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Aktuelles und Madagaskar News
PRIORI Reisen – Die Rubrik Aktuelles informiert über Nachrichten in und über Madagaskar : Berichte, aktuelle Meldungen und Informationen sowie brandaktuelle News aus Madagaskar sowie zum Madagaskarhaus.

Zebu in Madagaskar

Weidende Zebus gehören zum typischen Landschaftsbild Madagaskars.

Das Zebu ist sogar das heimliche Wahrzeichen unserer Insel.

Das Zebu wird als Buckelrind bezeichnet, auf madagassisch “omby“. Ostafrikanische Einwanderer sollen vor vielen Jahrhunderten Buckelrinder nach Madagaskar eingeführt haben. Eine andere Legende erzählt, dass die madagassischen Zebus von den “heiligen Kühen“ aus Indien abstammen würden.

Grundsätzlich werden hier in Madagaskar die Zebus in traditioneller Art gehalten. Also in extensiver Weidewirtschaft. Im Hochland oder an der Süd- und Ostküste bringen junge Männer die Zebus tagsüber zum Weiden. Die frei weidenden Zebus gehören also überall auf der Insel zum typischen Landschaftsbild. Fast jeder Bauer in ganz Madagaskar hält sich ein paar Buckelrinder.

Die Viehzucht spielt eine sehr wichtige Rolle im Alltagsleben der Madagassen. Das Zebu ist ein wichtiger Fleischlieferant, aber ein schwacher Milchproduzent. Die Tiere dienen als Zugtiere für die mühsame Ackerbestellung und für die schwere Arbeit auf dem Reisfeld. Die Bauer nutzen sie auch als Transportmittel zwischen den abgelegenen Dörfern mit Schotterpisten. Sie transportieren das ganze Jahr über die Ernten, Viehfutter, Dünger oder die verschiedenen Produkte und Lebensmittel zum Dorf oder zum Markt.

Das Rind steht in vielen Regionen im Mittelpunkt der madagassischen Kultur. Besonders im Süden Madagaskars ist das Zebu ein Symbol des Wohlstandes. Dort ist ein Mann nur dann ein Mann, wenn er Rinder besitzt. In einigen Regionen war es traditionellerweise üblich, dass ein junger Mann Zebus stehlen musste, um sich als Mann zu beweisen und somit heiratsfähig zu sein.

Die Zebus in Madagaskar sind auch ein bevorzugtes Opfertier für bestimmte Anlässe: bei der Grundsteinlegung eines Neubaus oder einer Grabstätte, bei einer Hochzeit, bei der Beerdigung, beim Famadihana-Fest (also dem Totenfest).

Sogar die nationale Fussballmannschaft Madagaskars hat Zebuhörner als Emblem. Damit sind die Fussballer ziemlich erfolgreich.

Neben der endemischen Fauna und Flora gehören Zebus auch zu den Highlights einer Madagaskarreise. Für Fragen zu ihrer nächsten Madagaskarreise, kontaktieren sie uns bitte. Herzliche Grüsse aus Antananarivo!

Familiengräber in Madagaskar

Ahnenwelt und Gräberkult spielen eine wichtige Rolle bei uns hier in Madagaskar. Heute möchte ich über die Familiengräber in Madagaskar sprechen.

Die Madagassen glauben, dass die Ahnen oder die Vorfahren im Jenseits weiterleben und über das Leben ihrer Nachkommen wachen. So sollte man sich den Gräbern bei uns nur mit grösstem Respekt nähern. 

Im Gegensatz zum Rest von Madagaskar befinden sich im Hochland, bei den Merina- und Betsileo-Volksgruppen, die großen Familiengräber meist außerhalb der Städte, in der Nähe der früheren Siedlungen ihrer Vorfahren. Die Grabstätten werden aus Stein gebaut. Alle Familiengehörige, also Grosseltern, Eltern, Onkel, Tanten, Kinder und Enkelkinder werden im Hochland in der gleichen Familiengruft bestattet. So wie das madagassische Sprichwort sagt: „Velona iray trano, maty iray fasana“, übersetzt „Lebendig im selben Haus, tot im selben Grab“.

Jede Region und Bevölkerungsgruppe in Madagaskar hat ihre Grabformen und natürlich auch ihre Rituale.

