle Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Ambohimanga liegt in der Provinz Antananarivo unweit der gleichnamigen Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo. Von dort kann die Weltkulturerbestätte gut in einem Tagesausflug besichtigt werden.

Ambohimanga war seit 1794 Sitz der Merina-Könige, eines berühmten Herrschergeschlechts in Madagaskar. Bis 1897 wurde der 1468 Meter hohe Königshügel als Grabstätte der Könige von Madagaskar genutzt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde dort der Palast für die Könige gebaut, der heute das Weltkulturerbe ausmacht. Immer weiter wurde der Hügel ausgebaut und entwickelte sich zu einer wahren Festung, vor allem unter König Andriantsimitoviaminandriana. Auch als Ambohimanga schon nicht mehr Residenzstadt war, hatte der Königshügel von Ambohimanga seine Bedeutung als Grabstätte nicht verloren. Bis heute pilgern zahllose Madagassen zu den Ruinen des Königshügels von Ambohimanga, der für die Kultur und den Glauben der Bevölkerung nach wie vor enorm wichtig ist.

Natur-Phänomen Madagaskar

Madagaskars Natur ist wohl das bekannteste Markenzeichen der Insel. Die einzigartige Flora und Fauna Madagaskars ist das Alleinstellungsmerkmal des Landes und der Anziehungspunkt für viele der (noch nicht allzu vielen) Reisenden.

Madagaskar Natur Film PRIORI Reisen

Die Insel Madagaskar entstand durch die vor rund 90 Millionen Jahren einsetzende Abspaltung der heutigen Kontinentalplatte vom Urkontinent Gondwana. Sie entwickelte sich weitestgehend isoliert vom Festland, so dass Madagaskar hat eine der höchsten Quoten an Biodiverstität der Welt besitzt, ein Großteil der Pflanzen- und Tierarten findet man nur hier.

Madagaskar ist eine ökologische Schatztruhe, auf der bis heute immer noch regelmäßig unbekannte Tiere und Pflanzen entdeckt werden.

Lassen Sie sich verzaubern von dieser einmaligen Wunderwelt, den unglaublichen Landschaften und bizarren Gestalten auf der grossen Insel im Indischen Ozean.

Und wenn Sie Lust bekommen, das alles in echt zu erleben: PRIORI bringt sie hin!