All posts by admin

Die madagassischen Vornamen

Die madagassischen Vornamen sind symbolische Begleiter der Kinder in ihre Zukunft.
Die madagassischen Vornamen sind symbolische Begleiter der Kinder in ihre Zukunft.

Die madagassischen Vornamen

Wie in allen Ländern auf der ganzen Welt wählen die Madagassen die Nachnamen ihrer Babies entweder vor oder während der Schwangerschaft. In Madagaskar soll die Bedeutung eines Vornamens für die Zukunft des Kindes entscheidend sein. Der Vorname soll eine positive Bedeutung haben und den Lebensweg des Kindes positiv beeinflussen.

Jedes Kind trägt verschiedene Vornamen, dieser spiegelt den Wunsch der Eltern oder sollte den Charakter des Kinds beschreiben. Hery bedeutet zum Beispiel die Kraft oder die Stärke, Aina heisst das Leben, Mbinina heisst glücklich sein. Faly bedeutet freudig, glücklich, Mirana heisst lächelnd, freundlich, fröhlich.

Die Bedeutung der madagassischen Vornamen kann von Region zu Region variieren. Eine Liste mit den Vornamen und ihrer Bedeutung finden Sie hier. Im Hochland (Antananarivo und Fianarantsoa) beginnen die Vornamen meistens mit dem Präfix Andrian-, dies ist eine Kurzform von Andriana, was königlich nahestehende Personen bezeichnet. Die meisten madagassischen Vornamen beginnen mit dem Präfix Ra-. Der Familienname Rafidy bedeutet zum Beispiel Herr, der auserwählt ist. Rampanarivo heisst jemand, der im Überfluss besitzt oder der Reiche.
Es gibt Vornamen, die sowohl für Mädchen als auch für Jungs benutzt werden.

Die madagassischen Vornamen
Die Mädchen und Frauennamen bezeichnen meistens Naturelemente, Blumen oder Schmuckstücke, oder könnten auch die Schönheit des Mädchens beschreiben. Voahirana bedeutet die Seerose, Vololona oder Fanja bedeutet die Knospe, die Blüte, die Blume. Sahondra heisst die Blüte der Aloe, Hanitra heisst der Duft, das Parfüm. Voahangy ist die Perle und Meva bedeutet himmlisch schön sein.

Die Eltern geben ihren kleinen Buben meistens Vornamen mit positivem Charakter: Lahatra bedeutet das Schicksal, Fanantenana heisst die Hoffnung, Tolotra bedeutet Geschenk vom Gott. Tahiana ist der Gesegnete und Andry ist die Stütze oder die Säule in der Familie.

In Madagaskar wählen die Eltern den Namen ihres Kindes nach verschiedenen Gesichtspunkten aus.
In Madagaskar wählen die Eltern den Namen ihres Kindes nach verschiedenen Gesichtspunkten aus.

Wenn das Geschlecht des Babys vor der Geburt unbekannt ist, geben die Eltern gemischte Vornamen, die gleichzeitig für Buben und für Mädchen gelten. Nirina bedeutet ein Wunschkind, Mamy ist süss lieb und nett, Hasina heisst heilig, eingeweiht sein. Fanomezana bedeutet die Gabe, die Spende, das Geschenk.

Der Vorname könnte auch den Rang in der Familie widerspiegeln: Dimby oder Solofo bedeutet der Sohn oder der Nachfolger. Rahely heisst die Nachfolgerin oder der Nachwuchs. Naivo bedeutet der zweite Sohn oder derjenige, der in der Mitte geboren ist. Raivo ist dann die zweite Tochter oder das Mädchen, das in der Mitte geboren ist. Benja heisst der Benjamin oder der jüngste Sohn. Fara ist die letzte Tochter in der Familie.

Die madagassischen Vornamen
Viele Vornamen beschreiben auch das Schicksal des Kindes, also je nach dem Sternzeichnen und der Astrologie zur Zeit der Geburt. Wenn das Kind unter einem sehr glücklichen Sternzeichen geboren ist, trägt es den Namen Mahery (die Kraft), Andrianina bedeutet wörtlich der Adlige, den man lobt oder vergöttert. Manjary heisst erfolgreich sein, Nomenjanahary heisst Gabe von Gott, Njaka bedeutet der Herrscher. Rindra bringt Harmonie und Frieden in der Familie, Tsilavina heisst akzeptiert und anerkannt.

Die kleinen Kinder zwischen 1 bis 5 Jahre bekommen zu Hause meistens einen Spitznamen oder einen Kosenamen. Peta wird öfter gebraucht, wenn das Kind eine Plattnase hat, oder auch Piso, wenn das Baby sich wie eine kleine Katze verhält. Sobald das Kind in die Schule geht, verliert es diesen Kosenamen und wird fortan mit dem richtigen Vornamen – wie im Geburtsschein vermerkt – gerufen.

Wenn das Baby zur Welt kommt, nennen die Eltern es bereits nach seinem richtigen Namen. Falls das Baby frühzeitig geboren bzw. die Mutter eine Fehlgeburt hat, nennt man den Fötus zazarano (Wasserkind).

In Madagaskar soll der Name das Schicksal des Kindes positiv beeinflussen.
In Madagaskar soll der Name das Schicksal des Kindes positiv beeinflussen.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben französische Gewohnheiten und Lebensstil Einfluss auf das madagassische Leben genommen. Damals gaben die meisten Küstenbewohner ihren Kindern englische oder französische Vornamen. Diese gemischten Namen haben auch mit der Ankunft der Missionare und dem ersten Bau der Missionsschulen an der Küste zu tun. So wurden viele Kinder an der Küste zum Beispiel als David John genannt.

Am 26. Juni 1960 wurde Madagaskar zur unabhängigen Republik, zu dieser Zeit orientierte sich Madagaskar stark an Frankreich, da noch zahlreiche Franzosen im Land lebten. Damals gaben die Eltern ihren Kindern gern zwei verschiedene Vornamen: einen französischen und einen madagassischen Vornamen. Viele Eltern glaubten um diese Zeit, dass Madagaskar unabhängig geworden sei. Mit Kindern mit madagassischen Vornamen wollten sie den Franzosen beweisen, dass sie ihren eigenen Weg gehen wollten.

Die madagassischen Vornamen
Die Religion spielt auch eine grosse Rolle bei den Namen. Viele katholische Kinder werden mit französischen Vornamen getauft. Es kommt auch vor, dass einige französische Vornamen einfach madagassisch adaptiert werden. Nehmen wir das Beispiel des Vornamens Emile, der Mil“ hier in Madagaskar geworden ist, der französische Vorname Paul wird madegassisiert als Paoly oder Rapaoly. Aus dem französischen Vornamen François wurde Rafransoa.

Es kommt vor, dass die Eltern ihr Kind nach einem wichtigen Ereignis nennen. Mädchen, die während des schlimmen Zyklons Cynthia im Jahre 1981 zur Welt kamen, wurden von ihren Eltern ebenfalls Cynthia genannt. Es kann auch sein, dass ein Bube im Monat Januar geboren wird und dann auch den Vornamen Janvier erhält. Auf dem Land, wenn das Baby während der Reisernte zur Welt kommt., erhält es oft den Namen Ravokatra.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg waren Zehntausende madagassische Soldaten im Einsatz. Sie gaben den deutschen Truppen einen besonderen Spitznamen. Die Deutschen trugen Regenstiefel (oder „rainboats“ in englisch), so wurden die Deutschen später Rainiboto genannt und dieser Spitzname gilt bis jetzt noch für die Deutschen in Madagaskar.

Die Franzosen wurden auch als Renimalala bezeichnet, wörtlich übersetzt bedeutet dies die liebe Mutter, eigentlich ein Spottname für die französischen Kolonialherren, die uns lange kolonialisiert haben.

Mein kompletter Vor- und Nachname ist Bodomanga ANDRIANTEFIARINESY, Bodo bedeutet kleines Mädchen, Manga heisst blau und in dem langen Familiennamen steht das Wort Tefy. Auf deutsch bedeutet dieses Verb schmieden. Mit etwas Phantasie könnte man mich also als königliche Schmiedin bezeichnen..