Im Süden Madagaskars bei den Volksgruppen der Sakalava, der Bara und der Mahafaly ist es Sitte, die Rinder der Verstorbenen zu schlachten und das Grab mit den Zebuhörnern zu schmücken. In diesem Gebiet zeigen die mächtigen Gräber das Prestige und den Reichtum des Toten bzw. seiner Familie.

Die Mahafaly-Ethnie ist besonders bekannt für ihre individuellen, bunt bemalten Grabmäler. Es handelt sich um rechteckige, grosse Grabstätten, die mit kunstvoll geschnitzten Grabstelen und Holzfiguren oder „Aloalo“ und mit vielen Zebuhörnern geschmückt sind. Diese „Aloalo“ symbolisieren die Vorlieben und Träume des dort Bestatteten. Häufig geben sie auch Auskunft über sein Leben. Es ist eine Art bebilderte Biografie.

Die meisten Ethnien Madagaskars, wie die Sihanaka und Bezanozano bestatten ihre Toten unter Erdhügeln. Darauf werden Steine oder Pfähle mit Zebuhörnern aufgerichtet. 

Natürlich gibt es noch viel mehr zu diesem komplexen Thema zu sagen. Denn Madagaskar ist ein Land reich an Sitten und Gebräuchen. Kommen Sie zu uns und erfahren Sie mehr! Für Fragen zu ihrer Madagaskarreise, stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Bis bald!

Regenzeit in Madagaskar

Die Regenzeit hat in Madagaskar seit Dezember angefangen und dies könnte noch bis Monat März dauern. Die Hauptsaison der Zyklone liegt zwischen den Monaten Januar bis April hier im Indischen Ozean.

Ein Zyklon ist ein heftiger Wirbelwind, der viel Regen und Wind bringt. Dabei handelt es sich um gewaltige tropische Wirbelstürme, die über den warmen Gewässern des Indischen Ozeans östlich Madagaskars ihren Ursprung haben. Die Haupteingangszone bei Landkontakt ist meistens an der östlichen Küste Madagaskars also zwischen Sambava und Tamatave. Die meisten Zyklone sind harmlos. Aber alle paar Jahre richtet ein gewalttätiger Zyklon grosse Schäden an. Das geschah letztmals vor ein paar Wochen.

Öfter fragen uns die Reisegäste, ob man Madagaskar auch in der Regenzeit bereisen kann? Ja, natürlich! Es regnet nicht den ganzen Tag und im Süden der Insel bleibt das Wetter immer warm und sonnig, auch während der Regenzeit.

Dabei ist die Landschaft auf der ganzen Insel üppig grün. Hier im Hochland beginnt die Reis- und Maisernte ab Ende Dezember, so ist die schöne Landschaft von grünen Reis- und Maisfeldern geprägt. In den verschiedenen Naturparks blühen auch die gut riechenden Orchideen-Arten um diese Zeit. Die Regenzeit ist auch die ideale Saison für die Beobachtung der Farbenkünstler Chamäleon, denn es gibt etwa 70 endemische Chamäleons auf Madagaskar.

Die verschiedenen tropischen Früchte in Madagaskar sind auch bereits reif während der Regenzeit. Auf dem Markt werden die duftenden Ananas, die süssen Äpfel, die leckeren Birnen und Pflaumen sehr preiswert angeboten. Sie können natürlich auch die saftigen Trauben von Madagaskar um diese Zeit probieren!

Sollten Sie Fragen über die Madagaskarreise haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Veloma vom ganzen PRIORI-Team !

 

Lambahoany

Der Lambahoany

Heute stelle ich Ihnen ein traditionelles Kleidungstück im Alltag der Madagassen vor: der „Lambahoany“.  Manchmal wird dieses farbige Allzwecktuch auch Lambaoany geschrieben wie im Lied des madagassischen Musikers und Sängers Rossy.

Dieses rechteckige Baumwolltuch von etwa 1,20 x 1,60 m ist bedruckt mit Szenen aus dem Alltag. Auch Landschaftsbilder gehören dazu, ebenso wie ein weiser Spruch oder sogar ein Sprichwort. Der Lambahoany gehört zur emblematischen Tracht der Hochland- und Küstenbewohner im Norden, Süden, Westen und Osten von Madagaskar.

