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Madagaskars Zwiebelgeschichte

Produktion von Zwiebeln: Madagaskars Zwiebelgeschichte

Die Produktion von Zwiebeln: Madagaskars Zwiebelgeschichte, ein schwerer Start mit Happy End

Ein Text über die Zwiebel-Produktion, ihre Verwendung in der Küche und anderswo, und madagassischen Sprichwörtern.

Die Zwiebel…dieses in Madagaskar lange unbekanntes Gemüse hat sich nur langsam ihren guten Ruf erarbeitet, obwohl sie eine lange Tradition auf der Insel hat. Heute ist sie nicht mehr aus der madagassischen Küche und Kultur wegzudenken. Was ist geschehen?

Als Nutzgemüse war die Zwiebel lange Zeit als „volin ampela“ eingeordnet: den Frauen zugehörend. Mit der Zeit ist die Zwiebel eine rentable Spekulation für Familien geworden. Zwiebeln werden im Westen, Osten, Norden und Süden Madagaskars angebaut, und zwar sowohl in der Trockenzeit als auch in der Regenzeit. Obwohl sie heute das am viertmeisten konsumierte Gemüse Madagaskars ist, ist die Zwiebel dennoch im Grossteil der Insel nur als Grundnahrungsmittel bekannt. Ihre zahlreichen möglichen Verwendungsweisen in der Küche, aber auch als Medikament haben sich mit der Zeit kaum entwickelt und sind den meisten Madagassen nur sehr grundlegend bekannt.

Seit der Einführung der Zwiebel in Madagaskar im 15. Jahrhundert durch arabische Händler wurde das Gemüse stets von Familien zur Selbstversorgung angebaut. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Kolonialverwaltung den Export der Zwiebel nach Afrika initiiert, aber erst in den 1970er Jahren hat die Zwiebel einen Aufschwung erfahren und wurde zum am meisten angebauten Gemüse der Insel. Erst zu dieser Zeit fingen Familien auch an, Zwiebeln für den Handel anzubauen, anstatt nur für sich selbst. Zudem verlangten die Marktaufsicht für Export und die lokalen Stadtzentren von den Produzenten, sich auf eine Gemüsesorte zu spezialisieren.

In Madagaskar ist die Zwiebel unter dem Namen „tongolo ejypta“, ägyptische Kartoffel aufgrund ihrer Herkunft, bekannt oder unter dem Namen „tongolo be“, grosse Zwiebel, in Bezug auf die kleinere Knoblauchzwiebel (tongolo lay). Das Wort „tongolo“ wurde vom Swahili-Wort „Kitunguu“ abgeleitet.

Indische Händler haben die Zwiebel nach Madagaskar gebracht und zuerst im Nordwesten der Insel, dort wo sie angelegt haben, verbreitet. In den 1930er Jahren hat sich die Zwiebel in der Region Sofia (im Nordwesten Madagaskars) schnell als Gemüse etabliert und von hier aus hat sie Einzug auf die ganze Insel erhalten, was durch die Öffnung der ersten geteerten Strasse sehr erleichtert wurde. In den 1960er Jahren hatte die Zwiebel den Norden Antananarivos erreicht.

Einige Gläubige, vor allem im Hochland Madagaskars, verboten die Zwiebel an bestimmten religiösen Orten. Doch der wirtschaftliche Wert des Produkts veranlasste die Bevölkerung bald, die Tabus und Mythen nicht mehr zu glauben, dass die Zwiebel die Reisernte vernichte oder Lepra auslöse. Im Laufe der Zeit, vor allem mit der Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe in den 1990er Jahren, hat die Zwiebel sich ihren Platz in Madagaskar verdient – sie ist nicht mehr wegzudenken aus der Gemüselandschaft der Insel und wird seitdem in immer neuen Gebieten angebaut.

Die zuletzt neuen Anbaugebiete sind die Gräben rund um den Fluss Mandrare in Anosy und Androy. Die Bauern dieser Region haben sich um die Jahrtausendwende herum auf den Zwiebelanbau spezialisiert. Die Gebiete rund um Tuléar und um Sofia sind momentan die grössten Anbaugebiete und Exportmeister für Zwiebeln in Madagaskar.

Die meistgezüchteten Zwiebelsorten Madagaskars sind „Red Créole“, „die Rote aus Tana“ (Rouge de Tana) und die „Violet de Galmi“. Die rote Zwiebelsorte „Noflaye“ ist die meistgekaufte Zwiebel auf dem Markt. Immer wieder werden auch neue Sorten gezüchtet.

Der Literatur zufolge unterscheiden sich die madagassischen Zwiebeln je nach Anbaugebiet. Grundsätzlich ähneln die runden Zwiebeln jedoch grundsätzlich in Form und Farbe der Sorte „Red Créole“ und die flacheren der Sorte „Violet de Galmi“. Die verschiedenen Zwiebelsorten in Madagaskar unterscheiden sich dabei nur gering. Manche Forscher hinterfragen sogar, ob es überhaupt gerechtfertigt ist von typisch madagassischen Zwiebel-Kultivaten zu sprechen.

Bei den madagassischen Bauern bekommen die Zwiebelsorten übrigens Namen entsprechend ihrer Anbauregion. Man findet beispielsweise die Sorte „Manakana“ in Ambatrondrazaka oder die Sorte „menakely (kleine Rote) aus Mampikony“,…

Die Bauern produzieren dabei auch immer Zwiebelsorten und Varietäten entsprechend den klimatischen Bedingungen vor Ort, ebenso wie entsprechend ihren landwirtschaftlichen Möglichkeiten und ihrer Kultur. So sind zum Beispiel neue Zwiebelsorten sehr selten, da die madagassische Gesetzeslage es verbietet, deren Ableger einzuführen: es sollen Krankheiten vermieden werden, die durch den Boden übertragen werden und so auch die heimischen Pflanzen angreifen können.

Im Westen und Süden Madagaskars wird die Zwiebel in der Trockenzeit von Mitte Juni bis Ende Oktober angebaut. Die Zwiebel wird meist in bewässerten Zonen, vor allem entlang von Wasserläufen, bei Ebbe, in den „baiboho“, dem Schwemmland in Reisfeldern, das sich dort durch Fluten abgelagert hat oder während der Brache dort, angebaut.

Im Hochland und im Osten Madagaskars wird die Zwiebel meist in der Regenzeit auf dem besten Land angebaut, aber auch ausserhalb der Saison.  Die Anbautechniken sind auf der ganzen Insel gleich: entweder werden die Samen direkt gesät und dann umgepflanzt, oder durch Pflanzen von jungen Zwiebelpflanzen. Überall in Madagaskar erlauben es der landwirtschaftliche Pflanzkalender, die verschiedenen Anbautechniken sowie das landwirtschaftliche Potenzial der Anbaugebiete, dass Bauern die Zwiebeln zu jeder Jahreszeit pflanzen.