Juli 2021, geschrieben von Bodo, PRIORI Antananarivo

Hotelys und Garküchen in Madagaskar

Hotely in Madagaskar

Hotely in Madagaskar

Hotelys und Garküchen in Madagaskar

Die grosse Insel Madagaskar ist ein Land reich an frischen Lebensmitteln, die verschiedenen Gemüse und Früchte gedeihen sich prachtvoll auf seinen fruchtbaren Böden. Besonders im vulkanischen Anbaugebiet rund um die Thermalstadt Antsirabe werden die Karotten, Kartoffeln, Bohnen, Kohl und Auberginen frisch geerntet. Diese lokalen Agrarprodukte sind von sehr guter Qualität und sehr preiswert. Auf Madagaskar geniessen die Touristen und Ausländer das frische und gesunde Essen!

Die meisten Landbewohner leben von der Landwirtschaft und sie versorgen die Hauptstadt mit Getreide, Gemüse und Obst. So säumen zahlreiche kleine Restaurants den Strassenrand auch hier im Stadtzentrum von Antananarivo. Diese Essenstände werden „gargottes“ oder „hotely gasy“ genannt.

Wer eine typisch traditionelle madagassische Spezialität probieren möchte, sollte unbedingt einen Halt beim nächstgelegenen „Hotely“ einplanen. An den zahleichen Strassenständen und Imbissen werden verschiedene Gerichte angeboten. Alle hausgemacht!

Früh am Morgen werden frisch aufgebrühter Kaffee mit dem warmen Mofo gasy (süsse Reiskuchen oder rundes Fladenbrot) von den Essensverkäuferinnen serviert. Die Kunden sitzen meistens vor den traditionellen Kochstellen, dieser Kohleherd heisst auf madagassisch „Fatapera“ und auf diesem Herd stehen der grosse Reistopf und nebenan die verschiedenen Töpfe für die Beilagen.

Die madagassischen Garküchen und Hotelys in den Gossstädten und auf dem Land benutzen diesen Kohleherd sehr gern. Es gibt inzwischen viele Modelle von Sparkochherden, die mit Lehm umfasst sind und weniger Kohle verbrauchen. Die Glut hält das Essen warm bis abends.

Natürlich kann man auch in einem Schnellimbiss die berühmte „vary amin’anana“ probieren: es ist eine Reissuppe gemischt mit Chinakohl, Wasserkresse und warmen Blätter. Für viele Leute in Madagaskar ist diese Reissuppe ihr bevorzugtes Morgenessen.

Hotelys und Garküchen in Madagaskar

Die vielen Holzbuden am Strassenrand kochen leckere und reichhaltige Gemüse-Suppen mit dem traditionellen „fatapera“ und dem Reistopf aus Aluminium. Zuerst werden Hähnchen- oder fettes Rindfleisch gut gekocht, danach werden die verschiedenen Gemüse wie Karotten, Kartoffeln, Bohnen, Lauch und Nudeln zusammengemischt. Natürlich kann man dort auch die in ganz Madagaskar berühmte „Suppe Tamatave“ erhalten, eine schmackhafte Suppe mit klarer Brühe mit Nudeln, Rind- und Hühnerfleisch, Gemüse, Eiern, Salami.

Überall auf dem Markt oder in den simplen Essständen kann man auch eine kleine Zwischenmahlzeit einnehmen, die Madagassen nennen es Composé. Es handelt sich dabei um einen gemischten Gemüsesalat. In der Vitrine stehen vollen Teller mit Salat, gekochten Kartoffeln, Erbsen, grünen Bohnen mit Mayonnaise und saurer Sauce. Eine zweite Variante dieses gemischten Salats besteht aus Makkaroni mit gehacktem Rindfleisch oder Spaghetti mit Ei, Karotten, grünen Bohnen und Sardinen oder Salami. Ein Teller Composé kostet 1000 Ariary (rund 20 Rappen). Als kleinen Snack für die Kinder werden in den Holzbuden auch Mais oder Maniok mit Kokos und süsser Milch serviert.

Die Madagassen lieben fetthaltige Speisen, der Fetthöcker des Zebus gilt als Delikatesse. Wenn sie ins Restaurant oder ins einfache Hotely gehen, essen sie gern etwas Fettes wie Schweinefleisch oder Schweinspeck entweder mit Bambarabohnen, mit weissen Bohnen oder auch mit grünen Erbsen. Natürlich gilt sautiertes Rindfleisch mit Knoblauch, Zwiebel, Pfeffer und Schnittlauch als ein Gaumenschmaus. Für das Mittagessen steht meistens das typische madagassische Gericht Ravitoto sy henakisoa auf dem Menu oder gestampfte Maniokblätter mit Schweinefleisch. Zuerst erhitzt man das Öl im Kochtopf, danach wird das fette Schweinefleisch mit Knoblauch kurz angebraten. Danach werden alle Zutaten mit gestampften Maniokblättern und Salz im Kohleherd etwa zwei Stunden lang geköchelt. Vor dem Servieren wird nochmals Knoblauch daruntergemischt. Dieses spezielle Gericht wird öfter mit Rougailles (kleingeschnittener Tomatensalat) serviert. Die Tomaten werden halbiert und mit der Schnittfläche nach unten in einen Kochtopf gelegt und 20 Minuten im Kohleherd gedämpft und mit einer Gabel zerdrückt. Danach werden sie mit Knoblauch, Schnittlauch und Ingwer gemischt, gewürzt und kalt serviert. Nicht zu vergessen ist das Romazava (Wasserkresse) mit Brühe! In den einfachen Hotely geht es hier um klein geschnittene Wasserkresse mit Ingwer und Tomaten, die mit viel Wasser knapp bedeckt sind.

Als Getränk bekommt man das Ranovola oder Ranonapango. Dazu füllt man über dem restlichen verbrannten Reis am Pfannenboden Wasser ein und kocht es erneut auf. Es entsteht ein dunkelbraunes Getränk. Ranovola (übersetzt bedeutet dies Goldwasser) ist absolut hygienisch!

Hotelys und Garküchen in Madagaskar

Nach dem Feierabend treffen sich die Arbeiter oder Studenten mit Kollegen und Freunden auf dem Markt und essen und trinken in einer Gargotte. Dabei werden gern Sambos mit etwas Salat gegessen – diese kleinen dreieckigen Teigtaschen sind mit Zwiebeln, Schnittlauch und gehacktem Fleisch gefüllt und werden dann frittiert. Natürlich stehen auch Nem (Frühlingsrollen) auf dem Menu. Die schmackhafte Masikita (Brochettes de zebus) werden auf einer kleinen Ofenschale des Holzherds gegrillt. Diese sind besonders mit fettem Fleisch und mit kleingehacktem Gemüse sehr schmackhaft, dazu kommt auch die würzige Pistaziensauce und ein grüner Salat.

Jedes Menü in diesen einfachen Gargotten spiegelt die Gesinnung und das Können der Strassenköchinnen. Das Essen ist immer frisch vorbereitet, schnell serviert und sehr preiswert. Diese Verpflegungsstellen liegen meistens am Strassenrand, auf dem Marktplatz oder in der Nähe der Taxibrousse-Stationen. Sie sind die madagassische Version von Take-aways.

Juni 2021, geschrieben von Fanasina PRIORI Antananarivo

 

 

 

 

 

 

 

Nationalfeiertag in Madagaskar

Nationalfeiertag in Madagaskar

Am 26. Juni ist Nationalfeiertag in Madagaskar. Jedes Jahr seit 1960. Der Tag ist immer ein Feiertag und wird festlich begangen. In normalen Jahren finden Paraden statt.

Die Bevölkerung geht gern mit Lampions auf die Strassen. Hier und dort werden auch kleine Feuerwerke gezündet. Natürlich gibt es auch spezielles Essen.

Der Tag geht zurück auf das Jahr 1960, als Madagaskar die Unabhängigkeit von Frankreich offiziell zugestanden bekam.