Die Namen, die Formen, die Farben und die Verwendung dieses „Lamba“ ändern sich je nach der Gelegenheit und der Regionen, wo die verschiedenen Ethnien hier in Madagaskar leben.

Schon wegen dem warmen Klima wickeln sich die Frauen diese Wickeltücher gern um die Hüften, dann legen sie noch mal ein weiteres Tuch um die Schultern oder um den Kopf. Je nach Gelegenheit oder je nach dem Klima, zum Beispiel, wenn die Sonne brennt oder wenn es regnet, oder auch wenn es abends kühl wird.

Für die Küstenbewohner im Norden heisst dieses Kleidungsstück „Kisaly“ und dieses bedeckt den Kopf und die Schultern. Bei anderen Ethnien heisst dieses Tuch „Salovana“ und es wird bei den Sakalava Männern um die Taille gewickelt oder bei den Frauen um die Brust gebunden.

Dieses Kleidungsstück gehört auch zu den beliebten Geschenken für Familie oder für Freunde. Schöne Zitate über den Familienverband, ein beliebter Ausdruck im Alltag oder auch Liebesprüche sowie madagassische Sprichwörter sind auf diese bunten Tücher mit abwechslungsreichen Mustern gedruckt.

Dieses Tuch kann beispielsweise auch als Einkaufstasche dienen. Die Mütter wickeln ebenso gern ihre Babies und Kinder darin ein. Dies ist sehr praktisch für die Frauen, wenn sie mit ihren Kindern eine lange Strecke zurücklegen müssen oder mit den Babies auf den Rücken Feldarbeit erledigen sollen.

Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen tragen dieses Tuch gern bei den wichtigen Riten und Zeremonien oder bei Familienfeiern.

Wenn Sie mehr Informationen über den Alltag der Madagassen oder auch Fragen über eine Madagaskarreise haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Herzliche Grüsse aus der Tropeninsel

Corona Mitte Juni Madagaskar

Corona Mitte Juni Madagaskar

 

(Antananarivo, 17. Juni 2021) Salama ô ! Ich heisse Fanasina. Heute am 22. Mai 2021 gebe ich Ihnen einen Überblick über die Gesundheitslage des Corona-Virus auf Madagaskar.

Im April 2021 haben die Medien über die Ankunft der sudafrikanischen Variante auf unserer Insel Madagaskar berichtet. Deswegen wurde die Hauptstadt Antananarivo erneut unter „Lockdown“ gestellt, aber jeweils nur an den Wochenenden.

Seit dem 31. Mai führen wir wieder ein normales Leben. Es gibt keine Ausgangssperre mehr. Die Anzahl der Neuinfizierten sowie die Todesfälle haben stark abgenommen. Trotzdem bleiben wir vorsichtig: wir tragen immer unsere Schutzmaske und waschen regelmässig die Hände.

Der Staat hat 250.000 Impfdosen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten und diese sind hier in der Hauptstadt am 08. Mai eingetroffen. Es geht um das „Covishield AstraZeneca“ aus Indien.

Corona Mitte Juni Madagaskar
Viele Impfzentren wurden in der Nähe der Krankenhäuser aufgebaut. Das Personal in den Krankenhäusern, das Militär und alte Personen ab 70 Jahre alt sollen in erster Linie geimpft werden. Danach hat das Gesundheitsministerium die Impfung für alle Leute geöffnet, denn der Fälligkeitstermin der Impfstoffe ist inzwischen am 17. Juni abgelaufen..

Wir, das ganze PRIORI Team hier in Antananarivo, haben wir diese Impfung letzte Woche gemacht. Wir hoffen sehr, dass die Flughafensperre bald aufgehoben wird und freuen uns, Sie bei der Reiseplanung nach Madagaskar zu unterstützen.

Zögern Sie also nicht, uns zu kontaktieren oder unsere Web-Seite anzuschauen, falls Sie mehr Informationen über unsere Aktivitäten haben möchten.

Bleiben Sie gesund und bis bald hier bei uns auf Madagaskar. Veloma aus Madagaskar !

Coronaimpfung in Madagaskar

Das PRIORI-Team wurde Mitte Juni geiCoronaimpfung in Madagaskarmpft. 
Es dauerte lange, bis die Staatsführung von Madagaskar von ihrem eigenentwickelten Sirup abkam und die Hilfe des UNO-Covax-Programms akzeptierte.