Bis auf zwei Ausnahmen sind die Erntezeiten für die Zwiebeln in ganz Madagaskar von August bis November. In der Region Ambatondrazaka gibt es allerdings zwei Ernten pro Jahr: von April bis Juni und von Oktober bis Dezember. Und in der Zone um Mampikony können die Zwiebeln bereits ab Juni geerntet werden.

Der Zwiebelpreis ist niemals fix und variiert von Jahreszeit zu Jahreszeit. Von März bis Mitte Juli schiesst der Preis in die Höhe, weil der Markt eine vorübergehende Verknappung erlebt. Ausserdem bestimmt das Vorhandensein von Wasser sehr stark den Anbau der Zwiebel, da die Pflanzen sehr darauf angewiesen sind. Jedes Jahr werden entweder zuviele Zwiebeln produziert, oder sie ist ein knappes Gut. Die jährliche Zwiebelproduktion in Madagaskar beläuft sich nach Schätzungen der PHBM (Projektentwicklung des oberen Mandrare-Beckens) auf rund 18.500 Tonnen.

Die Zwiebeln werden hauptsächlich auf dem Inlandsmarkt und vor allem in den grossen Städten verkauft, wo die meisten Abnehmer sind. Aber Madagaskar exportiert auch auf die anderen Inseln im Indischen Ozean, wo wiederum Réunion vor den Komoren, den Seychellen und Mauritius der grösste Exporteur für Zwiebeln ist. Doch Madagaskar schafft es nicht, mehr als 2000 bis 3000 Tonnen Zwiebeln pro Jahr zu exportieren, auch wenn man alle Anbaugebiete zusammenfasst. Dabei liegt die Nachfrage bei weit über 9000 Tonnen. In den Jahren 2001 bis 2004 lag sie sogar bei 12.500 bis 15.000 Tonnen!

Regionale Marktbündnisse wie SADC (Southern African Development Community), COMESA (Marktzusammenschluss für das Südliche und Östliche Afrika) und COI (Kommission des Indischen Ozeans) beginnen, sich für die Zwiebeln aus Madagaskar zu interessieren. Madagaskar ist durch seine Lage ab der Hauptrouten und den damit verbundenen Mehrkosten für Transport sanktioniert. Deshalb versucht das Land bei der Entwicklung des Zwiebel-Sektors auf Qualität zu setzen anstatt auf Masse.

Doch auch diese Ausrichtung gestaltet sich schwierig: die Auslieferung der Zwiebeln von der Ernte zu den verschiedenen Märkten wird durch den schlechten Zustand der Strassen behindert, gleichzeitig werden Kalibrierungsstandards von Zwischenhändlern oft nicht eingehalten oder sind unsicher. Kurz gesagt bleibt der Zwiebelsektor Madagaskars problematisch, denn die Lagerung der Zwiebeln ist nicht gut kontrolliert und es fehlt an Organisation zwischen den Produzenten und den Aufkäufern. Oft halten sich die Produzenten nicht an die Ankunft der Händler, welche die Marktgesetze regeln.

Was den Verzehr von Zwiebeln in Madagaskar betrifft ist es so, dass das Gemüse meist als Gewürz verwendet wird: in Saucen mit Tomaten und / oder Fleisch gekocht, auch in Kombination mit anderem Gemüse wird es zu Reis serviert. Zwiebeln werden häufig in Essig eingelegt (für Salatsaucen und Pickles) und neben anderen Gemüsepickles (aus Kohl, Karotten, Gurken, Tomaten oder Rougail) gegessen.

Die Verwendung der Zwiebel als Gemüse, wie beispielsweise Karotte oder Kartoffel, ist auf Madagaskar nach wie vor unbekannt. Nur die reiche Bevölkerung der grossen Städte verbrauchen grosse Mengen Zwiebeln als Gewürz oder Gemüse, zum Beispiel für das berühmte Gericht „Schweinshaxe mit Zwiebeln“. Die meisten Zwiebelproduzenten gaben bei einer Befragung an, dass sie selbst gar keine Zwiebeln essen, andere erzählten, dass sie rohe Zwiebeln als Beilage zu Reis essen.

Die Zwiebel hat gleichzeitig sehr viele therapeutische Eigenschaften: Sie ist ein Hausmittel gegen Grippe und Husten sowie bei Insektenstichen und anderen Wunden.

Bei einer noch kleinen Gruppe der madagassischen Bevölkerung, die sich für Bioprodukte begeistert, ist die Zwiebel gefeiert, und vor allem für kosmetischen Behandlungen (gegen Haarausfall) ist sie beliebt.

Aufgrund ihres intensiven, oft als unangenehm empfundenen Geruchs gibt es in Madagaskar folgende Zwiebel-Sprichwörter:

Tongolo maty taho, ka be fofona amin’ny tany: Zwiebeln, deren Stiel abgefallen ist, riechen sehr schlecht. – Böse Taten verbreiten einen üblen Geruch.

Aza mandrora olon-tsy maimbo, ka hatao mangidy be fofona , ohatra ny tongolo  tapa-bilany, ka mangidy be fofona:  Spuckt nicht in der Nähe von Menschen, die nicht schlecht riechen, behandelt sie wie einen Topf halb gefüllt mit stark riechenden Zwiebeln. – Nehmt euch in Acht vor denen, die die Revolte anführen und von denen falsche Gerüchte gestreut werden

Es gibt auch einen madagassischen Ausdruck, der gleichzeitig als Sprichwort verwendet wird: „Manina ny tongolon’i Ejipta“ – „Die Nostalgie der Ägyptischen Zwiebeln haben.“ Dieses Zitat wurde von Madagassen vom Original aus der Bibel Kapitel 11, Vers 5-6 abgewandelt: Dort wird die Lage der Hebräer beschrieben, die von Moses angeführt nach Ägypten zurückkehren möchten…und die, als sie ohne alles in der Wüste ankommen an all die guten Dinge von Ägypten denken – Fisch, Gemüse aller Art…und sogar die Zwiebel wird dort genannt. Die Madagassen verwenden diesen Ausdruck, wenn sie sich auf etwas beziehen, was nicht mehr existiert, aber was für sie eine perfekte Situation war/ wäre. Sie verwenden ihn auch, um jemanden daran zu erinnern, dass dieser einer vergangenen Situation nachtrauert und idealisiert, die so nicht mehr vorhanden ist.

Der Zwiebelanbau in Madagaskar geht voran und erweitert seinen Horizont, aber es bleibt noch viel zu tun, damit die Zwiebel das Niveau der anderen Exportprodukte erreicht.