Lesen Sie auch, was ein Studentin in Madagaskar zum Nationalfeiertag sagt:
Der Nationalfeiertag und ich


Corona Mitte Juni Madagaskar

Corona Mitte Juni Madagaskar

 

(Antananarivo, 17. Juni 2021) Salama ô ! Ich heisse Fanasina. Heute am 22. Mai 2021 gebe ich Ihnen einen Überblick über die Gesundheitslage des Corona-Virus auf Madagaskar.

Im April 2021 haben die Medien über die Ankunft der sudafrikanischen Variante auf unserer Insel Madagaskar berichtet. Deswegen wurde die Hauptstadt Antananarivo erneut unter „Lockdown“ gestellt, aber jeweils nur an den Wochenenden.

Seit dem 31. Mai führen wir wieder ein normales Leben. Es gibt keine Ausgangssperre mehr. Die Anzahl der Neuinfizierten sowie die Todesfälle haben stark abgenommen. Trotzdem bleiben wir vorsichtig: wir tragen immer unsere Schutzmaske und waschen regelmässig die Hände.

Der Staat hat 250.000 Impfdosen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten und diese sind hier in der Hauptstadt am 08. Mai eingetroffen. Es geht um das „Covishield AstraZeneca“ aus Indien.

Corona Mitte Juni Madagaskar
Viele Impfzentren wurden in der Nähe der Krankenhäuser aufgebaut. Das Personal in den Krankenhäusern, das Militär und alte Personen ab 70 Jahre alt sollen in erster Linie geimpft werden. Danach hat das Gesundheitsministerium die Impfung für alle Leute geöffnet, denn der Fälligkeitstermin der Impfstoffe ist inzwischen am 17. Juni abgelaufen..

Wir, das ganze PRIORI Team hier in Antananarivo, haben wir diese Impfung letzte Woche gemacht. Wir hoffen sehr, dass die Flughafensperre bald aufgehoben wird und freuen uns, Sie bei der Reiseplanung nach Madagaskar zu unterstützen.

Zögern Sie also nicht, uns zu kontaktieren oder unsere Web-Seite anzuschauen, falls Sie mehr Informationen über unsere Aktivitäten haben möchten.

Bleiben Sie gesund und bis bald hier bei uns auf Madagaskar. Veloma aus Madagaskar !

Backsteine in Madagaskar

Backsteine in Madagaskar

Backsteine in Antananarivo werden überall dort hergestellt, wo es die lehmige Erde zulässt. Die Backsteine werden in Madagaskar von Hand geknetet und in Formen gepresst. Dann werden sie an der Luft getrocknet und letzendlich noch im Feuer gebacken.
So gut wie alle Häuser des Hochlandes werden mit diesen Backsteinen gebaut. Ihre lehmig, ockerrote Farbe verleiht den Dörfern und Weilern ein attraktives farbliches Aussehen.

Die Aufnahmen entstanden Mitte Juni 2021 bei eher bewölktem und regnerischem Wetter. Normalerweise ist ein Junitag sonnig-freundlicher. Doch im Juni kündigt sich der Südwinter bereits an: abends wird es frisch und nachts kalt.

Coronaimpfung in Madagaskar

Das PRIORI-Team wurde Mitte Juni geiCoronaimpfung in Madagaskarmpft. 
Es dauerte lange, bis die Staatsführung von Madagaskar von ihrem eigenentwickelten Sirup abkam und die Hilfe des UNO-Covax-Programms akzeptierte.

Seit Mai wird geimpft. Vorerst das Gesundheitspersonal. Dann weitere Personen in gefährdeten Bereichen. Seit Juni nun auch ‘die Allgemeinheit’. Die Impfdosen reichen nicht für alle. Doch es ist ein Anfang in Madagaskar.

Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Bericht zur Impfung im Vaccinodrome

Madagaskar Covid Impfung
Madagaskar Covid Impfung gemacht. Impfausweis erhalten.

Vanille in Madagaskar

A 100 Vanille

Vanille Madagaskar SAVA PRIORI Reisen

 

Schon immer haben die Gewürze die Welt bewegt und ihretwegen wurden Kriege geführt oder Kontinent entdeckt. Die Insel Madagaskar ist schon lange für seine kostbare Vanille berühmt. Nach Safran zählt dieses Gewürz nämlich zu den teuersten der Welt. Ca. 50% der heutigen weltweit produzierten Vanille kommt aus Madagaskar. Auch die benachbarten Inseln La Réunion, die Komoren und Mauritius produzieren etwas Vanille. Die Vanille aus Madagaskar trägt den Qualitäts-Markennamen “Bourbon Vanille“. Dieses duftende “schwarze Gold“ gehört zu den wertvollsten Exportprodukten von Madagaskar und ist ein Stimulans für Gaumen und Gesundheit.

Vanille in Madagaskar
Ursprünglich stammt die Vanillepflanze aus dem tropischen Mexiko. Erst mit der Entdeckung der “Neuen Welt“ und durch die spanische Landeroberung im Jahr 1510 wurde dieses wertvolle Gewürz in ganz Europa bekannt. Neben Gold und Edelsteine haben die Spanier auch zwei exotischen Pflanzen, den Kakao und ein unbekanntes Gewürz “Vanilla“ von den langen Entdeckungsreisen mitgebracht. Hier in Europa wurden sie dann in vielen Botanischen Gärten angepflanzt. Wegen ihrer Kostbarkeit gehörten sie bald in allen europäischen Herrscherhäusern zu den beliebten aromatischen Gewürzen.

Ab dem 1604 wurde die Vanille nach Frankreich importiert, wo man dieses duftende Gewürz für die Zubereitung von Kaffee und Schokolade verwendete. Später im Jahr 1846 wurde die Mexiko-Vanille in Frankreich monopolisiert. Leider gelang es aber nicht, aus den Blüten die Stängel zu gewinnen, denn zur Bestäubung dieser Orchidee werden spezielle Bienen oder Kolibris benötigt.

 Durch die Franzosen fand die Vanille-Pflanze den Weg nach La Réunion und wurde auf dieser Insel angebaut (Insel Bourbon). Hier entwickelte der Sklave Edmond Albis eine manuelle Bestäubungsmethode.

Bauern haben die Vanille aus der Nachbarinsel La Réunion anfangs des 20. Jahrhundert wegen des steigenden Weltmarkbedarfs in den Nordteil Madagaskars eingeführt und schon bald gehörten die französischen Kolonien La Réunion, Komoren und natürlich Madagaskar zu den wichtigsten Vanilleproduzenten.

Vanille in Madagaskar
Tüchtige Geschäftsleute aus China sind im Laufe der Zeit zu sogenannten “Vanille-Baronen“ geworden und haben die SAVA-Region zum wichtigen Produktionsstandort gemacht. Eine Zeit lang lieferte die grosse Insel etwa 80% des Weltmarktbedarfs an Vanille. Total wurden rund 60 Vanillearten registriert. Nur fünf Arten davon kommen auf Madagaskar vor und nur drei sind Kulturpflanzen geworden.

Die bekannteste und kostbarste Art ist die “echte Vanille“ (Vanilla planifolia), die eben aus den mexikanischen Tropen stammt. In Europa, aber auch in anderen Ländern wird diese echte Vanille “Bourbon-Vanille“ genannt. Nur Madagaskar und die Inseln La Réunion, die Komoren und Mauritius dürfen mit diesem Namen werben. Aufgrund ihres intensiven und harmonischen Aromas ist die Bourbon-Vanille die beliebteste Vanillesorte der Europäer. Die mit Vanille gewürzten Süss-Speisen wurden schon zur Zeit von Elisabeth I. sehr geschätzt. Auch die moderne Küche verwendet Vanille noch auf verschiedene Weisen, auch zur Zubereitung von Fleisch- und Fischgerichten.