Seit Mai wird geimpft. Vorerst das Gesundheitspersonal. Dann weitere Personen in gefährdeten Bereichen. Seit Juni nun auch ‘die Allgemeinheit’. Die Impfdosen reichen nicht für alle. Doch es ist ein Anfang in Madagaskar.

Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Bericht zur Impfung im Vaccinodrome

Madagaskar Covid Impfung
Madagaskar Covid Impfung gemacht. Impfausweis erhalten.

Schulsystem in Madagaskar

Schulsystem in Madagaskar

Das Schulsystem ist ein sehr komplexes Thema in Madagaskar. So scheint, es, dass wir in Madagaskar, jedes Mal, wenn die Regierung wechselt, auch das Schulsystem ändern. Jedes neubesetzte Ministerium möchte etwas Neues mitbringen und am Schluss kommen wir immer wieder an den Startpunkt…

Bei der Allgemeinbildung ist das Bildungsministerium der Hauptverantwortliche des Schul- und Hochschulwesens, die einzelnen Aufgaben werden jedoch hierarchisch verteilt.

Dabei können unterschieden werden:

Das «DREN» (Direction régionale de l’Education National) oder eine Abteilung des Bildungsministeriums, die die Bildungspolitik des Staates unter Berücksichtigung der Besonderheiten jeder Region festlegt.

Das «CISCO» (Circonscription Scolaire), welches sich in jedem Distrikt befindet und die Aufgabe hat, den reibungslosen Ablauf des Bildungsprozesses sicherzustellen.

Die «ZAP» (Zone d’Administration Pédagogique). Die Hauptaufgaben der ZAP-Chefs betreffen Ausbildung, Bildungsaufsicht, Überwachung und Bewertung der Arbeit von Schulleitern und Lehrern in ihren jeweiligen Gemeinden.

Während der ersten Republik in Madagaskar, in der Zeit von 1960–1972, wurde das französische Schulsystem übernommen und alles wurde auf Französisch gelehrt. In der zweiten Republik jedoch, in der Zeit des Sozialismus, wurde die madagassische Sprache in allem Bereich benutzt. So wurden alle Schulfächer ab dann in Madagassisch gelehrt.

Seit dieser Zeit beginnen die Kinder in Madagaskar die Schule mit dem 6. Lebensjahr und fangen dann mit dem sogenannten «T1» («T» = die Abkürzung von «Taona», was «Schuljahr» bedeutet) an.

Am Ende der Grund-, Realschul- oder Gymnasialzeit müssen die Kinder in Madagaskar eine staatliche Prüfung bestehen. Alle Schulen müssen also die folgende Reihenfolge: T1, T2, T3, T4, T5 (Prüfung), T6, T7, T8, T9 (Prüfung), T10, T11, T12 (Prüfung) einhalten. An der Universität kann man nach zwei Jahren Studium das «DUEL» (Diplôme Universitaire elementaire) erhalten, dann die Lizenz, den Master und das Doktorat.

Ab 1991 wurde der Unterricht und das Studium in Madagaskar gleichzeitig auf Madagassisch und Französisch durchgeführt.

Bei der neuerlichen Änderung der Unterrichtssprache auf Französisch, verwendete man die folgenden Begriffe:  Klasse 11ème, 10ème, 9ème, 8ème, 7ème (Prüfung), 6ème, 5ème, 4ème, 3ème (Prüfung), 2nde, 1ère, Terminal (littéraire und scientifique) (Prüfung), dann Universität.

Seit der Reform von 2007/2008, spricht man über CP1, CP2, CE, CM1, CM2 für die Grundschule. Eine Änderung ab der Realschule erfolgte nicht.

Die oben beschriebenen Informationen sind die Basis des Schulsystems in Madagaskar. Aber die Schulen in Madagaskar setzen sich aus öffentlichen und privaten Schulen zusammen.

Bei der öffentlichen Schule verhält sich alles wie beschrieben, neu eingeführt ab 2011 wurde jedoch die einjährige Vorschule. Das heisst, statt mit 6 Jahren, beginnen die Kinder die Schule bereits mit 5 Jahren.

Die private Schule in Madagaskar beinhaltet beispielsweise religiöse Schulen sowie die normalen Privatschulen.