Madagaskar an der FESPO in Zürich

Madagaskar = PRIORI = Madagaskarhaus Basel
Madagaskar = PRIORI = Madagaskarhaus Basel

Ja, die Ferienmesse in Zürich findet dieses Wochenende im Januar 2018 statt. Madagaskar ist auch vertreten und dies auf dem Stand von PRIORI Madagaskarhaus. Der umfangreiche Katalog und die Präsenz von wahren Madagaskar-Kennern unterstreichen das Engagement von PRIORI für Madagaskar. Die Insel im Indischen Ozean hat im letzten halben Jahr eher negative Schlagzeilen geschrieben. Die Pest und dann der Zyklon Ava mit seinen Überschwemmungen landeten in der Weltpresse. Doch die Leute in Madagaskar lassen sich nicht unterkriegen. Das Leben geht weiter.

Madagaskar ist UNO-Mitglied und wenn auch die Hausaufgaben nicht sonderlich gut gemacht werden, die über 24 Millionen Einwohner führen einen zähen Überlebenskampf. Trotzdem haben sie immer ein Lächeln und sind gastfreundlich wie kaum anderswo.

Zyklon 2018 in Madagaskar

Zyklon 2018 Madagaskar © Giovanna_Satellitenbild_Madagaskar

 

Zyklon 2018 in Madagaskar

(18. Januar 2018) Kaum hat sich in Madagaskar der wasserreiche Zyklon Ava in die Weiten des Indischen Ozeans verzogen, schleicht sich der nächste Zyklon heran. Er heisst Berguitta und baute sich in den letzten Tagen östlich von Mauritius auf. Vor wenigen Stunden ist er über Mauritius gerast und hat Zerstörungen hinterlassen. Er ist La Réunion direkt gefährlich, falls er den jetzt eingeschlagenen Weg einhält. Vorsichtshalber wurden Flugzeuge bereits umgeleitet.

Berguitta ist der zweite Zyklon der Saison 2017/2018. Das erkennt man am Anfangsbuchstaben. Die Zyklonnamen werden jeweils von den Ländern rings um den Indischen Ozean im Voraus vergeben.  Die Namen der Saison 17/18 sind Ava (Namensgeber Madagaskar), Berguitta (Seychellen), Cebile (Zimbabwe), Dumazile (Swaziland), Eliakim (Kenya), Fakir (Komoren), Guambe (Mozambique), Habana (Botswana), Iman (Maurice), Jobo (Lesotho), Kanga (Südafrika), Ludzi (Malawi), Melina (Tansania), Nathan (Frankreich), Onias (Zimbabwe), Pelagie (Madagaskar), Quamar, Rita, Solani, Tarik, Urilia, Vuyane, Wagner, Xusa, Yarona, Zacarias.

Papierherstellung in Madagaskar

Antaimoro Papier - Papierherstellung in Madagaskar

 

Ein Einblick in die Antaimoro Papierherstellung

Sorabe heissen die heiligen Bücher, in denen Weisheiten der arabischen Einwanderer niedergeschrieben wurden, die im 13. Jahrhundert an der Südostküste Madagaskars landeten. Sie brachten die Kunst des Schreibens mit und hielten ihre religiösen Formulierungen, Heilsprüche und Zukunftsdeutungen in arabischer Schrift fest. Somit ist arabisch die erste in Madagaskar benutzte Schrift.

Das Papier stellten die Antaimoro selber aus Pflanzenmaterialien her. Diese Kunst des Papierherstellens hat sich über Jahrhunderte gehalten, eher in einem eingeschworenen Kreis, denn die Heiligen Bücher durften nicht von fremden Augen gesehen werden. Erst die Kolonialausstellung von Paris, 1931, machte dieses Naturpapier bekannt.

Dies hingegen weckte das Interesse von Pierre Mathieu, einem französischen Kaffeepflanzer an der Ostküste Madagaskars. Erst in Manakara, dann schliesslich ab 1936 in Ambalavao in einer stillgelegten Konservenfabrik, stellte er seine Version des Antaimoro-Papiers her. Dies dank Insiderwissen eines Antaimoro, Rangahy Armand, der im Betrieb mitarbeitete.

Im Laufe der Produktionsjahre verlor das Papier seinen sakralen Wert. In die Papiermasse wurden getrocknete Blumen eingelegt, Blätter und Blüten. Das sah dekorativ auf Lampenschirmen aus oder als ungewöhnliches Briefpapier. Postergrosse Papiere wurden als Paravent eingearbeitet. Doch das Antaimoro-Papier diente nicht mehr heiligen Zwecken.

Pierre Mathieu starb 1948 und seine Frau fabrizierte im Betrieb weiter mit einem quasi kolonialen Monopol. Als auch Armand 1967 starb, begann ein unschöner Kampf um ‘Markenrechte’. Armand hatte sein Wissen seinen Kindern weitergegeben, die ab den 1970er Jahren selber Ateliers eröffneten. Daher finden sich heutzutage mehrere Fabrikationsstellen in der Agglomeration der Hauptstadt und an anderen Orten. Alle behaupten, das ‘originale’ Antaimoro-Papier herzustellen.

In Madagaskar wird Papier generell taratasy genannt, was auch Brief oder Meldung bedeutet. Das Papier Antaimoro wurde nie dieser Kategorie zugeordnet. Interessant aber, dass die Strasse der Antaimoro-Produktion in Ambalavao heute noch Ambalataratasy (Park des Papiers) genannt wird.

Heutzutage ist ein Besuch der Papierherstellung in Ambalavao fester Bestandteil einer Reise auf der RN7 gegen Süden. Der Ort hat jedoch seinen Charme verloren und die Herstellung scheint nur noch eine magere Touristenshow geworden zu sein.

Was derweil mit den heiligen Büchern, deren Papier und Schrift im Land der Antaimoro geschieht, bleibt geheim und das ist auch gut so.

Nationalpark von Marojejy

Madagaskar-SAVA-Blick-auf-Nationalpark-von-Marojejy-PRIORI-Reisen

Informationen zum Nationalpark von Marojejy sowie Ausrüstungtipps für Ihren Besuch

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar und schmiegt sich um den Berggipfel von 2132 m ü. M. Daher ist eine Wanderung im Marojejy eine eigentliche Bergwanderung, die verschiedene Vegetationsstufen durchquert.