Die Kletterpflanze aus der Familie der “Orchidaceae“ gedeiht hervorragend an der Nordostküste Madagaskars mit dem feucht-warmen Klima und den enormen Niederschlagsmengen. Dieses landwirtschaftliche Anbaugebiet nennt man die SAVA Region. Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der vier regionalen Städte ab: Sambava, Andapa, Vohemar und Antalaha. In diesem fruchtbaren grünen Dreieck des nordöstlichen Teils von Madagaskar wächst ein Grossteil der Weltproduktion an Vanille, neben anderen Exportgütern wie Pfeffer, Gewürznelken etc. PRIORI organisiert natürlich Besuche auf diese Vanilleplantagen, besonders während der Erntezeit ab dem Monat Juli. Man kann hier die traditionelle Bestäubungsmethode oder die komplizierte Verarbeitung miterleben.

Vanille in Madagaskar
Das Umland von SAVA ist durch die Plantagenwirtschaft geprägt. Auf kleineren und grösseren Feldern klettern die Ranken dieser aromatischen Orchideenarten an Bäumen oder an Stützpflanzen empor. Das Hauptanbaugebiet von Vanille liegt um die Vanillestadt Sambava. Diese wurde auch als “Welthauptstadt der Vanille“ bezeichnet. Dreiviertel der weltweit verkauften Vanille werden in dieser Vanillestadt produziert. Dieses “schwarze Gold“ ist so kostbar, dass es zur ersten Einnahmequelle der Stadt- und Dorfbewohner in dieser Region geworden ist. Die Vanilleproduktion bringt seit langem eine Menge Devisen ins Land. Die Ausfuhrmenge liegt um die 2000 Tonnen pro Jahr.

Die Vanilleproduktion ist leider nicht mehr so gut wie einst. Grund sind die Zerstörungen durch die häufigen Wirbelstürme aus dem Indischen Ozean während der Regenzeit in den Monaten Januar bis April. Besonders die Stadt Antalaha litt in den letzten Jahren unter diesen klimatischen Bedingungen. Im Jahre 2004 zerstörte ein Zyklon viele Plantagen, doch die Bauern liessen sich von diesen jährlichen Katastrophen nicht unterkriegen und pflanzten die Plantagen im folgenden Jahr wieder neu an, denn schliesslich geht es um viel Geld. Die Produkte werden ab dem kleinen Exporthafen Antalaha nach der Hafenstadt Tamatave (Toamasina) oder direkt nach Europa, nach den Vereinigten Staaten und nach Japan verschifft.

Vanille in Madagaskar
Die Vanille ist eine starkwüchsige Kletterpflanze mit langen grünen fleischigen Trieben. Die Blätter sind dickfleischig bis 5 cm breit und parallelnervig. Die Blütezeit beginnt, sobald die Regenzeit einsetzt, also zwischen Oktober und Dezember. Während der Bestäubungszeit müssen alle Blüten in den grossen Vanilleplantagen einzeln und vorsichtig von Hand bestäubt werden, denn in Madagaskar sind die natürlichen Bestäuberinsekten nicht heimisch. Nach dem Bestäuben wachsen dann die grünen Schoten heran. Sobald sie eine gewisse Grösse haben, werden die wertvollen Schoten auch bereits mit Einritzungen durch den Plantagenbesitzer gekennzeichnet. Die Arbeitsgänge von der Ernte bis zum Export dauern mehrere Wochen und verlangen einen präzisen Arbeitsablauf. Die frisch geernteten grünen Vanilleschoten werden während 1 bis 3 Minuten (je nach Grösse der Schoten) in 60 bis 70 Grad heissem Wasser gebrüht. Darauf werden sie abwechselnd ca. 3 Stunden an der Sonne und im Schatten zum Trocknen ausgelegt. In der Nacht werden sie dann in grosse Tücher oder dicke Decken zum “Ausschwitzen“ gepackt. Nach diesem mehrmaligen Einpacken und Trocknen an der Sonne erhalten die Vanilleschoten endlich die typische braunschwarze Färbung und entwickeln den süsslichen wunderbaren Vanilleduft. Der in ihnen enthaltene Milchsaft hat sich in dieser Zeit durch Gärung in eine dunkle intensiv duftende Masse verwandelt. Diese verschiedenen Prozessschritte werden von den Arbeitern streng überwacht, um eine falsche Fermentation zu verhindern.

Während der Erntezeit zwischen Juli bis Oktober liegen in jedem Dorf entlang der Vanilleküste die langen braunen Vanillen-Schote zum Trocknen, entweder auf einfachen Strohmatten oder auf langen Rosten. Auf keinen Fall sollten die Vanilleschoten nass werden!

Nur die schönen und die duftenden Vanillestängel, die nach der monatelangen Verarbeitung nicht beschädigt sind, gehen in den Verkauf. Die Qualität dieser teuren und kostbaren Gewürze hängt natürlich vom mühevollen und komplizierten Trocknungs- und Fermentationsverfahren ab. Ihres überragenden Aromas wegen hat die Vanille ihre Bedeutung auf dem Weltmarkt gewonnen. Synthetisches Vanillin (zum Beispiel im Coca Cola-Getränk) ist nicht vergleichbar mit dem Aroma der natürlichen Vanille.

Vanille in Madagaskar
In der Likörindustrie wird die Vanille unter anderem bei Kakao- und Kaffeelikören verwendet. Sie ist aber überall in der Nahrungsmittelindustrie verbreitet. Auch bei uns in Madagaskar verleiht sie den madagassischen Gerichten neue Geschmacks- und Geruchsnoten, steigern den Appetit und fördern die Verdauung. Die Madagassen nutzen gerne Vanille bei der Zubereitung ihrer Gerichte. Vanillesosse auf Zebu oder Rindfleisch schmeckt hervorragend, das Gewürz eignet sich natürlich auch für Dessert wie Kuchen oder für Obstsalat. Vanillezucker mit den zahlreichen schwarzen Pünktchen im Zucker ist auch sehr beliebt in den Bäckereien und Konditoreien. Wichtige Abnehmer der Vanille sind auch die Schokoladen- und die Parfumindustrie.

Der eingelegte Rum mit Vanille wird als Aperitif sehr geschätzt. Die Zubereitung ist sehr einfach: die Vanillestange flach drücken, längs aufschneiden oder teilen, dann in eine Flasche oder in ein grosses Gefäss geben und den Rum darüber giessen. Diese Mischung sollte man mindestens 2 bis 3 Monate ziehen lassen – je länger, desto besser. Nach Belieben kann man natürlich weitere Gewürze wie Zimt oder Ingwer benutzen oder auch weitere Zutaten wie frische Früchte. Sehr beliebt sind vor allem die süssen Litschis, Mangos oder Ananas.

Vanille in Madagaskar
Überall auf den Lokalmärkten und in den Supermärkten findet man die teuren Vanillestängel aus Madagaskar mit dem süsslichen Aromas zum Verkauf. Meist werden sie als kleine Bündel oder in Plastiksäcken angeboten. Ein Kilo Spitzenqualität dieser “Königin der Gewürze“ kostet etwa 1.000.000 Ariary (rund 220 Euro). Sie zeichnet sich durch ihre besondere Farbe, Dicke und Länge aus. Je nach Qualität kann man die Vanillestangen bei guten Lagerbedingungen bis zu 2 Jahre aufbewahren.

Juni 2021, geschrieben von Fanasina PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

Das typische madagassische Frühstück

A 1600 – das typische madagassische Frühstück

Der morgendliche Reis war früher überall üblich und ist es noch bei ganz vielen Familien in Madagaskar.


Der Reis oder “Vary“ auf madagassisch spielt eine wichtige Rolle in der madagassischen Küche. Er ist das unverzichtbare Grundnahrungsmittel der Madagassen, denn Reis ist sozusagen das Zentrum des Lebens und wird 3-mal am Tag in grossen Mengen gegessen: morgens, mittags und abends.