Die Schule in Madagaskar ist in vier Teilbereiche gegliedert, die, je nach Alter und Niveau unterteilt sind: Kindergarten und Vorschule dauern mindestens ein Jahr. Hier finden sich Kinder ab dem Alter von 2 Jahren. Das Ziel dieser Einrichtungen ist es, den Kindern Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen und sich für soziale und pädagogische Aktivitäten zu öffnen. Die Vorschule bereitet das Kind auf die Grundschulbildung vor.

Schulen, die einen Kindergarten integriert haben, können die Kinder schon ab 2 Jahren besuchen. Dort ist die Reihenfolge der Schuljahre: «petite section», «moyenne section», «grande section», 11ème usw.

Bei der katholischen Schule beispielsweise müssen die Kinder am Anfang des Schuljahres 4 Jahre alt sein und beginnen dann mit der Vorschulklasse von 12ème.

Im Primar- oder Grundschulbereich unterrichtet man die Kinder ab dem 4. Lebensjahr, je nach Art der Schule. Es erfolgt koedukativer Unterricht, das heisst, Jungen und Mädchen lernen in einer Klasse gemeinsam. In diesem Jahr (2020) ist der Schulbesuch kostenlos (ausser Schulmaterialen) für öffentliche Schulen und hat 5 Stufen. Er endet mit dem Erhalt des « CEPE » (Certificat d’Études Primaires et Élémentaires).

Mittel- oder Realschule: Alle Schüler, die das Zertifikat für Grundschulbildung (CEPE) erhalten und die Aufnahmeprüfung für die sechste Klasse bestanden haben, dürfen sich an weiterführenden, öffentlichen Schulen einschreiben. Für den Besuch der privaten Schulen braucht man nur das CEPE.

Wenn man vier Schuljahre mit Erfolg absolviert hat, erhält man das «BEPC» (Brevet d´Étude du Premier Cycle de l’Enseignement Secondaire).

Ab der Realschule lernen die Kinder vor allem theoretisch, ausser im Fach Sport. Sie müssen dabei die Lektionen nur lernen und wiederholen können.

Als Fächer haben sie: Geschichte und Geographie, Mathematik, Chemische Physik, die Wissenschaft von Leben und Erde, Madagassisch, Französisch und andere Sprachen wie Englisch, Deutsch oder Spanisch.

Das Fach Sport ist ab der Realschule obligatorisch und jeder Schüler muss kollektiven und individuellen Sport treiben. Es wird bezeichnet mit EPS = Education Physique et Sportive.

Das Lycée oder Gymnasium besuchen Schüler vom zweiten (2nde) bis zum letzten Schuljahr (3 Schuljahre) und dort werden sie auf das Abitur vorbereitet.

Die öffentlichen Schulen in diesem Niveau steht dabei allen Schülern offen, die das BEPC vorweisen können und die Aufnahmeprüfung für die zweite Klasse bestanden haben.

Für eine private Schule braucht man nur das BEPC.

Die Eintrittsmöglichkeit an die Universität (private oder öffentliche) wird durch eine Aufnahmeprüfung geregelt, denn die Anzahl der Eintritte hängt von der Aufnahmekapazität der jeweiligen Universität ab.

Seit der Reform benutzen alle Universitäten das System «LMD» (oder Lizenz, Master, Doktorat) für ihr Diplom. Wenn man nun also unter drei Jahren an der Uni studiert, erhält man kein Diplom mehr.

Auch muss man nach jedem Semester eine Prüfung absolvieren und bestehen, um in die nächste Stufe zu kommen.

Der Besuch der Universität ist also nur für Jugendlich möglich, die sehr viel Geduld haben und gut gestellt sind, denn man muss mindestens 12 Jahren des Lebens hierfür investieren.

So muss also der Staat, alle Schulverantwortlichen und besonders die Eltern alles was nötig ist machen, um die Jugendlichen zu ermutigen, diesen langen Ausbildungsweg anzustreben.

Auf Madagassisch sagt man immer „Ny Fianarana no lova tsara indrindra“ oder „Lernen ist das beste Erbe“.

Oktober 2020, geschrieben von Micahel PRIORI Antananarivo

Tamatave-Toamasina

1330 – Stadt Tamatave und Umgebung

Tamatave ist die grösste Stadt an der Ostküste und der wichtigste Hafen von ganz Madagaskar.