Infos zum Nationalpark finden sich auf

http://www.priori.ch/d_reisen/marojejy/marojejy.htm

http://www.marojejy.com

http://www.zeit.de/reisen/2012-08/lemuren-madagaskar/seite-3

Den Nationalpark begeht man zu Fuss. Es muss nicht geklettert werden. Die Nächte verbringt man in einfachen Camps, die durch den Zyklon Ewano (2017) stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Die Camps gleichen eher Goldgräberhütten, die mit Planen und Holz zusammengenagelt sind. Duschen und WC sind sehr simpel. In den Camps gibt es absolut nichts zu kaufen. Dort wird für Sie gekocht und Sie verbringen die Nacht. Mehr ist da nicht.

Trotzdem lohnt sich die Wanderung im Nationalpark ganz bestimmt, denn alleine die Aussichten machen die Mühsal wett. Abgesehen davon gibt es Tier- und Pflanzenarten, die nur gerade dort vorkommen.

Für die Wanderung muss man ausgerüstet und physisch fit sein. Wer es nicht zum Gipfel schafft / schaffen will, findet auch schon in Camp eins oder zwei interessante Beobachtungen und Fotomotive.
Der Nationalpark ist eintrittspflichtig und darf nur mit Führer begangen werden. Bei Bedarf kann man auch Träger anheuern. Koffer sind ungeeignet.

Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich mit. Alles muss getragen werden!

Ausrüstung:

  • Wanderstöcke
  • Regenschutz (Sehr geeignet ist ein grosser Poncho, der gleich auch den Rucksack und die Kamera schützt.)
  • Eingelaufene Wanderschuhe. (Es braucht keine Alpenbergschuhe. Aber es braucht ein trittsicheres Profil)
  • Mosquito- und Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz
  • Genügend Batterien für Kamera und Taschenlampe
  • Taschenlampe oder Stirnlampe (Es gibt keine Elektrizität in den Camps)
  • Klopapier
  • Schlafsack für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad
  • Wasserflasche (die lokalen Pet-Mineralwasserflaschen sind dazu gut geeignet)

Madagaskars Tiere in Zoos

Madagaskars Tiere in Zoos - Lemuren - Katta mit Baby

Madagaskar bei uns – Madagaskars Tiere in Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Madagaskar ist voller einmaliger Tiere, viele von ihnen kommen nur auf der Insel im Indischen Ozean vor (sie sind dort endemisch) und sind daher eine Seltenheit. Wer Lust hat, ein bisschen Madagaskar in unseren Breitengraden zu erleben, der kann in Zoos oder Tierparks gehen. Denn in vielen Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es immer wieder Tiere aus Madagaskar.

Eine Besonderheit und ein garantierter Besuchermagnet sind dabei die madagassischen Halbaffen: Lemuren. Die niedlichen Säugetiere, die wie eine Mischung aus Affe und Katze aussehen, wild herumturnen und auch zum Teil sehr zutraulich werden sind der Liebling vieler Kinder und in zahlreichen Zoos und Tierparken in Europa zu finden.

Die Bezeichnung Lemur leitet sich aus dem lateinischen „lemures“ ab und bedeutet in etwa „Geister der Verstorbenen“. Diesen Namen erhielten die Tiere wahrscheinlich von den ersten Forschern auf Madagaskar. Die Madagassen halten die Lemuren auch heute noch für Waldgeister.

In Madagaskar gibt es mehr als 100 Arten Lemuren, die teils tagaktiv, teils nachtaktiv sind und die auch ganz unterschiedlich gross werden. Viele Lemurenarten in Madagaskar sind aufgrund von Abholzung, Waldrodungen und Wilderei und der damit verbundenen Zerstörung ihres Lebensraumes bereits sehr bedroht. Zahlreiche Zoos und Tierparke versuchen die Zucht der Lemuren in menschlicher Obhut und unterstützen aktiv Artenschutzprogramme in Madagaskar.

Die wohl am meisten hier angesiedelte Lemurenart sind die Kattas (Lemur catta), auch Ringelschwanzmakis genannt. Das Hauptmerkmal dieses graugefärbten, bis zu 3,5 Kilo schweren Primaten ist sein langer mit jeweils 13 bis 15 weissen und schwarzen Streifen geringelter Schwanz, mit dem er klettert und der auch eine wichtige Rolle bei der Kommunikation spielt. Die Tiere leben in Gruppen von durchschnittlich 14 Tieren. Die Weibchen führen die Gruppe an. In Madagaskar leben sie im trockenen Süden und Südwesten. Dort sind sie bevorzugt in Dornen- oder Trockenwäldern sowie in Savannen zu finden, aber auch im Bergland und in felsigem Terrain über der Baumgrenze sind sie heimisch.

Auch die Varis gehören zu den Lemurenarten, die häufig in Zoos gehalten und gezüchtet werden. In Madagaskar leben sie in den Baumwipfeln der feuchten immergrünen Regenwälder des Ostens und Nordostens der Insel. Es gibt sowohl Rote Varis (Varecia rubra) als auch Schwarzweiße Varis (Varecia variegata). Der Rote Vari gilt als eine der 25 am stärksten bedrohten Primatenarten weltweit.­­­­­­­

Die im Folgenden angeführte Liste versucht einen Überblick darüber zu verschaffen, in welchen Zoos bzw. Tierparken in Deutschland, Österreich und der Schweiz Tiere aus Madagaskar angesiedelt sind. Die Auflistung wurde mit grosser Sorgfalt vorbereitet, es besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität. Vor allem zu Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögeln gab es oft keine Informationen.

 Deutschland

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Zoo Augsburg Ringelschwanzmaki (Katta) und Rotbauchmakis k.A.
Tierpark Berlin Für Besucher begehbarer Vari-Wald mit insgesamt sieben Lemuren-Arten: Rote und Schwarzweiße Varis und Kattas, Mohren-, Halsband-, Rotbauch- und Mongozmakis. Mit einem der größten Lemuren-Bestände unter deutschen Zoos setzt sich der Tierpark aktiv und erfolgreich für den Schutz der bedrohten Halbaffen ein.
Im Rahmen Europäischer Erhaltungszuchtprogramme (EEP) pflegt der Tierpark Berlin Paare oder Zuchtgruppen
Zoologischer Garten Berlin Im Raubtierhaus findet man auch Tiere aus Madagaskar, wie Ringelschwanzmakis und die madagassische Wildkatze Fossa. Der Zoo unterstützt Naturschützer z. B. auf Madagaskar.
Tierpark Bochum Kattas, Madagaskar-Anlage im Aquarien- und Terrarienhaus mit Standings Taggeckos (Phelsuma standingi) und Madagaskar Hundskopfboa k.A.
Zoo am Meer Bremerhafen Madagaskar-Taggecko (phelsuma madagascariensis grandis) k.A.
Tiergarten Cottbus Kattas k.A.
Vivarium Darmstadt Kattas k.A.
Tierpark Dessau Kattas k.A.
Zoo Dresden Mohrenmakis und Kattas