Die Angehörigen der Volksgruppe der Betsileo sind die Meister im Anbau dieses Grundnahrungsmittel, das aber auch in den meisten anderen Regionen der Insel angebaut wird. “Reis essen“ bedeutet in der madagassischen Sprache “sich satt essen“ und gesättigt fühlt sich jeder Madagasse, der ein Teller “Bergreis“ vor sich hat. Reis wird zu jedem Essen serviert und nimmt meist auch das Hauptvolumen auf dem Teller ein. Dazu kann man verschiedene “Laoka“ oder Zutaten bestellen: Gemüse, Blattgemüse …mit oder ohne Fleischstückchen.

Das typische madagassische Frühstück
Die Madagassen fühlen sich wohl, auch im Ausland, wenn sie zu jeder Mahlzeit Reis bekommen. Wenn sie ins Restaurant gehen, ist Reis meist erste Wahl, besonders bei den Männern. Im Gegensatz zu den Europäern, wo Reis lediglich als Beilage dient, ist Reis das Hauptgericht der Madagassen. 80% der Stadt- und Landbewohner in Madagaskar essen gern Reis zum Frühstück. Auf der ganzen Insel wachsen ungefähr ein Dutzend verschiedene Reissorten, aber der “Rote Reis“ oder auf madagassisch “vary gasy“ oder “vary botry“ ist für die morgendliche Reissuppe sehr geschätzt und schmeckt hervorragend.

Gegen 4 Uhr in der Früh zieht schon der Rauch aus dem Dach der kleinen Ziegelhäuser. Die Madagassen sind Frühaufsteher und bereiten um diese Zeit bereits das Frühstück für die ganze Familie zu. Wenn der Hahn kräht sind die Bauern schon auf den Beinen. Die typische Aufgabe der Kinder im Dorf besteht darin, Brennholz zu sammeln, Wasser im Fluss oder aus der Quelle zu holen. Die Frauen und Kinder müssen dann mit Muskelkraft den Reis im Mörser mit dem Stampfer von den Spelzen trennen.

Das typische madagassische Frühstück
Beim Frühstück wird schnell ein grosser Topf Reissuppe (auf madagassisch “vary sosoa“) gekocht, denn das ist sehr bekömmlich und leicht zu zubereiten. Der Reis wird auf offenem Herdfeuer ohne Zutaten ganz weichgekocht. Für ca. 450g Reis braucht man ca. 2 Liter Wasser. Die grossen Teller werden später mit diesem pappigen Reis gefüllt, jedem Familienangehörigen gereicht und je nach Möglichkeit wird Omelette, Spinat, Gemüse oder Fleisch dazu serviert. Manchmal kochen die Frauen auch grünen Spinat zu dieser Reissuppe, diese heisst dann “vary amin‘anana“. Sehr beliebt für diese spezielle Mischung sind auch Chinakohl, Wasserkresse, Blätter von Süsskartoffeln oder verschiedene Blattgemüse, gemischt mit Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Schnittlauch. Sobald alle Zutaten gut gewaschen und klein geschnitten sind, lässt man genügend Öl in einem Topf erhitzen und darin werden dann die Blätter frittiert und zur gekochten Reissuppe gegeben. Nach paar Minuten wird diese leckere “Reissuppe mit Blättern“ auf dem Teller serviert. Wer es sich leisten kann, isst diese spezielle Reisbrühe mit Hühnchen, Schweine- oder Zebufleisch oder auch mit kleinen roten Süsswasser-Krevetten. Mit vollem Bauch gehen dann die Männer auf die Feldarbeit und die Kinder machen sich fröhlich auf den weiten Weg zur Schule.

Das typische madagassische Frühstück
Die eiligen Angestellten und Studenten frühstücken gern in den kleinen Garküchen am Strassenrand oder auf dem Markt (Hotely gasy). Diese bieten den Kunden verschiedene leckere Gerichte an, die sehr preiswert sind. Für viele Frauen und Bäuerinnen ist der Verkauf von Essen oft die einzige und sichere Einnahmequelle, so findet man überall an jeder Ecke in den Grossstädten Strassenköchinnen. Diese üblichen Essenstände werden generell als “Gargottes“ bezeichnet. Hier ist das Essen sehr einfach, mehr quantitativ als qualitativ und auf eine gefällige Präsentation auf dem Teller legt man keinen Wert, trotzdem ist das immer frisch zubereitete Essen schmackhaft und vor allem schnell serviert und preisgünstig, denn die meisten Kunden haben es immer eilig. Viele Madagassen essen in diesen Essenbuden lieber stehend weil es an Plätzen fehlt, “Vary mitsangana“ bedeutet dies auf madagassisch und diese Gewohnheit ist besonders üblich in der Nähe der Taxibrousse-Haltestelle oder am Rand der zahlreichen Marktstände.

Das Frühstück bzw. die Reissuppe mit Beilage kostet in diesen “Hotely Gasy“ zwischen 1000 und 1500 Ariary. Als Beilage steht in diesen kleinen madagassischen Hotely zur Wahl geräucherte Wurst oder frittierter Fisch. Die madagassische “Saosisy“ ist eine sehr grobe Bratwurst aus Schweinefleisch, die auf madagassische Art mit Speckstückchen gespickt ist.

Das typische madagassische Frühstück
Das Wort “Mofo“ bedeutet in Madagaskar Brotstange, Brötchen oder Gebäck. Viele Familien, besonders im städtischen Umfeld, haben früh am Morgen nicht so viel Zeit zur Verfügung, so holen sie sich schnell ein paar “Mofo gasy“ (hausgemachte süsse Reiskuchen oder rundes Fladenbrot) in den Schnellimbissbuden. In einem Plastikkessel werden Reismehl, Zucker und Hefe mit Wasser vermischt, mit einer Schöpfkelle giesst der Koch kleine Portionen bei mittlerer Hitze in ein spezielles Blech mit runden Vertiefungen aus Aluminium, das direkt auf dem Kochfeuer liegt. Die Reiskuchen werden gewendet, wenn sie goldbraun gebacken sind. Jede Region hat natürlich ihre Spezialität, um ihr Fladenbrot schmackhafter zu machen, so werden sie an der Nordostküste mit Kokosmilch oder Milch verfeinert und werden dann “Mokary“ genannt.

Das typische madagassische Frühstück
Die Kunden können überall zusehen, wie die Köchin hantiert und die kleinen Köstlichkeiten zubereitet. “Mofo baolina“ sind kinderfaustgrosse Teigballen aus Mehl, Milch und Zucker, die in heissem Öl goldbraun gebraten werden. Ein sehr beliebtes Frühstück besonders für die Kinder oder als Zwischenverpflegung ist auch das “Mofo Makasaoka“. Hartes Brot wird klein geschnitten und mit gesüsstem Reismehl vermischt und auch wieder in heissem Öl frittiert. “Mofo ravina“ oder “Koba ravina“ ist eher eine Spezialität aus der tropischen Ostküste, wo die Bananenstauden prächtig gedeihen. Die süssen reifen Bananen werden zuerst mit einem Löffel zu Brei zerdrückt, dazu kommt etwas Weiss- oder Reismehl und dieser Bananenbrei wird zusammengerührt und eventuell Backpulver dazugeben. Diese Mischung wird später auf ein gewaschenes Bananenblatt gestrichen, nach Belieben kann man dem Teig gehackte Erdnüsse beigeben und diese Mischung dann ins Bananenblatt einwickeln, so dass eine faustgrosse Portion entsteht. Das ganze Päckchen wird in einen Kochtopf mit kochendem Wasser gelegt und etwa 45 Minuten gegart. Diese lokalen und frischen Leckereien werden auch auf der Zugfahrt zwischen Fianarantsoa und Manakara angeboten. Eine Portion “Koba ravina“ und der Magen ist satt.

Die Kochstellen der Garküchen stehen günstig am Strassenrand oder an Gehwegen, wo viele Fussgänger vorbeikommen. Hier werden natürlich auch heisse Getränke wie Kaffee, Milch, Kakao oder Tee angeboten. Die Preise sind erschwinglich und das Geschirr meist auch sauber. Die Frauen machen dann jeden Morgen ein gutes Geschäft und die Kunden und Kundinnen sparen Zeit auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule. Die Kochstellen der Verkäuferinnen stehen meistens mehrere nebeneinander, sind aber keine Konkurrenten, eher Freundinnen und sie helfen sich auch aus.