Tamatave ist Ausgangspunkt für viele Exkursionen oder Zwischenstopp auf einer Reise entlang der Ostküste. Es lohnt sich, hier einen oder zwei Tage zu verweilen.

Toamasina auf madagassisch oder Tamatave auf französisch ist die zweitgrösste Stadt Madagaskars nach Antananarivo und hat den einzigen grossen Hafen an der Ostküste Madagaskars. Grund dafür ist vor allem die ideale Hafenlage, geschützt hinter einem Korallenriff, die vielen Handelsschiffe, die im Indischen Ozean vorbeifahren und zuletzt die Nähe zu Antananarivo, der Hauptstadt der grossen Insel.

Tamatave-Toamasina
Es gibt zwei Versionen für die Herkunft des Namens Toamasina.

Die erste Version ist mit dem berühmten Merina-König Radama I verbunden, als er und seine Truppen nach seinen Eroberungszügen durch das Hochland und hinab an die Ostküste im Jahr 1822 die Stadt Toamasina erreichte. Zum ersten Mal kam er an die Meeresküste und war sofort vom rauschenden Indischen Ozean beeindruckt. Als er ein bisschen vom Meereswasser probierte, stellte er fest, dass es salzig war. Das Wort Salz bedeutet im Betsimisaraka Dialekt (die Volksgruppe in dieser Region) “masina“, daraus stammt der Stadtname “Toamasina“ und bedeutet wörtlich „das ist aber salzig“.

Zweite Version: Im 17. Jahrhundert hatten die Seeräuber und die Seefahrer die Stadt Toamasina wegen ihrer günstigen Lage als Handels- und Piratenstützpunkt auserwählt. Der Gewürz- und Sklavenhandel an der östlichen Küste blühte um diese Zeit richtig auf. Die Portugiesen nannten die Stadt zu dieser Zeit “San Thomas“ und so haben die Einheimischen die Stadt später in Toamasina umbenannt.

Tamatave-Toamasina
Die Region an der Nordostküste gehört seit der Kolonialzeit zu den bedeutendsten Gewürzanbaugebieten Madagaskars. Es produziert eine grosse Menge an wertvollen Gewürzen wie Vanille, Gewürznelken, Zimt, Pfeffer und andere Kolonialwaren wie Kaffee oder Früchte. Deswegen wurde die Stadt zum Exporthafen für die Produkte des Landes, denn ein Grossteil der Güter (auch Holz usw.) wurden von hier nach Frankreich oder in alle Welt verschifft.

Die leckeren Litschis werden zum Beispiel zwischen November und Januar in den feucht warmen Regionen des östlichen Madagaskars geerntet. Diese leuchtend rote Frucht kommt aus China und fand zu Kolonialzeiten in Madagaskar ein gutes Klima und einen guten Boden. Ab November beginnt die Haupternte und die Früchte werden in Tamatave direkt eingeliefert, so dass ein geschäftiges Treiben in der Hafenstadt herrscht, eine gute Einnahmequelle für die Einheimischen sowie für die Exportfirmen. Madagaskar zählt zu den Hauptlieferanten dieser saftigen Frucht mit dem feinen Aroma. Etwa ein Fünftel der gesamten Litschi-Produktion wird normalerweise exportiert, der Grossteil wird aber lokal konsumiert. An allen Verkaufsständen am Rand der Strasse oder auf den Märkten wird dieses Frischobst vor der Weihnachtszeit auf Haufen oder in langgestielten Büscheln verkauft. Ein Genuss für jeden Gaumen!

Tamatave-Toamasina
Hier in Tamatave kommen die meisten Erdölprodukte wie Roh- und Heizöl, Diesel und Benzin ins Land, die später mit dem Zug Richtung Hauptstadt oder auf der Strasse aufs Hochland transportiert werden. In der Nähe des Pangalanes Kanals bei Tamatave liegt auch die einzige Raffinerie, die die ganze Insel mit Treibstoff versorgt.

Die Stadt ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Endstation der Bahnlinie aus dem Hochland und auch Startpunkt bzw. Endstation der Bootstouren für Fracht oder Passagiere auf dem 700 km langen Pangalanes-Kanal der parallel zur Küste nach Süden bis zur Stadt Farafangana führt.