 

Der Zoo Dresden unterstützt finanziell die internationale Vereinigung Madagaskar Fauna Group (MFG). In dieser setzen sich seit 1987 Zoos und universitäre Institute zusammen für die langfristige Erhaltung der madagassischen Artenvielfalt ein.
Zoo Duisburg

 

 

Auf einer begehbaren Kattainsel leben Kattas und Mohrenmakis (Lemuren). Im Zoo leben auch Madagaskar-Riesenratten und die madagassische Wildkatze Fossa. k.A.
Zoo Eberswalde Kattas k.A.
Zoopark Erfurt Kattas, Mausmakis, Roter Vari und Kronenmakis k.A.
Zoo Frankfurt am Main Kattas k.A.
Zoo-Erlebniswelt Gelsenkirchen Kattas k.A.
Tierpark Hagenbeck Hamburg Katta-Lemuren (können im Eingangsbereich des Tropenaquariums frei zwischen den Besuchern laufen), Madagaskar-Fauchschabe, Madagaskar Taggecko, k.A.
Zoo Hannover Eine Gruppe von fünf Roten Varis lebt im Tropenhaus im Zoo Hannover k.A.
Zoo Heidelberg 2017 Bau eines neuen Außenbereichs am Menschenaffenhaus für die Lemuren: Sifakas und Kattas auf ca. 120 qm

·         Im Raubtierhaus: aus Madagaskar stammende Wildkatze Fossa

Den stark vom Aussterben bedrohten Sifakas gilt besondere Aufmerksamkeit. Der Zoo Heidelberg wird der erste deutsche Zoo sein, der gemeinsam mit sieben weiteren Zoos an einem Schutzprojekt für Sifakas teilnimmt.
Tierpark Herford Kattas k.A.
Serengetipark Hodenhagen Begehbares Gehege mit Kattas und Weisskopfmakis k.A.
Tierpark Jaderberg Insel für Kattas mit Wassergraben und einsehbarem Haus k.A.
Affen-Zoo Jocksdorf Kattas k.A.
Zoo Kaiserslautern In einer mehr als 1.000 Quadratmeter großen Affenanlage können die Besucher seit 2016 neun Katta-Äffchen aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. k.A.
Zoo Köln Im Madagaskar-Haus leben verschiedene Lemurenarten, daneben Madagaskar-Taggeckos, Madagaskar-Strahlenschildkröten, der Madagaskarweber (Vogel) k.A.
Zoo Landau in der Pfalz Madagaskar Schienenschildkröte Der Zoo ist der einzige Zoo in Europa, der diese stark bedrohte Schildkrötenart hält.
Zoo Magdeburg Seit 2014 gibt es ein begehbares Freigehege mit Lemuren: Kattas, Gürtelvaris und Rotstirnmakis klettern und toben auf den hohen Bäumen der 800 Quadratmeter großen Halbaffen-Anlage namens „Madagaskar“. k.A.
Abenteuerzoo Metelen Zwei begehbare Katta-Inseln k.A.
Tierpark Hellabrunn München Kattas und Mayottenmakis k.A.
Allwetterzoo Münster Begehbare Feianlage mit schwarzweissen Varis und Katta-Lemuren
NaturZoo Rheine 2016 eröffnete der „Lemuren-Wald“ mit Kattas, Roten Varis und Schwarzweissen Varis Der Zoo unterstützt verschiedene Artenschutzprojekte auf Madagaskar.
Zoo Rostock Kattas k.A.
Zoologischer Garten Saarbrücken Der Zoo ist spezialisiert auf afrikanische Arten – vor allem von der Insel Madagaskar.  Neun Lemurenarten gehören zum Tierbestand: Kattas, Roter Vari, Schwarzweisser Vari, Rotbauchmakis, Rotstirnmakis, Weisskopfmakis, Mausmakis, Fettschwanzmakis.

Die Halbaffen sind im Madagaskarhaus untergebracht, welches auch Krokodile, Schlangen und Echsen, Papageien und Igeltanreks beherbergt.

Als Mitglied einer Lemurenschutz-Vereinigung unterstützt der Zoo die Einrichtung von Schutzgebieten in Madagaskar und der Auswilderung von Lemuren.
Zoo Schwerin Kattas k.A.
Zoo Staßfurt Begehbare Anlage mit Kattas k.A.
Affenwald Straußberg Freilaufende Kattas auf 3,5 Hektar Waldfläche k.A.
Wilhelma Stuttgart Lemuren (Mausmakis, Rote Varis), Madagaskar-Buntbarsche, Große Tanrek (Borstenigel), Mähnenibis k.A.
Tierpark Ueckermünde Kattas k.A.
Tierpark Wismar Katta-Insel mit freilaufenden Kattas k.A.
Tierpark Wolgast Kattas k.A.
Tierpark Worms Kattas k.A.
Zoo Wuppertal Roter Vari k.A.

Österreich

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Raritätenzoo Ebbs Kattas k.A.
Zoo Linz Kattas k.A.
Zoo Hellbrunn Salzburg Lemurenanlage seit 1976 k.A.
Zoo Schmieding Krenglbach Kattas und andere Lemuren k.A.
Zoo Schönbrunn Wien Katta und Roter Vari

Schweiz

Ort Tierarten aus Madagaskar Engagement
Zoo Basel Kattas und Varis, Madagaskar Strahlenschildkröte k.A.
Kinderzoo Knie Rapperswil/ Zürichsee Kattas in Freigehege k.A.
Zoo Rothenburg Kattas k.A.
Zoo Zürich „Masoala“ heisst eine der grössten Tropenhallen Europas. Sie ist der Flora und Fauna Madagaskars gewidmet und wird bevölkert von Rotem Vari und Alaotra-Halbmaki, einer Vielzahl Vögel, den gefährdeten Rodrigues-Flughunden sowie Riesenschildkröten, Taggeckos, Chamäleons. Auch die Madagaskar-Perwachtel und die Madagaskar-Schildechse sind im Zoo zu finden. Partnerschaft des Zoos mit der Organisation Medair, die Trinkwasserprojekte in der Masoala-Region in Madagaskar durchführt.

Bitte teilen Sie uns weitere Infos mit, wenn sich in Ihrer Umgebung ein Zoo mit madagassischen Tieren befindet. Vielen Dank!