Das typische madagassische Frühstück
In der Stadt essen viele Madagassen auch gern Obst zum Frühstück. Bananen von der Ostküste oder verschiedene Früchte aus dem fruchtbaren Antsirabe und aus den verschiedenen Regionen werden regelmässig ins Hochland geliefert. Auf den Märkten oder am Strassenrand wird Obst auf Häufchen geschichtet angeboten. Die Auswahl ist je nach Saison grösser oder kleiner: saftige Ananas und Orangen, leckere Mangos und Avocados und süsse Papayas und Litschis…

Juni 2021; geschrieben von: Fanasina PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch


siehe auch unsere Beiträge:

Kulinarik in Madagaskar

Das typisch madagassische Frühstück

Speisekarten in Madagaskar

Essen in Madagaskar

Streetfood Madagaskar

ebenso wie unseren Blog  Madagaskar: Gastronomie und Restaurants mit zahlreichen Speisekarten von Restaurants unterschiedlichen Stils und Qualität.


Tulear – Fort Dauphin

2400 – Tulear – Fort Dauphin

Nach einem erholsamen Aufenthalt an den feinen Sandstränden um Tulear starten wir unsere Expedition mit einem guten 4×4-Fahrzeug mehr oder weniger entlang der Südküste Madagaskars.


Diese abenteuerliche Autofahrt – teilweise auf der Nationalstrasse 10 – führt uns in ein einzigartiges Trockengebiet im südlichen Teil Madagaskars. Der Lohn durch dieses einmalige Dornenland ist eine unvergessliche Entdeckungsreise durch völlig eine unberührte Wildnis mit bizarrer Vegetation, weissen Stränden und selten besuchten Naturreservaten

Rund 45 km südlich der Stadt Tulear befindet sich das idyllische Fischerdorf Anakao. Sehr praktisch ist die Überfahrt mit dem Motorboot ab der kosmopolitischen Stadt Tulear, ansonsten müssen die Reisegäste einen riesigen Umweg von rund 270 km durch das Hinterland mit dem Geländewagen in Kauf nehmen, da es leider in dieser Gegend keine Brücke über den Onilahy Fluss gibt.

Die zweite Möglichkeit ist eine Fahrt mit dem Geländewagen Richtung Süden auf einer ziemlich guten Piste bis zum malerischen Fischerdorf Sarodrano (wörtlich bedeutet dies auf madagassisch “knapp mit Wasser“). Hier kommt man am interessanten Naturschutzgebiet “Aire Protégée de Tsinjoriake“ vorbei mit Schwerpunkt seltene Sukkulentenpflanzen an der Südwestküste. Hier kommen auch Ornithologen auf ihre Kosten, denn viele endemische Vogelarten sind in dieser südlichen Region zu finden.

Tulear – Fort Dauphin
Auf dem Weg nach Saint Augustin kann man die beeindruckenden Grabstätten der Vezo Volkstämme sehen. Diese sind mit schönen, aufgeschichteten Korallensteinen gebaut und dürfen nur in Begleitung eines Lokalführers aus der Nähe fotografiert werden.

Vier Kilometer des Fischerdorfs liegt direkt auf dem Wendekreis des Steinbocks (Tropique du Capricorne) und in der Flussmündung des Onilahy Flusses das ehemalige Seeräubernest “Saint Augustin“ (oder Anantsono auf madagassisch). Vom 15. bis 17. Jahrhundert war dies ein Ankerplatz für europäische Händler und für berüchtigte Piraten.

Heute zählt das schöne abgelegene Fischerdorf zu einer beliebten Destination wegen der weissen Sandbank, es ist auch ein praktischer Ausgangspunkt für die Überfahrt mit der Fähre „Fiavota“, unter der Bedingung, dass diese in Betrieb ist.

Der beliebte Badeort Anakao (17 km SW von Saint Augustin) ist zwar sehr abgelegen, er verfügt aber über einen breiten weissen Sandstrand und natürlich verschiedene Freizeitmöglichkeiten. Hier kann man erholsame Badetage verbringen und vor den Riffen nahe des paradiesischen Eilands Nosy Ve kommen die Schnorchler und Taucher wirklich auf Ihre Kosten. Im klaren, türkisfarbenen Wasser schwimmen die mehrfarbigen Fische zwischen den vielen Korallen und der Unterwasservegetation umher.

Tulear – Fort Dauphin
Das kleine Eiland Nosy Ve etwa 5 km vor der Küste sowie die Insel Nosy Satrana sind zwei besondere Attraktionen in dieser Gegend. Beide Inseln sind per Boot oder Kanu ab Anakao erreichbar. Nosy Ve ist besonders beliebt wegen der wunderschönen Sandstrände, der einmaligen Tauchgründe, vor allem aber wegen der Brutkolonie der Rotschwanz Tropikvögel (Phaeton rubricauda). Die unbewohnte und “heilige Insel“ ist die einzige Brutstätte für diese Vogelart.

Nosy Satrana liegt etwas weiter südlich von Anakao. Der Boden der Insel ist mit Kalksteinresten aus den versteinerten Eiern von Aepyornis (einer Art von Riesenstrauss) übersät. Auf dieser kleinen Insel liegen auch die geschützten Grabstätten der ehemaligen Könige, deswegen darf man diese Insel nur in Begleitung eines lokalen Führers betreten.


mehr zu PRIORI Reiserouten in unserem Katalog 2021


Auf der Weiterfahrt entlang der Küste nach Beheloka durchquert man zuerst das Territorium der Mahafaly Volksgruppe. Diese Ethnie lebt auf dem riesigen Kalksteinplateau zwischen den beiden Flüssen Menarandra und Onilahy.

Mahafaly bedeutet wörtlich “diejenigen, die glücklich machen“ oder “die vom Verbotenen Land”, was mit dem Wort Fady verbunden ist. Die Mahafaly sind meist Zebuzüchter, ein grosser Teil sind aber auch Bauern an der Südwestküste in der Region von Ampanihy. In dieser ganzjährig trockenen Region leiden sie während der Trockenzeit besonders an Wassermangel, so ernähren sie sich hauptsächlich von Mais, Maniok, Süsskartoffeln, sogar von Kaktusfeigen (Opuntien). Sie bauen auch Bohnen, Hirse und Kürbisse zur Selbstversorgung an.

Tulear – Fort Dauphin
Die Dornenbusch-Wälder mit Euphorbien und Didieraceen, Tamarindenbäumen und den auffallenden Riesenbaobabs wechseln mit gerodeten Grassavannen ab. Unterwegs sieht man oft die dekorative und aufwendige Grabmalkunst der Mahafaly. Diese Grabstätten sind meist Steinquadrate von 10 oder sogar 15 m Seitenlänge. Auf den Gräbern befinden sich auch immer geschnitzte Grabstelen, die “Aloalo”, aber meist auch moderne Grabmalereien, die Szenen aus dem früheren Leben des Verstorbenen darstellen. Die “Aloalo“ sind kunstvoll und traditionell geschnitzte Holzfiguren und Pfähle. Diese Schnitzereien und die Hörner der während der Beerdigungsfeier geschlachteten Zebus schmücken diese viereckigen Grabstätten und zeigen vor allem das Ansehen, den Reichtum und den Status der Verstorbenen.

Der Besuch des Tsimanampetsotsa Nationalparks ist sehr lohnenswert, allein schon wegen der seltenen Flamingos, die besonders während der Regenzeit hier zu finden sind. Bei höchstem Wasserstand ist der See gut 20 km lang und 3 km breit.

An den Ufern des brackigen seichten Sees Tsimanampetsotsa leben auch Enten und viele Wasservögel, die einheimischen Seidenkuckucke oder Couas. Es ist ein wahres Paradies für Vogelbeobachter. Die grünen Algen sind Nahrung für die vielen Krebse, die ihrerseits als Nahrung für die Rosa Flamingos (Phoenicopterus ruber) dienen.