In der Nähe des breiten Boulevard Joffre finden sich die meisten Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten und die Hauptstrasse Avenue de l’Independance erstreckt sich vom alten Bahnhof bis zum Meer.

Auf einer kurzen Stadtrundfahrt mit der Fahrradrikscha oder mit dem Tuk Tuk (Kabinen-Vespa) gewinnt man einen Überblick über die zwei wichtigen Marktplätze in der Stadt: Bazary Be und Bazary kely, auf denen sich ein reichhaltiges Angebot an aromatischen Gewürzen, exotischen Früchten und schönen Handarbeiten wie bunte Korbwaren, Taschen, Hütte, schöne Souvenirs finden lassen.

Die Bewohner an der Ostküste haben leider mit den wiederkehrenden Wirbelstürmen zwischen November und April zu kämpfen. Alle paar Jahre werden die Stadt Tamatave und viele Regionen an der Ostküste von schweren Zyklonen heimgesucht, die dann lange im Gedächtnis der Leute bleiben. Hafenanlagen, Schiffe, Strassen, Brücken und Häuser werden zerstört und die zerbrechlichen Palmhütten weggefegt.

Tamatave-Toamasina
Wer etwas in der Stadt verweilt, hat die Möglichkeit das Hafenmuseum “Musée du Port“ zu besuchen. Hier kann man tiefer in die lange und interessante Geschichte der Hafenstadt eintauchen und auch viel über die Kultur der ansässigen Ethnie der Betsimisaraka erfahren. Viele Sammlungen und alte Fotografien der ehemaligen grossen Persönlichkeiten der Stadt sind hier zu finden.

Auch die riesigen und uralten Banyan-Bäume nicht weit vom Stadtzentrum gehören zur Attraktion der Stadt. Die merkwürdigen langen Äste und Lianen und die miteinander verschlungenen Luftwurzeln verleihen diesen heiligen Riesenbäumen, eingeführt aus Indien, einen mystischen Eindruck.

Zum beliebtesten Ausflugziel rund 12 km nördlich von Tamatave gehört der Park Ivoloina. In einem grossen Gehege werden einige Lemurenarten, aber auch endemischen Schlangen und Chamäleons gezüchtet. Mit Hilfe des WWF werden hier Zuchtprogramme ausgearbeitet; verletzte oder geschmuggelte Tiere werden hier aufgenommen und richtig gepflegt. Wenn sie selbständig auf Nahrungssuche gehen können, werden sie wieder im Wald oder in freier Wildbahn ausgesetzt.

Die Einrichtung umfasst auch ein interessantes Bildungs- und Infozentrum für Besucher und Schulklassen. Schon wegen dem erholsamen und idyllischen Platz, eingebettet in eine Windung des Flusses (mit dem gleichen Namen Ivoloina), weit weg von der lärmenden Stadt, ist dieser Halbtagsausflug lohnenswert.

Tamatave-Toamasina
Die Reisegäste nutzen Tamatave natürlich als Sprungbrett, um zur Nachbarinsel Sainte Marie oder Nosy Boraha zu gelangen. Ein Binnenflug verbindet die Hafenstadt unregelmässig mit dieser Tropeninsel. Normalerweise um die 2 oder 3-mal in der Woche, je nach dem Binnenflugplan. Wer den Flug nicht nehmen kann, für den besteht die Möglichkeit, die Boote ab Mahambo oder ab Soanierana Ivongo hinüber zur Tropeninsel zu nehmen. Die Überfahrten hängen natürlich von den Wetterbedingungen ab. Also ab auf die grüne Insel mit allen Möglichkeiten: schwimmen, relaxen, schnorcheln steht natürlich auf dem Programm.

Oktober 2020, geschrieben von Koloina, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

Madagaskar und Corona

Und dann kam Corona: aus China griff das Virus hinaus in die Welt und änderte ganz massiv das Leben von Millionen. März, April, Mai 2020 werden wohl tief in Erinnerung bleiben.

In Madagaskar wurde Corona ebenfalls zum Thema.

Daher sind die Daten unserer Reiseplanungen zerschmolzen wie die Gletscher unserer Berge. Eines Tages werden Reisen nach und in Madagaskar wieder möglich sein. Wann das sein wird, wissen wir ganz einfach nicht. Auf unserer Internetseite Madagaskarhaus informieren wir regelmässig über den Stand der Dinge.