UNESCO-Welterbe in Madagaskar

UNESCO-Welterbe in Madagaskar - Tsingy de Bemaraha

Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean ist bekannt für seine einmalige biologische Vielfalt und unglaubliche Fülle an endemischen Arten der Flora und Fauna. Die Insel wurde vor über 60 Millionen Jahren vom Festland abgetrennt. In dieser enorm langen Isolation haben sich hier viele urtümliche Tier- und Pflanzenarten erhalten und es konnten sich viele neue, nur hier angepasste Arten entwickeln. Die biologische Vielfalt Madagaskars ist eine der höchsten der Erde. Die Insel ist Heimat von mehr als 200.000 bekannten Tier- und Pflanzenarten, davon sind über 150.000 endemisch. Über 50 Arten von Lemuren, 99 Prozent der Froscharten und 36 Gattungen von Vögeln kommen nur auf dieser Insel vor. Insbesondere Regenwälder sind eine Wiege der Artenbildung. Die UNESCO-Kommission hat zwei Gebiete auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt:

Madagaskars Weltnaturerbe-Stätte Tsingy de Bemaraha

Das Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars wurde von der UNESCO bereits 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Tsingy heissen die spitzen Kalkfelsennadeln, die für dieses Gebiet so charakteristisch sind: bis zu 40 Meter hohe scharfkantige Felsenskulpturen, durchbrochen von Schluchten und Höhlen bilden ein einmaliges Biotop und eine skurril-sehenswerte Landschaft.

Das Wort TSINGY bedeutet auf Madagassisch wortwörtlich „auf Zehenspitzen laufen“ und bezieht sich auf die messerscharfen Kanten der Kalksteine. Die Felsenformation entstand vor Millionen Jahren aus riesigen Korallenbänken, die aus dem Meer herausgehoben und durch Wind und Wasser zu bizarr ausgewaschenen Skulpturen geformt wurden. Eingestreut in diese Stein-Landschaft liegen auch unberührte Inselwälder und kleine Seen. Dieses bizarre und einzigartige Revier bietet vielen besonderen, an diese Umgebung angepassten, Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Madagaskars Weltnaturerbe „Regenwälder von Atsinanana“

Die „Regenwälder von Atsinanana“ gehören seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Besonderheit dieser Stätte ist, dass unter dieser Bezeichnung sechs Naturparks im Osten Madagaskars zusammengefasst werden. Sie alle gelten als äusserst wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Insel. Die sechs Bereiche dieses UNESCO-Weltnaturerbes umfassen insgesamt ein Gebiet von rund 5000 km². Von Nord nach Süd zählen folgende Nationalparks zum Weltnaturerbe:

  • Marojejy Nationalpark
  • Masoala Nationalpark
  • Zahamena Nationalpark
  • Ranomafana Nationalpark
  • Andringitra Nationalpark
  • Andohahela Nationalpark

Nur noch 8,5 Prozent des einstigen Regenwaldbestands ist heute in Madagaskars erhalten. Aufgrund von Brandrodung, Abholzung und Schmuggel mit Edelhölzern sind Madagaskars Wälder weitestgehend verschwunden und der Lebensraum für viele Arten massiv bedroht. Im Jahr 2010 hat die UNESCO auch die Atsinanana-Regenwälder auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Die Kommission kritisierte die madagassische Regierung, da Madagaskar trotz eines Verbots von Rodung und Export von Palisander und Ebenholz die Ausfuhr der Tropenhölzer genehmige. Sie forderte die Regierung Madagaskars auf, die notwendigen Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots zu ergreifen und kritisierte gleichzeitig, dass Länder unter den Abnehmern seien, die die Konvention für das Welterbe ratifiziert hätten.

Weniger bekannt als Madagaskars Natur ist die kulturelle Vielseitigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean. Doch auch hier hat die Grosse Insel Einiges zu bieten. So kommt es, dass in Madagaskar auch  ein Kulturdenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Madagaskars Weltkulturerbe

Der Königshügel von Ambohimanga („Blauer Hügel“) wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Für Madagaskar war diese Ernennung sehr wichtig, um zu zeigen, dass die Insel nicht nur eine sehenswerte Naturreisedestination ist, sondern auch interessante Städte und kulturelle Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Ambohimanga liegt in der Provinz Antananarivo unweit der gleichnamigen Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo. Von dort kann die Weltkulturerbestätte gut in einem Tagesausflug besichtigt werden.

Ambohimanga war seit 1794 Sitz der Merina-Könige, eines berühmten Herrschergeschlechts in Madagaskar. Bis 1897 wurde der 1468 Meter hohe Königshügel als Grabstätte der Könige von Madagaskar genutzt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde dort der Palast für die Könige gebaut, der heute das Weltkulturerbe ausmacht. Immer weiter wurde der Hügel ausgebaut und entwickelte sich zu einer wahren Festung, vor allem unter König Andriantsimitoviaminandriana. Auch als Ambohimanga schon nicht mehr Residenzstadt war, hatte der Königshügel von Ambohimanga seine Bedeutung als Grabstätte nicht verloren. Bis heute pilgern zahllose Madagassen zu den Ruinen des Königshügels von Ambohimanga, der für die Kultur und den Glauben der Bevölkerung nach wie vor enorm wichtig ist.

Tropischer Carnaval in Madagaskar

Im Juni ist Carnaval in Madagaskar. Dann versammeln sich die Leute in den Städten zum gemeinsamen Fest. Seit einigen Jahren nun sucht nun Antananarivo, die Hauptstadt Madagaskars, dieses kulturelle Event auf sich zu konzentrieren. Demnach findet der grösste Carnaval des Landes nun zum dritten Mal in Antananarivo statt und dies natürlich in der Innenstadt. Drei Tage lang wird gefeiert.

Kernstück ist der Umzug mit Repräsentanten aus den verschiedenen Landesteilen. Früher lag der Schwerpunkt eher auf den 18 offiziellen Ethnien, heute präsentieren sich die 22 Regionen, in die Madagaskar administrativ unterteilt ist. Da tanzen also die Antandroy aus dem tiefen Süden, es gehen die Sakalava aus dem Osten in rhythmischem Takt vorbei, es finden sich Leute aus der Vanilleregion SAVA und Morondava vertritt die Bevölkerung des Menabe. Das Hauptevent ist eine lange und farbenfrohe Parade unzähliger Gruppen.  Jede Formation ist in regionaltypische Kleider gehüllt. Der lange Menschenwurm tanzt, singt, trommelt und lächelt sich stundenlang durch die engstehende Menschenmenge.

Das Ereignis wird von den Tourismusverbänden organisiert und soll die Madagassen einander näherbringen, aber auch die kulturellen Variationen der grossen Insel im Indischen Ozean aufzeigen. Daher – wie immer bei Veranstaltungen – hängt überall die rot-weiss-grüne Fahne Madagaskars. Die Zahl tausend hat ja in der Geschichte von Antananarivo, der ‘Stadt der Tausend’, eine lange Tradition und so sollen es dieses Jahr tausend Musiker, Artisten und Künstler aller Art sein, die am Festival teilnehmen. Nur selten, aber immerhin, auch Gaukler und Stelzenläufer. Tatsache ist, die Strassen der Innenstadt sind wie ein Fluss durchzogen von Farbe und Bewegungen.