Dieses Naturschutzgebiet gehört zu den zehn ersten Parks in Madagaskars und das Parkbüro befindet sich im Dorf Efoetse. Dieses Naturschutzgebiet liegt ca. 40 km von Anakao entfernt. Es ist am besten mit dem Motorboot von Anakao aus zu erreichen. Im Schutzgebiet östlich des Sees wächst Trockenwald auf Kalkgestein, das von zahlreichen Höhlen durchzogen ist, wo auch einige Katta-Lemuren wohnen.

Tulear – Fort Dauphin
Nach der Parkbesichtigung fahren wir auf einer Sandpiste immer Richtung Süden der Küste entlang. Das heutige Etappenziel ist das charmante Fischerdorf Itampolo. Während der Autofahrt fällt die typische karge Vegetation dieser Gegend auf und gelegentlich trifft man auf eine der typischen Strahlenschildkröten in dieser kargen Landschaft. Die Region gehört noch immer zur Ethnie der Mahafaly. Der Küstenort Itampolo ist wegen seinen grossen Wellen ein beliebtes Ziel für Surfer.

Im weiteren Verlauf auf der Nationalstrasse Nr. 10 fährt man jetzt etwas ins Landesinnere und nach paar Kilometern gelangt man zum nächsten Etappenziel Ampanihy oder “der Ort, wo Fledermäuse leben“. Besonders bekannt ist dieses Kleinstädtchen wegen der Verarbeitung von Mohair-Wolle. Aus dieser schönen, weichen Wolle der hier gezüchteten Ziegen werden die sehr begehrten Mohair-Webteppiche gewebt. Die Wolle wird mit reinen Pflanzenfarben gefärbt, z.B. aus den roten Aloeblüten. Die spezielle Ziegenrasse Angora wurde in den 1970 Jahren hier in Madagaskar eingeführt und die Produktion der Wolle ist die Haupteinnahmequelle der vielen Ziegenzüchter und sichert ihnen ein kleines Einkommen. Bei der mühsamen Verarbeitung dieser Mohair-Wolle zeigen die Weberinnen ihr Talent und ihre Geduld.

Tulear – Fort Dauphin
Ab der Stadt Ampanihy beginnt das Land der Bevölkerungsgruppe der Antandroy oder “der Stamm aus dem Dornenland“. Das Wort “Roy“ bedeutet wörtlich der Dorn und ihr Siedlungsgebiet liegt hauptsächlich an der Südspitze Madagaskars. Jetzt geht es weiter Richtung Beloha und Tsihombe und wir überqueren den Menarandra-Fluss, welcher die Grenze zwischen den beiden Volksgruppen Antandroy und Mahafaly ist. Die Antandroy besitzen grosse Rinderherden, denn sie sind anerkannte Zebuzüchter. Die Leute dieses robusten Stamms erkennt man sofort an ihren langen Speeren und den traditionellen Lendenschürzen. Es sind Nomaden in diesem grossen Trockengebiet und sie ziehen monatelang mit ihren Viehherden durch das Land. Leider leiden sie das ganze Jahr an Wassermangel in diesem kargen und unwirtlichen Gebiet, wo fast nur Dornengestrüpp gedeiht. Sie begraben ihre Verstorbenen ebenso aufwendig wie die Mahafaly und die Hörner der geschlachteten Zebus während des Beerdigungsfestes schmücken ebenfalls die steinernen Grabstätten.

Die Gräber der Antandroy heissen “Fanesy“ in ihrer Dialektsprache oder “der ewige Ruheplatz”. Je grösser und farbenfroher das Grab ist, desto respektierter und verehrter ist der Verstorbene.

Nicht weit von der Südspitze Madagaskars entfernt liegt das charmante Fischerdorf Lavanono, ein kleines Naturparadies für Ökotouristen. Dieser schöne Badeort liegt unweit von Cap Sainte Marie, einer faszinierenden Region mit hohen Sandsteinklippen, mit Miniaturpflanzen, Dornenvegetationen. Das Ganze erinnert an einen Steingarten.

Das Naturreservat von Cap Sainte Marie mit einer Fläche von ca. 17,5 km² liegt rund 43 km südlich von Tsiombe auf einem Hochplateau von 100 bis 150 m über dem Meeresspiegel. Die hier geschützten Strahlenschildkröten (Geochelone radiata) sind wohl die grösste Attraktion an diesem südlichsten Punkt Madagaskars. Die Meeresklippen von mehr als 140 m Länge bilden natürliche Barrieren östlich und westlich des Reservats und hier treffen der Kanal von Mosambik und der Indische Ozean aufeinander.

Tsiombe ist der Ausgangspunkt mehrerer Pisten zu den südlichsten Punkten Madagaskars, dem Cap Sainte Marie sowie dem östlich davon gelegenen Faux Cap.

Faux Cap wurde “falsches Kap“ (Betanty auf madagassisch) genannt, weil die Geografen später feststellten, dass das Cap Sainte Marie noch etwas weiter südlich liegt. Dieser schöne Ort liegt an der Spitze einer Halbinsel, die vom weiten Sanddünnen bedeckt ist, in denen noch Reste der Eierschalen des berühmten ausgestorbenen Riesenvogels (Aepyornis) gefunden werden.

Die hohe Steilküste, die Winde, die hier ohne Unterlass wehen, die faszinierende Landschaft mit der verkrüppelten Vegetation und der einsame Leuchtturm von Cap Sainte Marie bringen die Besucher immer wieder zum Staunen.

Tulear – Fort Dauphin
Wir fahren weiter auf der RN10, die kurz vor Ambovombe (“wo es viele Brunnen gibt“), in die RN 13 mündet. Ambovombe ist der Hauptort der Region Androy. Wir sind immer noch in der regenärmsten Region Madagaskars. Ambovombe gilt als ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in dieser südlichen Region. Ein Rest dieser einst gut ausgebauten Nationalstrasse ist asphaltiert, aber heute nicht mehr in gutem Zustand. Es ist immerhin ein Zeichen, dass die Besucher wieder “die Zivilisation“ erreicht haben. Der Markttag in diesem Hirtenland ist der Montag und die “Dornenleute“ kommen aus den weit abgelegenen Dörfern hierher und kaufen oder verkaufen oder tauschen Zebus oder auch den selbst gesammelten Wildhonig, handgefertigte Hüte, Silberschmuck, Amulette, Speere oder verschiedene Lebensmittel wie Maniok, Mais oder Süsskartoffeln.

Kurz vor Amboasary, 35 km von Ambovombe entfernt, überquert man den langen Fluss Mandrare, die Lebensader des Südens und vom weiten sieht man die schönen Baobabs wenn man die ausgedehnten Sisalplantagen durchquert.

Von Amboasary aus führt eine Abzweigung in nordwestlicher Richtung zum privaten Naturreservat von Berenty, am Ufer des Flusses Mandrare.

Tulear – Fort Dauphin
Der Berenty-Park, ca. 90 km westlich von Fort-Dauphin und mit einer Fläche von etwa 250 Hektaren, wurde bereits im Jahr 1936 von der französischen Familie Heaulme gegründet, aber erst im Jahre 1980 für die Besucher geöffnet. Im Park mit hauptsächlich Trockenwald, aber auch mit grossen Tamarindenbäumen, leben Flughunde und tummeln sich Lemuren wie die Kattas, die Larvensifaka, auch Tanzende Lemuren genannt, die Braunen Lemuren oder die Rotstirnmakis. Für Naturliebhaber ist es ein Vergnügen zu verschiedenen Tages- und Abendzeiten durch den Park zu wandern, mit oder ohne den ortskundigen Führer. Abends, mit einer guten Taschenlampe bewaffnet, kann man die nachtaktiven Lemuren wie die Mausmakis (Microcebus murinus) und die Wieselmakis (Lepilemur leucopus), viele Vogel- und Reptilienarten ausfindig machen. Berenty ist darum ein Paradies für Fotografen, Ornithologen und seit vielen Jahrzehnten auch für Forscher.

In Richtung Fort Dauphin oder Taolagnaro wird jetzt die Landschaft zunehmend abwechslungsreicher und vor allem grüner. Unterwegs kann man fleischfressende Kannenpflanzen, “Bäume der Reisenden“ und verschiedene Baumfrüchte wie Litchis, Mangos und Avocados entdecken. Auch am stetig feuchter werdenden Klima und der grünen Vegetation merkt man, dass die schöne Stadt Fort Dauphin nicht mehr weit ist.

Juni 2021; geschrieben von: Michael, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch

PRIORI TV

PRIORI TV

Blickpunkte aus Madagaskar

In kurzen Videoaufnahmen zeigen wir das alltägliche Madagaskar. Momentaufnahmen, die das tagtägliche Leben in Madagaskar dokumentieren. Kleine Einblicke, die gerade nicht die üblichen Hochglanzbilder abbilden. Madagaskar ist vielfältig und überraschend. Licht und Schatten liegen eng nebeneinander.


PRIORI TV Babobab in Madagaskar

Salama aus Madagaskar, ich heisse Bodo Andriantefiarinesy und begrüsse Sie herzlich im Land der Baobabs.

Es gibt 6 endemische Sorten von Baobabs in Madagaskar. Sie wachsen nirgendwo auf dem afrikanischen Kontinent. Aber die einzige Baobabart von Afrika hat es auch nach Madagaskar geschafft. In Mahajunga steht der afrikanische Baobab seit Jahrhunderten stolz am Rande des Meeres.

Diese Riesenbäume haben verschiedene Namen wie zum Beispiel Affenbrotbaum, da die Lemuren in Madagaskar ihre sauren Früchte gern fressen.
Viele Mythen und Legenden drehen sich um diesen berühmten Baum wegen seines aussergewöhnlichen Aussehens, als ob die Wurzeln nach oben stehen würden. Daher wird er auch als  der „Verkehrtherum-Baum“ oder als „Kopf nach unten Baum“ bezeichnet.

Auf Madagaskar wird diese Sukkulentenpflanze häufig “Flaschenbaum“ genannt. In ihrem dickstämmigen Stamm kann sie Regenwasser speichern und problemlos eine jahrelange Trockenzeit in den ariden Regionen Madagaskars ohne Regen überleben.
Die weltbekannte und geradlinie „Baobaballee“ mit den über 800 Jahre alten – endemischen – Baobabs liegt rund 20 km von Morondava entfernt und ist ein Wahrzeichen von unserem Heimatland Madagaskar.

So, liebe Madagaskar Reisende, wir laden Sie ein, dieses eindrucksvolle Naturwunder auf unserer Insel zu entdecken. Baobabs finden sich im Norden, im Westen und im Süden.
Gern helfen wir Ihnen bei der Reiseplanung Ihrer Madagaskarreise. Also zögern Sie nicht, unsere Kollegen im Madagaskarhaus in Basel zu kontaktieren.
Veloma aus Madagaskar und bis bald auf der Insel Madagaskar


PRIORI TV Antananarivo

Die Avenue de l’Indépendance in Antananarivo Madagaskar, am 11. Juni 2021

Die Avenue führt vom Bahnhof mitten in die Stadt hinein. Sie ist quasi der Ku’damm von Berlin oder die Bahnhofstrasse von Zürich. Heute Freitag 11. Juni zeigt sie sich wieder belebt. Corona hat etwas an Schrecken verloren, zudem gibt es jetzt Impfungen.
Jetzt Mitte Juni denken die Leute auf dieser Meereshöhe von 1250 müM bereits an den Winter. Abends und morgens frieren sie. Tagsüber sind es aber immer noch immer gut über 20 Grad, nachts fallen die Temperaturen derzeit auf unter 10 Grad. Also kalt. Der Südwinter hat begonnen..
mehr Infos dazu bei PRIORI www.madagaskarhaus.ch


PRIORI TV Antananarivo

Fanasina von PRIORI Reisen in Antananarivo berichtet über die Knabenbeschneidung. Ein wichtiges Kulturelement in Madagaskar.

Antananarivo Madagaskar am 3. Juni 2021. Unser Heimatland Madagaskar ist eine grosse Insel reich an verschiedenen Sitten und Gebräuchen. Dazu gehört auch die Beschneidung oder „Famorana“ auf madagassisch.
Die Beschneidung ist eine ganz wichtige Rituelle für die Madagassen. Die Buben zwischen 3 bis 5 Jahren (also bevor sie in die Schule gehen) werden von den Ärzten oder von einem Medizinmann beschnitten. Nach der Beschneidung werden die Buben als Jungen betrachtet und nur die beschnittenen Jungen dürfen im Familiengrab bestattet werden, sofern sie in jungen Jahren sterben sollten. Die Mädchen werden nicht beschnitten.

Jedes Jahrs zu Beginn der Winterzeit, also zwischen den Monaten von Juli bis September, findet das Beschneidungsfest statt. Alle Familienmitglieder, Verwandten und enge Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Hier in der Hauptstadt Antananarivo werden die Buben meistens modern in den Krankenhäusern oder in einer Klinik mit “circoncision à l’americaine“ beschnitten. Jedes Jahr organisieren auch private Vereine und verschiedene Projekte kollektive und kostenlose Beschneidungen in den Wohnvierteln.
In den kleinen abgelegenen Dörfern und an der Küste werden die Buben „traditionell“ beschnitten. Dabei gibt es mehrere Fadys oder Tabus, die die Familie respektieren muss.

An der Südostküste Madagaskars, in der Stadt Mananjary wird dieses Ritual mit kollektiven und grossen Festen alle 7 oder 8 Jahre abgehalten. Die Antaimoro und Antaisaka Bevölkerungsgruppe nennen dieses Beschneidungsfest “Sambatra“, wörtlich übersetzt bedeutet dies „das fröhliche Fest “.

Wenn Sie weitere Informationen über unsere Kultur haben möchten, sind sie hier auf unserer facettenreichen Insel Madagaskar herzlich willkommen. Gern können Sie uns PRIORI in Antananarivo direkt oder unsere Kollegen im PRIORI Madagaskarhaus in Basel kontaktieren.


PRIORI TV Antananarivo

Antananarivo Madagaskar am 31. Mai 2021. Auf dem belebten Platz entlang der Avenue de l’Indépendance – vergleichbar mit der Pariser Avenue des Champs-Élysées  oder der Zürcher Bahnhofstrasse – herrscht normalerweise reger Verkehr: Autos und Fussgänger, ambulante Verkäufer und Taxis. Corona hat die oft etwas chaotische Situation beruhigt.

Der Blick geht auf die Kreuzung beim berühmten Le Glacier, ein Restaurant mit beliebter Diskothek und stark frequentiertem Nightclub, der mit seiner Live-Musik Musiker und Gäste scharenweise anlockt.

Die Hauptarterie in Antananarivo führt frontal auf den markanten Hauptbahnhof zu.  Eine Flaniermeile ist sie nicht.

An diesem Montag, dem 31. Mai 2021 ist es ruhig. Der Präsident hat in seiner üblichen Fernsehansprache einige Covid-Beschränkungen aufgehoben. So auch das Lockdown am Wochenende und die Reisebeschränkungen innerhalb Madagaskars. Tsaradia (Air Madagascar) nimmt die Binnenflüge wieder auf. Fernflüge bleiben weiterhin untersagt.

Auf dem Platz vor dem Bahnof steht der Kilometerstein 0 (zéro). Ab dieser Markierung werden alle Strassendistanzen auf der ganzen Insel gemessen. Kaum jemand beachtet diesen borne kilométrique, der etwas verloren am stabilen Eisengitter steht, das den mächtigen Bahnhof abschirmt. Er ist – wie alle Kilometersteine in Madagaskar – weiss mit einer roten Kappe. Doch Zeit, Abgase und Schmutz haben den Kilometerstein eher zu einem graubraunen Steinstummel werden lassen.
Trotzdem: er ist das Zentrum der grossen Insel Madagaskars. Strassenmässig jedenfalls.


mehr zu PRIORI Reiserouten in unserem Katalog 2021