Begleitet werden die drei Tage durch Marktstände, Essensbuden und natürlich von Konzerten, die jeweils mehrere tausend Leute anlocken. Viele der Konzerte sind gratis und die unter freiem Himmel aufgebauten Bühnen haben grossen Zulauf. Die lockere Ambiance mit viel Musik wird unterstrichen durch Alkohol. Doch der madagassische Carnaval ist kein Besäufnisfest wie anderswo.

Der madagassische Carnaval ist auch ein Fest für die Kinder. Dabei legen die Eltern Wert darauf, mit ihren Kleinen in festlicher Kleidung durch die Menge zu bummeln. Natürlich nehmen auch die vielen Vereine, Nichtregierungsorganisationen und kleinen Hilfswerke den Anlass zur Gelegenheit, sich und ihre Projekte zu präsentieren. Rund 400 Stände berichten so über Hygiene, Ernährung, Verhütung und vieles mehr. Carnaval auch für Autofreunde. Eine Parade aus Oldtimern war der technische Hingucker dieses Jahres. In Madagaskar finden sich ja nach wie vor Fahrzeuge im Einsatz, die anderswo im Museum stehen. Aber es gibt auch engagierte Sammler, die ihre Lieblingsstücke fachgerecht restaurieren und pflegen. Nur die Taxis und die arbeitende Bevölkerung liebt dieses Ereignis etwas weniger. Denn während Tagen ist die Innenstadt komplett abgesperrt. Sie leidet sowieso ganzjährig unter Dauerstau und Verkehrsstress.

Auch sonst unterscheidet sich der Carnaval in Madagaskar von Veranstaltungen ähnlicher Art anderswo auf der Welt Der Gebrauch von Masken und Verkleidung ist so gut wie nicht präsent. Vielleicht zieht sich mal jemand eine Perücke mit roten Basthaaren an oder malt sich sein Gesicht mit Farbe. Also kein Vergleich zu den strengen Sitten einer Basler Fasnacht, wo militärisch koordinierte Musiktruppen in ausgearbeiteten Masken durch die Stadt marschieren. Kein Vergleich auch zum kultisch-archaischen Fasnacht in Luzern, wo sich urchige Musik chaotisch dann doch zu einer seltsam schrillen Harmonie trifft. Aber auch kein Vergleich mit Köln, wo pointierte Kurzpräsentationen das Salz des Faschings ausmachen. Auch der tropische Carnaval von Rio mit seinen Sambatänzen und höchst augenfälligen Kleidungen voller Sex und Erotik ist mit dem eher nüchternen Volksfest in Madagaskar nichts zu vergleichen.

In Madagaskar ist die Fasnacht eher ein Fest für alle Bevölkerungsschichten, das die grosse Diversität der kulturellen Landschaft aufzeigt. Carneval hat in der Tradition Madagaskars keine Wurzeln. Aber seit wenigen Jahrzehnten bemühen sich Gruppierungen, vor dem Beginn des madagassischen Winters um ein kulturelles Ereignis. Das Wort Carnaval ist vielleicht ein falsches Wort dazu, aber es hat sich eingebürgert.

Reiten in Madagaskar

Reiten in Madagaskar - braunes Pferd vor blauer Reklametafel mit madagassischem Reiter

Natürlich geht niemand allein wegen Pferden und dem Reitsport nach Madagaskar. Denn die grosse Insel im Indischen Ozean hat keine eigentliche Pferdekultur. Die ersten Pferde wurden von den französischen Kolonisatoren im 19. Jahrhundert eingeführt und hatten grosse Schwierigkeiten, sich ans Klima zu gewöhnen. Besonders an der Küste ist die Temperatur zwischen Dezember und Februar sehr hoch, zudem herrscht dann die Regenzeit. Zwar gibt es in Madagaskar keine Tsetsefliege, die sonst im Grossteil von Kontinentalafrika und sogar im trockenen Namibia vorkommt. Doch die eingeführten Pferde gingen ein aufgrund des Klimas, der Bodenbeschaffenheit und wohl auch aufgrund der mangelnden Pflege.

Das musste auch 1895 das französische Expeditionskorps erleben, das neun qualvolle Monate brauchte, um vom Hafenort Mahajunga bis zur 500 km entfernten Hauptstadt Antananarivo vorzustossen. Es war nicht der Gegner, der die grossen Verluste verursachte, sondern das schwierige Terrain, Sumpf und Krankheiten. Von den 15.000 Mann starb fast die Hälfte, meist an Malaria.

Der Trupp wurde begleitet von 3.355 Pferden und Maultieren, um die 30’000 Tonnen Material zu schleppen. Die Transportkarren der französischen Truppen, Levebre-Waggons genannt, erwiesen sich als nicht geländegängig und die Zugtiere als zu schwach.

Während der Kolonialzeit wurden Pferde nur auf dem Hochland von einzelnen Liebhabern gehalten. Als Zug- und Lasttiere konnten sie sich gegen die zähen Zebuochsen nicht durchsetzen. Noch heute wird in Madagaskar der Grossteil der Nahtransporte von Ochsengespannen erledigt, die die schweren Holzkarren ziehen. Nach der Unabhängigkeit Madagaskars 1960 und den bitteren Jahren der Verarmung war die Pferdehaltung ein Luxus, den sich nur eine Handvoll Halter leisten konnten. In nur wenigen Orten wurden Pferde als Zugtiere von Personenkutschen genutzt.

Pferdekutsche in Madagaskar

Bei Unabhängigkeit gab es in Madagaskar um die 2000 Pferde, vor zehn Jahren waren es nur noch 350 und derzeit mögen es knapp 500 sein. Die Pferde stammen aus verschiedener Herkunft. In den vielleicht 150 Jahren, in denen es Pferde auf Madagaskar gibt, wurden Tiere aus Mauritius eingeführt, auch aus Frankreich und gar aus Südamerika. Aus der Kreuzung all dieser Pferderassen hat sich quasi ein eigener Typ entwickelt, der aber als eigene Madagaskar-Rasse nicht anerkannt ist. Auch Esel und Maultiere wurden ab und zu eingeführt, doch es ist äusserst selten, dass man einen Esel auf Madagaskar zu sehen kriegt. Mag sein, dass es in ganz Madagaskar, immerhin über 14-mal grösser als die Schweiz, um die 40 Esel gibt und dies primär im staubtrockenen Süden.

Mit der langsamen und wackelhaften Stabilisierung Madagaskar in den Nullerjahren entstanden hier und dort Reitställe und Pferdereitclubs. Sie agieren heutzutage nach internationalen Massstäben und organisieren nun auch sogar Turniere. In Antsirabe gibt es seit den Kolonialzeiten sogar ein Hippodrome mit von der Bevölkerung lautstark mitverfolgten Pferderennen.

Wer also auf seiner Reise durch Madagaskar auch mal in den Sattel steigen will, findet auf dem Hochland ein paar korrekte Reitställe. Ebenso im western-artigen Felsengebirge von Isalo und an der Küste in Tamatave und auf Nosy Be.

Mit dem Dschungel-Express durch den Regenwald in Madagaskar

Startet der Zug wie geplant um 07.00 Uhr pünktlich oder nicht, das ist an einem Tag wie diesem Nebensache. Ab dem Moment, an dem man den Bahnhof betritt, befindet man sich in einer eigenen Welt. Einer Welt mit vielen neuen Geräuschen, farbenfrohen Menschen, vielleicht ein paar Tieren, vielen Gütern und sicherlich auch mit einigen bekannten oder unbekannten Duftnoten.

«Mora-mora», das madagassische Wort mit der Bedeutung «langsam-langsam», wird an einem Tag wie diesem grossgeschrieben und ohne eine grosse Portion Gelassenheit und gleich viel Abenteuerlust und Neugier, sollte man nicht einmal ein Ticket kaufen.

Es kann sein, dass der Zug wirklich 1 Minute vor 07.00 Uhr startet, so dass es sich lohnt, früh genug am Bahnhof zu sein. Als Tourist empfiehlt es sich in der Hochsaison auch, Tickets im Voraus zu kaufen, um sicherzustellen, dass man wirklich mitfahren darf. Am besten, man ergattert ein Ticket für einen Sitz in Fahrrichtung links, wenn man vom Hochland an die Ostküste Madagaskar fahren möchte. So hat man unterwegs die beste Aussicht, da fast alle Bahnhöfe auf der linken Seite zu sehen sind.

Am Sitzplatz angekommen kann es gut sein, dass man sich mehr zu Hause fühlt als gedacht: nicht nur die Sitze erinnern an die Heimat, auch ein Schild an der Wand lässt einen leicht die Frage stellen, wo man sich wohl gerade befindet.

sbb-jungelexpress

Jeder Schweizer hat solch ein Schild wohl mehrmals gesehen. Wie lange es jedoch her ist, dass man lediglich Fr. 20,- entrichten musste, sollte man „vergessen“ haben ein Ticket zu kaufen, das wissen nur die Wenigsten.

SBB hat auf unsere Nachfrage dies geantwortet:  Wir haben etwas nachgeforscht und folgendes herausgefunden:
In der SBB-Zeitung resp. im SBB-Nachrichtenblatt konnten wir in den Jahren 1976 und 1986 eine jeweilige Angabe finden. Im Jahre 1976 wurde eine Busse von 10 Franken erhoben. Bis ins Jahr 1986 stieg die Busse auf 30 Franken an. Vermutlich wurde eine Erhöhung auf 20 Franken in den 80ern gemacht.
Falls Sie gerne selbstständig eine umfassendere Recherche machen möchten, können Sie gerne bei SBB Historic im Lesesaal in Windisch vorbei gehen.‎ Öffnungszeiten und Standort finden Sie unter 
https://www.sbbhistoric.ch/…/stan…/archive-windisch.html.

Unterwegs von Fianarantsoa nach Manakara, einer Fahrt, die über 47 Brücken und durch 48 Tunnel führt, geht es sehr langsam voran. Die ganze Strecke ist nur 163 Kilometer lang, aber gleichwohl braucht der Zug meist 15 Stunden, wenn nicht mehr, bis er an der Küste ankommt. Unterwegs werden an vielen Bahnhöfen kurze und auch längere Stopps eingelegt und je nach Aufenthaltsdauer hat man die Möglichkeit, das Alltagsleben der Einheimischen zu beobachten und auch in Kontakt mit ihnen zu treten.

Für unterwegs sollte man zusätzlich genügend zu trinken mitführen und eine Jacke für den Abend. Zudem sollten auch genügend Speicherplatz und Strom für die Kamera mitgenommen werden – sprich, mindestens eine extra voll aufgeladene Batterie. Schon vor der Abfahrt haben die meisten Touristen bereits viele Fotos gemacht und es wäre schade, wenn man unterwegs nicht alles festhalten kann, wenn man gerne fotografiert. Die Reise ist sehr abwechslungsreich und unterwegs fährt man durch das einzige Teegebiet im Madagaskar, durch den Regenwald mit seinen vielen Dörfern, die zum Teil nur mit der Eisenbahn erreichbar sind und kommt am Abend im Dunkeln in Manakara, einer Küstenstadt, an. Da es in Madagaskar sehr früh dunkel wird, erreicht man die letzten Bahnhöfe erst nach Einbruch der Dunkelheit. Auch wenn die Dörfer keinen Strom haben, wird man gleichwohl etwas sehen. Wie die Dorfbewohner dieses Problem dann lösen und einem trotzdem zeigen können, was sie einem alles verkaufen wollen, das verraten wir noch nicht – dass muss man selber erleben. Wie es tönt, kann man unten anhören und vielleicht bekommt man gleichzeitig ein kleines Bild im Kopf davon, wie es aussehen könnte.

Was sich wirklich lohnt unterwegs zu probieren ist der Kobaravina / Bananenkuchen https://issuu.com/ellenspinnlerhelmersen/docs/kobaravina, der von mehreren der fliegenden Händler verkauft wird. Auch andere lokale Spezialitäten werden je nach Bahnhof und Gegend angeboten. Wichtig ist hier, dass man im Voraus viele kleine Noten der Landeswährung Ariary zur Seite gelegt hat für diesen Tag. Die meisten Lebensmittel (Kuchen, Obst etc.), die man unterwegs kaufen kann, kosten zwischen 100 – 200 Ariary pro Stück. Ein Kilo Bananen 1000 – 2000 Ariary. Wenn man dann mit 10.000 oder 5.000 Ariary bezahlen möchte, haben die Händler selten Wechselgeld.

Irgendwann nach 12-13-14-15-16……. Stunden erreicht man Manakara, total müde, aber mit einem Kopf voll von Bildern und einem Herz voll von Erinnerungen. Das Einzige, das man nun gerne machen will, ist schlafen. Und wenn man ein Hotel direkt am Meer gebucht hat, dann wird das Meeresrauschen einen in den Schlaf begleiten, gemischt mit dem Ton im Kopf, «kadunk, kadunk, kadunk», von der langen Zugfahrt.